Zeitungsartikel April 2022
Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, April 2022
Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, April 2022,
Donnerstag, 28. April 2022
Großrazzia in Vöhrum:
Zöllner kontrollieren China-Restaurant
25 Beamte haben das Restaurant Wok Garden wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit überprüft
Von Thomas Kröger
Zöllner haben das Vöhrumer China-Restaurant Wok Garden kontrolliert.foto: Thomas Kröger
Vöhrum. Eine Großrazzia des Hauptzollamtes Braunschweig hat es am Mittwochnachmittag im China-Restaurant Wok Garden an der Alfred-Siems-Straße in Vöhrum gegeben. 25 Beamte waren im Einsatz und ermittelten wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit.
Der Sprecher des Hauptzollamtes. Andreas Löhde, sagt: „Wir haben an drei Stellen in der Region Peine wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit ermittelt, und es gab auch weitere überregionale Einsätze. Im Vöhrumer China-Restaurant waren die Zöllner mit mehreren Fahrzeugen – grün-weiße Zolltransporter und zivile Autos – ab 14 Uhr bis zum späten Nachmittag im Einsatz. Es gibt ein Ermittlungsverfahren, und daher sind unsere Kollegen unangemeldet vorstellig geworden.“ Die uniformierten und bewaffneten Zöllner hätten das Gebäude umstellt. Dann habe man das Personal des Restaurants vor Ort befragt und Dokumente überprüft.
„Das bedeutet konkret, dass die Beamten gemeinsam mit einer Dolmetscherin mit den Mitarbeitern über ihre jeweiligen Arbeitsstunden gesprochen haben. Sie haben sich auch die Ausweise aller Anwesenden im Restaurant zeigen lassen“, so Löhde. Die Ergebnisse seien dann gleich von den Zöllnern per Laptop vor Ort gespeichert worden. Parallel dazu habe man die Arbeitszeiten-Buchführung des Wok Gardens auf mögliche Verstöße überprüft und Aufzeichnungen sichergestellt.
Löhde lobt: „Trotz des überraschenden Auftauchens unserer Zollbeamten sind alle Restaurant-Mitarbeiter freundlich, ruhig und kooperativ geblieben. Es gab glücklicherweise keine Ausschreitungen oder Fluchtversuche.“ Ein Mitarbeiter des Wok Gardens bestätigte am Mittwoch die Zollkontrolle in seinem Haus, wollte aber gegenüber der PAZ keine nähere Stellungnahme abgeben. Der Geschäftsführer sei nicht Im Hause, die zehn Angestellten würden aber versuchen, das Restaurant weiter für die Gäste offen zu halten.
Das weitere Ermittlungsverfahren in diesem Fall wird jetzt von der zuständigen Staatsanwaltschaft Hildesheim geführt. Auf PAZ-Anfrage hatte die Leitende Staatsanwältin Christina Wotschke noch keine genaueren Informationen zu dieser Razzia vorliegen, will aber am Donnerstag Stellung dazu nehmen.
Mittwoch, 27. April 2022
Unfall: Motorradfahrer (16) kommt verletzt ins Klinikum
In Vöhrum sind ein Auto und ein 125er-Motorrad zusammengestoßen
Von Thomas Kröger
Auf der Schwicheldter Straße in Vöhrum gab es eine Unfall: Auto und Motorrad stießen zusammen.foto: Thomas Kröger
Vöhrum. Gekracht hat es am Dienstagmittag um 13.06 Uhr auf der Schwicheldter Straße nahe dem Vöhrumer Bahnhof. Ein Autofahrer übersah ein Motorrad, und es kam zum Zusammenstoß. Der 16-Jährige Motorradfahrer stürzte auf die Straße und musste verletzt ins Klinikum gebracht werden.
Der 24 Jahre alte Fahrer eines grauen Ford Focus sagt: „Ich bin auf der Schwicheldter Straße in Richtung Bahnhof gefahren. Dann wollte ich links in die Uhlandstraße abbiegen, um zu wenden. Dabei habe ich den nachfolgenden Motorradfahrer übersehen, und es hat gekracht.“ Der 24-jährige Peiner war sichtlich geschockt und hofft, dass der Motorradfahrer nicht schwer verletzt ist.
