Zeitungsartikel Juli 2021

Hinweis

vöhrum.de veröffentlicht unregelmäßig Artikel aus der Peiner Allgemeinen Zeitung PAZ und dem PAZ-Portal Unter uns. Keine Gewähr auf Vollständigkeit. Das Bildmaterial kann aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden, ist aber im Digitalen Archiv Vöhrum DigAV gespeichert.

Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, Juli 2021


Samstag, 31. Juli 2021

Vorbildliches Engagement fürs Allgemeinwohl: Vöhrumerin geehrt

Elisabeth Munzel erhält bedeutende Auszeichnung des Landes Niedersachsen

Elisabeth Munzel mit ihrem Ehemann Uwe (l.) und Bürgermeister Klaus Saemann bei der Ehrung.Foto: Eckhard Bruns

Peine/Vöhrum. Die Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten ist eine Auszeichnung des Landes Niedersachsen und wird an Personen verliehen, die sich in Niedersachsen durch ehrenamtliche und vorbildliche Taten verdient gemacht haben. Zu den Ordensträgern gehört jetzt auch Elisabeth Munzel aus Vöhrum: Sie erhielt im Peiner Rathaus die Medaille samt zugehöriger Urkunde von Peines Bürgermeister Klaus Saemann im Namen von Ministerpräsident Stephan Weil.

Munzel engagiert sich schon seit vielen Jahren in vielen Bereichen ehrenamtlich für das Gemeinwohl. Bereits im jugendlichen Alter war sie als Kinderbetreuerin in der Kirchengemeinde und für das Müttergenesungswerk tätig. Neben der Betreuung von Migranten aus Russland und der Türkei nahm sie die Aufgaben einer Schülerlotsin wahr und brachte außerdem Kindern das Schwimmen bei.

Während ihrer beruflichen Laufbahn machte sich die Vöhrumerin ehrenamtlich für das Sammeln von Hilfsgütern während des Kosovo-Konfliktes von 1997 bis 2000 stark. Im Jahr 1999 begleitete sie selbst einen Versorgungsflug in die Krisenregion und überbrachte zahlreiche Hilfsgüter.

Seit dem Ende ihrer Berufstätigkeit ist Munzel neben ihrem Tätigkeit als Senioren- und Kinderbetreuerin sowie dem Engagement in der Nachbarschaftshilfe seit 2015 aktives Mitglied der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Peine-Vöhrum und seit 2017 sogar Vorsitzende des Ortsvereines. Auch heute noch betreut Munzel Flüchtlinge. Sie hilft ihnen bei dem Erlernen der deutschen Sprache und und bringt ihnen die Kultur näher. Zudem sammelt sie ehrenamtlich Spenden für SOS-Kinderdörfer. Gemeinsam mit den Eheleuten Hans-Jürgen und Marie-Luise Grotefendt haben sich für die Verleihung der staatlichen Auszeichnung für Munzel auch der niedersächsische Landtagsabgeordnete Matthias Möhle sowie Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, eingesetzt. „Alle Träger und Trägerinnen der Orden nehmen ihre Verantwortung für das Allgemeinwohl sehr ernst. Es sind Menschen wie Sie, Frau Munzel“, sagte Bürgermeister Saemann zu der Geehrten. red

Freitag, 30. Juli 2021

Vöhrum: Kein Schützenfest, aber Schmücken

Vöhrum. Kurz vor knapp weist die Schützengilde nun noch einmal offiziell darauf hin, was schon lange klar war: Das Vöhrumer Schützenfest fällt auch in diesem Jahr wegen Corona aus, eigentlich hätte es vom 30. Juli bis zum 1. August stattgefunden. Dennoch soll der Ort auch in diesem Jahr wieder festlich geschmückt werden, so dass zumindest ein Hauch Schützenfest-Feeling durch Vöhrum weht.

„Die Ausrichter Junggesellschaft und Schützengilde bitten darum, Häuser und Gärten zu schmücken, und hoffen darauf, dass im nächsten Jahr ein Ausrichten wieder möglich ist“, erklärt die Pressewartin der Schützengilde, Christiane Borchert-Edeler. Dieser Bitte schließt sich auch die Vöhrumer Frauengemeinschaft (VFG) an, die darauf aufsattelt und die Aktion „Vöhrum soll bunt werden!“ für Kinder auf die Beine stellt. Demnach sollen die Vöhrumer Kids (bis 12 Jahre) zusammen mit ihren Eltern besonders originellen Schmuck für Zäune, Türen und Hofeinfahrten basteln, und ein Foto davon per E-Mail an voehrumer.frauengemeinschaft@gmail.com schicken. Unter allen Einsendungen wird ein kleiner Preis verlost. Als kleine „Starthilfe“ sollen am Freitag, 30. Juli, von 9 bis 14 Uhr auf dem Hof an der Schwicheldter Straße 42 kleine „Startertütchen“ an Kinder bis 12 Jahre verteilt werden, solange der Vorrat reicht, teilt VFG-Sprecherin Jessica Hillebrecht mit.

