Zeitungsartikel August 2020

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Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, August 2020


Montag, 24. August 2020

Autoscheiben eingeschlagen

Peine. Unbekannte haben am Freitag in Peine die Scheiben von zwei Fahrzeugen eingeschlagen und Wertgegenstände aus dem Innenraum gestohlen. Am Eixer See hatte es der Täter auf einen am Straßenrand abgestellten Audi Q3 abgesehen. Aus dem Auto entwendete er einen Rucksack und flüchtete anschließend mit einem Fahrrad in unbekannte Richtung. Die genaue Schadenhöhe ist noch unklar. Ebenfalls am Freitag, in der Zeit zwischen 9 und 21.30 Uhr, wurde die hintere Seitenscheibe eines an der Schäferstraße abgestellten VW Touran eingeschlagen. Ob aus dem Fahrzeug etwas entwendet wurde ist noch unklar. Die Schadenshöhe beziffert die Polizei auf rund 300 Euro.

Samstag, 22. August 2020

Schwere Entscheidung: Wird es im Kreis Peine Weihnachtsmärkte geben?

Zentraler Markt in Peine noch nicht abgesagt – In Vöhrum und Edemissen steht die Entscheidung fest

Von Nathalie Diana

Das Programm des beliebten Peiner Weihnachtsmarkts in Peine begeistert jedes Jahr viele Gäste. Kann die Großveranstaltung zur Adventszeit dieses Jahr stattfinden?foto: Archiv

Peine. Bei mehr als 30 Grad Hitze scheint die Weihnachstzeit noch in weiter Ferne. Doch die Organisatoren der vielen Advents- und Weihnachtsmärkte im Peiner Land beschäftigen sich zurzeit intensiv mit dem Thema. Die große Frage dabei ist: Kann man die beliebten Veranstaltungen in Corona-Zeiten durchführen? Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil hat schon öffentlich gemacht, dass er solche Großveranstaltungen auch in einigen Monaten noch für schwer vorstellbar hält. Doch noch haben nicht alle Organisatoren die Hoffnung aufgegeben.

Ob zum Beispiel der Peiner Weihnachtsmarkt wie geplant vom 27. November bis zum 23. Dezember unter Corona-Bedingungen stattfinden kann, interessiert nicht nur die Besucher, sondern auch die Gewerbetreibenden und Kunsthandwerker, die ihre Produkte dort anbieten. Bei Peine Marketing laufen die Planungen derzeit noch, allerdings unter Vorbehalt, war auf Anfrage zu erfahren.

„Die Bewerbungen von Schaustellern und Künstlern gehen seit Anfang des Jahres bei uns ein. Rücksprachen mit den Schaustellern stehen noch aus“, erklärt Marina Schmidtmeier vom Peine Marketing. Erst dann könne ein Hygienekonzept erstellt werden, das vom Gesundheitsamt genehmigt werden muss. „Wir wissen, dass viele Schausteller sehr froh wären, wenn der Weihnachtsmarkt stattfinden kann“, sagt Schmidtmeier. Das Team von Peine Marketing hoffe, dass möglichst bald genauere Einschätzungen zur Pandemie-Entwicklung vorliegen. „Erst dann können wir sicher in die konkrete Umsetzung gehen“, hebt die Mitarbeiterin vom Stadtmarketing hervor. Ob Besucher mit Einschränkungen rechnen müssen, könne noch nicht eingeschätzt werden. „Das ist von den im Dezember geltenden Vorschriften abhängig“, sagt Schmidtmeier.

Während die Planungen bei Peine Marketing unter Vorbehalt voranschreiten, sagen immer mehr andere Veranstalter im Peiner Land ihre Weihnachtsmärkte ab. In Vöhrum ist die Entscheidung bereits gefallen. „Der Weihnachtsmarkt fällt aus. Das Risiko der Ansteckungsgefahr ist uns zu groß“, sagt Organisator Wolfgang Tostmann, der die Absage sehr bedauert. Aber das Vöhrumer Veranstaltungsteam wolle unbedingt vermeiden, dass eine zweite Corona-Welle ausbreche. „Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen. Die Ehrenamtlichen aus 13 Vereinen haben sich schon darauf gefreut, Leckereien und Kunsthandwerk zu präsentieren“, weiß Tostmann.

Auch in Edemissen steht schon fest, dass der Weihnachtsmarkt im Chaulnes Park an der Eltzer Drift ausfällt. „Der Aufwand für eine eintägige Veranstaltung dieser Art ist sehr groß ist, und zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht abschätzbar, ob Großveranstaltungen im Dezember wieder erlaubt sein werden. Auch das Umsetzen der Hygiene- und Abstandsregeln wäre wegen der räumlichen Gegebenheiten und mit unseren Mitteln nur schwer möglich“, sagt Jugendpflegerin Heike Mika, eine der Organisatorinnen, die um Verständnis für die Entscheidung bittet.