Der 16-jährige Fahrer des 125er-Motorrades, der die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Vöhrum besucht, fiel nach dem Crash auf die Straße und blieb dort verletzt liegen. Er war aber ansprechbar. Sofort war ein Rettungswagen mit einem Notarzt vor Ort, um den jungen Mann aus Harber medizinisch zu behandeln. Wegen der Verletzungen wurde er kurze Zeit später unter Blaulicht und Sirenen ins Peiner Klinikum gefahren. Ein Augenzeuge sagte: „Der Motorradfahrer schrie nach dem Zusammenstoß laut vor Schmerzen.“
Das Motorrad wurde stark beschädigt, und auch der Ford ist im linken Frontbereich kaputt. Die Polizei sicherte die Unfallstelle ab, sperrte die Straße und nahm sofort die Ermittlungen auf. Nach dem Abschleppen der Fahrzeuge wurde die Schwicheldter Straße wieder für den Verkehr freigegeben.
Biergartensaison
am Eixer See startet
Eixe. Die Biergartensaison am Eixer See wird am Sonntag, 1. Mai, eingeläutet. Das Haus am Eixer See hat ab 12 Uhr geöffnet. Zu Gast ist die „Owl Town Pipe & Drum Band“. Ab 13 Uhr servieren Christian Horneffer und sein Team Spanferkel, Gegrilltes und Getränke.
Montag, 25. April 2022
Zwei Eixer wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt
Opfer wurde so schwer verletzt, dass es noch an den Folgen leidet – Angeklagte haben angeblich Erinnerungslücken
Von Eckhard Bruns
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Der Eixer See war Schauplatz des Vorfalls, wegen dem sich nun zwei junge Männer unter anderem wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Peine verantworten mussten. Fotos: RAlf Büchler/Archiv
Eixe. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigungen und Sachbeschädigung mussten sich jetzt zwei 22- und 21-jährige Angeklagte aus Eixe vor dem Amtsgericht Peine verantworten. Die jungen Männer hatten ausgiebig und nach eigenen Angaben mit viel Alkohol am 19. Juli 2020 mit Freunden bis etwa 4 Uhr in einer Scheune in Eixe gefeiert. Anschließend gingen sie mit vier bis fünf Personen durch den Ort und landeten etwas später am Eixer See.
Dort trafen die beiden Angeklagten mit den bisher noch nicht bekannten weiteren Personen auf vier andere Personen, die mit zwei Autos kurz vor 5 Uhr ebenfalls dort Halt machten. Die angetrunkenen Eixer störten sich wohl an den Braunschweiger Autokennzeichen und gingen schnell mit Pöbeleien und Beleidigungen auf die späteren Opfer zu. „Was wollt ihr hier? Habt ihr keine eigenen Seen? Der See ist nachts gesperrt und gehört außerdem uns. Also verschwindet, aber schnell“, sollen einige der Äußerungen gewesen sein. Die Begleiterin der Opfer soll zusätzlich übelst beleidigt worden sein.
Nach den verbalen Attacken kam es zu Schubsereien, Fußtritten und weiteren Beschimpfungen seitens der Angreifer. Eines der Autos wurde beschädigt, als sich der ältere Angeklagte auf die Motorhaube warf und an den Scheibenwischern festhielt. Dabei sollen Lackschäden und eine Beule entstanden und die Scheibenwischer abgerissen worden sein. Der Schaden wird auf 2500 Euro beziffert.
Durch Schubser fiel das Opfer mit seinem Angreifer hin und rutschte die Böschung zum See hinunter. Durch zwei gezielte Fußtritte in die rechte Körperseite soll der 21-jährige Angeklagte sein Opfer anschließend im Bereich der Wirbelsäule verletzt haben. Der Geschädigte befindet sich nach seiner Reha im Februar/März 2021 immer noch in der Behandlung und musste seinen Beruf als Industriemechaniker aufgeben. Für ihn sind nach ärztlichen Angaben bleibende Schäden zu erwarten. Nach rund 13-monatiger Krankheits-Pause läuft derzeit eine Umschulung zum Fachinformatiker. „Ich habe heute immer noch Schmerzen, wenn ich nicht regelmäßig zur Physio-Behandlung gehe“, erklärte der Geschädigte im Gericht.