Freitag, 23. Juli 2021

Kirche Vöhrum: Neue Kirchturmspitze mit Kugel ist da

Ein Einweihungsfest soll noch stattfinden – Kirche muss wegen Feuchtigkeitsschäden saniert werden

Von Eckhard Bruns

Galerie öffnen

Pastorin Bettina Voß-Hölterhoff und Hans-Heinrich Papenburg vom Kirchen-Vorstand freuen sich in 23 Meter Höhe über die neue Kirchenturmkugel.Foto: Eckhard Bruns

Vöhrum. Feuchtigkeit setzt der evangelischen Kirche in Vöhrum zu. Nach einem Hagelschaden war Wasser in das Kirchengebäude eingedrungen und hatte auch Schäden am Kirchturm verursacht. Nun wird er aufwendig saniert. Die Arbeiten schreiten voran. Nicht zu übersehen: Die neue Kirchturmspitze mit einer großen Kugel. Über der Glockenstube wurde eine Podest-Ebene eingebaut. Dafür mussten einige Holzbalken ausgetauscht werden. Die beschädigte Turmuhr ist ebenfalls repariert.

„Die erforderlichen Baumaßnahmen sollen im September beendet sein“, hofft Pastor Dirk Hölterhoff. Seine Frau Bettina Voß-Hölterhoff ergänzte: „Ja, dann planen wir ein gemeinsames, schönes Einweihungsfest in unserer Kirche, die dann wieder ohne Gerüst zu sehen und für alle Menschen frei zugänglich sein wird.“

Neu eingedeckt und fachgerecht verkleidet ist nun der Kirchturm. Die neue Spitze mit Kugel wurde feierlich von der Metallbau-Firma Zeyher, Hildesheim an die Geistlichen übergeben und anschließend auf der Kirchturmspitze montiert. Übrigens: Vor Baubeginn war der Kirchturm vermessen worden. Ohne Bekrönung ragt der Turm 20,92 Meter in den Himmel, die Bekrönung eingerechnet sind es 23,40 Meter.

André Wollenhaupt, Dachdeckermeister von den Werkstätten für Denkmalspflege aus Quedlinburg, Architekt Diplom-Ingenieur Christian Hecht von der Gesellschaft für soziale und kirchliche Bauprojekte mbH (GskB) Hildesheim, sowie Hans-Heinrich Papenburg vom Vöhrumer Kirchenvorstand beobachteten aufmerksam die Montage in luftiger Höhe.

Vor der Turmbekrönung wurden der glänzenden Kugel zwei Ausgaben vom „Brückenschlag“ beigefügt, dem Informationsheft der evangelischen Kirche. Genauso ein Bericht von Pastor Hölterhoff aus dem Gemeindeleben und eine Chronologie der Vöhrumer Kirchengemeinde mit den Pastoren und der seit 1974 durchgeführten Baumaßnahmen. Die Schriften und auch Bilder vom Kirchenturm können auf der Homepage der Kirche betrachtet werden.

Somit befinden sich in der Kugel nun auch Texte von Pastor Ludwig Schnellrat (aus dem Jahr 1824), Lehrer H. Othmer (1879), Pastor Claus Ungewitter (1906), Lehrer A. Rozha (1928), G. Ritteer, Th. Eichler, Pastor Erwin Wilkens (1949), Pastor Gerhard Williges (1974).

Die Sanierungsarbeiten infolge eines Hagelschadens vermutlich aus dem Jahr 2013 hatten in diesem Frühjahr begonnen: Unter anderem musste der Schimmelbefall an der historischen Orgel beseitigt werden. Diese ist das Herzstück der Kirche: 1778 wurde sie vom Hildesheimer Orgelbauer Johann Conrad Müller erbaut. Sie ist eine der beiden hinterspieligen Orgelwerke in der Hannoverschen Landeskirche. Für die Orgel wird nach der Turmsanierung noch ein raumklimatisches Gutachten eingeholt, um künftig die optimale Belüftung der Orgel zu gewährleisten.