„Uns würde es für Lengede freuen, wenn der Weihnachtsmarkt stattfinden könnte“, sagt Bernd Löper, erster Vorsitzender vom Handels- und Gewerbeverein Lengede. Im Vordergrund stehe für den Verein aber der Schutz der Bürger. „Die Entscheidung im Verein steht noch aus – wir gehen im Moment aber schon davon aus, dass der Weihnachtsmarkt in Lengede nicht ausgerichtet werden kann“, sagt Löper. Normalerweise würden in Lengede bis zu 60 Stände für ein breites Angebot sorgen.

Auch der Stederdorfer Weihnachtsmarkt steht noch auf der Kippe. „Wir beraten uns derzeit noch ausgiebig“, erklärt Bürgermeister Holger Hahn. Das Problem sei, dass die Räumlichkeiten im Café Duo und im Gasthaus Zur Sonne aufgrund der Sicherheitsabstände und der Besucherauslastung nicht wie sonst mit 35 bis 40 Ständen belegt werden können, sonder nur etwa mit der Hälfte. „Dadurch bekommen wir Probleme mit den Kosten“, sagt Hahn. Ein Programm wie in den vergangenen Jahren könnte mit den finanziellen Einbußen nicht mehr auf die Beine gestellt werden. „Im Außenbereich würde es keine Probleme geben, die Sicherheitsabstände einzuhalten“, sagt Hahn. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt rund 90 Aussteller.

Ob Peinern dieses Jahr wärmender Glühwein auf dem Euling-Hof ausgeschenkt wird, verrät Inhaber Oliver Pirrwitz: „Grundsätzlich haben wir das wieder vor.“ Allerdings warte er mit den Planungen ab, bis die neuen Auflagen für den Winter bekannt sind. „Wenn der Ausschank stattfinden kann, gelten möglicherweise ähnliche Regeln wie in der derzeitigen Beach-Bar“, erklärt Pirrwitz. Abstände müssen eingehalten werden, Gäste tragen sich in eine Liste ein und im Innenbereich muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

?Samstag, 15. August 2020?

Badeunfall am Eixer See:

DLRG leistet Erste Hilfe

Betrunkener geht baden und schafft es nicht mehr eigenständig aus dem Wasser

Von Nathalie Diana

Das Team der DLRG Peine im Einsatz: PAZ-Redakteurin Nathalie Diana begleitet die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer auf dem Motorrettungsboot.Isabell Massel

Peine. Aus einer gemütlichen Kontrollfahrt wird von einem Moment auf den anderen ein Wettlauf mit der Zeit: Ein Team der DLRG Peine ist gerade mit dem Motorrettungsboot bei einer Routinefahrt auf dem Eixer See unterwegs, als ihnen vom Ostufer aus aufgeregt zugewunken wird. Noch ist nicht klar, worum es geht, doch Bootsführer Jens Hallmann steuert ohne zu zögern auf die winkenden Menschen zu. Mit 30 Kilometern pro Stunde ist das Ufer schnell erreicht. In Windeseile ist es angelandet, und Hallmann und sein Teamkollege Michael Kreth springen hinaus und rennen zur Unfallstelle. Hier erfahren sie, was geschehen ist: Ein Mann drohte zu ertrinken, wurde von seinen Freunden aus dem Wasser gezogen und liegt nun regungslos am Strand.

PAZ-Redakteurin Nathalie Diana begleitet das Rettungsschwimmerteam für eine Reportage über deren Arbeit am Eixer See und wird so zufällig Zeugin des Einsatzes am Sonntag gegen 15 Uhr. Das Team der DLRG schätzt den verunglückten Mann auf Mitte 50, er ist nicht ansprechbar. Während Kreth ihn mit geübten Griffen in die stabile Seitenlage bringt, versucht Hallmann in Erfahrung zu bringen, was passiert ist. Das ist nicht ganz einfach, denn die Begleiter des Bewusstlosen sprechen nur wenig deutsch. Mit englischen Sprachbrocken und Händen und Füßen gelingt die Verständigung.

Per Funk wird die Wachstation der DLRG über den Einsatz informiert und von dort aus der Rettungsdienst gerufen. Laut Angaben seiner Freunde war der 50-Jährige unter Alkoholeinfluss zur Abkühlung ins Wasser gegangen. Die Angaben waren allerdings widersprüchlich. Klar wird aber, dass Mann nicht mehr an der Wasseroberfläche auftauchte, sie ihn an Land gezogen und nach den Rettern gewunken hatten. „Für ihn hätte der leichtsinnige Sprung ins kühle Nass böse enden können“, sagt Hallmann später.