Während der 22-jährige Angeklagte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, ließ der jüngere Angeklagte seinen Verteidiger eine Erklärung abgeben. Darin bestätige der Verteidiger, dass während der vorabendlichen Feier von seinem Mandanten viel Alkohol getrunken wurde. Der 21-Jährige bestreite die Vorfälle am Eixer See nicht, kann sich aber nicht mehr an Details erinnern. Die Richterin machte ihre Zweifel an dem fehlenden Erinnerungsvermögen deutlich. An die weiteren an der Tat beteiligten Personen wollten sich die beiden Angeklagten ebenfalls nicht erinnern können.
Insgesamt waren neun Zeugen zum Prozess geladen. Ihre Aussagen stimmten weitgehend überein und bestätigten damit die Tatvorwürfe. Nach den Plädoyers der Staatsanwältin und des Verteidigers verkündete die Richterin ihr Urteil: Der 21-jährige Täter wurde der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Er hat 2000 Euro an Labora Peine und 3000 Euro an den Geschädigten zu zahlen. Der 22-Jährige wurde der Sachbeschädigung für schuldig gesprochen. Als Geldstrafe hat er 400 Euro an die Labora in Peine und 1000 Euro an den geschädigten Auto-Besitzer zu zahlen.
Die Urteile erfolgten nach dem Jugendstrafrecht, sonst wären empfindliche Haftstrafen unausweichliche Folge geworden. Beide Angeklagten haben die Gerichtskosten zu tragen und müssen mit weiteren zivilrechtlichen Folgen seitens der Geschädigten rechnen. Durch die Zeugen-Anhörungen konnte ein dritter mutmaßlich an der Tat Beteiligter erkannt und Bildmaterial an das Gericht für weitere Ermittlungen übergeben werden.
Mittwoch, 21. April 2022
Maifest in Vöhrum mit viel Musik, Maibowle und einem Königspaar
Heimat- und Kulturverein organisiert mit anderen Vereinen große Feier im Dorfpark
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Das Maifest in Vöhrum: Zuletzt fand es 2019 statt.Fotos: Archiv
Vöhrum. Nach zwei Jahren Pause findet am Sonntag, 1. Mai, das Maifest am Dorfpark in Vöhrum wieder statt. Viele Vöhrumer Vereine packen mit an und stellen für die Dorfgemeinschaft ein buntes Programm für Jung und Alt auf die Beine.
„Für mich ist dieses Fest im Dorfpark so besonders, da es ein Fest der Begegnung von Jung und Alt ist“, sagt Organisatorin Melanie Keime. „Etwas, was in den letzten Jahren definitiv zu kurz gekommen ist.“ In die Planungen eingebunden sind neben dem federführenden Heimat- und Kulturverein die Altgesellen, die Feuerwehr, die Vöhrumer Frauen- und Mädchengesellschaft, die Junggesellen und der Förderverein der Kita Löwenzahn. Werner Brandes zeigt in einer kleinen Ausstellung Fotos von Vöhrum, früher und heute – bezugnehmend auf das Jubiläumsjahr „1000 Jahre Vöhrum“.
Um 12 Uhr eröffnet der Vöhrumer Frauenchor „Die Chorifeen“ das Fest. „Ganz besonders freue ich mich, dass unsere Pastorin Frau Voß-Hölterhoff anschließend einige Grußworte spricht“, sagt Keime. Nachdem der Maikranz in einigen Metern Höhe mit musikalischer Begleitung des Spielmannzugs seine Position gefunden hat, gibt es für die Besucher in besonderer Atmosphäre Gegrilltes sowie Kaffee und Kuchen von der Bäckerei Grete. Außerdem wird Maibowle angeboten. Für das Musikprogramm ist DJ Ivo verantwortlich, und auch Heinz Rohde wird das Fest musikalisch untermalen.
„Für die jüngeren Dorfpark-Besucher gibt es ein tolles Programm“, so Keime. „Sie können ein paar Runden im Kinderkarussell drehen oder sich ausgelassen auf der Hüpfburg vergnügen“, kündigt die Organisatorin an. Zudem gibt es Dosenwerfen, Süßigkeiten, Crêpes und – bei schönem Wetter – Slusheis. Des Weitern organisiert der Förderverein der Kita Löwenzahn ein Bobbycar-Rennen und stellt eigene Buttons her. Kinder bis 13 Jahre können auf einem Flohmarkt Sachen zum Verkauf anbieten. Eine Anmeldung ist dafür nicht nötig.