Die Geamtkosten der Sanierung betragen rund 400 000 Euro werden überwiegend von der Landeskirche und dem Kirchenamt getragen, dazu gibt es Zuschüsse aus der Dorferneuerung vom Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig. Die Sanierung der Turmbekrönung, der Uhren-Ziffernblätter und der Stundenglocke schlägt bei der Gemeinde mit etwa 15 000 Euro zu Buche.

Unfall zwischen Auto und Radfahrerin

Vöhrum. Zu einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und einer Radfahrerin ist es am Mittwoch, 21. Juli, um 19.05 Uhr gekommen. An der Kreuzung Herrenfeldstraße/Schwicheldter Straße übersah ein 32-jähriger Autofahrer eine Fahrradfahrerin. Die 31-Jährige fuhr auf der vorfahrtsberechtigten Schwicheldter Straße. Sie stürtzte bei dem Unfall und wurde mit leichten Verletzungen ins Peiner Klinikum eingeliefert.

Donnerstag, 22. Juli 2021

Speed-Dating an den BBS: Praktika und Probearbeiten verabredet

Das gute Konzept der Drive-In-Ausbildungsplatzbörse hätte allerdings noch mehr Besucher verdient gehabt

Von Christian Meyer

Austausch auf dem Parkplatz der Berufsschule: Bei der Neuauflage der Drive-In-Ausbildungsplatzbörse präsentierten sich 14 Peiner Betriebe den Schulabgängern. Lisa-Marie Wemmel und Janek Ortmann (kleines Foto), informierten Interessierte über eine Ausbildung bei der Peiner Firma Philipp Elektromaschinenbau.Fotos: Christian Meyer

Vöhrum. Diesmal passte das Wetter, doch dafür war die Resonanz von potenziellen Bewerbern am Dienstag mau: Über noch mehr Nachfrage hätten sich die 14 Peiner Betriebe gefreut, die sich bei der Neuauflage der vor zwei Wochen wegen eines Starkregens abgebrochenen Drive-In-Ausbildungsplatzbörse auf dem Parkplatz der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum präsentierten. Zumal sie oft noch offene Stellen zu vergeben hatten. Einig waren sich Besucher und Organisatoren: Die Veranstaltung ist gut und hätte mehr Interesse verdient gehabt.

„Hör auf Mutti, lern was Anständiges!“ Unter anderem mit einer launigen Plakat-Kampagne hatte das Veranstalterteam für die coronakonforme Art von Speed-Dating auf dem Berufsschul-Parkplatz an der Pelikanstraße Werbung gemacht. Das Peiner Bauunternehmen Benckendorf war sogar mit einem großen Laster vorgefahren. Doch nach einem ordentlichen Start waren kaum noch interessierte Schulabgänger an den Ständen zu sehen, die sich über Chancen zur Berufsausbildung informierten. „Die Resonanz war mau, das muss man ehrlich sagen“, räumte Mitorganisator und Berufsschullehrer Andreas Brunken ein. Und doch habe es Positives gegeben. „Manchmal ist ja nicht die Masse wichtig, sondern die Klasse. Auch diesmal wurden wieder Praktika verabredet“, hob er hervor.

Mehr noch: „Wir haben schon Bewerbungen bekommen und mit einem Kandidaten auch einen Termin zum Probearbeiten Ende dieser Woche verabredet“, stellte Lisa-Marie Wemmel, Assistentin der Geschäftsführung bei der Peiner Firma Philipp Elektromaschinenbau, erfreut fest. Zusammen mit Monteur Janek Ortmann informierte sie interessierte Schulabgänger über den Betrieb, der Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik ausbildet. Zwei freie Stellen gebe es aktuell. Die Gespräche seien gut gewesen, doch guten Nachwuchs zu finden sei nicht einfach. Viele junge Leute würden in die Großbetriebe wie Volkswagen streben oder sich in einem Handwerkerberuf nicht mehr so gerne die Hände dreckig machen. Dabei sei es doch sehr schön, ein Handwerk zu erlernen, hob Janek Ortmann hervor. Er hat im Januar 2020 ausgelernt. Das Erlernte könne man perfekt auch im Privaten umsetzen. „Und man sieht etwas, das geschaffen wurde.“

