Zeitungsartikel September 2022
Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, September 2022
Freitag, 30. September 2022
Ärger am Eixer See: „Müllberge und katastrophaler Zustand des Radwegs“
Abfallsituation in dem Naherholungsgebiet wird immer schlimmer – Wito verhängt hohes Bußgeld bei Verstößen
Von Claudia Bartels
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Sicheres Radfahren ist hier kaum noch möglich: Der Radweg am Eixer See ist einem schlechten Zustand.fotos: Claudia Bartels
Peine. Der Eixer See ist ein als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenes Naherholungsgebiet und ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Doch in der Vergangenheit mehrten sich Beschwerden: Der Radweg am Eixer See und die Müllsituation werden zunehmend bemängelt. So war der Zustand des Radwegs auch Thema in der vergangenen Ratssitzung der Stadt Peine.
Margret Düber-Geckler aus Vöhrum berichtete während der Sitzung über den „katastrophalen Zustand“ des Radwegs: „Man kann nur noch Slalom fahren“, erzählt sie und bezieht sich dabei auf die Radwegplatten, die sich an vielen Stellen verschoben haben. „Das ist eine richtig gefährliche Strecke“, ergänzte Doris Collurafici aus Peine. Auch Barbara Müller aus Vöhrum findet den Zustand des Radwegs „sehr schlimm“. Sie würde immer mehr alternative Routen fahren, beispielsweise aus Vöhrum kommend in Richtung Eixer Mühle und dann in die Feldmark. Auch Christian Horneffer, Betreiber des Restaurants „Eixer Haus am See“ am Sundernweg, bemängelt den gefährlichen Zustand des Radwegs: „Ich würde hier mit keinem Kind hinten im Fahrradsitz oder Anhänger langfahren – da müsste ich ja Angst haben, dass es rausfällt.“
Für die Zufahrtsstraßen, Radwege und Gehwege rund um den See ist die Stadt Peine verantwortlich. Der Radweg am Eixer See werde aktuell überprüft. „Die dort festgestellten Mängel sollen kurzfristig beseitigt werden, um verkehrssichere Bedingungen zu gewährleisten und vorhandene Warnschilder zu entfernen“, berichtet Petra Neumann von der Stadt Peine. Eine Fachfirma sei bereits beauftragt worden, um schadhafte und verschobene Platten in Teilbereichen durch Betonpflaster zu ersetzen und anzugleichen. Laut Neumann sollen diese Maßnahmen noch bis Ende 2022 erfolgreich abgeschlossen sein.
Auch die Müllsituation am beliebten Badesee ist seit Jahren ein Problem. „Das hat die Wito aber gut im Griff“, berichtet Horneffer und meint damit die dreimalige Müllreinigung pro Woche durch die Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft (Wito) des Landkreises Peine. Die Wito ist Pächterin des Eixer Sees und vertraglich für die Grünflächenpflege zuständig. Mitarbeitende leeren die aufgestellten Abfalltonnen und sammeln den Müll auf dem Gelände ein. Die Beseitigung der Müllberge und des illegalen Abfalls würden jährlich Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen. „Allein am Montag haben wir zwölf Säcke Hausmüll eingesammelt“, ist der Restaurantbesitzer empört.
Einige Müllsünder konnten in der Vergangenheit aufgrund von Beweisen ausfindig gemacht und mit hohem Bußgeld bis zu 25.000 Euro bestraft werden. „Wir stellen fest, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Müll liegen gelassen oder achtlos in die Natur geworfen wird“, so Mercan Aslanidis von der Wito.
In der Vergangenheit wurden bereits alte Sofas, Betten, Kühlschränke, Autoreifen oder auch private Grasschnitte aufgefunden.
Diese Hinterlassenschaften stellen nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Hygieneproblem dar. Ratten können sich so ansiedeln und stark vermehren. „Ein großes Dankeschön möchten wir Herrn Horneffer und seinen Mitarbeitenden aussprechen, die uns jeden Montag bei den Müllsammelaktionen großzügig unterstützen“, so Aslanidis. Eine Erklärung für das zunehmende Müllproblem sehen Aslanidis und Horneffer in den allgemein gestiegenen Kosten – „die Leute fahren nicht mehr zur Mülldeponie“, so der Restaurant-Inhaber. Auch die Nähe des Sees zur Autobahn locke Gäste an, die eine kurze Pause machen wollten und dann ihren Müll nicht wieder mitnähmen.
Mit Pauken und Trompeten: Auftakt 25 Jahre IGS Peine
NDR-Jugendsinfonieorchester spielte vor 300 Zuhörern in der Aula
Von Mirja Polreich
Das Jugendsinfonieorchester des NDR spielte unter der Leitung von Stefan Geiger in der IGS-Aula.Foto: Ralf Büchler
Vöhrum. Besondere Ehre: Zum Auftakt des bevorstehenden 25-jährigen Bestehens der Vöhrumer Integrierten Gesamtschule (IGS) in 2023 spielte dort am Dienstagabend das Jugendsinfonieorchester des NDR vor rund 300 Zuhörern, darunter Ehrengäste wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).
Als „treuer NDR-Hörerin“ war es Schulleiterin Ulla Pleye gelungen, im Rahmen der Aktion „Wünsch dir deinen NDR“ die etwa 80 Nachwuchsmusikerinnen und -musiker unter der Leitung von Stefan Geiger in die Aula zu holen und mit beeindruckenden Klängen skandinavischer Komponisten in einen Konzertsaal zu verwandeln.
In fünf Jahren Ministertätigkeit sei ihm ein solcher Abend noch nicht untergekommen, erklärte der Kultusminister in seiner Ansprache. „Ich muss den Hut ziehen, vor dem, was Ihnen hier gelungen ist“, sagte Tonne und bestand auf einem Wiedersehen in zehn Jahren – wenn viele der heutigen IGS-Schüler den Weg ins Sinfonieorchester gefunden hätten.
Dessen Musiker, die überwiegend an den norddeutschen Hochschulen studieren, woben eine beeindruckende Klangkulisse, die man so in einem Schulgebäude wohl selten zu hören bekommt. Unter dem Titel „The Baltic Sound“ spielten sie Werke von August Söderman, Einojuhani Rautavaara und Jean Sibelius, die Naturbilder vor dem inneren Auge heraufbeschworen. Vogelstimmen vermischt mit den Orchesterklängen brandeten auf und ebbten wieder ab. Dirigent Stefan Geiger führte das Ensemble durch den Vortrag, das mit frenetischem Jubel und stehenden Beifallsbekundungen bedacht wurde.
Regelrecht „beseelt“ habe sie das Konzerterlebnis, sagte Schulleiterin Ulla Pleye in der Pause. „Es ist ganz wunderbar.“ Weitere Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Schule sollen folgen. Die Integrierte Gesamtschule Peine wurde 1988 gegründet, im Jahr 2007 erfolgte dann die Erweiterung um eine gymnasiale Oberstufe. Zurzeit besuchen mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis und der Stadt Peine die IGS.
Donnerstag, 29. September 2022
Seifenkisten: Rennen
in Vöhrum
Vöhrum. Das große Seifenkisten-Rennen in Vöhrum findet statt am Montag, 3. Oktober, zwischen 11 und 17 Uhr. Die Rennstrecke ist die Herrenfeldstraße zwischen der Straße Zum Eichholz und der Kreuzung Unter dem Spring/Im Kohlweg.
Bei der Kreuzung an der Bäckerei ist am Renntag auch die Anmeldung möglich. Vereine, Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger können mit ihren selbst gebauten Seifenkisten mitmachen.
Freitag, 23. September 2022
Vöhrum:
Lkw beschädigt Bahnschranke
Die Bahnschranke in Vöhrum. foto: Archiv
Vöhrum. Unfall: Am Mittwoch gegen 16.30 Uhr hat ein durchfahrender Lastwagen die Schrankenanlage am Bahnübergang der Schwicheldter Straße in Vöhrum beschädigt. Peines Polizeisprecher Malte Jansen sagt: „Der 63-jährige Fahrer fuhr mit dem Lkw über den Bahnübergang. Bevor aber das Gespann den Übergang komplett verlassen konnte, senkten sich die Schranken vor der nächsten Zugdurchfahrt.“ Die Schranken verfingen sich dann am Lastwagen-Auflieger und wurden dadurch beschädigt. Vorsichtshalber wurde laut Jansen der Bahnverkehr auf der Strecke kurzzeitig eingeschränkt, bis Techniker den Schaden beheben konnten.
Baby-Basar
im DGH
in Vöhrum
Vöhrum. Das Familienzentrum „Löwenzahn“ in Vöhrum, Hainwaldweg, veranstaltet am Samstag, 24. September, 9.30 bis 12 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus einen Basar für gebrauchte Baby- und Kinderbekleidung für Herbst und Winter. Angeboten werden sollen auch Umstandsmode, Spielzeug und alles, was rollt. Eine Umkleidemöglichkeit gibt es vor Ort.
Dienstag, 20. September 2022
Baby-Basar im DGH in Vöhrum
Auch Spielzeug wird auf dem Basar in Vörhum angeboten. Foto: Archiv
Vöhrum. Das Familienzentrum „Löwenzahn“ in Vöhrum, Hainwaldweg, veranstaltet am Samstag, 24. September, 9.30 bis 12 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus einen Basar für gebrauchte Baby- und Kinderbekleidung für Herbst und Winter. Angeboten werden sollen auch Umstandsmode, Spielzeug und alles, was rollt. Eine Umkleidemöglichkeit gibt es vor Ort.
