Südafrikanische Gäste im Kirchenkreis Peine
Im August bekamen wir Besuch aus Südafrika, die in verschiedenen Gastfamilien des Kirchenkreises Peine untergebracht waren: unter anderem wohnte für drei Wochen eine junge Dame bei uns - Masego. Sie ist 22 Jahre alt und ist sehr engagiert in der evangelischen Jugend in Südafrika, weshalb sie die Gelegenheit bekam uns hier in Deutschland besuchen zu können. Man merkte, dass sie sich nach und nach hier einlebte, denn sie wurde immer aufgeschlossener. Anfangs war es schwierig uns zu verständigen, denn ab sofort sollte jegliche Kommunikation der Familie Hagemann auf englisch stattfinden. Masego aber merkte, dass wir uns viel Mühe geben und war unser Vokabeltrainer! Wir haben viel gelacht, aber auch über viele ernste Themen gesprochen, wie zum Beispiel nach einem Film über Johannesburg und die Aussichten für Jugendliche, die dort leben. Masego, eine sehr aufgeschlossene, junge Frau, berichtete über ihre eigenen Erfahrungen, die sie mit Jugendlichen aus dieser Gegend gemacht hat. Sie nahm uns als ihre Familie an und sagte am Ende zu uns: nun habe ich eine zweite Familie mit drei Schwestern, Vater, Mutter und Großeltern!
“Hurra - Sie sind in Hannover!” Am 8. August diesen Jahres landeten dreizehn Frauen und Männer aus Südafrika in Hannover. Kaputt von dem langen Flug, aber glücklich in Deutschland sein zu können fielen wir uns ohne uns zu kennen schon in die Arme. Ein gutes Omen für die bevorstehenden drei Wochen, die die Südafrikanerinnen und Südafrikaner in ihrem Partnerkirchenkreis Peine verbringen wollten. Eine Begegnung der ganz besonderen Art: der Kirchenkreis Peine hat in Südafrika einen Partnerkirchenkreis, der Borwa II heißt. Regelmäßig finden gegenseitige Besuche statt, doch meist nur auf Seiten der Erwachsenen. In diesem Jahr ist es uns gelungen auch eine Begegnung zweier Jugenddelegationen zu planen. Vom 8. bis 29. August waren sieben junge Frauen und Männer bei uns zu Besuch, die unseren Gegenbesuch im nächsten Jahr über Ostern bei sich in Südafrika erwarten. Unsere südafrikanischen Schwestern und Brüder teilten sich dann schon am Flughafen in die Jugend- und Erwachsenendelegation. Wir fuhren mit den Jugendlichen nach Verden um dort im evangelischen Jugendhof das erste Wochenende gemeinsam zu verbringen; wir wollten uns erst einmal in Ruhe kennenlernen. Nachdem Namen geklärt waren und die erste Vorstellungsrunde vorüber war wurde die Runde schon lebhafter. Bei einem abendlichen Gespräch wurden jedoch die Unterschiede schon deutlich: bei angenehmen Temperaturen saßen wir noch einige Zeit abends vor dem Jugendhof. Mit einem Mal wollte einer der südafrikanischen Jugendlichen die Uhrzeit wissen und erschrak als wir ihm sagten, dass es schon 22 Uhr sei. Verwundert fragten wir ihn warum er so aufgeregt sei und er antwortete, dass sie in Südafrika sobald es dunkel wird ins Haus gingen. Über diese Dinge und vieles mehr sprachen wir an unserem ersten gemeinsamen Wochenende und fuhren schließlich am Sonntag fröhlich und erholt in die jeweiligen Gastfamilien, sodass unsere südafrikanischen Gäste ihre Familien für die nächsten Wochen kennenlernten. In der kommenden Woche waren dann erst einmal die offiziellen Besuche auf der Tagesordnung. Eine Präsentation über den Landkreis Peine und seine Entstehung und eine Führung durch unsere Stadt Peine machten wir in den ersten Tagen. Weiterhin waren wir im Landesjugendpfarramt Hannover eingeladen, wo wir Diskussionen über die Strukturen der evangelischen Jugend in Südafrika und in der Landeskirche Hannover führten. Höhepunkte der drei Wochen waren für unsere Gäste einerseits eine Tagesfahrt in die Lutherstadt Wittenberg, in der wir unter anderem das Wohnhaus des Begründers der Reformation Martin Luthers ansahen, was für die Südafrikanerinnen und Südafrikaner von sehr großer Bedeutung war. Eine weitere Tagestour ging nach Berlin, die natürlich mit einem Besuch des Reichstages und einem gemütlichen Stadtbummel abgerundet wurde. Wir erlebten noch viel mehr, wie zum Beispiel eine Besichtigung des VW-Werkes in Wolfsburg, Besuch verschiedener Schulen im Landkreis Peine oder Besichtigung der Jugendfreizeiteinrichtung “Nummer 10” in Peine. Trotz des vollen Programms haben wir viel Zeit für intensive Gespräche über die verschiedenen Kulturen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten unserer Religion und vor allem die Unterschiede des Auslebens dieser Religion diskutieren können. Die drei Wochen gingen viel zu schnell um und schon stand der letzte Abend vor der Tür, an dem wir einen gemeinsamen deutsch-englischen Gottesdienst feierten, den wir Jugendlichen gemeinsam vorbereiteten. Im Anschluss veranstalteten wir ein großes Barbecue mit allen Gastfamilien, sowohl der Jugend- als auch der Erwachsenendelegation. Am 29. August nahmen wir schließlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf dem Hannover Flughafen Abschied: ein Abschied mit Wiedersehen im nächsten Jahr - wir freuen uns auf euch! Gesine Hagemann, Dezember 2008
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