Auch Kathrin Bolte von der Volksbank Brawo freute sich über „interessante Gespräche innerhalb kürzester Zeit“. Unter anderem sei die Frage aufgekommen, ob auch Schüler mit einem Realschul-Abschluss eine Chance mit einer Bewerbung hätten. „Ein klares Ja“, betonte Bolte. Die Bank beteilige sich gerne an der Drive-In-Ausbildungsplatzbörse. „Wir sind ein starker Ausbildungsbetrieb, der Schulabgängern aus dem Peiner Land eine fundierte Ausbildung anbietet. Für dieses Jahr sind zwar schon alle Plätze vergeben. Aber wir suchen jetzt schon Nachwuchs für nächstes Jahr“, unterstrich sie. Auch Augenoptikermeister Peter Prause kann Verstärkung gebrauchen, er bietet eine Ausbildung zum Augenoptiker an. „Es wäre toll, wenn wir einen Azubi finden würden“, sagte er. Die Drive-In-Ausbildungsplatzbörse hat seine Hoffnung wachsen lassen, denn Prause konnte den Kontakt zu einem Kandidaten knüpfen. Der Augenoptikermeister, der Geschäfte in Edemissen und Ilsede betreibt, stellte jedoch auch fest, dass viele Schulabgänger sehr fixiert auf bestimmte Berufe seien und sich das Interesse dadurch balle. „Es gibt heutzutage mehr Stellen als Azubis, aber die müssen dann halt auch mal Kompromisse eingehen“, wünschte er sich.

Viele Berufsfelder und Firmen zentral auf einer Stelle: Thore Horn aus Vöhrum hat die Chance zur Information bei der Ausbildungsplatzbörse auf dem BBS-Parkplatz genutzt. „Das Konzept finde ich sehr gut. Man kann sich ein bisschen Zeit nehmen und die Gespräche sind nicht so eilig wie oft am Telefon. Außerdem weiß man dann oft nicht, ob der Gesprächspartner überhaupt Zeit für einen hat. Die Aussteller haben sogar vernünftig Platz, um größere Arbeitsgeräte zu zeigen. Ich hatte aber gehofft, dass noch mehr Betriebe kommen“, sagte er. Entschieden, welche Ausbildung am besten zu ihm passe habe er sich zwar noch nicht. „Aber ich konnte mich gut informieren.“

Dienstag, 20. Juli 2021

Vöhrum: Neue Wählergemeinschaft will politischen Wechsel im Ortsrat

„Gemeinsam für Vöhrum/Eixe/Landwehr“ – Dr. Ingo Reinhardt will Ortsbürgermeister werden

Die Kandidaten der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Vöhrum/Eixe/Landwehr“.foto: privat

Peine. „In unseren Ortschaften ist in den letzten Jahren vieles auf der Strecke geblieben“, sagt Dr. Ingo Reinhardt, der als Spitzenkandidat der neuen parteiübergreifenden Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Vöhrum/Eixe/Landwehr“ und damit als Ortsbürgermeister-Kandidat bei der Orstratswahl antritt. Der Gruppe gehören Christdemokraten, Liberale und Parteilose an, die sich nun gemeinsam dafür einsetzen wollen, dass längst überfällige Sanierungen oder Baumaßnahmen für die Daseinsvorsorge umgesetzt werden.

Kandidatin Melanie Keime erklärt: „Wir wollen alle familienfreundliche Ortschaften. Insofern verstehen wir nicht, warum Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung nicht rechtzeitig bewertet wurden.“ Die Folge sei, dass es seit Jahren zu wenig Kita-Plätze in Vöhrum gibt. Daher seien eine vorausschauende Planung und eine neue Kindertagesstätte im Ort dringend nötig. Außerdem müsse über eine Erneuerung der Skateranlage nachgedacht werden.

Dr. Hans-Otto Bode nimmt sich der Verkehrspolitik an: „Vöhrum muss ein attraktiver Wohnort für Berufspendler sein, die Stärkung des ÖPNV ist zwingend.“ Daher fordert die Wählergemeinschaft, den GVH-Tarif (Großraum-Verkehr Hannover) auf Vöhrum auszuweiten. Darüber hinaus sei ein neuer Parkplatz an der südlichen Bahnseite mit Anbindung an die Schwicheldter Straße zur Entlastung der Wilhelm-Busch-Straße erforderlich. „Weiterhin setzen wir uns für die Abschaffung der ungerechten Straßenausbau-Beitragssatzung sowie eine fahrradfreundliche und sichere Gestaltung der Hauptverkehrsstraßen und Schulwege ein“, so Bode.