Freitag, 16. September 2022
Pelikan verkauft Fläche, ein großes
Logistikzentrum soll kommen
Schreibwarenhersteller will 2,5 Hektar große Wiese in Vöhrum veräußern – Politik muss noch zustimmen
Von Thomas Kröger
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Harald Schmidt, Technischer Werkleiter bei Pelikan in Vöhrum, steht vor dem Feld, das verkauft werden soll.fotos: Thomas Kröger
Vöhrum. An der Pelikanstraße in Vöhrum ist ein Großprojekt geplant. Der dort ansässige Schreibwarenhersteller Pelikan will eine 2,5 Hektar große Fläche östlich seines Produktionsstandorts verkaufen. Dort möchte ein Investor ein Logistikzentrum mit einer großen Halle und vielen Lkw-Haltebuchten errichten. Die Anfrage ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft, deren Möglichkeiten zur Umsetzung derzeit zwischen dem Investor und der Stadt Peine geprüft werden.
Harald Schmidt, Technischer Werkleiter bei Pelikan, zeigt sich positiv im Hinblick auf den Verkauf. „Wir benötigen die Wiese nicht, die seit Jahrzehnten landwirtschaftlich genutzt wird. Die Anfrage kommt unseren strategischen Überlegungen, nicht operativ genutztes Vermögen sinnvoll einzusetzen, entgegen. Wenn jetzt die Bauleitplanung von den politischen Gremien abgesegnet und erteilt wird, könnten wir einen Kaufvertrag schnell abschließen.“ Nach PAZ-Informationen ist der Käufer die US-Investmentfirma Hillwood, die ihren deutschen Hauptsitz in Frankfurt am Main hat. Der Logistiker, der sich mit einer großen Halle neben Pelikan ansiedeln möchte, wird von Hillwood vor der Vertragsunterzeichnung noch nicht namentlich genannt und auch die Verkaufssumme soll geheim bleiben.
Schmidt, der mit seiner Familie in Vöhrum lebt, sagt: „Wir würden den Erlös vom Verkauf der Flächen nutzen, um unsere Produktion zu modernisieren. Es besteht die Möglichkeit, einen Teil der neuen Logistik-Halle zu mieten, um dort Material zu lagern, das für die Herstellung unserer Artikel benötigt wird.“ Pelikan produziert in Vöhrum unter anderem Deckfarbkästen, Wachsmaler, Jugendschreibgeräte, Tintenpatronen, Büroartikel und hochwertige Schreibgeräte für den weltweiten Markt.
Dem Traditions-Schreibwarenhersteller gehe es nach turbulenten Zeiten und der Corona-Krise wieder gut. „Wir werden in diesem Jahr wieder 30 Millionen Euro Umsatz am Standort Vöhrum erreichen“, so der Werkleiter. Zum Gewinn möchte er keine genauen Angaben machen. Aber es gehe aufwärts für Pelikan, und auch die ausstehenden Zahlungen für die 240 Mitarbeiter – letztes Jahr hatte es deswegen Demos und Proteste gegeben – seien beglichen worden.
Vor allem der Schulbereich laufe richtig gut, die Nachfrage nach Schul- und Malartikeln und Schreibgeräten in allen Preisklassen sei groß – am stärksten logischerweise vor dem jeweiligen Schulbeginn. Schmidt weiter: „In dieser Zeit müssen unsere Mitarbeiter viele Überstunden machen, die dann später wieder abgebaut werden. Die steigenden Schülerzahlen in Deutschland machen Hoffnung, dass unser Geschäft weiter wachsen wird.“ Die hochwertigen Schreibgeräte, die in Vöhrum hergestellt werden, sind ein weiterer Bestandteil des breiten Sortiments. Schmidt zeigt seinen blau-gestreiften „Stresemann“ aus der Souverän-Serie, der zusammen mit seinem grünen Pendant ein absoluter Klassiker im Premium-Segment ist. Seinen Spitznamen verdankt der Kolbenfüller, der in den 1930er-Jahren erstmals auf den Markt kam, den legendären Anzügen Gustav Stresemanns. Der Außenminister der Weimarer Republik mochte es am liebsten gestreift – und so kam es, dass der Volksmund dem Pelikan-Füllfederhalter mit dem feinlinierten Gehäuse flugs den Namen „Stresemann“ gab. Wie jeder Edelfüller besteht auch der „Stresemann“ aus hochwertigen Materialen: das Streifenmaterial aus speziellem Celluloseacetat, die Feder – je nach Modell – aus 14- oder 18-karätigem Gold.
Schmidt glaubt an eine gute Zukunft für Pelikan in Vöhrum, „denn wir produzieren hier fast alles selbst und können somit eine sehr hohe Qualität garantieren“. Das sei gut für das Unternehmen und letztendlich auch für Peine.
Mittwoch, 14. September 2022
Versuchter Schaf-Diebstahl in Vöhrum
Lammfromm: Schaf Kyrill ist ein echter „Kuschelbär“. Foto: privat
Vöhrum. Bislang unbekannte Täter haben offenbar versucht, ein Schaf aus dem Tier- und Ökogarten in Vöhrum zu stehlen. Eine Mitarbeiterin habe am Montagmorgen gegen 7.45 Uhr festgestellt, dass ein Zaunelement abgeschraubt wurde. Schaf „Kyrill“ trug einen Strick mit Knoten um den Hals, berichtet die Leiterin der Einrichtung, Betina Gube.
Was die Täter letztlich davon abhielt, das Schaf mitzunehmen bleibt ungewiss. Fest steht jedoch, dass die Polizei nun wegen versuchten Diebstahls ermittelt. Zeugen, die in der Nacht von Sonntag auf Montag etwas Auffälliges rund um den Tier- und Ökogarten oder an der Herrenfeldstraße beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Telefon: (0 51 71) 9 99-0. Bei der Fütterung tags zuvor, sei noch alles in Ordnung gewesen, sagt Gube.
Über den offensichtlichen Diebstahlsversuch ist sie regelrecht empört: „Kyrill ist unser liebstes und zahmstes Schaf. Bei unseren Besuchern holt er sich immer seine Streicheleinheiten ab“, sagt Gube. Im Ökogarten werden insgesamt 15 Schafe gehalten.
Versuche, Tiere zu stehlen, habe es schon mehrfach gegeben, so Gube. In der Folge sei ein Schaf an seinen Verletzungen gestorben. „Kyrill“ blieb glücklicherweise unverletzt.
Skate-Night
zum Jubiläum
Vöhrum. Anläßlich des Jubiläums „Vöhrum Tausend Jahre und mehr“ findet am Sonntag, 18. September, statt. Los geht es für Kinder um 18 Uhr, sie fahren eine drei Kilometer lange Strecke. Erwachsene starten um 20 Uhr und fahren 14 Kilometer. Start- und Zielpunkt ist der Parkplatz am Dorfgemeinschaftshaus Vöhrum. Als Fortbewegungsmittel sind Inline-Skates, Rollschuhe oder auch Tretroller zugelassen, heißt es von den Veranstaltern. Bei der Veranstaltung geht es vorrangig um den Spaß-Faktor, ausgefallene Beleuchtungen und Kostüme seien gerne gesehen. An der Spitze der Skater fährt ein Führungsfahrzeug mit Musik. Dort wird es auch einen Getränke- und Würstchenverkauf geben. Für die Erwachsenen fällt eine Startgebühr von 3 Euro an. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Während der Veranstaltung wird es in Vöhrum temporär zu Straßensperrungen kommen.
Dienstag, 13. September 2022
PAZ-Tretbootrennen auf dem Eixer See: Gewinnübergabe
Fuhrmann-Mundstock und das Haus am See haben Preise bereit gestellt
Von Kerstin Wosnitza
Aaron Schulze (v.l.), Julius Gaida, Christian Horneffer, Mika Rasch, Sandra Homann, Thomas Schiffner, Jan Thiemann und Carl Wendt bei der Gewinnübergabe.Foto: Kerstin Wosnitza
Eixe. Sie haben alles gegeben und sich gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt – jetzt haben die Sieger des ersten PAZ-Tretbootrennens auf dem Eixer See ihre Gewinne überreicht bekommen. Und die können sich sehen lassen: Für den ersten Platz gab es einen 1000-Euro-Reisegutschein von Fuhrmann-Mundstock, der zweite Platz wurde mit einem Grillen für zehn Personen am „Eixer Haus am See“ honoriert, und die Drittplatzierten bekamen ein 30-Liter-Fass Bier. Am vergangenen Sonntag haben sich insgesamt 48 Teilnehmer in Zweierteams miteinander gemessen. Am schnellsten absolvierten Carl Wendt und Jan Thiemann als Team „Wasserelfen“ die Runde. Sie bekamen von Thomas Schiffner von der Firma Fuhrmann-Mundstock, die diesen Preis gesponsert hat, ihren Gutschein überreicht. „Wie wäre es denn mit einer Seniorenbusreise?“, scherzte Schiffner mit den beiden jungen Männern. Doch dann wurde gemeinsam ernsthaft überlegt, wie sie ihren Gewinn sinnvoll umsetzen können. Unter anderem war eine Fahrt zu einem Fußballspiel im Gespräch.
Die beiden anderen Preise hat Christian Horneffer vom „Eixer Haus am See“ zur Verfügung gestellt. Den Gutschein fürs Grillen holte Aaron Schulze vom Team „8000 Watt“ ab. Sein Kumpel Victor Lasserre konnte leider bei der Übergabe nicht dabei sein. Über die 30 Liter Bier freuten sich Julius Gaida und Mika Rasch, die als Team „Fetter Schwan“ ins Rennen gegangen waren. Horneffer ließ sich den kleinen Spaß nicht nehmen, den beiden für den Fototermin tatsächlich ein volles Fass in die Hände zu drücken, an dem sie ganz schön zu schleppen hatten.
„Das war eine rundum gelungene Veranstaltung. Wir haben viel positive Resonanz und auch eine ganze Reihe sinnvoller Anregungen fürs nächste Mal bekommen, um das wir immer wieder gebeten wurden“, sagte Sandra Homann von der PAZ am Rande der Preisverleihung.