Ab 16 Uhr stehen dann die Proklamationen mit Ehrentanz der Maikönigin und des Maikönigs an, bevor um 18 Uhr das Fest endet. „Mein Wunsch ist“, sagt Keime, „dass wir in dieser unwirklichen Zeit hier die Gelegenheit haben, gemeinsam ein paar Stunden zu genießen, uns auszutauschen, neue Bekanntschaften zu schließen, Gelassenheit zu spüren und einfach gemeinsam Spaß haben.“
Versammlung der SPD fällt aus
Vöhrum. Die für den heutigen Donnerstag, 21. April, geplante Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Vöhrum-Eixe-Röhrse im Dorfgemeinschaftshaus fällt aus. Das teilte die Vorsitzende Corinna Grubert mit. Grund seien Krankheitsfälle im Vorstand. Über einen neuen Termin will der Ortsverein nach Gesundung seines Vorstands schnellstmöglich informieren.
Vöhrum: Elf Hühner aus Stall gestohlen
Vöhrum. In der Nacht zu Sonntag sind aus einem Stall in Vöhrum, Am Fischteich, elf Hühner gestohlen worden. Der Stall „so geschlossen gewesen, dass Fuchs, Marder oder ähnliche Tiere als Täter auszuschließen“ seien, so die Polizei. Bei dem Federvieh handelt es sich um holländische Blumenhühner. „Sie müssen von einem oder mehreren unbekannten Tätern gestohlen worden sein. Auch eine Absuche in der Nachbarschaft verlief erfolglos“, so Polizeisprecher Malte Jansen. Der Schaden beläuft sich auf rund 300 Euro. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. (0 51 71) 99 90 entgegen.
Dienstag, 19. April 2022
Nach Corona-Zwangspause: Wieder Osterfeuer
im Peiner Land
Viele Peiner strömen zu den Festen – Ein Besuch in Vöhrum
und Stederdorf
Von Mirja Polreich
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Die Osterfeuer brennen wieder: Rund 250 Gäste kamen nach Vöhrum.Fotos: Ralf Büchler
Vöhrum/Stederdorf. Wie die Osterfeuer in grauer Vorzeit entfacht wurden, um den Winter zu vertreiben, so schien es am Karsamstag im Landkreis Peine, als würde mit der Wiederaufnahme des alten Brauchtums nach zwei Jahren Zwangspause auch die Erinnerung an die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Rauch aufgelöst. Ohne Masken traf man sich in Vöhrum an der Halle von Landwirt und Pächter Oliver Heuer auf eine Bratwurst und genoss das Beisammensein.
„Wir eröffnen mit dem Osterfeuer unser Festjahr 1.000 Jahre Vöhrum“, sagte der Ortsbürgermeister und Vorsitzende des Heimat-und Kulturvereins Ingo Reinhardt, dessen Verein Veranstalter des Osterfeuers war. „Das hier hat den Leuten gefehlt“, war sein Eindruck. „Nach der ganzen Isolation und Abschottung.“
Schon am frühen Abend waren rund 250 Gäste auf dem Gelände. Während die Erwachsenen in kleinen Gruppen bei Bratwurst und Getränken zusammenstanden und sich in der Abendsonne unterhielten, backten die Kinder an Feuerkörben Stockbrot oder statteten den Kühen in der Halle einen Besuch ab, um die Tiere zu füttern und zu streicheln.
Noch ungewohnt empfand Familie Pawlowski aus Sievershausen ihren Besuch beim Osterfeuer, für die zweieinhalb und fünf Jahre alten Kinder war es das erste Osterfeuer überhaupt. Viktor Wittke aus Vöhrum war voll des Lobes für das gut organisierte Fest. „Es ist eine schöne Sache, besonders für die Kinder“, schilderte der 77-Jährige.
