Zeitungsartikel Juni 2021

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Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, Juni 2021


Mittwoch, 30. Juni 2021

Testzentren in Peine, Schwicheldt, Ohlum, Vöhrum und Vechelde zu

Hier können Sie sich auch nach dem 30. Juni testen lassen – Nachfrage ist zurückgegangen

Von Mirja Polreich

Hier wird noch weiter getestet: Das Testzentrum in der ehemaligen Markt-Apotheke am Peiner Marktplatz.Foto: Archiv

Peine. Die Corona-Lage entspannt sich, für Einkaufen und Co. wird kein Test mehr benötigt. Viele Testzentren schließen bereits. Doch zumindest, wer in den Urlaub fahren will, braucht oft zur Anreise noch den Nachweis über ein negatives Testergebnis. Die PAZ hat die möglichen Anlaufstellen für Schnelltests zusammengetragen.

Zum letzten Mal geöffnet sind am heutigen Mittwoch die Schnelltestzentren der Firma Intakt in Vechelde, Ohlum, Schwicheldt und in der Peiner City.

Auch das Testzentrum im Dorfgemeinschaftshaus Vöhrum schließt am Donnerstag. „Das liegt zum einen an der Änderung der Coronatestverordnung, zum anderen an der zurückgegangenen Nachfrage“, sagt Mona Bartsch, Inhaberin der Kastanien-Apotheke in Vöhrum, die das Testzentrum betrieben hat. Die neue Verordnung tritt zum 1. Juli in Kraft. Um Abrechnungsbetrug zu verhindern, erhöht sich der Dokumentationsaufwand der Tests. Zeitgleich wird die Vergütung gesenkt. „Ich habe Verständnis für die Änderung“, sagt Bartsch. „Aber es muss auch wirtschaftlich sein.“ Zuletzt seien 20 Personen pro Tag zum Testen gekommen, dafür acht Stunden lang Personal vorzuhalten, stehe in keinem Verhältnis. Ebenfalls dicht gemacht werden das Testzentrum in den Peiner Festsälen sowie das Drive-In-Testzentrum auf dem Peiner Schützenplatz: Beide haben heute ihren letzten Betriebstag. Das Zentrum auf dem Schützenplatz soll bis Montagnachmittag abgebaut werden, teilt Felix Walzog von der Eventagentur Blome & Pillardy mit.

Dienstag, 29. Juni 2021

150 Pelikan-Mitarbeiter protestieren wegen „gebrochener Versprechen“

Schreibwarenhersteller in Vöhrum steckt in der Krise – Rohstoffe erhält das Werk nur noch gegen Vorkasse

Von Thomas Kröger

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Demo bei Pelikan in Vöhrum: 150 Beschäftigte protestierten am Montag in der Mittagspause.Fotos (2): Ralf Büchler

Vöhrum. Rot-weiße Fahnen, rote Baseball-Kappen und drehende rote Ratschen: Etwa 150 von insgesamt 230 Pelikan-Mitarbeitern haben am Montag lautstark eine politische Mittagspause eingelegt und auf dem Firmenparkplatz an der Vöhrumer Pelikanstraße vor dem Werkstor gegen die Arbeitssituation beim Schreibwaren- und Schulbedarfs-Hersteller protestiert.

Das Unternehmen Pelikan, das zum Beispiel den bekannten Füllfederhalter Pelikano, Maltuschkästen und Wachsmalstifte produziert, steckt in einer ernsten wirtschaftlichen Krise. Die Belegschaft in Peine-Vöhrum wartet seit Monaten auf die Auszahlung des kompletten Weihnachtsgeldes. Nun können auch die Löhne für den Monat Juni nicht rechtzeitig ausgezahlt werden.

Gewerkschaftssekretär Cihan Yüksel von der IG BCE ruft daher in sein Megaphon: „Das darf so nicht weitergehen! Immer wieder werden Versprechen gebrochen und die Hoffnungen der Mitarbeiter bitter enttäuscht. Jetzt hat man auch noch den Rahmen-Sozialplan gekündigt, um schlechtere Bedingungen zu zementieren.“ Man befürchte, dass Pelikan mehrere Entlassungen plant. „Doch dagegen werden wir mit vereinten Kräften vorgehen“, so Yüksel.