Montag, 12. September 2022
Peiner Uhlenflug-Vorsitzender:
„Fliegen ist kein Elite-Sport“
Der Verein bietet Rundflüge für Gäste an – Hunderte Besucher beim Flugtag am Wochenende
Von Nina Schacht
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Flugtag in Peine: Der Verein „Uhlenflug“ hatte nach elf Jahren wieder auf sein Gelände eingeladen. Fotos: Ralf Büchler
Telgte/Vöhrum. Schon von Weitem ist das Brummen der Motoren zu hören. Es wird immer lauter. Angekommen auf dem Flugplatz des Vereins Uhlenflug versteht man sein eigenes Wort kaum noch.
Alle drei bis vier Minuten starteten am Flugtag die Piloten. Hunderte Menschen besuchten am Wochenende den Flugtag an der Glindbruchkippe und blickten in den Himmel. Gäste konnten in den Cockpits Platz nehmen und Rundflüge erleben. Doch wie ist das einen eigenen Flugschein zu machen?
Frank Hitzel, Vorsitzender des Peiner Vereins Uhlenflug, ist begeisterter Hobbyflieger. „Beim Fliegen ist man in der dritten Dimension“, sagt er, „und alles was unten ist, bleibt dort“.
In der Luft gelingt es also Abstand zunehmen vom Alltag. Und das kann beim Verein Uhlenflug ab einem Alter von 14 Jahren jeder lernen. Zwei Jahre dauert die Ausbildung für einen Segelflugschein. Rund 100 Starts müssen dafür absolviert werden, dazu der theoretische Teil. Die Kosten: Etwa 850 Euro für Schüler, Erwachsene zahlen etwa das Doppelte. Etwas teurer ist der Flugschein für Motorflugzeuge. Wer noch keinen Segelschein hat, also „Fußgänger“ ist, bezahlt rund 3.300 Euro.
Auf dem Flugplatz rollen die Flieger über das Startfeld und heben ab. Für die Segelflieger spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Hitzel blickt in den Himmel. „Die Wolken sind heute nahezu perfekt, vielleicht ein bisschen zu viele“, sagt er. Strahlend blauen Himmel wollen die Segelflieger nicht. „Die untere, flache Kante der Wolken ist für uns wichtig“, erklärt der Vorsitzende. Dort nutzt der Pilot die Thermik. Und die zu finden, das sei auch ein bisschen Gefühlssache.
Seit vier Jahren ist Hitzel Vorsitzender des Vereins. Etwa zur gleichen Zeit hat er sich ein eigens Flugzeug gekauft. Die Kosten: 30.000 Euro. Nach oben gibt es da kaum eine Grenze. Doch im Verein stehen fünf Segel- und drei Motorflugzeuge in der selbst gebauten Halle und die können von Mitgliedern genutzt werden. Denn das Teuerste am Fliegen ist auf Dauer der Unterhalt für das Flugzeug. Bis zu 300 Euro für einen Stellplatz monatlich, je nach Standort. Dazu Wartungskosten, Versicherung und TÜV. Hitzel nutzt seinen Flieger auch für Geschäftsreisen.
Statt stundenlang auf der A7 im Stau zu stehen steigt der Physiker in sein Flugzeug – je nach Wetter natürlich.
Doch ein eigener Flieger muss es ja nicht gleich sein. Mitfliegen hieß beim Flugtag die Devise und womöglich einen Blick aus der Vogelperspektive auf das eigene Grundstück erhaschen. „Und manchmal hilft es sogar bei Flugangst, in ein kleines Flugzeug bei uns zu steigen“, sagt Hitzel. Und wie? „Die Fluggäste spüren, wie sich Fliegen anfühlt. Sind nah beim Piloten und erleben, dass die Physik einen in der Luft hält.“
Wer aber doch lieber am Boden bleibt, konnte am Samstag historische Modelle bewundern, wie beispielsweise den größten einmotorigen Doppeldecker der Welt „Antonov“. Oder einen der bekanntesten Doppeldecker, die „Boeing-Stearman“, die für dieses Tag aus Celle geflogen kam. Ein paar Meter weiter sind auch elegante Segelflieger zu bewundern, wie der „Duo Discus“, ein zweisitziges Hochleistungssegelflugzeug und im Vereinsbesitz.
Freitag, 9. September 2022
Baby-Basar im Vöhrumer DGH
Auch Spielzeug wird auf dem Basar in Vörhum angeboten. Foto: Archiv
Vöhrum. Das Familienzentrum „Löwenzahn“ in Vöhrum, Hainwaldweg, veranstaltet am Samstag, 24. September, 9.30 bis 12 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus einen Basar für gebrauchte Baby- und Kinderbekleidung für Herbst und Winter. Angeboten werden sollen auch Umstandsmode, Spielzeug und alles, was rollt. Eine Umkleidemöglichkeit gibt es vor Ort.
Donnerstag, 8. September 2022
Maisernte: Bauern haben
Dürre-Ausfälle von bis zu 50 Prozent
Seit der Aussaat Anfang Mai hat es so gut wie nicht geregnet – Ernte hat zwei Wochen früher begonnen als sonst
Von Kerstin Wosnitza
Der Vöhrumer Landwirt Dirk Bartels in einem seiner Maisfelder. Er geht davon aus, dass er wegen der Dürre nur etwa zwei Drittel der üblichen Menge ernten wird. foto: Ralf Büchler
Kreis Peine. Beim Mais sind die Auswirkungen der Trockenheit auch für Laien besonders gut erkennbar: An vielen Stellen sind die sonst bis zu 3,80 Meter hohen Pflanzen an einigen Stellen gerade einmal kniehoch. In Niedersachsen hat die Maisernte in diesem Jahr gute zwei Wochen früher begonnen, berichtet die Pressestelle des Landvolks Niedersachsen. Auch im Peiner Land sind die ersten Felder bereits abgeerntet.
Nach einer regelrechten „Bilderbuchernte“ im vergangenen Jahr sieht es diesmal ganz anders aus: Die anhaltende Trockenheit hat der Feldfrucht stark zugesetzt. „Seit der Aussaat Anfang Mai hat es kaum geregnet. Da, wo Landwirte nicht nachgeholfen haben, haben die Pflanzen kaum Wasser bekommen“, sagt Kreislandwirt Wilfried Henties. Die Situation sei aber je nach Bodenqualität sehr unterschiedlich. Im Südkreis, wo die Böden das Wasser gut halten können, sehe es einigermaßen gut aus. Auf den sandigen Feldern im Nordkreis hingegen, wo die Wasserhaltefähigkeit sehr viel geringer ist, sehe es ganz anders aus. „Dort gibt es Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent“, macht Henties deutlich.
Der im Kreis Peine angebaute Mais dient zu großen Teilen der Energiegewinnung in Biogasanlagen. Die geringere Maisernte könne zum Problem für diese Anlagen werden, wenn denen das „Futter“ ausgeht. Aufgrund der Restriktionen bei der Feldberegnung müssten die Landwirte sich entscheiden, wo die Bewässerung sich am ehesten lohnt, macht Kreislandwirt Henties deutlich. „Da Mais zurzeit die schlechteste Wirtschaftlichkeit hat, stand er oft an letzter Stelle. Einige Landwirte haben diese Flächen ganz aufgegeben“, berichtet er.
Einer der Maisanbauer im Kreis Peine ist der Vöhrumer Landwirt Dirk Bartels. „Wir haben schon am 30. August mit der Ernte begonnen statt wie sonst erst Mitte September. Aber der Mais war zum Teil schon so trocken, dass wir entschieden haben, dass dringend geerntet werden mus“, sagt er.
Zunächst seien die schlechteren Flächen berücksichtigt worden, am kommenden Wochenende seien dann die besseren Felder dran. „Zum Teil wird der Ertrag nur bei etwa 50 Prozent der zu erwartenden Menge liegen, im Durchschnitt rechnen wir mit etwa zwei Dritteln der üblichen Größenordnung“, sagt Bartels.
Der Mais wird gehäckselt und in Silagemieten luftdicht eingelagert. Dann setzt eine Milchsäuregärung ein, die etwa auch zur Herstellung von Sauerkraut eine wichtige Rolle spielt. Das vergorene Produkt wird gleichermaßen an die Kühe und Bullen verfüttert wie zur Speisung der Biogasanlage in Eixe verwendet, an der Bartels beteiligt ist. „Das kommt alles aus demselben Silo“, macht der Landwirt deutlich.
Und wie sieht es bei den Zuckerrüben aus? „Grundsätzlich geht die extreme Trockenheit an keiner Sommerfrucht spurlos vorbei. Auch Zwiebeln, Kartoffeln und eben Zuckerrüben brauchen Wasser, um zu wachsen und zu gedeihen“, betont Kreislandwirt Wilfried Henties. Auch auf den Rübenfeldern sehe es zurzeit nicht rosig aus, aber bis zur Erntezeit im Oktober sei noch viel möglich. Proberodungen in der Nähe der Zuckerfabrik in Clauen hätten ein fast normales Ergebnis gebracht. Aber auch hier gelte: Die Bodenqualität hat einen entscheidenden Einfluss. Allerdings hat die Sonne einen entscheidenden Einfluss auf den Zuckergehalt. Viel Sonne bedeute viel Zucker – und Sonnenstunden gab es in diesem Jahr reichlich.
Starke Rauchentwicklung: Böschungsbrand am Eixer See
Begonnen hat das Feuer vermutlich an der Autobahn 2
Von Thomas Kröger und Michael Lieb
Die Feuerwehr löschte den Brand am Teich mit Schaum und Wasser. foto: Thomas Kröger
Eixe. Großer Einsatz: Am kleinen Teich direkt neben dem Eixer See ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Gegen 18.10 Uhr wurden die Peiner Feuerwehren aus Vöhrum, Eixe, Stederdorf und der Kernstadt alarmiert. Der Brand zog offenbar vom Grünstreifen der Autobahn 2 über ein Stoppelfeld bis hin zur Teich-Böschung.