Auch in Stederdorf, wo das Feuer auf einem Floß auf dem Dorfteich entfacht wurde, war die Stimmung fröhlich und ausgelassen. „Es ist herrlich“, sagte Peggy Dollansky, die das Osterfeuer mit ihrer vierjährigen Tochter Sanja, ihrem neun Monate alten Sohn Eric und ihrem Mann Aaron besuchte. „Es ist schön, dass die Kinder endlich mal sehen, dass es sowas gibt.“
Dabei hatte die Genehmigung für das Feuer lange Zeit auf der Kippe gestanden, erzählt Nils Wiesemann von der Freiwilligen Feuerwehr, die die Veranstaltung organisierte. „Erst Mitte März haben wir die Genehmigung bekommen – die Freude ist natürlich groß, endlich mal wieder so ein Fest im Dorf zu haben. Die ersten Gäste waren schon um halb sechs hier.“
twa 250 Besucher hatten sich in Stederdorf versammelt, als schließlich die Fackel per Kanu zum Entzünden des Feuers in die Mitte des Sees gebracht wurde. Rund um den See standen an Feuerkörben Familien mit Kindern und backten Stockbrot, das die Bäckerei Grete zur Verfügung gestellt hatte. Nur auf Pommes mussten die Gäste verzichten, da kein Öl aufzutreiben war, wie Wiesemann schilderte.
Stefanie Hansen und Katharina Korpis genossen derweil, Freunde und Bekannte wieder zu treffen. „Man hat sich lange nicht gesehen, und es ist schön, wieder etwas zu unternehmen“, lautete die einhellige Meinung. Dass sah auch Finn Topolovec so, der gemeinsam mit seiner Mutter und Nachbarn das Osterfeuer besuchte. „Es ist schön, dass es wieder lockerer ist und man so beisammen sein kann“, erklärte der 16-Jährige. Vor der Pandemie habe er jedes Jahr das Osterfeuer besucht. „Es ist schön, dass sowas jetzt wieder stattfinden kann.“
Während fast alle Osterfeuer im Landkreis friedlich abliefen, sah die Sache in Oberg anders aus: Dort sind in der Nacht zu Sonntag gegen 1 Uhr mehrere Personen miteinander in Streit geraten. Dieser gipfelte darin, dass zwei der Besucher mit einem Ast gegen Kopf und Körper geschlagen wurden, wie die Polizei berichtet. Sowohl die beiden Opfer als auch der Beschuldigte erlitten bei dem Vorfall leichte Verletzungen. Darüber hinaus kam es während der Streitigkeiten zu zwei weiteren Körperverletzungen. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Peine unter Telefon (0 51 71) 99 90 in Verbindung zu setzen.
Samstag, 16. April 2022
Peiner gründet Selbsthilfegruppe
für Long-Covid-Betroffene
Der 63-Jährige aus dem Ortsteil Vöhrum leidet seit über einem Jahr an Symptomen – Neugründung am 21. April
Von Ulrich Jaschek
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Detlef Dangelat leidet auch mehr als ein Jahr nach seiner Erkrankung noch unter Long-Covid-Symptomen.Fotos: Ulrich Jaschek
Peine. Detlef Dangelat ist sicher, reden hilft: Der Vöhrumer leidet unter Long-Covid und hat die Initiative ergriffen: Am Donnerstag, 21. April, 17 Uhr, will er mit Long-Covid-Betroffenen mit Unterstützung von Detlef Wallasch von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) in Peine, Bodenstedtstraße 11 eine Long-Covid Selbsthilfegruppe gründen. Er will reden. Und er weiß, wie aufbauend und unterstützend ein Erfahrungsaustausch wirken kann, um den veränderten Alltag zu bestehen.
Seit das Coronavirus für Furore sorgt, hat mancher außer seinem Geburts- oder Hochzeitstag womöglich auch seine unterschiedlichen Impfzeitpunkte reflexartig parat. Als Dangelat am 12. Februar des vergangenen Jahres von seinem positiven PCR-Test erfuhr, stand ein zugelassener Impfstoff noch längst nicht zur Verfügung.
Immer wieder hat er den möglichen Ansteckungszeitpunkt recherchiert: Ein Dienstag müsste es gewesen sein, ist er sich inzwischen sicher und erinnert sich genau, wie am folgenden Sonntag die Covid-Symptome einsetzten: Atemnot, danach Schnupfen, später Mattigkeit und Untertemperatur und dann noch dieses starke Brennen im Hals.
„Ich bildete mir ein, das Virus prüfe nach und nach mein Immunsystem an unterschiedlichen Stellen“. Weil ihm spezielle Atemübungen schon lange vor der Infektion bekannt waren, habe er die Atemnot schnell überwinden können. Allerdings habe der Alleinstehende zwei Tage lang jegliche Nahrungsaufnahme „vergessen“, aß also nichts. Sein Geschmackssinn sei erst nach Monaten, „irgendwann im Sommer“ nach und nach zurückgekehrt, riechen könne er bis heute noch nicht.