Und das, obwohl die Belegschaft viele Zugeständnisse gegenüber dem Arbeitgeber gemacht habe, um Jobs zu sichern. Das betont auch Pelikan-Mitarbeiter Reinhold Rothe am Rande der Veranstaltung: „Es ist ein trauriges Gefühl, denn wir Angestellte haben zum Beispiel auf fünf Tage Urlaub und aktuell auf zwölf Prozent unseres Tariflohnes verzichtet. Aber es kommt nichts zurück, außer leeren Versprechungen.“

Der langjährige Betriebsratschef Walter Dettmer erklärt in Richtung des Konzern-Geschäftsführers Hooi Keat Loo aus Malaysia: „Herr Loo, es reicht. So geht es nicht weiter. Schon seit zehn Jahren verzichten wir auf Geld, um die Firma in Peine-Vöhrum am Leben zu halten. Aber jetzt ist Schluss. Es muss endlich etwas passieren!“

Und die Situation verschärfe sich noch, denn einen Teil der benötigten Rohstoffe erhalte das Werk nur noch gegen Vorkasse. Die Produktion müsse deswegen öfter unterbrochen werden. Und auch die vereinbarte sogenannte Restrukturierung laufe nicht – eigentlich wollte die Konzernspitze über zwei Millionen Euro in diesem Jahr in das Vöhrumer Werk investieren. Passiert sei nichts.

Dettmer habe auch schon versucht, Loo über einen Anwalt zu kontaktieren – keine Antwort. Jetzt hat der Betriebsratschef Bundesarbeitsminister Hubertus Heil aus Peine angerufen, der am 19. August nach Vöhrum kommen will, um sich über die Situation vor Ort zu informieren. Auch der Peiner Landtagsabgeordnete Matthias Möhle (beide SPD) wird dann dabei sein. Er sagt: „Die aktuelle Situation für das Peiner Traditionsunternehmen Pelikan ist besorgniserregend. Ich habe zudem schon mit unserem Ministerpräsidenten Stephan Weil darüber gesprochen.“

Was sagt die Arbeitgeberseite? „Ja, wir haben unsere Mitarbeiter enttäuscht, und ich kann verstehen, warum protestiert wird. Aber die ausstehenden Löhne werden jetzt bezahlt, es wurde niemand gekündigt, die Krise ist fast überstanden“, erklärt der kaufmännische Werksleiter der Pelikan-Produktionsgesellschaft Rainer Niermann, der seit einem halben Jahr in Vöhrum tätig ist. Es sei schwierig gewesen, das wichtige Saisongeschäft – viele Schüler kaufen logischerweise im Sommer Füller und Stifte für das neue Schuljahr – vorzufinanzieren. „Erhöhte Rohstoffpreise für Kunststoff zum Beispiel und eine grundsätzlich angespannte Finanzlage – auch wegen Corona – haben dazu geführt, dass wir im Juni radikale Einsparungen vornehmen mussten“, so Niermann.

Jetzt blicke er aber wieder zuversichtlich nach vorne, „denn dem Pelikan-Konzern geht es insgesamt gut, und wir haben konkurrenzfähige Produkte“. Er sei sich sicher: In Vöhrum würden auch in den nächsten Jahren noch Füller, Stifte und Deckfarbkästen hergestellt.

„Made in Peine“ ist seinen Preis wert

Jens Heitmann

Die Geldknappheit zieht sich wie ein roter Faden durch die jüngere Vergangenheit von Pelikan – zumindest seit Hooi Keat Loo den Konzern übernommen hat. Nach der Akquisition des Konkurrenten Herlitz vor einem Jahrzehnt war der malaysische Unternehmer zunächst auf der Suche nach fremden Investoren. Er scheiterte mit dem Manöver, über eine Kapitalerhöhung zusätzliches Geld ins Unternehmen zu holen. So gut wie niemand wollte sich daran beteiligen. Danach wurschtelte man sich weiter durch. Im Management gab es diverse Wechsel – die Probleme sind geblieben. Verlagerung der Produktion wäre mit hohen Risiken verbunden Für eine Linderung soll nun der Verkauf der alten Herlitz-Zentrale im brandenburgischen Falkensee sorgen. Die Immobilie an der Grenze zu Berlin hat dem Vernehmen nach so stark an Wert gewonnen, dass sich aus dem Erlös dringend nötige Investitionen im Konzern bezahlen lassen. das wohl nur dann eine stabile Zukunft vor sich hat, wenn ein größerer Teil der Produktion automatisiert wird.

Die Stärke von Pelikan sind die Marke und das damit verbundene Versprechen von Qualität. Mit diesem Pfund kann das Unternehmen wuchern – im Segment hochwertiger Füllfederhalter ist nur Montblanc ein ernstzunehmender Konkurrent. Auch dem Management ist bewusst, dass die attraktiven Margen nicht ohne eine hohe Präzision in der Fertigung zu haben sind. Wertarbeit „Made in Peine“ hat gewiss ihren Preis, aber eine Verlagerung der Produktion an einen günstigeren Standort wäre mit einem hohen Risiko verbunden. Es sieht derzeit nicht so aus, als wolle der Konzern das wirklich eingehen.