Der ehemalige Zahnarzt Thomas Himstedt macht sich Gedanken über die Stärkung der Dorfgemeinschaft: „Seit den ersten konkreten Überlegungen zur Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Vöhrum sind mittlerweile über elf Jahre vergangen.“ Passiert sei aber bislang nichts. „Die schlechten Zustände insbesondere in den Toiletten, Küche und Umkleideräumen von Arminia müssen behoben werden. Weiterhin regen wir ein schlüssiges Konzept für ein Betreibermodell einer Gastronomie an, denn diese fehlt in Vöhrum.“ Am DGH-Standort seien Parkplätze und ein Saal vorhanden.

Thomas Hancken fügt hinzu: „Das Gemeinschaftsleben darf auch in Eixe nicht vergessen werden. Wir werden darauf achten, dass die jetzt im Ortsrat beschlossenen Maßnahmen zwecks Umbau und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses für das neue Fahrzeug und des Eixer DGH für einen größeren Versammlungsraum und für eine Modernisierung des Kinderspielkreises auch umgesetzt werden.“

Für Dr. Dirk Ullmann stehen Digitalisierung und Transparenz ganz oben auf der Liste: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Breitband-Versorgung in unseren Ortschaften zukunftssicher gestaltet wird. Die Datenübertragungsrate für offenes Internet muss verbessert werden.“ Weiterhin sollen künftig Ortsratssitzungen live ins Internet übertragen werden können.

Reinhardt resümiert: „Wir brauchen einen Wechsel der politischen Mehrheitsverhältnisse auch in der Stadt Peine, damit wir die Gewerbeansiedlungspolitik verbessern und so für mehr Gewerbesteuerzahler sorgen, wodurch uns künftig ein höheres Budget eben für diese Sanierungen zur Verfügung steht.“ Dass heimische Vereine und Organisationen einen hohen Stellenwert haben, unterstreicht Reinhardt. „Hier unterstützen wir nicht nur, sondern wir engagieren uns innerhalb der Vorstände über das Kommunalpolitische hinaus. Denn wir leben Dorfidentität und Dorfzusammenhalt, zwei unschätzbare Werte“, sagt er. red

Mittwoch, 7. Juli 2021

Nach langer Corona-Pause: 600 Gäste am Besuchersonntag im Ökogarten Vöhrum

Freude bei Klein und Groß – Weitere Aktionen und Ferien-Aktivitäten sind ab jetzt geplant

Von Eckhard Bruns

Galerie öffnen

Ein Blick über einen Teil der grünen Anlage des Ökogartens in Vöhrum.fotos (2): Eckhard Bruns

Vöhrum. Nach einer langen Corona-Pause gibt es sie wieder: die beliebten Besucher-Sonntage im Tier- und Ökogarten Vöhrum. Jetzt nutzten über 600 interessierte Tier- und Naturfreunde die Chance für einen spontanen Besuch der gepflegten Anlage mitsamt ihren zahlreichen Tieren und Pflanzen.

„Juhu, endlich geht es wieder los!“, freuten sich einige Kinder bereits beim Betreten des Geländes. Zwei Ponys warteten dort schon auf viele Streicheleinheiten sowie putzende Hände zur Fellpflege. Niedliche Meerschweinchen und hoppelnde Kaninchen freuten sich auf Futtergaben und wollten ebenfalls gestreichelt werden. Unter anderem konnten Insekten – zum Beispiel Heuschrecken – bestaunt und auf die Hand gesetzt werden. Durch diese nahen Beobachtungen konnten die Besucher das Verhalten der Tiere schneller begreifen.

Viele Wege – oft behindertengerecht ausgebaut – führen durch die verschiedenen Themenbereiche der gepflegten Vöhrumer Anlage an der Herrenfeldstraße. Neue Informationstafeln geben interessierten Naturfreunden zusätzliche Erklärungen und Tipps.„Wir freuen uns immer über die vielen fröhlichen, begeisterten Kinder, wenn sie in Kontakt zu den Tieren und der Natur kommen“ , sagte Ökogarten-Leiterin Betina Gube. „Wir haben rund 1400 neue Pflanzen gesetzt.“ Außerdem sollen die Blühwiesen ausgeweitet werden, was die Insekten sicherlich freuen werde.

Viel Spaß bot sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen die immer wieder beliebte Familien-Rallye durch den Ökogarten, bei der es einige kleine Aufgaben zu lösen galt. Zusätzlich konnten kleine und große Besucher beim Basteln ihr Geschick zeigen. Für das leibliche Wohl sorgten Gube und ihr treues Ökogarten-Team mit heißen Kaffee, leckeren Kuchen, verschiedenen Salaten und frisch gegrillten Bratwürstchen.

