Schützenfest 1949 und 2009
Es geht wieder los, Schützenfest, grün/weiße Mützen, weiße Hosen und Tradition, das sind Gesprächsthemen in vielen Familien in den nächsten Tagen in Vöhrum.
Vor mir liegt die sorgfältig geführte Abrechnung von Hermann Abmeier vom Schützenfest 1949.
Etwas wehmütig höre ich bei günstigem Wind die Schützenfestmusik bis zu mir rüberklingen. Die heutige Musik ist für uns Ältere manchmal sehr gewöhnungsbedürftig.
1949 waren die Ohrwürmer (heute sagt man Hits) anderer Art und Inhalt.
Er ist zwar schon lange in Vergessenheit geraten, aber ich kann mich noch gut an das Lied:
Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien,
Hei-di-tschimmela,- tschimmela- tschimmela,- tschimela bum!
Wir haben Mägdelein mit feurig wildem Wesien,
Hei-di -tschimmela-
usw.erinnern.
Schützenfest 1954
Die Zeit des Rübenschnapses und Währungsreform im Juni 48 lag ein Jahr zurück und gesanglich brachten die Menschen ihre Lebensfreude mit diesem Lied zum Ausdruck.
Bei der Schützenfestabrechnung von 1949 ist auf der Einnahmenseite – also Eintrittsgelder - zu sehen, wie viele Menschen unser Schützenfest besuchten. Alt und Jung von Nah und Fern.
Der gesamte Einnahmebetrag des Schützenfestes betrug 4167,81 DM. Bei einem ca. Monatsverdienst von etwa 200,00 DM war der Eintritt natürlich niedrig.
Für die Rechnungsführer der heutigen Zeit, ist die Ausgabenseite interessant: Ausgaben, Ausgaben, Ausgaben, genau wie heute.
Z.B. Musik – überwiegend Blechmusik - 960,00 DM + Getränke für Musiker 150,00 DM, 42,20 DM für Zigaretten (wer die wohl geraucht hat?).
Der Posten 10,00 DM Miete für Armbrust ist ein Betrag der nie wieder auftaucht in den Schützenfestabrechnungen. Der Schützenkönig wurde 1948 + 1949 auf dem Schießstand der „Gaststätte Frühling am Bahnhof“ mit der Armbrust ausgeschossen.

Am 07. Januar 1946 erging der alliierte Kontrollratsbefehl Nr. 2, darin stand, dass die Bevölkerung in Deutschland keine Waffen besitzen dürfen. Mit dem K - Gesetz Nr. 24 vom 30.3.1950 wurde dieser Befehl wieder aufgehoben.
Die Endabrechnung ergab dann einen geringen Überschuss von 104,61 DM.
Durch veränderte Schützenfestzeiten und andere Dinge versuchen die heutigen Verantwortlichen dem Entgegenzusteuern und damit die Tradition des Schützenfestes Vöhrum zu erhalten.
Wir „Vöhrumer“ Wünschen und Hoffen, dass das Schützenfest in unserem Dorfe weiterhin so fröhlich wie bisher gefeiert werden kann.
Adolf Cordes
im Juli 2009
PAZ-Artikel zum Schützenfest 2008

|