Zeitweise gab es eine starke Rauchentwicklung in dem Bereich, was auch von der A 2 aus zu beobachten war. Vorsorglich sperrten Polizei und Feuerwehr kurz vor der Ausfahrt Peine – in Fahrtrichtung Berlin – die rechte Autobahn-Fahrbahn. Peines Feuerwehrsprecher Timm Wiesemann sagte: „Das Feuer ist vermutlich direkt an der A 2 aus noch unbekannter Ursache entstanden. Der Grünstreifen ist dort nach der Löschung schwarz. Von dort aus griffen die Flammen vom Wind angetrieben auf ein Stoppelfeld mit trockenem Gras über und erreichten dann die Bäume und Sträucher an der Böschung des Sees.“ Da dort Heu verteilt lag, mussten die etwa 90 Feuerwehrleute, die mit 16 Fahrzeugen vor Ort waren, schnell handeln. Sie löschten mit Schaum und Wasser die Bäume und Sträucher, damit sich die Flammen nicht noch weiter rund um den See ausbreiten konnten. Das war aber nur unter erschwerten Bedingungen möglich, denn die Böschung führt von dort aus steil nach unten bis zum Teich. Durch die Hitze der vergangenen Tage ist der Boden extrem trocken und die Brandgefahr dementsprechend hoch.
Wiesemann erklärte das Vorgehen der Feuerwehren: „Wir setzten vier Tanklöschwagen mit einem Fassungsvermögen von je einmal 4000 und dreimal 2400 Litern ein, die Wasser aus einer Stelle am Herzberg abzapften und hierhin transportierten. Das ging schneller, als einen Schlauch in den See zu verlegen und von dort Wasser zu pumpen.“ So konnten die Kameraden den A 2-Grünstreifen, das Stoppelfeld und auch die Böschung in kurzer Zeit löschen. Auch Rettungskräfte waren im Einsatz, mussten aber nicht handeln. Um 19 Uhr war das Feuer aus, und die Wehren konnten wieder abfahren.
Doch um 20.20 Uhr gab es den nächsten Alarm, denn das Heu zwischen den Bäumen hatte sich erneut entzündet. Die Ortswehr Eixe fuhr noch einmal raus und löschte die Flammen. Dieser zweite Einsatz dauerte bis 22.10 Uhr, danach gab es keine Probleme mehr.
Eixer feiern Schützenfest
Die neuen Eixer Majestäten.Foto: Schützenverein Eixe
Eixe. Drei Tage lang ist in Eixe Schützenfest gefeiert worden – zum ersten Mal nach der coronabedingten Zwangspause. Somit hat die Peiner Ortschaft nach drei Jahren auch wieder neue Schützen-Majestäten.
Gleichzeitig war die Proklamation der Höhepunkt des Fests. Die Königswürde erlangten: Oliver Brandes (Schützenkönig, 10,7 Teiler), Karin Brandt (Damenkönigin, 21,7 Teiler), Jan Haberta (Junggesellenkönig, 7,4 Teiler), Justin Brandt (Schülerkönig, 12,9 Teiler), Antonia Kulhawy (Chickskönigin, 51,8 Teiler) und Kevin Stümpel (Promillekönig). Die Bürgerscheibe erhielt Frank Heller.
Beim Königsfrühstück waren rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. Für einen gelungenen Auftritt sorgten dabei die „Flying Lions Cheerleader“ vom TSV Eintracht Essinghausen. Danach startete der „bunte Umzug“ samt Scheibenannageln bei den Königen mit musikalischer Begleitung des Vöhrumer Spielmannzuges und der „Blue Eagles“ aus Mehrum.
Mittwoch, 7. September 2022
Vöhrum: Feuerwehr muss weiter Glutnester löschen
Es sind immer noch Nachlöscharbeiten nach dem Großfeuer nötig
Von Thomas Kröger
Die Feuerwehrleute müssen weiterhin Glutnester im Hainwald löschen.Foto: Ralf Büchler
Vöhrum. Immer noch keine Entwarnung im Hainwald bei Vöhrum: Auch am Dienstag gibt es nach dem Großbrand am Samstag noch Glutnester, die von den Peiner Feuerwehren gelöscht werden müssen.
Feuerwehr-Sprecher Timm Wiesemann sagt: „Es sind weiterhin Nachlöscharbeiten im Hainwald nötig, da sich der trockene Boden immer wieder durch den Wind entzündet. Unter der dünnen schwarzen Ascheschicht ist das Erdreich auch nach mehreren unserer Löschaktionen mit Millionen Liter Wasser unverändert heiß und trocken. So können sehr schnell Glutnester entstehen.“ Am Dienstag hätten daher erneut Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Vöhrum Brandwache. Auch die Drohnengruppe sei vor Ort, um mit Wärmebildkameras die Gegend aus der Luft zu erkunden und Gefahr zu verhindern.
Vor allem am Montagabend ist es laut Wiesemann noch einmal kritisch gewesen. „Es waren aber glücklicherweise etwa 100 Peiner Feuerwehrleute da, um die mehr als 250 Schläuche von Hand aufzurollen und in die Feuerwehrtechnische Zentrale zu bringen.“ Einen Schlauch mit Verbindung zu den drei Kilometer entfernten Fischteichen habe man jedoch sicherheitshalber liegen lassen. Als dann wieder Flammen im Wald aufschlugen, hätten so einige der Kameraden schnell wieder mit Wasser löschen können. „Das waren noch einmal 100.000 Liter“, so der Sprecher. Die Nachlöscharbeiten hätten bis 1 Uhr in der Nach gedauert, „und die Kernstadtwehr Peine sowie die Ortswehr Rosenthal haben die nächtliche Brandwache übernommen“.
Mehr als 300 Feuerwehrleute waren ab Samstag gegen 17.30 Uhr im Dauereinsatz. An der Bahnlinie in der Nähe des Hainwaldweges in Vöhrum hatte es schon mehrere Böschungsbrände entlang der Bahnstrecke gegeben (wir berichteten). Experten gehen davon aus, dass Funkenflug beim Bremsen eines Zuges das Feuer entlang der Gleise verursacht hat. Die Flammen griffen schnell auch auf den Wald über. Sie wurden am Sonntag gelöscht, doch die Hitze, die Trockenheit und der Wind sorgen immer wieder für kleine dampfende Stellen, die gelöscht werden müssen. Auch am Bahndamm und am Hainwaldsee bei Hämelerwald hatte es gebrannt.
Nach dem Großbrand in Vöhrum wird rund um die Uhr gewaschen
Feuerwehren lassen schmutzige Schutzkleidung, benutzten Atemmasken und verdreckte Wasserschläuche reinigen
Von Thomas Kröger
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In der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Peine werden die schmutzigen Wasserschläuche gesichtet und gereinigt. Fotos: Ralf Büchler (3)
Peine. Ausnahmezustand herrscht nach dem Vöhrumer Großbrand in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) an der Werner-Nordmeyer-Straße in Peine: Immer wieder kommen Mitglieder der Feuerwehren vorbei, die im Einsatz waren und jetzt ihre schmutzige Schutzkleidung, die benutzten Wasserschläuche und Atemschutzmasken vorbeibringen. Es wird rund um die Uhr gewaschen.
Alle Hände zu tun haben Peines Kreisschirrmeister Frank Meinert und Sachbearbeiterin Michaela Kunter. Sie nehmen mit zehn Mitarbeitern die schmutzigen Gerätschaften sowie Kleidungsstücke entgegen und säubern sie so schnell wie möglich. Dabei werden drei Reinigungs-Bereiche unterteilt: Schutzkleidung, Schutzmasken und Schläuche. Das ist ein großer logistischer Aufwand. Meinert erklärt, dass es nach dem Großbrand in Stederdorf im Juli jetzt wieder nach dem Vöhrumer Einsatz eine Ausnahmesituation in der FTZ gibt, „weil Schläuche in einer Gesamtlänge von acht Kilometern und Kleidung sowie Masken von 300 Feuerwehrleuten gereinigt werden müssen. Das ist ein Kraftakt“. Insgesamt gibt es etwa 3.000 aktive Kameraden im Landkreis.
Michaela Kunter erklärt am Dienstag zuerst die Säuberung der Schutzkleidung im Waschraum der FTZ, als Sebastian Heuer und Torben Henseler von der Feuerwehr Edemissen hereinkommen und schmutzige Kleidung vom Vöhrumer Einsatz – verpackt in blauen Plastiksäcken – vorbeibringen. Die Edemisser haben am Samstagabend mit acht Leuten die Flammen im Vöhrumer Hainwald mit bekämpft. Kunter sagt: „Es waren schon viele am Einsatz beteiligte Wehren hier, um die Kleidung und Masken abzugeben, aber es kommen sicherlich noch einige zum Säubern vorbei.“
Im Waschraum stehen eine große silberne Spezial-Waschmaschine und zwei Trockner, die rund um die Uhr laufen. „In die Waschmaschine passen jeweils 20 Kilo Kleidung, das sind drei Garnituren bestehend aus Jacke und Hose. Zugegeben werden per Schlauch drei Waschmittel, die gleichzeitig die Kleidung säubern, desinfizieren und imprägnieren. „Dabei wird erst kalt gewaschen, damit mögliche Blutflecken weggehen und dann bei 60 Grad weitergewaschen“, so die Expertin. Das dauert etwa zwei Stunden, bis die beiden Trockner anfangs bei 80 Grad auch zwei Stunden lang die Schutzkleidung trocknen. Normalerweise können dann die sauberen Jacken und Hosen, die mit Namen beschriftet sind, wieder nach etwa zwei Tagen von den 73 Stadt- und Ortswehren sowie der Werkfeuerwehr Peiner Träger abgeholt werden.