Mittwoch, 23. Juni 2021

Kreis Peine: Jugendberufsagentur künftig unter dem Dach der BBS

Enge Kooperation von Arbeits-Agentur, Jobcenter und Pro-Aktiv-Center – Hilfe beim Berufsstart

Von Jan Tiemann

Freuen sich über den neuen Raum (v.l.): Norman Anton und Gesche Henties (beide Bildungsbüro), Andreas Brunken (BBS), Sozialdezernentin Andrea Friedrich, Schulleiterin Maria Zerhusen, Alexandra Fuchs (Arbeitsagentur) und Claudia Geyer (Jobcenter).Foto: Jan Tiemann

Kreis Peine. Die Jugendberufsagentur Peine hat jetzt einen festen Standort in den Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises Peine in Vöhrum. Künftig werden dort die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und das Pro-Aktiv-Center Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf beraten und unterstützen. Dieses Thema sei für sie ein Herzensanliegen, sagte Kreis-Sozialdezernentin Professor Dr. Andrea Friedrich bei der Vorstellung des Raumes am Dienstag. „Dies ist ein guter Tag, die Jugendberufsagentur in den BBS stärkt den Landkreis Peine.“

„Viele Schüler brauchen Orientierung“, sagte BBS-Leiterin Maria Zerhusen. „Die Jugendberufsagentur an unserer Schule ist ein Leuchtturm.“ Sie werde unter anderem auch vom niedersächsischen Kultusministerium gefördert.

Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler im Landkreis Peine. Es sei sehr niederschwellig und durch die persönliche Anlaufstelle sei es für viele leichter, die Beratung in Anspruch zu nehmen, schilderte Andreas Brunken, Koordinator Berufsorientierung an den BBS. „Die Jugendberufsagentur wird sehr gut angenommen und die ersten Termine sind bereits gelaufen.“ Auch er sieht einen hohen Beratungsbedarf bei Jugendlichen, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie.

Jugendberufsagenturen gibt es seit 2013. Es handelt sich dabei nicht um eine neue Behörde, sondern um eine enge Kooperation zwischen Jugendhilfe, Agentur für Arbeit und Jobcenter. Diese Zusammenarbeit hat in den BBS nun einen gemeinsamen Ort, der an vier Tagen in der Woche geöffnet ist. Durch die Wahl des Standortes können viele Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Die Beratung findet im Raum A014 statt, der gut zu finden und barrierefrei erreichbar ist. Übergeordnetes Ziel der Jugendberufsagentur ist die berufliche, soziale und gesellschaftliche Integration aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Kreis Peine.

Zielgruppe sind junge Menschen unter 25 Jahren. Viele würden sich in Umbruchsituationen befinden und hätten ein großes Paket zu tragen, erklärte Norman Anton vom Bildungsbüro des Landkreises Peine. Die Beratung gehe daher über Themen wie Schulabschluss, Berufsorientierung und -wahl hinaus. Sie umfasst zum Beispiel auch Hilfestellung bei der Wohnsituation, der finanziellen Situation oder der Gesundheitsförderung. Durch die enge Abstimmung der Kooperationspartner soll verhindert werden, dass junge Menschen im Umgang mit einzelnen Zuständigkeiten überfordert sind oder sogar auf dem Weg von einem zum anderen Ansprechpartner verloren gehen.

Dienstag, 15. Juni 2021

Führerschein für den Haushalt: BBS-Schüler bereiten sich auf das Leben vor

An den Berufsbildenden Schulen in Vöhrum lernen Schüler einen eigenen Haushalt zu führen – Auch Vertragsrecht wird unterrichtet

Von Nina Schacht

Unterricht an den BBS Peine: Bald soll ein „Hauswirtschafts-Führerschein“ an der Schule angeboten werden. Foto: Büchler

Peine. Welche Reinigungsmittel sind umweltfreundlich? Wie widerrufe ich einen Handy-Vertrag? Und wofür steht die Abkürzung „NK“, wenn man auf Wohnungssuche ist? Auf diese Fragen sollen im Schul-Unterricht künftig eine Antwort gefunden werden. Mit einem „Hauswirtschafts-Führerschein“ will Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Künast (CDU) Schüler auf das Leben vorbereiten. An den Berufsbildenden Schulen in Peine (BBS) sind hauswirtschaftliche Inhalte schon lange Bestandteil des Unterrichts. Bewusste Ernährung, Wäsche waschen, und der Umgang mit Geld – diese Kompetenzen werden an den BBS vermittelt.