Weitere Aktionstage und Ferien-Aktivitäten im Ökogarten sollen folgen, kündigte Gube an. Unter anderem ist die Aktion „Umwelt-Ranger“ als Ferienprogramm geplant. Ziel ist es, die Kenntnisse der Teilnehmer über Zusammenhänge in der Natur zu verbessern. Außerdem sollen zusammen mit interessierten Kindern neue Trockenmauern im Garten errichtet werden.

Trotz der aktuell niedrigen Inzidenzwerte galt es am Besuchersonntag, die bestehenden Hygieneregeln konsequent einzuhalten. Dazu gehörten ein aktueller negativer Corona-Test oder ein Impfnachweis. Wer dies nicht parat hatte, konnte vor Ort auch einen Schnelltest machen. Darüber hinaus galten die Abstandsregeln und eine Maskenpflicht. „Es ist erfreulich festzustellen, dass viele Besucher bereits vollständig geimpft wurden“, sagte Frank Wünsche vom Ökogarten-Team, der die zahlreichen Besucher des Tages am Eingang empfing.

Freitag, 2. Juli 2021

Stopp-Schild überfahren: Zwei Verletzte bei Unfall

An den Fahrzeugen entstand Totalschaden – Airbags lösten nicht aus

Von Michael Lieb

Schwicheldter Straße in Vöhrum: Im Kreuzungsbereich mit der Herrenfeldstraße stießen die beiden Fahrzeuge zusammen.foto: Jörg Arndt

Vöhrum. Bei einem Verkehrsunfall auf der Schwicheldter Straße in Vöhrum sind zwei Autofahrer verletzt worden. Laut Polizeibericht missachtete ein 19-jähriger Fiat-Fahrer, der auf der Herrenfeldstraße unterwegs war, vermutlich aus Unachtsamkeit die Vorfahrt einer 49-jährigen Ford-Fahrerin. Im Kreuzungsbereich kam es zum Zusammenstoß. Beide Fahrer wurden verletzt, der junge Mann sogar schwer.

Mit zwei Rettungswagen wurden die Frau und der 19-Jährige ins Krankenhaus eingeliefert. An den Unfallfahrzeugen entstand Totalschaden, sie mussten abgeschleppt werden. Für die Unfallaufnahme und die Bergung musste die Schwicheldter Straße am Mittwochnachmittag kurzzeitig gesperrt und das umgefahrene Stopp-Schild wieder aufgestellt werden.

Was den Einsatzkräften vor Ort auffiel: „Bei beiden Fahrzeugen hatten die Airbags nicht ausgelöst“, so Vöhrums Ortsbrandmeister Andreas Schneider. Bei dem Auto, das seitlich getroffen wurde, könne es an der dazugehörigen Sensor-Technik liegen, die bei den meisten Fahrzeugen im Frontbereich verbaut sei. Für das andere Fahrzeug gab es keine richtige Erklärung.

Im Einsatz waren neben den Feuerwehren aus Vöhrum und der Kernstadt mit 14 Kräften der Rettungsdienst und die Polizei. Bis die Profis an der Einsatzstelle eintrafen, leisteten bereits einige Passanten vorbildlich Erste Hilfe, freute sich Ortsbrandmeister Schneider.

Donnerstag, 1. Juli 2021

Pelikan meldet Gewinn – Krise

in Vöhrum hält dennoch weiter an

Kritik des Betriebsratsvorsitzenden: Keine Investition in Werksaussattung oder neue Produkte

Von Dennis Nobbe

Der Produktionsstandort von Pelikan in Vöhrum: Trotz der gemeldeten Gewinne des Unternehmens bekommt die Belegschaft vor Ort nicht die kompletten Tarifentgelte und das volle Weihnachtsgeld.Foto: Ralf Büchler

Vöhrum. Der Schreibwaren- und Schulartikelhersteller Pelikan hat für das vergangene Jahr einen Gewinn von 2,3 Millionen Euro gemeldet – rund eine halbe Million mehr als für 2019. Zuletzt lag der Umsatz bei etwa 200 Millionen Euro. Dennoch warten die Mitarbeiter der Pelikan-Produktionsgesellschaft in Vöhrum weiterhin auf die komplette Auszahlung ihres Weihnachtsgelds, zuletzt stand zudem die rechtzeitige Zahlung der Juni-Gehälter auf der Kippe. Aus Protest dagegen gingen rund 150 Beschäftigte am Montag auf die Straße. Es stellt sich die Frage: Wie passen ein Gewinn des international aufgestellten Unternehmens und die Krise in Vöhrum zusammen?