Die Infektion als solche habe er ohne einen Krankenhausaufenthalt zwar überstanden. Was sich bisher hartnäckig halte, seien jene typischen Beschwerden, die bis heute mangels eindeutigerer Begriffe als „Long Covid“ bezeichnet würden und die, wie viele andere Betroffene, den 63-Jährigen bis heute nicht in seinen Beruf haben zurückkehren lassen. Konzentrationsschwierigkeiten, bleierne Müdigkeit und Koordinationsprobleme seien nach wie vor vorhanden „und es wird einfach nicht besser“, fügt er hinzu.
Eine dreiwöchige Reha-Maßnahme in einer auf Covid-Patienten spezialisierten Lungenheil-Abteilung sei zwar für Motivation und Fitness heilsam gewesen, kognitiv und geistig sei er während der Maßnahme allerdings nicht gefördert worden.
Sein Hausarzt kümmere sich nach wie vor sehr gut und einfühlsam um ihn, lobt er. Eine Neurologin habe ihn allerdings nach einer intensiven Untersuchung nach Hause geschickt: „Ich finde nichts“. Eine spezielle Ergotherapie trainiere ihn allerdings gut, wobei seine konsequente aktive Mitarbeit unverzichtbar sei, präzisiert er und deutet mit gewissem Stolz auf das Modell des Washingtoner Kapitols aus 1100 winzigen Bausteinchen, das er nach Anleitung des Therapeuten nach und nach zusammengesetzt habe.
„Nach 20 bis 30 Minuten war ich immer völlig erledigt“, erklärt er und dass er dann eine intensive Ruhephase brauchte. Ebenso strenge ihn Lesen an – wobei ihn besonders frustriere, dass er sich nach der Lektüre nicht mehr an den Inhalt erinnern könne. Außerdem reagiere er inzwischen derart auf Lärm, dass er sich vom Hörgeräteakustiker einen entsprechenden Filter habe anfertigen lassen, mit dem Musiker ihr Gehör schützen. Das Ticken der Uhr oder Geräusche der Zentralheizung wären zuweilen unerträglich und Musik empfinde er als schön, wenn sie sanfter Entspannung diene und darüber hinaus besonders leise sei. Sehr hilfreich sei ihm seine künstlerische Leidenschaft für Holzschnitzerei, die ihn zutiefst beglücke.
„Ich möchte versuchen, im Austausch mit anderen Betroffenen deren und meinen eigenen Alltag besser zu bewältigen“, erklärt Dangelat sein Engagement und freut sich über die Unterstützung durch Wallaschs Unterstützung, der über die Gründung sein Netzwerk ebenfalls bereits informiert habe. Beklemmungen, Schlafstörungen und Herzprobleme, Kopfschmerzen und Schwindel seien für viele dauerhaft Erkrankte Teil ihres Lebens. Es sei gut, darüber und über die sich daraus ergebende Verunsicherung, bis zur Depression führende Traurigkeit und Wut zu reden. Dangelat ist sicher: Reden hilft.
Peines Ärztesprecher Dr. Christian Pabst begrüßt die Gründung dieser Selbsthilfegruppe: „Long Covid ist ein großes Problem, denn es hat nicht nur physische sondern auch psychische Auswirkungen. Daher ist es gut, wenn sich Betroffene direkt austauschen, über ihre Erfahrungen sprechen und sich gegenseitig unterstützen.“ Auch in seiner Praxis gebe es Patienten, die sich über langanhaltende Atembeschwerden und Müdigkeit beklagen. „Das kann im schlimmsten Fall auch zu Depressionen führen“, bestätigt Pabst.
Wer sich für die Long-Covid-Selbsthilfegruppe interessiert, kann sich mit Detlef Dangelat unter der Telefonnummer (01 76) 55 96 31 66 in Verbindung setzen. E-Mail-Kontakt zur KISS-Kontaktstelle: Selbsthilfe-Peine@ paritaetischer.de.