Für die Reinigung der Atemschutzmasken in der FTZ ist Jörg Munzel zuständig. Der Gerätewart steht gerade vor dem Trockenschrank, den er wegen seines Aussehens liebevoll „Backofen“ nennt und desinfiziert nach dem Großeinsatz etwa 100 Filtermasken, die in Vöhrum bei der Brandbekämpfung zum Einsatz kamen. Zuerst werden die aufgeschraubten Filter entsorgt, dann wandern die Gummimasken in die Spezial-Spülmaschine, die bei 60 Grad wäscht und desinfiziert. Danach geht es in den „Backofen“, in dem sie vier Stunden lang bei 50 Grad getrocknet werden. Munzel sagt: „Nach der Säuberung überprüfe ich die 239 Euro teuren Masken auf ihre Dichtheit und Druckfähigkeit. Dann schweiße ich die Masken einzeln in Plastikfolie ein und lege ein schriftliches Protokoll mit den genauen Werten dazu. Die Wehren können daraufhin die Filtermasken wieder abholen und benutzen.“
Im größten Bereich des Gebäudes und im sogenannten Schlauchturm werden die schmutzigen Schläuche gereinigt, getrocknet und wieder aufgerollt. Nachdem die Feuerwehren am Montagabend die verlegten Schläuche in Vöhrum wieder mühsam per Hand eingesammelt und aufgerollt haben, stehen jetzt elf prall gefüllte Gitterboxen mit dreckigen Schläuchen in der FTZ. Kreisschirrmeister Frank Meinert erklärt: „Es wurden in Vöhrum Schläuche mit einer Gesamtlänge von acht Kilometern verlegt. Das sind sogenannte C-Schläuche mit einem Durchmesser von 42 Millimetern und 15 Meter Länge sowie B-Schläuche, die 75 Millimeter Durchmesser und 20 Meter Länge haben.“
Was passiert mit den verschmutzten und oft asbestverseuchten Schläuchen? Mitarbeiter René Westphal steht an der 20 Meter langen Schlauchbahn und sagt: „Zuerst werden jeweils zwei Schläuche automatisch im Vorwaschbecken eingeweicht, mit einem Hochdruckreiniger gereinigt und ausgerollt. Dabei schauen wir, ob der Prüfdruck stabil oder der Schlauch defekt ist. Bei einem Defekt muss er entweder geflickt oder entsorgt werden.“ Die heilen und gereinigten Schläuche kommen daraufhin zum Trocknen in den 35 Meter hohen Schlauchturm aus Beton, der bei der FTZ schon von Weitem zu erkennen ist. „Die 20 Meter langen Wasserschläuche ziehen wir mit einer Kranvorrichtung nach oben, damit sie so in zwei Tagen trocknen können.“ Bis zu 501 Schläuche können dort in luftiger Höhe aufgehängt werden – eine Heizung benötigt man nicht.
Nach dem Trocknen kommen die Schläuche wieder auf die Schlauchbahn und werden automatisch aufgerollt. Danasch geht es für die Schläuche wieder ab ins Regal, wo sie abholbereit sind – für den nächsten Rettungseinsatz, bei dem es um Leben und Tod gehen kann.
Flugtag & Oldtimershow auf Flugplatz Glindbruchkippe
Verein Uhlenflug Peine bietet am Wochenende Rundflüge für die Gäste an
Der Peiner Verein Uhlenflug veranstaltet einen Flugtag.Foto: privat
Vöhrum. Ab in die Luft: Der Verein Uhlenflug Peine veranstaltet am Wochenende, 10. bis 11. September, nach langer Pause wieder einen Flugtag auf der Glindbruchkippe zwischen Vöhrum und Rosenthal. Mit dabei ist erstmals der Verein für historische Fahrzeuge Peine, der auf der Wiese neben dem Flugplatz seine Liebhaberstücke ausstellt.
Vereinssprecherin Cornelia Gonet sagt: „Rolf und Theo Hankers sind erfahrene und erfolgreiche Kunstflugpiloten aus Braunschweig. Sie begeistern an diesem Wochenende in ihren selbstgebauten Motorflugzeugen mit ihren Kunstflugprogrammen. Und mit dem Vereinssegelflugzeug zeigen die Peiner Luftsportler, dass Kunstflug auch mit Segelflugzeugen möglich ist.“
Daneben wird der größte einmotorige Doppeldecker der Welt, die Antonov AN2, an beiden Tagen mit ihrem unverkennbaren Sound Rundflüge anbieten. Freunde des Sternmotors können sich aber auch über eine Boeing Stearman freuen, in der ebenfalls Rundflüge möglich sind. „Wer es dagegen lieber kleiner oder persönlicher mag, für den gibt es Tickets für einen Mitflug im vereinseigenen Motorsegler oder im Ultraleichtflugzeug. Erstmals im Rundflugangebot auf der Glindbruchkippe ist auch ein Hubschrauber vom Typ R44 sowie eine Cessna 182“, so Gonet.
Rundflugtickets könnten von den Gästen direkt am Veranstaltungstag erworben werden, eine Voranmeldung sei nicht notwendig. Selbstverständlich müsse auf dem Flugplatz auch nicht gehungert werden. Die Cafeteria biete Kaffee und selbst gebackenen Kuchen, und an der Grillbude gebe es Würstchen sowie Pommes.
■ Veranstaltungszeiten: Geöffnet ist am Samstag, 10. September, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag, 11. September, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt zum Flugtag und der Oldtimerausstellung ist laut der Sprecherin frei. Weitere Infos gibt es unter www.flugtag-peine.de im Internet.
Dienstag, 6. September 2022
Vöhrum: Feuer hat sich erneut entzündet, Züge wurden umgeleitet
Der Bereich hatte bereits am Samstag in Flammen gestanden – Die Feuerwehr musste erneut eingreifen
Von Thomas Kröger
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Verbrannte Erde und verdreckte Schläuche: Vöhrumer Feuerwehrleute bei einer Besprechung und Aufräumarbeiten im Hainwald.Fotos: Ralf Büchler
Vöhrum. Schon wieder Alarm am Montag um 14.18 Uhr: Nach dem verheerenden Brand im Hainwald bei Vöhrum mussten die Feuerwehren Vöhrum, Kernstadt und Stederdorf erneut mit vier Tanklöschwagen löschen, da sich Glutnester entzündet haben und es einen Böschungsbrand an der Zugstrecke gegeben hat. Parallel dazu stellte die Westfalenbahn vorübergehend den Zugverkehr auf der Strecke Hannover-Braunschweig ein und leitete die Züge über Hildesheim um. Auch Ersatzbusse wurden ab Hannover angeboten. Es kam zu zeitlichen Verzögerungen, aber die Flammen konnten bis 15.14 Uhr schnell erstickt werden.
Mehr als 300 Feuerwehrleute waren seit Samstagabend gegen 17.30 Uhr im Dauereinsatz. An der Bahnlinie in der Nähe des Hainwaldweges in Vöhrum hatte es schon mehrere Böschungsbrände entlang der Bahnstrecke gegeben (wir berichteten). Experten gehen davon aus, dass Funkenflug beim Bremsen eines Zuges das Feuer entlang der Gleise verursacht hat. Die Flammen griffen auch auf den Wald über. Sie wurden am Sonntag gelöscht, doch die Hitze, die Trockenheit und der Wind sorgten immer wieder für kleine dampfende Stellen, die gelöscht werden mussten. Auch am Bahndamm und am Hainwaldsee bei Hämelerwald hatte es gebrannt.
Vöhrums Ortsbrandmeister Andreas Schneider sagt: „Das war ein außergewöhnlich schwieriger Einsatz, der uns immer noch fordert. Das Feuer ist von den Gleisen aus mit starkem Ostwind in den Wald gezogen, und es war eine Herausforderung für uns, genügend Löschwasser heranzubringen. Denn es gibt dort keine Brunnen in der Nähe. „Es hat auf einer Fläche von drei Hektar gebrannt, und wir haben zuerst versucht, mit pendelnden Löschfahrzeugen mit jeweils 6.000 oder 2.600 Liter Wasser zu löschen.“ Gesammelt hat man das Wasser vor Ort in drei großen Löschbehältern mit einem Fassungsvermögen von je 5.000 Litern. Dankenswerterweise habe auch ein Landwirt geholfen, der mit seinen Güllewagen je 18.000 Liter Wasser zur Einsatzstelle transportierte.
Doch schnell sei klar geworden, dass das Wasser nicht ausreicht und und man habe Wasserschläuche mit einer Gesamtlänge von etwa neun Kilometern verlegt, um Wasser aus den drei Kilometer entfernten Fischteichen der Vöhrumer Tonkuhle herüber pumpen zu können. „Im teils dicht bewachsenen Wald mussten zusätzlich Schneisen und Zuwegungen mittels Motorsäge frei geschnitten werden“, so Schneider, der mit 30 Wehrleuten im Einsatz war. Insgesamt habe man mehrere Millionen Liter Wasser benötigt, um der Flammen Herr zu werden.
Feuerwehrmann Sven Bremer erklärt: „Wir sind mit Filtermasken in den Wald gegangen, um die Flammen zu löschen. Nur so kann man wirkungsvoll die Atemwege schützen. Doch es ist schon heftig, wenn man gegen eine über 400 Grad heiße Feuerwalze ankämpft. Da muss man routiniert sein und darf nicht die Nerven verlieren.“
Am Sonntag habe man das Feuer im Griff gehabt, doch am Montag war wieder sehr trockenes Wetter mit viel Wind, das die Glutnester erneut entfacht hat. Daher musste wieder gelöscht werden. Und nach dem Löschen ist noch lange nicht Schluss: „Etwa 100 Feuerwehrleute werden dann die mehr als 250 Schläuche aufrollen – von Hand“, sagt Peines Feuerwehr-Sprecher Timm Wiesemann. Denn damit sie für den nächsten Einsatz verwendet werden können, müssen sie am Dienstag im Schlauchturm der Feuerwehrtechnischen Zentrale an der Werner-Nordmeyer-Straße gereinigt und getrocknet werden.