Noch während Kreth Atmung, Körpertemperatur, Herzkreislauf und Blutdruck des Verunglückten kontrolliert, trifft auch schon der angeforderte Krankenwagen ein. „Die Atmung des Mannes ist flach, deswegen geben sie ihm Sauerstoff. Im Krankenhaus wird untersucht, ob sich Wasser in der Lunge befindet“, erklärt Hallmann. Wenn dem so sei, bestünde noch innerhalb von 24 Stunden die Gefahr, sekundär zu ertrinken. „Alkohol bei dieser Hitze kann gefährlich werden – wir raten Besuchern immer wieder, nicht betrunken ins Wasser zu gehen“, sagt Hallmann. Oftmals werde in diesem Zustand die eigene Körperleistung überschätzt.

„Für Außenstehende sehen unsere Wachdienste am Eixer See oft wie Freizeitspaß aus, vor allem wenn Rettungsdienst-Teams in hoher Geschwindigkeit über den See düsen“, sagt Kreth, der an diesem Tag Wachdienstleiter ist. Das mache zwar Spaß, hat aber einen ernsten Hintergrund: Die Ehrenamtlichen übernehmen mit der Tätigkeit als Rettungsschwimmer eine große Verantwortung.

Weitaus dramatischer ging es am Wochenende am Irenensee bei Uetze zu: Ein 49-jähriger Hildesheimer ertrank vermutlich bei einem Badeunfall. Die Besatzung eines Polizeihubschraubers entdeckte die Leiche des Mannes am Sonntag gegen 9.20 Uhr im nördlichen Bereich des Sees. Lesen Sie dazu mehr auf Seite 13

Rettungsschwimmer sind

für Ernstfälle gewappnet

Die Einsatztaucher der DLRG Peine und Harsum üben regelmäßig die Bergungssuche unter Wasser. v. l. Jens Gruner, Sören Busch und Guido Fickert bereiten sich für den Ernstfall vor.Isabell Massel

Viele Rettungsaktionen der DLRG Peine am Eixer See waren schon erfolgreich: Die gute Zusammenarbeit unter den Team-Mitgliedern ist das Ergebnis harter Arbeit. „Auch wenn es mal nicht so viel zu tun gibt und es aussieht, als würden wir untätig am Ufer herumsitzen, ist es harte Arbeit, die Badestrände ununterbrochen auf Auffälligkeiten hin zu beobachten“, erklärt Jens Hallmann, der ehrenamtlich als Bootsführer, Rettungsschwimmer und Einsatztaucher bei der DLRG Peine tätig ist.

Außerdem müssen die Rettungsschwimmer regelmäßig Übungen ausführen: Erst am Samstag waren Mitglieder der DLRG Harsum am Eixer See zu Gast, um das Einsatztauchen zu üben. „Der Signalmann Guido Fickert navigiert von oben die Rettungstaucher Jens Gruner und Sören Busch durch das Suchgebiet unter Wasser“, erklärt Hallmann. Die Anforderungen für die Ausbildung der Taucher sei sehr anspruchsvoll. „Bei der Prüfung müssen sie ohne Atemmaske eine Strecke von 30 Metern tauchen, 30 Sekunden unter Wasser bleiben und drei bis fünf Meter in die Tiefe tauchen“, schildert Hallmann. Zusätzlich müssten sie auch psychisch belastbar sein, damit sie in nervenaufreibenden Gefahrensituationen einen kühlen Kopf bewahren könnten.

Die Peiner Rettungsschwimmer stehen aktuell vor mehreren Herausforderungen: „Wegen der Coronakrise können die Wachteams nicht voll besetzt werden“, sagt Vereinsvorsitzender Jürgen Danert. Bei besonders heißem Wetter sei viel Betrieb am Eixer See. „Da kommen wir dann auch mal an unsere Grenzen“, ergänzt Hallmann. Noch viel mehr Sorge mache Danert aber der niedrige Wasserstand. „Unser Steg liegt auf dem Sand auf“, erläutert der Vereinsvorsitzende. Das große Rettungsboot könne dadurch nicht zu Wasser gelassen und angelegt werden. „Für Rettungseinsätze ist dieses Boot aber viel besser geeignet, als das motorbetriebene Schlauchboot, das wir zurzeit benutzen“, betont der Vereinsvorsitzende. Es sei schneller und technisch viel besser ausgerüstet. „Wir wünschen uns eine Verlängerung des Stegs, aber dafür brauchen wir erst die Genehmigung“, sagt Danert.

Darüber hinaus sei die Sicht zum Badestrand am Südufer derzeit beschränkt. „Die große Weide versperrt uns von der Wachstation aus den Blick“, fügt Hallmann an. Wenn dahinter jemand verunglücke, sehe das Rettungsteam den Unfall nicht sofort. „Dafür muss gemeinsam mit der Wito eine Lösung gefunden werden“, meint Hallmann.