„Ich finde die Idee eines Führerscheins interessant, weil man davon viele Dinge im Alltag gebrauchen kann“, sagt Schülerin Darrleen Omelan (17). Hauswirtschaft steht bereits auf ihrem Stundenplan. „Früher konnte ich nicht wirklich gut kochen, das fällt mir mittlerweile leichter“, sagt sie. Auch die Wäschepflege wird an der BBS unterrichtet. „Ich weiß, wie man Kleidung richtig zusammenlegt und ein Hemd ohne Falten bügelt“, so Darleen. Und auch Tricks in der Küche habe sie gelernt, etwa wie eine Mayonnaise gelingt. Was sie gerne noch beim „Hauswirtschafts-Führerschein“ lernen würde? „Wie man eine Steuererklärung macht“, antwortet die 17-Jährige. Ihre Schulkameradin Delia Lobacevskij (18) hofft, dass man „beim Hauswirtschafts-Führerschein auch etwas über Mietverträge erfährt.“

Die Inhalte des Führerscheins gliedern sich in einzelne Module. Bislang wurde das Lernpaket für 400 Lehrer der 75 Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen bereitgestellt, an denen Hauswirtschaft bereits im Lehrplan verankert ist. Auch bewusste Ernährung ist Teil des Führerscheins. „Ich finde es wichtig, dass Schüler wertschätzend mit Lebensmitteln umgehen, gemeinsam kochen und essen“, sagt Maria Zerhusen, Leiterin der BBS. Eine gemeinsame Esskultur ist der Schulleiterin wichtig: So fördere das Fach „Hauswirtschaft“ die Integration von Schülerinnen und Schüler mit Sprachbarrieren, die aber beim Kochen ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen können. An den Schule entstehe eine kulturelle Vielfalt, wenn Lernende Gerichte verschiedener Nationen kochen würden und gleichzeitig sei das Kochen ausländischer Speisen eine Wertschätzung für die Schüler und ihrer Kultur.

Wissen über gesunde Ernährung sei auch deshalb wichtig, weil „viele Jugendliche eine Essstörung haben oder unter Übergewicht leiden“, sagt ihre Kollegin. An den BBS lernen sie, sich bewusst zu ernähren. „Wir unterteilen dabei nicht in gute und böse Lebensmittel und wir zählen natürlich auch keine Kalorien“, sagt die Teamleiterin. Vielmehr gehe es darum, Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe kennen zulernen, genauso wie Prüfsiegel. „Schüler sollten wissen, welches Fleisch aus Massentierhaltung stammt – und welches nicht“, so Friedericke Bartels-Beck.

„Wir haben auch Schüler, die Handy-Verträge abgeschlossen haben und sie dann nicht bezahlen konnten“, ergänzt Friedericke Bartels-Beck, Teamleiterin für Hauswirtschaft an dernBBS. Der Umgang mit Geld – und das Widerrufsrecht gehören ihrer Meinung nach unbedingt auf den Stundenplan – und sind Teil des Führerscheins.

Für den „Hauswirtschafts-Führerschein“ sind vier Unterrichtsstunden pro Woche vorgesehen. Bis zur Prüfung dauert es sechs Monate bis ein Jahr. An den BBS könnte der Führerschein bereits nach den Sommerferien starten. „Wir sind derzeit in der Planung“, sagt Zerhusen. Vorstellbar sei auch, den Führerschein allen Schülern anzubieten. Auch Lernenden in den Bereichen Wirtschaft, Bau, Sozialpädagogik und Pflege.

Peiner betont: „E-Auto macht Spaß, ist klimaneutral und günstig“

Der Vöhrumer Energieberater Olaf Brokate ist bereits seit 2019 elektrisch unterwegs und schildert seine Erfahrungen

Von Thomas Kröger

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Das E-Auto des Vöhrumers Olaf Brokate.fotos (2): Thomas Kröger

Vöhrum. Er ist ein überzeugter Fahrer eines Elektro-Autos und möchte seinen Kia e-Soul nicht mehr missen: Olaf Brokate aus Vöhrum ist bereits seit 2019 elektrisch unterwegs und schildert seine Erfahrungen. Er freut sich sehr, dass es die Initiative „pe-mobil“ gibt und das Thema Elektromobilität in der Region beleuchtet.