Dienstag, 12. April 2022
Nach zwei Jahren in der Pandemie-Klemme: Hukl-Bühne öffnet wieder den Vorhang
Die Schauspielgruppe präsentiert ihr neues Stück im Vöhrumer Dorfgemeinschaftshaus Ende April/Anfang Mai gleich drei Mal
Von Ulrich Jaschek
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Höchste Konzentration während des Probenbetriebes. Das Hukl-Team (kl. Bild) hat gleich Diskussionsbedarf: Hagen Berger (v.l.), Inga Bronstert, Johannes Blasig, Jacqueline Dernedde und Christa Schikora. Fotos: Ulrich Jaschek
Vöhrum. „In der Klemme“ saßen die Hobby-Schauspieler der Vöhrumer Hukl-Bühne zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren buchstäblich gleich doppelt. „Erstens wollten wir mit dem englischen Erfolgsstück „In der Klemme“ und natürlich mit unserem Publikum das 50. Jubiläum der Hukl-Bühne feiern“, berichtet Bühnen-Chefin Stefanie Goyer. Und zweitens habe man sich während der kulturellen Durststrecke auch als Bühnenkollektiv „in der Klemme“ gefühlt, weil ja wegen der Ansteckungsgefahr nicht einmal Proben möglich waren.
Nun aber herrscht so etwas wie goldene Aufbruchstimmung beim Vöhrumer Hukl-Bühnen-Team, denn am Freitag, 29. April, Samstag, 30. April, und Sonntag, 1. Mai, will es mit dem Publikum im Vöhrumer Dorfgemeinschaftshaus endlich gemeinsam „In der Klemme“ sitzen und das für 2020 geplante Theater-Jubiläum nachfeiern. Derzeit läuft deswegen der Probenbetrieb ebenso auf Hochtouren wie die Motivation des Bühnenpersonals. Dem liegt das Stück besonders deswegen so sehr am Herzen, „weil wir es vor inzwischen 22 Jahren schon einmal sehr erfolgreich auch in den Peiner Festsälen aufgeführt haben“, erklärt Goyer. Damals hätten sich die inzwischen verstorbenen Hukl-Bühnen-Legenden wie beispielsweise Günter Blut oder Gerda Penke in die Herzen des Publikums gespielt.
Nun wird das Stück komplett neu einstudiert, eine hohe Herausforderung allemal, die aber gerne angenommen werde. „Schrecklich“ sei den Bühnenschaffenden die „gefühlt endlose Zeit“ ohne Aussicht auf Lampenfieber, sich öffnende und schließende Bühnenvorhänge und besonders auch ohne Applaus vorgekommen. Aber da die Hukl-Truppe sich auch als „Schauspiel-Familie“ versteht, maskierte man sich kurzerhand pandemie- und vorschriftsgemäß mit Mund-Nasenschutz und traf sich zuweilen zu gemeinsamen Fahrradausflügen oder spielte Minigolf. „So verloren wir uns nicht aus den Augen“, sagt Jürgen Bublitz, der bereits vor 22 Jahren in den Festsälen in der gleichen Rolle „in der Klemme“ saß, die er auch diesmal übernommen hat.
Dass man sich für eine Wiederaufnahme gerade dieses Stückes entschlossen hat, läge auch an der Möglichkeit, die Rollen ideal besetzen zu können, erklärt Souffleurin Gisela Neumayer. Man lese zuweilen bis zu 30 unterschiedliche Stücke, bis man sich endlich für jenes entscheide, dass nicht nur dem schauspielerischen Anspruch, sondern auch dem zur Verfügung stehenden Hukl-Personal entspreche. „Ein verliebtes junges Paar muss auch auf der Bühne zumindest jung wirken“, fügt sie augenzwinkernd hinzu und erwähnt den Schauspielermangel, den auch die Hukl-Bühne spüre. Deswegen freue man sich besonders über Hagen Berger als mimischen Neuzugang.
Zur Frage um möglichen Streit um Rollenbesetzungen schütteln alle die Köpfe: „Noch nie gehabt!“ Leider – und da sind sich alle einig – müsse man aus gesundheitlichen Gründen auf Hubert Klinke, Gründer, Namensgeber und Ur-Gestein der 1970 gegründeten Hobby-Bühne verzichten. Dann beugen sie sich konzentriert und still über ihre Textbücher, lesen mit, notieren Stichworte während unter dem Bühnenlicht Jürgen Bublitz und Oliver Hartmann probeweise unter den kritischen Blicken von Souffleuse Gisela Neumayer szenengemäß in ihre Rollen abtauchen.