Übrigens: Einen Waldbrand zu löschen, war erst kürzlich eine Übung für den Fachzug Personalreserve des Landkreises Peine am Hämelerwald bei Dolgen (Region Hannover). In der vergangenen Woche standen gut 30 Einsatzkräfte der Freiwillige Feuerwehren aus der Gemeinde Hohenhameln vor der Aufgabe, einen fiktiven Vegetationsbrand mit Gefahr eines Waldbrandes auf dem Modellflugplatz direkt am Hämelerwald schnell und effektiv mit ausreichend Wasser zu bekämpfen. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Wasserversorgung aus der Burgdorfer Aue dar. Vorgabe war, eine offene Schaltreihe aufzubauen (die Pumpen speisen sich nicht gegenseitig, sondern jeweils einen Vorratsbehälter, von diesen Behältern saugt jede Pumpe für sich an). Dazu musste das Löschwasser mit Hilfe von Tauchpumpen in einen selbst gebauten Vorratsbehälter umgefüllt und dann zirka 900 Meter über eine lange Wegstrecke gefördert werden. Mit drei Rohren wurde das Feuer unter Kontrolle gebracht und nach 90 Minuten erfolgreich gelöscht.
Peiner DLRG feiert 100-jähriges Bestehen und hilft Feuerwehrleuten im Einsatz
Spektakuläre Rettungseinsätze mit Boot und Rettungsbrett – Besondere Spende für Helfer in Vöhrum
Mit zahlreichen Gästen feierte die Peiner Ortsgruppe der DLRG ihr 100-jähriges Bestehen.Foto: privat
Eixe. Mit einem Jahr Verspätung hat der Peiner Ortsverein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, kurz DLRG, am Samstag am Eixer See seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die Corona-Einschränkungen hatten dem Jubiläumsfest vorher einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Mehr als 100 Mitglieder der Ortsgruppe sowie zahlreiche geladene Gäste konnte der stellvertretende Vorsitzende Carsten Lutz zu Beginn der Jubiläumsfeier rund um die Wachstation am Eixer See begrüßen. Lutz, selbst 33 Jahre Mitglied im Verein, richtete den Blick auf den Nachwuchs: „Wir haben auch eine starke Jugend, die teilweise aus den eigenen Reihen bedient wird, denn die DLRG ist ein großer, familienfreundlicher Verein, wo jeder seinen Platz finden kann.“ Das Vereinsheim am Eixer See hob Lutz als einen wichtigen Standort für Wachdienst, Ausbildung und auch Treffpunkt für die Mitglieder hervor, denn hier kämen Jung und Alt zusammen.
Landrat Hennig Heiß lobte die große Verantwortung der Rettungsschwimmerinnen und -Schwimmer, um das Ausflugsgebiet Eixer See ehrenamtlich sicher zu gestalten. Die hohe Mitgliederzahl zeige die Attraktivität des Vereins und die gute Kameradschaft sorge dafür, dass es keine Nachwuchsschwierigkeiten gebe. Klaus Pölka vom Kreissportbund freute sich über das gute Verhältnis zur DLRG und hob die verschiedenen Möglichkeiten des Schwimmsports hervor, die die Ortsgruppe zu bieten habe und sie damit von den knapp anderen 150 Vereinen in Peine unterscheide.
Im Anschluss an die Redebeiträge hatten die Gäste Gelegenheit, sich einige spektakuläre Rettungseinsätze mit Boot und Rettungsbrett auf dem Wasser anzuschauen. An verschiedenen Ständen konnten sich Besucher über die vielfältige ehrenamtliche Arbeit der Lebensretter informieren.
„Die DLRG-Jugend demonstrierte die Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Puppe, legte Verbände an und hatte ein Gift-Quiz vorbereitet. Die Taucher informierten über ihr Einsatzmaterial, außerdem konnte das Rettungsboot „Knax“ besichtigt werden, die Ortsgruppe Sarstedt zeigte ihre Drohne mit Wärmebildkamera im Einsatz und Kinder konnten sich mit Glitzer-Tattoos verschönern lassen“, beschreibt DLRG-Sprecherin Ulrike Hofmann die zahlreichen Aktivitäten des Nachmittags. Am Abend schloss sich dann noch eine interne Feier der Mitglieder an.
Die „Reste vom Feste“, nämlich Schweinebraten mit Kartoffel-Gratin, wurden am Sonntagmorgen an die Feuerwehrleute gespendet, die von Samstagmittag an beim Waldbrand in Vöhrum unermüdlich im Einsatz waren.
Montag, 5. September 2022
Waldbrand: Über 300 Feuerwehrleute bekämpfen Flammen in Vöhrum
Feuerwehren waren auch am Sonntag noch im Einsatz – Bahnlinie musste gesperrt werden
Von Jan Tiemann
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Die Rauchwolken waren schon von Weitem zu sehen.Fotos: Jan Tiemann
Peine. Die Rauchwolken waren am Samstag weithin sichtbar: Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften bekämpften Freiwillige Feuerwehren aus Peine und Lehrte mehrere Brandherde in Vöhrum und Hämelerwald, die Flammen griffen auch auf den dortigen Wald über. In Spitzenzeiten kämpften bis zu 150 Kräfte zeitgleich gegen das Feuer, insgesamt waren über 300 Feuerwehrleute beteiligt.
Auf Peiner Seite war der Brand gegen 22 Uhr weitgehend unter Kontrolle, der Einsatz dauerte aber die ganze Nacht über. Auch den ganzen Sonntag waren Feuerwehrleute noch bis in die Abendstunden mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.
Der Feuerwehr sei zunächst gegen 17 Uhr ein Böschungsbrand an den Bahngleisen in der Nähe des Hainwaldweges gemeldet worden, berichtete Peines Feuerwehr-Sprecher Timm Wiesemann. Es habe mehrere Brandherde gegeben. „Durch den Wind zog das Feuer vom Ort Weg in den dortigen Wald. Menschen und Häuser waren nicht in Gefahr.“ Die Flammen blieben am Boden und konnten dadurch leichter bekämpft werden. Glücklicherweise sind sie nicht in die Baumkronen gezogen, sonst wäre es noch gefährlicher geworden, weil dort die Brandlast größer ist. Wiesemann schätzt das eine Waldfläche von etwa 350 Meter Länge und 250 Meter Breite betroffen ist.
Parallel breitete sich ein Feuer von Hämelerwald aus. Auch dort gab es mehrere Böschungsbrände. Am Abend gegen 20 Uhr waren die Einsatzkräfte noch mit einem Feuer im Bereich des Waldsees in Hämelerwald beschäftigt – vor allem damit, ein Übergreifen des Feuers auf einen angrenzenden Waldgürtel zu verhindern. Außerdem befindet sich dort ein Campingplatz. Dieser sei von der Polizei wegen der starken Rauchentwicklung evakuiert worden. Auch Polizeihubschrauber waren in der Luft, damit man sich ein Bild von oben verschaffen konnte.
Auch wenn auf Peiner Seite das Feuer nach Angaben von Wiesemann in der Nacht weitgehend unter Kontrolle war, mussten im Wald noch Brandnester gelöscht werden. Im Einsatz waren zahlreiche Freiwillige Feuerwehren aus Stadt und Kreis Peine, unter den Kräften waren viele Atemschutzgeräteträger. Es seien immer wieder weiter Feuerwehrkräfte herangezogen worden, um die erschöpften Kameradinnen und Kameraden abzulösen. Schwierig sei die Versorgung mit Löschwasser gewesen, berichtet Wiesemann. Im Einsatz seien zahlreiche Tanklöschfahrzeuge gewesen und auch Landwirte hätten die Freiwilligen unterstützt. „Von der etwa drei Kilometer entfernten Tonkuhle in Vöhrum haben wir zwei Schlauchleitungen gelegt“, schilderte Wiesemann.
In der Dunkelheit sorgte die Feuerwehr mit eigenen Leuchten für Licht. Allerdings sei auch die Fachgruppe Beleuchtung des Technischen Hilfswerks (THW) hinzugezogen worden, berichtete Wiesemann. Die Kreisbereitschaft des DRK Peine kümmerte um die Verpflegung.
Die Nachlöscharbeiten zogen sich am Sonntag in die Länge, weil es Bereiche mit Torfboden gegeben habe. „Dort hat sich das Feuer bis in 30 Zentimeter Tiefe ausgebreitet“, sagte Wiesemann. Gegen 17 Uhr waren noch 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Ortswehr stellte in der Nacht zu Montag die Brandwache und kontrollierte stündlich, ob Glutnester wieder aufflammten.
Auch diesen Montag werde es noch einen größeren Einsatz geben. Es seien kilometerweise Schläuche zur Brandbekämpfung verlegt worden und die müssten wieder eingesammelt werden. „Allein für einen Kilometer braucht man 50 Schläuche, die per Hand ausgerollt werden müssen.“ Unterstützung bekommen die Vöhrumer dabei von der Stadtfeuerwehr.
Der Waldbrand erstreckte sich auf Lehrter Seite auf insgesamt rund 20 Hektar. Die Zugänge zum Feuer und die Wasserversorgung stellten die Einsatzkräfte aufgrund der geografischen Lage auch dort vor eine Herausforderung: Das Feuer lief von den Gleisen aus in den Wald hinein, sodass der Löschangriff über die gesperrten Bahngleise erfolgen musste. Im teils dicht bewachsenen Wald mussten zusätzlich Schneisen und Zuwegungen mittels Motorsäge frei geschnitten werden“, berichtete der Lehrter Feuerwehrsprecher Benjamin Rüger. Für die Brandbekämpfung sei dann das Wasser zum Beispiel aus dem Hämelerwalder Waldsee über eine lange Wegstrecke in den Wald gefördert worden. Parallel wurden aber auch mobile Wasserentnahmestellen gebildet und ein Pendelverkehr durch wasserfördernde Löschfahrzeuge eingerichtet. Ein Landwirt bot sich an unterstützte mit Wasser über seine Beregnungsanlage und einem Tankwagen.