Der Energieberater betont: „Ich kann es ganz einfach auf den Punkt bringen. Ich fahre ein E-Auto, weil das Fahren einfach Spaß macht, weil es klimaneutral ist und weil es bezüglich der Gesamtkosten für mich am günstigsten ist.“ Daher sei er 2019 von einem Hybridwagen auf den Kia e-Soul umgestiegen. „Ich habe das Auto für vier Jahre geleast, und es gab noch nie technische Probleme. Schön ist auch, dass das E-Auto steuerfrei ist und die Wartungen im Vergleich zu einem normalen Verbrenner-Fahrzeug sehr günstig sind“, erklärt der 49-Jährige. Hintergrund: Der aktuelle Listenpreis für den Kia e-Soul liegt bei etwa 35 000 Euro, abzüglich 9000 Euro staatliche Förderung. Wichtig ist ihm zu betonen, dass man bei einem E-Auto wegen zu geringer Reichweite keine Angst haben müsse. Der Vöhrumer weiter: „Wenn ich normales Tempo fahre, schaffe ich mit einem gut aufgeladenen Akku immer 450 Kilometer. Und wenn es als extreme Situation wirklich einen eiskalten Winter mit viel Gegenwind gibt, sind es mindestens 300 Kilometer.“ Damit könne er auch als Geschäftsmann, der oft unterwegs ist, locker alle Strecken bewältigen.

Und der Kia e-Soul sei auch groß genug für die vierköpfige Familie, „wobei unsere Söhne schon erwachsen sind“. Ein wichtiger Hinweis: „Der Akku sollte möglichst zwischen 20 und 80 Prozent geladen sein, dann erreicht der Akku eine höhere Lebensdauer. “ Und diese Fahrleistung ist wirklich beeindruckend, auch weil man sie überhaupt nicht erwartet, wenn das E-Auto mit Automatik leise und verhalten aus dem Carport summt. Doch wenn die Bremse gelockert und das Gaspedal leicht berührt wird, zeigt der Kia seine geballte Kraft. „Ich bin vor Kurzem auf die A 2 gefahren und habe beim Antritt einen Porsche 911 hinter mir gelassen. Der Porschefahrer hat nur große Augen gemacht“, sagt Brokate schmunzelnd. Die sehr gute Beschleunigung und den Fahrspaß, insbesondere wenn er von „Eco“ auf „Sport“ umstellt, konnte ich bei einer kleinen Probefahrt auch selbst erleben.

Geladen wird der Wagen meistens an der heimischen Wallbox, die im Carport hängt. Der 49-Jährige sagt. „Nach etwa 18 Stunden ist das Auto auch nach einer Fahrt bis Hamburg und zurück hier wieder voll geladen.“ Zu den Kosten: Mit etwa 1200 bis 1600 Euro schlägt eine Wallbox zu Buche – allerdings fördert der Bund die Installation im privaten Bereich mit 900 Euro pro Wallbox. Besonders smart bei Brokate: Er hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die auch Strom für das E-Auto produziert.

Ärgerlich findet es der Vöhrumer, dass es im Kreis Peine noch keine öffentliche Schnell-Ladesäule mit wenigstens 50kW-Gleichstromanschluss gibt, die ein E-Auto nach ca.45 Minuten aufgeladen hat. Er wünscht sich, dass es diese Säulen bald auf dem Hagenmarkt, Echternplatz und Schützenplatz gibt. „Das wäre bei einem fairen Tarif ein wirklicher Anreiz für E-Autofahrer für eine Pause oder einen Einkauf sogar von der

A 2 in die City abzubiegen.“ Leider gebe es bislang nur wenige und leistungsschwache Säulen, bei denen das Laden mehrere Stunden dauert. „Bitte nicht missverstehen, ich finde es toll, dass die Stadtwerke Peine das kostenlos anbieten, aber auf Dauer ist das zu wenig“, ist sich der Energieberater sicher. Und noch einen Tipp hat er in diesem Zusammenhang: „Manchmal parken Autos die Ladesäulen so zu, dass sie nur schwer zu erreichen sind. Daher sollte man immer ein acht Meter langes Typ2-Ladekabel dabei haben.“

Was Brokate noch stört, sind die intransparenten Preismodelle an den deutschen Ladesäulen. Die Preise würden sich je nach Anbieter zwischen 30 Cent und einem Euro pro Kilowattstunde bewegen. „Manchmal kann man aber gar nicht erkennen, wie hoch der Preis letztendlich ist. Das ist wie Stochern im Nebel. Da muss der Staat dringend eine einheitliche Kennzeichnungspflicht einführen.“ Dagegen sei das Planen von langen Fahrstrecken kein großes Problem, „da es im Internet verschiedene Seiten gibt, die alle Ladesäulen für E-Autos in Europa anzeigen“. Und auch auf dem Display des Kia würden automatisch die nächstgelegenen Stationen aufblinken.