Auf eine Regie habe man sich „schon immer“ kollektiv geeinigt. Allerdings haben die Theatergötter vor den Applaus sowohl den Schweiß des Auswendiglernens und der Rollen-Interpretation gesetzt, als auch den Fleiß und die Kreativität jener unzähligen Helfer, die für Transport, Bühnenaufbau, dessen Gestaltung, Kartenverkauf und viele andere administrative Arbeiten sprichwörtlich ihr Herzblut geben. Ohne jene „Zupacker“, so sagen die Ensemble-Mitglieder dankbar, säße man ebenfalls „in der Klemme“.
Die Aufführungen finden am 29. und 30. April, jeweils 20 Uhr, und am 1. Mai, 19 Uhr, im Vöhrumer Dorfgemeinschaftshaus statt. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn. Eintrittskarten gibt es noch in der Vöhrumer Bücherstube und der Peiner Buchhandlung Thalia.
Schützengilde Vöhrum lädt ein
Vöhrum. Die Mitgliederversammlung der Schützengilde Vöhrum findet am Freitag, 22. April, um 19 Uhr im Vereinsheim, Posener Straße 45 statt. Auf der Tagesordnung stehen Neuwahlen, Ehrungen und Informationen zum Planungsstand des Schützenfestes.
Montag, 4. April 2022
165 bunte Eier zieren den Peiner Osterbrunnen auf dem Marktplatz
Die Kinder des Familienzentrums Löwenzahn Vöhrum haben fleißig gemalt und gebastelt
Von Nicole Laskowski
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Viele Eltern und Großeltern waren mit vor Ort, sodass sich auf dem Marktplatz viele Menschen eingefunden hatten.foto: Nicole Laskowski
Peine. In einer Spontanaktion haben sich Kinder und Mitarbeitende des Familienzentrums Löwenzahn in Vöhrum dazu bereit erklärt, dem Osterhasen unter die Pfoten zu greifen. Schließlich kann der langohrige Hoppler nicht alles selbst erledigen und neben der Versorgung aller Peiner mit bunten Eiern am Ostersonntag auch noch den Osterbrunnen auf dem historischen Marktplatz schmücken.
„Eigentlich war eine andere Kita angefragt worden, aber dort gab es leider diverse Corona-Fälle, sodass wir kurzfristig umdisponieren mussten. Zum Glück war das Familienzentrum Löwenzahn sofort bereit, uns zu helfen“, freute sich Noreen Klöpper von Peine Marketing, die die Aktion begleitete.
Die Kinder des Familienzentrums waren dann auch sofort mit Feuereifer dabei, bemalten und verzierten insgesamt 165 Eier, um sie bei wenig frühlingshaftem Wetter am Samstag am Brunnen aufzuhängen. Viele Eltern und Großeltern waren mit vor Ort, sodass sich der Marktplatz voller Menschen präsentierte – in Corona-Zeiten ein schon fast ungewohntes Bild. .
„Wir hatten ja nur knapp zwei Wochen Zeit, aber unsere Kinder waren mit Spaß bei der Sache und haben auch noch ein paar Lieder geübt, die sie vor dem Schmücken des Brunnens gemeinsam singen werden“, berichtete die Leiterin des Familienzentrums Kerstin Szklany. Mit den Erzieherinnen stimmten die Kleinen dann Lieder über den Osterhasen, der immer wieder auf die Nase fällt, und über den nahenden Frühling an.
Besonders fleißig gebastelt hatten die Kinder der „Regenwurm-Gruppe“ mit ihrer Erzieherin Melanie Elshikh. „Unsere Kinder sind sehr kreativ und wollten noch etwas anderes für Ostern basteln. Da wir Lieder über den Osterhasen geübt haben, sind nun noch kleine Papposterhasen mit Puschelschwänzchen entstanden“, erklärte die Pädagogin, die sich selbst extra Hasenohren aufgesetzt hatte. Für die Kinder war das Schmücken ein absoluter Höhepunkt. Eifrig suchten sie sich schöne Plätze für ihre selbst gestalteten Eier aus. Mit dabei waren auch Martin und Sylwia Henhappel aus Vöhrum mit ihren Kindern Lea und Alexander. „Uns hat das Bemalen viel Spaß gemacht“, erzählten die beiden und freuten sich über ein Plüsch-Uhlinchen, das es von Peine Marketing als Geschenk für alle kleinen Künstler gab.