Der Einsatz zog sich auch bei Hämelerwald durch die gesamte Nacht. Am Sonntagmorgen seien die Einsatzkräfte weiterhin mit der Brandbekämpfung beschäftigt gewesen, da sich im trockenen Boden noch eine massive Hitze befand, die immer wieder zum Aufflammen führte. Insgesamt waren nach Angaben von Rüger rund 450 Feuerwehrkräfte in Spitzenzeiten im Einsatz.
Die Bahnstrecke zwischen Hämelerwald und Peine musste gesperrt werden. Ab kurz vor 5 Uhr am Sonntagmorgen konnten die Züge im Fernverkehr die Strecke wieder mit reduzierter Geschwindigkeit befahren, erklärte ein Bahnsprecher. Und ab 8.20 Uhr lief der Verkehr ohne Einschränkungen. Während der Sperrung wurden die Züge im Fernverkehr über Hildesheim umgeleitet.
Die Westfalenbahn hatte nach Angaben von Sprecher Dr. Stefan Dietrich ab etwa 19.30 Uhr einen Busersatzverkehr zwischen Lehrte und Peine eingerichtet.
PAZ-Tretbootrennen auf dem
Eixer See: In die Schwäne, fertig, los!
Viele Besucher verfolgten bei bestem Wetter die Sponsoren- und Jedermann-Rennen
Von Nicole Laskowski
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Alle sind Sieger: Die Teilnehmer des Sponsoren-Trebootrennens.Fotos: Ralf Büchler
Eixe. Viel Betrieb herrschte Sonntagfrüh am Strand des Eixer Sees zum Start des ersten Tretbootrennens, das die Peiner Allgemeine Zeitung organisiert hatte. Vormittags traten die Sponsoren in die Pedale der Boote in Schwanenform. Ziel war es, einmal die Badeinsel zu umrunden. Zwei Boote fuhren jeweils gegeneinander, wobei es ab und an zu leichten Kollisionen kam.
Als erstes traten das Team der PAZ, bestehend aus Geschäftsführer Gordon Firl und Anzeigenleiter Carsten Winkler, und das Team der Firma Fuhrmann-Mundstock an. PAZ-Mediaberaterin Sandra Homann gab den Startschuss und moderierte.
Es folgte das Boot Physiofit gegen das Team Pawils – Muskel- gegen Maschinenkraft im übertragenen Sinne. „Es war ausgesprochen anstrengend, eine ganz andere Belastung als normales Training. Wir haben nicht gesondert trainiert, sondern hatten einfach Lust dabei zu sein“, erklärte Physiofit-Chef Rouven Böse nach dem Rennen. Er war sofort dabei, als nach Sponsoren für die Tretboote gesucht wurde. Die Idee dahinter war, das Naherholungsgebiet Eixer See aufzuwerten und, seinem Unternehmen entsprechend, für Bewegung zu sorgen.
Es folgten die Teams Loke&Gödecke gegen die Sparkasse, die Glückauf-Apotheke gegen die Kreismusikschule und Cello gegen Plameco/Brunke. Alle gaben ihr Bestes und wurden kräftig vom Publikum angefeuert. Manche Fahrer verausgabten sich so sehr, dass sie nur noch durchs Ziel krabbeln konnten.
„Wir haben uns strategisch vorbereitet und unseren Betriebsausflug hier gemacht. Heute starten wir gegen das Haus am See und sind schon sehr gespannt. Gerne wollten wir mit dem Sponsoring eines Tretbootes etwas für die Region tun und für Freizeitspaß sorgen“, bekräftigt John-Oliver Hartmann von der Kanzlei Dr. Paul & Hartmann. Gemeinsam mit seinem Kollegen Marko Haisch trat er in die Pedale. Für einen Platz auf dem Treppchen reichte es aber leider nicht. Mit dem markanten pinkfarbenen Schwan starteten als letztes Andreas Bahr und Sabrina Cramme vom Immobilienbüro Bahr. „Pink ist auch unsere Logofarbe, also musste ein Schwan in dieser Farbe her. Als Peiner bin ich mit dem Eixer See fest verbunden und es war klar, dass ich ein Boot sponsere und auch heute mitfahre“, meinte Bahr. Als zweites Boot ging außer Konkurrenz nochmals ein Team der Firma Pawils aufs Wasser.
Schon um 11 Uhr, rund eine Stunde nach dem Start, konnte Carsten Winkler die Sieger verkünden. Den dritten Platz belegte das Team der Kreismusikschule in 5 Minuten und 4 Sekunden. „Wir freuen uns sehr. Es hat total Spaß gemacht, dabei zu sein. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr“, sagten Sean McDonald und Milan Scheibel. Auf dem zweiten Platz landete mit einer Zeit von 4 Minuten und 53 Sekunden der pinkfarbene Schwan mit dem Team Bahr/Cramme. Genau zwei Sekunden schneller war das Team des Hausherrn. „Wir haben aber nicht trainiert. Ich habe überhaupt erst heute früh beim Dienstantritt erfahren, dass ich mitfahren soll“, erklärt Jason Koska, der zusammen mit Kollegin Nica Blankenberg den riesigen Pokal errang.
Nachmittags ging es dann weiter mit dem „Jedermann-Rennen“, zu dem sich 48 Teams angemeldet hatten. Das Team Fetter Schwan strampelte mit 4 Minuten und 44 Sekunden auf Platz drei. Julius Gaidar und Mika Rasch gewannen 30 Liter Bier. Platz Zwei sicherte sich mit einer Sekunde mehr das Team 8000 Watt. Victor Lasserre und Aaron Schulze können sich über einen Grillabend für zehn Personen im Eixer Haus am See freuen. Sieger waren Carl Wendt und Jan Tiemann mit einer Zeit von 4 Minuten und 38 Sekunden. Sie bekamen als Team Wasserelfen einen 1000-Euro-Gutschein der Firma Fuhrmann-Mundstock. Stilecht gefeiert wurde mit einer Sektdusche.
Von der Dampfmaschine
bis zum Hightech-Schlepper
Ausstellung „Landmaschinen früher – heute“ lockt viele Besucher in die Vöhrumer Feldmark
Von Eckhard Bruns
Zahlreiche Gesprächsrunden gab es bei den ausgestellten Maschinen.Foto: Eckhard Bruns
Vöhrum. Strahlend blauer Himmel, herrlicher Sonnenschein mit angenehmen Temperaturen und ein wenig Wind boten am Samstag ideale Rahmenbedingungen für eine Landmaschinen-Präsentation unter dem Motto „Landmaschinen früher – heute“ in der Vöhrumer Feldmark. Die interessante Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe zum Dorfjubiläum „Vöhrum – tausend Jahre und mehr“ statt. Björn Borchfeldt und Dr. Hans-Otto Bode hatten zusammen mit den Landwirten aus Vöhrum und der weiteren Umgebung sowie weiteren vielen Helfern die Planung und Organisation übernommen. Borchfeldt stellte seine Scheune am Hainwaldweg sowie das umliegende Gelände für die Ausstellung zur Verfügung. Gezeigt, anschaulich erklärt und teilweise vorgeführt wurden mehr als 20 unterschiedliche, historische Traktoren und weitere landwirtschaftliche Geräte mit dem technischen Stand von 1930 bis 1960 im Vergleich mit der neuesten Schlepper- und Landmaschinentechnik.
Viele Kinder nutzten die Möglichkeit, die ausgestellten Maschinen intensiv zu erkunden. Fachleute erklärten den Gästen die Arbeitsweise und Technik der ausgestellten Traktoren und Maschinen. Auf mehreren Informationstafeln gab es zusätzliche Hinweise und Zahlen zur Entwicklung in der Landwirtschaft. Den Besuchern konnte somit die fortschrittliche Hightech-Entwicklung in der Landwirtschaft anschaulich nahegebracht werden. „Unsere Veranstaltung wurde von der Fritz-Behrens-Stiftung gefördert“, erklärte Bode.
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung waren die Vorführungen mit einer historischen Dreschmaschine, die von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Sie wurde vom Verein „Freunde historischer Fahrzeuge in Immensen“ zur Verfügung gestellt. Um die praktische Präsentation durchführen zu können, wurde bereits im Juli mit einem historischen Mähbinder speziell angebautes Getreide gemäht und gebunden. Neben dem Mähbinder war ein moderner, klimatisierter Hightech-Mähdrescher ausgestellt. Der neue Mähdrescher kann in einer Stunde bis zu 30 Tonnen Getreide ernten. Mit der herkömmlichen Variante erreichten die Landwirte nur rund 300 Kilogramm in einer Stunde. Dieser Vergleich zeigt die positive Entwicklung der Produktivität durch technische Weiterentwicklungen. Während bis 1950 in Vöhrum noch über 60 Landwirte für die Versorgung der Bevölkerung sorgten, sind es derzeit nur noch vier landwirtschaftliche Betriebe im Ort.
Borchfeldt und Bode freuten sich über den großen Zuspruch und die angenehmen Gesprächsrunden der gelungenen Veranstaltung. Konnten doch Maschinen aus der Nähe betrachtet werden, die sonst nur auf den Straßen und Feldern zu sehen sind.