Wer öfters die gleiche Langstrecke fährt, sollte prüfen ob es am Zielort oder unterwegs einen lokalen Ladestrom-Anbieter gibt, bei dem man sich direkt als E-Mobilitätskunde anmelden kann. Das kann viel Geld sparen, denn die sogenannten Roamingdienstleister verteuern das Laden unterwegs sonst zusätzlich.

Und ist auch eine lange Fahrt mit dem E-Auto in den Urlaub – etwa nach Österreich – problemlos möglich? Der Vöhrumer antwortet ganz pragmatisch: „Das geht auch. Diese Frage stellt sich für uns aber nicht, denn da fahren wir natürlich mit der Bahn. Das Reisen im Zug auf langen Strecken ist viel entspannter, günstiger und auch klimafreundlicher.“ Der Vöhrumer bleibt sich ökonomisch und ökologisch treu.

Vöhrumhaus No. 5 startet Konzerte

Heidi Spenke und ihr Team freuen sich auf Gäste – Kultur-Kleinod besteht seit 40 Jahren

Vöhrum. Das darf gefeiert werden: Am Wochenende, 19./20. Juni, findet der musikalische Auftakt für die Klappstuhlkonzerte am Vöhrumhaus No. 5 statt. Natürlich immer noch unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften. Deshalb wird wettertaugliche Kleidung empfohlen. Masken sind Pflicht. Eigene verpackte Snacks und Getränke dürfen verzehrt werden. Auf ein gesundes Wiedersehen freuen sich Heidi Spenke und ihr Team. Das Vöhrumhaus No. 5 an der Kirchvordener Straße 5 in Vöhrum ist seit fast 40 Jahren ein Kleinod an Kultur.

Das Duo Cello und Klavier tritt am Samstag, 19. Juni, ab 17 Uhr auf. Es musizieren Carlo Lay am Cello und Christina Stuart am Klavier und Cello. Die Stipendiaten des Yehudi Menuhin LMN-Vereins spielen Werke von Boccherini, Chopin, Schostakowitsch, Tschaikowski, Schubert, Rachmaninow und anderen. Eine Matinée findet Sonntag, 20. Juni, ab 12 Uhr statt. Jocelyne Fillion-Kelch spielt diverse Flöten.

Ein buntes Programm mit den Straßenmusikern der „Gruppe BLANK“ aus Berlin wird am Samstag, 17. Juli, ab 17 Uhr angeboten. Am darauffolgenden Sonntag, 18. Juli, gibt es ab 12 Uhr eine Matinée mit Hubert Käppel an der Gitarre und Michael Dauth an der Geige.

Der Eintritt ist frei, über einen Kostenbeitrag freuen sich die Künstler. Zu diesen öffentlichen Veranstaltungen ist jeder herzlich eingeladen. Nähere Informationen gibt es auch unter www.voehrumhausno5.de auf der Hompage.

Bahnhof in Vöhrum: Kein Zustieg Richtung Peine

Deutsche Bahn erneuert Sicherungstechnik und Straße – Schienenersatzverkehr eingerichtet – Bahnübergang voll gesperrt

Von Mirja Polreich

Der Bahnübergang Vöhrum ist gesperrt.Foto: Michael Lieb

Vöhrum. Aufgrund von Bauarbeiten am Vöhrumer Bahnhof ist der Zustieg in Fahrtrichtung Peine/Braunschweig derzeit nicht möglich. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn mitteilte, entfallen vorerst bis zum 7. Juli die Halte der Züge in dieser Richtung. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) ist eingerichtet.

Hintergrund ist, dass die Sicherungstechnik am Bahnhof erneuert und der Bahnübergang verbreitert wird, und dieser dafür komplett gesperrt werden muss. Der Bahnsteig auf der Südseite ist deshalb nicht erreichbar.

Fahrgäste in Richtung Braunschweig können ab Vöhrum Busse nutzen und in Peine in die Züge der Westfalenbahn umsteigen. Fahrgäste mit Fahrtziel Vöhrum, die aus Richtung Hannover/Hämelerwald kommen, bleiben im Zug bis zum Bahnhof Peine und haben dort die Möglichkeit, in die Busse des SEV in Richtung Vöhrum umzusteigen.