Pelikan ist aufgeteilt in ein komplexes Firmengeflecht, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Walter Dettmer. So gehören zu dem Unternehmen weltweit 17 Landes- und Vertriebsgesellschaften, die Muttergesellschaft hat ihren Sitz in Malaysia. Es gibt vier Produktionsstandorte, der einzige deutsche befindet sich im Kreis Peine. Mit den Produkten aus Vöhrum werde der Großteil des Gewinns erwirtschaftet – der Produktionsstandort selbst könne aber keinen Gewinn erwirtschaften. Das sei nur im Vertrieb möglich, schildert Dettmer. „Wir machen hier geplante Verluste.“ Ein solcher sei auch für dieses Jahr wieder eingeplant. Die Belegschaft in Vöhrum verzichte schon seit Jahren auf mehr als zehn Prozent des monatlichen Tarifentgelts und einen Teil des Weihnachtsgeldes, so Dettmer weiter. Dafür habe das Unternehmen versprochen, die Zukunft des Werks zu sichern. „Mit der Zulage wurden letztendlich aber nur die Preise reduziert, die Belegschaft hat nicht davon profitiert“, kritisiert der Betriebsratsvorsitzende. Der Konzern habe sein Versprechen gebrochen, denn es sei nichts in neue Werksausstattung oder neue Produkte investiert worden. Und diese Einsparung werde nun als Teil des Gewinns in der Pelikan-Vertriebsgesellschaft präsentiert.

Im offiziellen Geschäftsbericht der Unternehmens klingt alles deutlich rosiger: Dort ist davon die Rede, dass der deutsche Vertrieb von Pelikan im ersten Corona-Jahr auf einen „sehr guten Beitrag“ zu den Konzernzahlen zusteuere. In Deutschland habe das anteilige Ergebnis 5,9 Millionen Euro betragen, bezogen auf einen Nettoumsatz von gut 135 Millionen Euro. Trotz Pandemie-Unsicherheit erwarte man im laufenden Jahr einen „erfreulichen Verlauf der Schulsaison“ und eine „stabile Weiterentwicklung“.

Dass die Vertriebsgesellschaft Gewinne einfährt, sei für sich genommen eine schöne Sache, sagt Cihan Yüksel, Gewerkschaftssekretär der IG BCE. „Aber dafür, dass man den Standort Vöhrum ausbluten lässt, habe ich keinerlei Verständnis.“ Für Yüksel habe es den Anschein, Konzern-Geschäftsführer Hooi Keat Loo sei die Belegschaft „völlig egal“. „Die Mitarbeiter haben Zahlungsverpflichtungen, da stehen womöglich Existenzen auf dem Spiel“, so der Gewerkschaftssekretär. Derzeit könne man nur hoffen, dass sich in Zukunft etwas zum Besseren ändern wird.

Ökogarten öffnet

am Sonntag

xxxxx

Vöhrum. Zum Besuchersonntag lädt der Tier- und Ökogarten an der IGS Vöhrum am 4. Juli ein. Geöffnet ist von 10 bis 16 Uhr. „Die Ponys freuen sich über streichelnde und putzende Hände. Meerschweinchen und Kaninchen warten auf Streicheleinheiten und Futtergaben“, heißt es. Bei einer Rallye gibt es viele Möglichkeiten zum Entdecken und Staunen. Kaffee, Kuchen, Salate und Würstchen werden angeboten. Erwachsene werden stattt eines Eintritts um eine 2-Euro-Spende gebeten.

Bezüglich Abstand und Maskenpflicht gelten die Corona-Regeln. Die vollständige Impfung ist nachzuweisen oder ein aktueller Test vorzulegen. Dieser kann auch vor Ort gemacht werden (Kosten: 2 Euro). Kontaktdaten müssen hinterlegt werden. Zufahrt ist über die Herrenfeldstraße.