Samstag, 3. September 2022
Warmwasserboiler gerät in Flammen
Feuerwehreinsatz in Telgte – 30 Kräfte vor Ort – Austretendes Boiler-Wasser löschte den Brand schnell
Von Dennis Nobbe
EIn Boiler war in Brand geraten: Der Feuerwehreinsatz fand an der Vöhrumer Straße in Telgte statt.Foto: Ralf Büchler
Telgte. Alarm um 10.40 Uhr am Freitag: Gebrannt hat es in der Küche eines Wohnhauses an der Vöhrumer Straße in Telgte. Aus unbekannter Ursache hat ein Warmwasserboiler Feuer gefangen. Die Feuerwehr rückte zum Einsatz aus.
30 Kräfte der Wehren aus Vöhrum, der Peiner Kernstadt, Eixe und Röhrse waren vor Ort, darüber hinaus Polizei, Rettungswagen und Notarzt. Allerdings war der Einsatz schon nach weniger als einer Stunde wieder vorbei: Da der Warmwasserboiler durch das Feuer beschädigt wurde, trat Wasser aus – und das habe den Brand schon vor dem Eintreffen der Wehren mehr oder weniger vollständig gelöscht, schildert Peines Feuerwehr-Sprecher Timm Wiesemann. „Diese glückliche Fügung hat dafür gesorgt, dass es nicht so schlimm geworden ist.“ Ein Feuerwehr-Trupp ging unter Atemschutz in das Gebäude, um Nachlöscharbeiten vorzunehmen. Die Bewohner hatten das Haus rechtzeitig verlassen, verletzt wurde niemand. Die Vöhrumer Straße wurde während des Einsatzes vorübergehend gesperrt.
Freitag, 2. September 2022
101 Jahre DLRG in Peine:
Eine Zeitreise mit den Lebensrettern
Die Aufgabenfelder der Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft sind gewachsen – Am Samstag findet die Jubiläumsfeier statt
Von Janine Barresi
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Der Eixer See im Sommer 1995: Ein Boot der DLRG ist auf dem Wasser unterwegs. Der Ortsverein Peine blickt nun auf 101 Jahre zurück. fotos: Archiv DLRG Peine
Peine. Sie retten Leben, bilden Rettungsschwimmer aus und fördern den Schwimmunterricht: Die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat wichtige Aufgaben. Die Peiner Ortsgruppe feiert am Samstag, 3. September, ihr 101-jähriges Bestehen. Wegen Corona musste die Veranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum ausfallen. Wie hat alles angefangen?
Es begann mit einer Zeitungsanzeige in der Peiner Tagespost, in der am 8. Mai 1921, die „Freien Schwimmer Peine“ zu ihrer Gründungsfeier einluden. Die Gründungsmitglieder waren Heinrich und Willi Boes, Otto Bormann, August Bosse und Ferdinand Betty. Später entstand aus den „Freien Schwimmern Peine“ die DLRG Ortsgruppe Peine. Im Laufe der Jahre nahmen Ertrinkungsfälle rapide zu, und so veranstaltete 1931 die Ortsgruppe Peine erstmalig Rettungsschwimmlehrgänge.
Mit der Aufsicht der Kanalbäder durch die DLRG entstand der erste Wachdienst. Bis 1939 gingen Ertrinkungsfälle – dank der neuen Aufsicht der DLRG – zurück. Während des Zweiten Weltkrieges war die Ortsgruppe Peine nicht im Einsatz. Als dann im Jahr 1948 Herbert Lubenau, Spitzname „Fips“, den Vorsitz übernahm, wurde die Schwimmausbildung verstärkt. Aufgrund dessen, wurde am 4. April 1974 das erste Motorrettungsboot der Ortsgruppe auf den Namen „Fips“ getauft.
Anfang der 1970er-Jahre zog es die Mitglieder an den Eixer See, wo sie dann 1976 ein eigenes Vereinsheim erhielten, das als Ausbildungsstätte, Materiallager und Treffpunkt der aktiven Mitglieder diente. Auch gab es ein neues 35-PS Motorrettungsboot, das auf den Namen „Pick up“ getauft wurde. Der Wachdienst und die Schwimmausbildung wurden immer professioneller, auch eine Jugendarbeit wurde gegründet.
Mit den Jahren wurde immer weiteres Material angeschafft oder schon vorhandenes durch neues ersetzt. Ganz besonders stolz ist die DLRG-Ortsgruppe auf ihr erstes Fahrzeug mit Anhänger, mit dem sie auch im Katastrophenschutz beschäftigt sind.
„So ist aus der anfänglichen Idee, Menschen in Not und am Wasser zu helfen ein riesiges Betätigungsfeld für unsere Ortsgruppe geworden. Egal ob Tauchen, Boot fahren, Sanitätswesen, Rettungswachdienst oder einfach nur Kameradschaft, all das macht unsere Ortsgruppe so vielfältig“, heißt es von Sebastian Topper in der Chronik des DLRG.
Aktuell hat die Peiner Ortsgruppe 430 Mitglieder. „Aufgrund der Corona-Pandemie ist keiner mehr eingetreten, aber das wird sich wieder ändern, wir haben schon einige Anfragen“, schildert DLRG-Referentin, Ulrike Hofmann.
Riesen-Spaß auf dem Eixer See: Erstes PAZ-Tretbootrennen startet
Rund um den See werden am Sonntag zahlreiche Zuschauer erwartet – Samba-Musiker feuern die Fahrer an
Von Michael Lieb
Los geht’s: Am Sonntag, 4. September, startet das erste PAZ-Tretbootrennen.Foto: Ralf Büchler
Eixe. Auf die Plätze, fertig, los: Ausdauer, Muskelkraft und Schnelligkeit sind beim ersten PAZ-Tretbootrennen an diesem Sonntag, 4. September, auf dem Eixer See gefragt. Die maximale Teilnehmerzahl ist zwar bereits erreicht – bei der Riesen-Gaudi dabei zu sein, ist natürlich trotzdem möglich. „Wir freuen uns schon auf zahlreiche Besucher und rechnen mit extrem hohem Spaßfaktor“, sagt PAZ-Anzeigenleiter Carsten Winkler, der das Event gemeinsam mit Christian Horneffer, Wirt vom „Eixer Haus am See“ auf die Beine gestellt hat. Los geht’s um 10 Uhr.
Zunächst findet am Vormittag das Rennen um den PAZ-Wanderpokal der Tretboot-Sponsoren statt. Bei einem Zeitrennen wird das schnellste Unternehmen ermittelt. Ab 13 Uhr läuft dann das freie Rennen. Die Tickets dafür waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, insgesamt 48 Teilnehmer gehen in Zweier-Teams an den Start. Es gilt, einmal um die kleine Insel an der Westseite des Sees zu umfahren. Der Startschuss fällt, wenn die Fahrer sicher eingestiegen sind, gestoppt wird die Zeit, wenn die Fahrer wieder zurück sind und der letzte das Zielportal – den Sparkassen-Torbogen – am Strand durchlaufen hat. Die Sieger können sich über tolle Preise freuen. Für den 1. Platz gibt es einen Reisegutschein im Wert von 1000 Euro von Fuhrmann Mundstock, der 2. Platz wird mit einem Grillen für zehn Personen am „Eixer Haus am See“ belohnt, für den 3. Platz sind 30 Liter Bier ausgerufen, ebenfalls von der Gastronomie am Eixer.
PAZ-Anzeigenleiter Carsten Winkler ist die Strecke um die Insel schon einmal im Vorfeld Probe gefahren und hat festgestellt: „Nach etwa 150 Metern fangen die Oberschenkel an zu brennen. Man kommt sportlich an seine Grenzen. Um Geschwindigkeit aufzubauen, muss man schon kräftig in die Pedale treten.“ Die Testfahrt habe gefühlt eine Viertelstunde gedauert, tatsächlich seien es aber nur fünf Minuten gewesen. Er hofft nun für Sonntag auf gutes Wetter – und momentan sieht es gut aus. Die Wetterdienste sagen Temperaturen von bis zu 26 Grad voraus. Die Veranstaltung soll künftig jährlich wiederholt werden.
Für Unterhaltung am und um den Eixer See sorgt übrigens die Kreismusikschule (KMS) mit ihrer Samba-Band. „Wir werden rund um die Rennstrecke punktuell aufschlagen und versuchen, die Fahrer mit unseren Trommlern anzufeuern“, sagt KMS-Leiter Sven Trümper. Für die Sicherheit bei der Veranstaltung sorgt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Tretboot-Ausleihe hat am Wettkampftag übrigens auch geöffnet. Wer möchte, kann sich also ein Tretboot mieten und die Teams direkt vom Wasser aus anfeuern.
Die Bewirtung übernimmt die Gastronomie am Eixer. „Ich freue mich schon auf einen schönen Tag am Eixer See“, so Wirt Christian Horneffer. Mit Unterstützung der PAZ und ansässigen Unternehmen hatte er in diesem Jahr die Anschaffung von neun Tretbooten organisiert – der Verleih gilt als eine der Attraktionen rund um den See.
Donnerstag, 1. September 2022
Irische Musik am Eixer Haus am See
Eixe. Die Musikerinnen und Musiker der „Owl Town Irish & Scottish Session“ treffen sich am Freitag, 2. September, um 19 Uhr am Eixer Haus am See, um die Gäste mit traditionellen Jigs, Reels, Hornpipes und Songs aus Irland und Schottland zu unterhalten. Typische Instrumente wie Uilleann Pipes (Irischer Dudelsack), Harfe, Fiddle, Flöte, Mandoline, Bouzouki und Tin Whistle sorgen für den stilechten „Sound“; Lieder wie „Molly Malone“ oder „Loch Lomond“ bringen Mitsing-Atmosphäre. Der Eintritt ist frei. Eine Reservierung ist nicht möglich, rechtzeitiges Erscheinen ist empfehlenswert. „Session” werden in Irland und Schottland die informellen Zusammenkünfte von Musikerinnen und Musikern genannt. Es gibt keine feste Band, wer Zeit hat, kommt. Manchmal kommen die Musiker von weither angereist oder sind auf der Durchreise. Es gibt kein Programm.