In Vöhrum halten die Busse an der Ersatzhaltestelle am Bahnhof in der Wendeschleife sowie zusätzlich an der Bushaltestelle Vöhrum, Kirchvordener Straße. In Peine hält der Bus abweichend von der Ersatzhaltestelle direkt neben Gleis 2 an der Fernbushaltestelle Peine an der Braunschweiger Straße.

In der Gegenrichtung (Hannover/Hämelerwald) wird der Bahnsteig in Vöhrum wie gewohnt angefahren.

Bei den Bauarbeiten wird die vorhandene alte Bahnübergangssicherungsanlage durch eine neue Anlage ersetzt. Dazu gehören Lichtzeichen, Andreaskreuze sowie Vollschranken mit Gitterbehang. Zudem wird eine Akustik mit Lautsprechern sowie einer integrierten Tag-/Nachtabsenkung installiert.

Neben der Schrankenanlage wird auch die Fahrbahn erneuert und verbreitert. Laut Bahnsprecherin wird diese für den Begegnungsfalls eines Traktors und eines Pkw beziehungsweise zweier Lastkraftwagen auf eine Mindestbreite von 5,50 Metern ausgebaut. Um eine optimale Verzahnung der Verbreiterungsbereiche mit dem Bestand zu erreichen, wird der Asphaltoberbau mindestens einen Meter über die vorhandene Fahrbahn hinaus erneuert. Zusätzlich wird das vorhandene Schalthaus auf Bahngrund zurückgebaut und durch ein neues an gleicher Stelle ersetzt. Die Kosten belaufen sich auf rund 800 000 Euro.

Die Baumaßnahmen sowie die Sperrung und die Umleitungen seien mit den zuständigen Behörden vor Ort abgestimmt und genehmigt. Die Deutsche Bahn bittet alle Betroffenen um Verständnis für die entstehenden Unannehmlichkeiten.

Montag, 14. Juni 2021

Owl Town Session gibt erstes Konzert nach langer Pause

Eixe: Irische und schottische Klänge am See im kleinen Kreis unter Einhaltung der Corona-Regeln

Von Nicole Laskowski

17 Musiker spielten gemeinsam irische und schottische Lieder.Foto: Nicole Laskowski

Eixe. Lange haben die Fans keltischer Musik warten müssen, bis sie die Musiker von „The Owl Town Irish and Scottish Session“ wieder live und in Farbe erleben durften. Bedingt durch die lange Corona-Krise, aber auch die Schließung des Owl Town Pub musste eine mehrmonatige Pause eingelegt werden. Dafür war die kleine Konzert-Premiere am Eixer See am Freitagabend ein umso größerer Erfolg.

17 Musiker hatten sich mit ihren Instrumenten um einen großen Tisch versammelt und stimmten immer wieder die schönen, zum Teil sehr alten Melodien an. „Maid Behind the Bar“ oder „West Kerry Polka“ erklangen mit Flöten, Fiddle, Banjo, Harfe, irischem Dudelsack und Bodhran, einer irischen Trommel. Viele Lieder wurden mit Gesang begleitet und auch an den Tischen der Gäste stimmten viele mit ein.

„Wir haben heute auch mal wieder unseren Stammtisch zusammengerufen, nach fast einem Jahr Pause. Die Resonanz ist riesig. Normalerweise sind wir so zehn bis zwölf Leute, heute haben sich 40 angemeldet. Die Lust, mal wieder rauszugehen, Musik zu hören, die Füße in den Sand zu stecken und einen Cocktail zu trinken ist groß“, freute sich Margret Horneffer vom Scottish Culture Club. Künftig soll der Stammtisch wieder regelmäßig am zweiten Freitag des Monats stattfinden. Neues Clublokal und auch Übungsort der Pipe-Band sowie Schauplatz weiterer Musik-Sessions ist fortan das Eixer Haus am See.

Das Wetter spielte Musikern und Gästen am Freitagabend perfekt in die Karten. Bei lauen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein zogen sogar schon erste mutige Schwimmer ihre Bahnen im doch noch sehr kühlen Nass. An der Grillhütte vor dem Haus am See zog sich die Schlange bis weit über den Parkplatz, wobei sich alle vorbildlich an die Abstands- und Maskenregel hielten und geduldig auf den Renner des Abends – Currywurst mit Pommes – warteten.

„Es ist erstmal sehr ungewohnt, wirklich wieder rauszugehen und Leute zu treffen, aber ich freue mich natürlich, dass es wieder möglich ist. Die irische und schottische Musik mag ich sehr“, meinte Jennifer Rosenthal, die am Stammtisch teilnahm.