Kritik an Verkehrssituation: Anwohner kämpfen für Spielstraße

Eltern fordern eine verkehrsberuhigte Zone – Stadt: „Nicht zulässig in diesem Baugebiet“

Von Nina Schacht

Baugebiet „Nördlich Hainwaldweg“: Anwohner und Vertreter der Stadt im Gespräch über eine Spielstraße.Foto: Ralf Büchler

Vöhrum. Die Anwohner im Vöhrumer Baugebiet „Nördlich Hainwaldweg“ sind besorgt – insbesondere die Eltern. Denn sie fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. Hohe Zäune versperren die Sicht, ebenso so parkende Autos. Schon mehrfach sei es zu brenzligen Situationen gekommen, wenn Kinder aus den Hofeinfahrten auf die Straße liefen. Deshalb fordern sie eine Spielstraße statt der derzeitigen Tempo-30-Zone im Neubaugebiet. Doch die Hoffnungen auf eine verkehrsberuhigte Zone wurden enttäuscht. Denn: Das Baugebiet erfüllt dafür nicht die gestalterischen und rechtlichen Vorgaben, sagt die Stadt Peine. „Bei einem verkehrsberuhigten Bereich muss ein Aufenthaltscharakter gegeben sein“, erklärt Stadtrat Christian Axmann.

Mittelinseln und Sitzgelegenheiten sind in den Straßen allerdings nicht vorgesehen. „Das bedeutet im Umkehrschluss, der gestalterische Charakter einer Straße steht über dem Gedanken einer verkehrsberuhigten Zone. Das ist schon sehr fraglich“, sagt Jan Carl (43), Anwohner des Neubaugebietes und Vater zweier Kinder. Weiteres Problem: Der Bebauungsplan der Straßen ist bereits beschlossen, der Auftrag für die Straßenbaumaßnahme vergeben.

Die Enttäuschung über das vorzeitige Aus einer Spielstraße war den Eltern deutlich anzusehen. Aufgeben wollen sie aber nicht. Gemeinsam schauten sie sich mit Vertretern der Stadt die Gefahrenquellen im Neubaugebiet an. 55 Kinder wohnen im Baugebiet, 48 Bauplätze sind vergeben, „am vergangenen Samstag habe ich 88 Autos gezählt, die in das Neubaugebiet rein und raus gefahren sind“, sagt Carl. An der Ecke Zum Hopfengarten/Zur Alten Dorfstätte versperrt ein hoher Zaun die Sicht. Zulässig ist der Zaun, zwei Meter sind erlaubt.

Die Sicht auf spielende Kinder versperren auch die Autos in der Straße Zur alten Dorfstätte, so die Anwohner. „In den Stoßzeiten bildet sich dort eine Schlange von rund 150 Metern parkender Autos“, berichtet ein Vöhrumer. Kinder werden nicht rechtzeitig gesehen, Rettungswege sind versperrt, Räumfahrzeuge kommen nicht durch. Eine Spielstraße könne Abhilfe schaffen.

Das Fazit der Stadt: Ein reines Wohngebiet lässt die Ausweisung als verkehrsberuhigten Bereich nicht zu. „Zudem führe eine Geschwindigkeitsbegrenzung in einer Spielstraße nicht dazu, dass langsamer gefahren wird“, so Axmann. Das sieht Carl anders: „Doch das Bewusstsein wird geschärft“, entgegnet er. Thomas Witschel (Amtsleiter Ordnung) schlägt vor, die Auto so zu parken, dass die Geschwindigkeit angepasst werden müsse.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Eine Spielstraße scheint zwar unwahrscheinlich und einen Ermessungsspielraum sieht die Stadt auch nicht, doch der Stadtrat schlägt vor, eine Tempo-20 Zone zu prüfen. „Jedenfalls gibt es dazu Erprobungszenarien in Hannover. Weitere Möglichkeit: Bremsschwellen auf der Straße – „die aus Lärmgründen aber oft wieder demontiert werden“, gibt er zu Bedenken.

Axmann möchte die Wünsche der Anwohner aufnehmen und über eine Zwischenlösung nachdenken. Und auch in der kommenden Ortsratssitzung am Donnerstag, 8. Juli, soll das Thema auf den Tisch. Vorab sammelten die Anwohner Unterschriften. 63 sind es insgesamt, teilt Maik Meyer, Mitglied im Vöhrumer Ortsrat und selbst Hausbesitzer im Neubaugebiet mit. „Rund 95 Prozent der anliegenden Haushalte haben sich laut SPD-Antrag für eine Spielstraße ausgesprochen.

Für die Anwohner heißt es erstmal abwarten. „Doch die Verkehrssituation im Baugebiet bereitet uns Kopfzerbrechen“, sagt Carl. Solange warten bis ein Unfall passiert, wollen die Anwohner jedenfalls nicht.