Auch wenn man aufgrund der Weitläufigkeit des Außengeländes nicht überall viel von der Musik hörte, genossen alle den schönen Abend. „Endlich ist es wieder möglich. Auch die Pipe-Band darf wieder üben. Die Zeit seit dem letzten Treffen war wirklich sehr lang. Heute genießen wir den Abend in netter Gesellschaft dafür umso mehr“, bekräftigten die Schottland-Fans Dagmar Pesta und Christian Melich. Wer Interesse an schottischer Musik und Lebensart hat, kann sich auf der Internetseite www.scottish-culture-club.de über den Verein und seine Angebote informieren. Neue Mitglieder sind immer willkommen.

Kein Führerschein und zu schnell

Symbolfoto: Die Polizei kontrollierte den 62-jährigen Micro-Car-Fahrer in Eixe. Foto: Patrick Seeger/dpa

Peine/Eixe. Ohne Führerschein und noch dazu zu schnell ist ein 62-Jähriger aus Uetze im Kreis Peine unterwegs gewesen: Der Mann fuhr am Freitagnachmittag mit einem sogenannten Micro-Car, das laut gesetzlicher Bestimmung nicht schneller als 25 km/h sein darf. Die Polizei folgte dem Fahrzeug, das mit bis zu 50 Stundenkilometern unterwegs war, von Peine bis nach Eixe.

Am dortigen See hielt die Streifenwagenbesatzung den 62-Jährigen schließlich an. Bei der Kontrolle kam heraus, dass der Mann keinen gültigen Führerschein besitzt. Der Uetzer muss sich nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.

Samstag, 12. Juni

34-Jährige muss Führerschein abgeben

Vöhrum. Mit ihrem Auto beschädigte sie ein anderes Fahrzeug auf dem Supermarktparkplatz an der Kirchvordener Straße in Vöhrum. Bei der Unfallaufnahme am Donnerstag gegen 7.10 Uhr stellte die Polizei fest, dass die 34-Jährige unter Alkohol-Einfluss stand. Eine Messung ergab 1,7 Promille. Die Beamten veranlassten die Entnahme einer Blutprobe und stellten den Führerschein der Frau sicher. Zudem wurde ihr die Weiterfahrt untersagt.

BBS Peine: Freie Plätze für generalistische Pflegeausbildung

Angebot für Absolventen von Realschulen und zehnten Klassen an Hauptschulen

Das Angebot gilt an den Berufsbildenden Schulen Peine ab dem kommenden Ausbildungsjahr.Foto: Archiv

Vöhrum. Die Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises Peine in Vöhrum bieten zum kommenden Ausbildungsjahr erneut die generalistische Pflegeausbildung an. „In dieser zukunftsfähigen und qualitativ hochwertigen Ausbildung sind Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zusammengeführt worden. Die Ausbildungsinhalte wurden den fachlich gestiegenen Anforderungen an die Versorgung in der Pflege angepasst“, erklärt Maria Zerhusen, Leiterin der BBS. Das Ausbildungsangebot, für das es noch freie Plätze gibt, richtet sich an Absolventen von Realschulen sowie der zehnten Klassen an Hauptschulen.

„An unserer Schule können wir dank unserer hochkompetenten Lehrkräfte eine fundierte und qualitativ hochwertige Ausbildung anbieten. Dabei werden nicht nur pflegerische Themen vermittelt. Vielmehr wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern durch zusätzliche allgemeinbildende Inhalte und praxisnahe Arbeit an Fällen eine ganzheitliche Betrachtung des Berufsfeldes und der Patienten ermöglichen“, so die Schulleiterin.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten drei Jahre lang eine generalistisch ausgerichtete Ausbildung, der praktische Teil gliedert sich in Pflichteinsätze wie stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege, ambulante Akut-/Langzeitpflege und pädiatrische und psychiatrische Versorgung sowie einen Vertiefungseinsatz in einem der Bereiche. Darüber hinaus gibt es weitere Einsätze wie zum Beispiel in der Rehabilitation, in der palliativen Versorgung und Pflegeberatung. Träger der Ausbildung sind Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Krankenhäuser. Die Ausbildungsvergütung erfolge mindestens nach Tarif, in den meisten Fällen sogar darüber.

„Die Auszubildenden haben mit der Generalistik sehr gute Karrierechancen, denn nach dem erfolgreichen Abschluss stehen ihnen alle Möglichkeiten in der Pflege offen. Auch ein anschließendes Studium mit dem Abschluss Bachelor mit Berufszulassung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ist möglich“, berichtet Pflegekoordinatorin Kathrin Homann.

Neben den schulischen Voraussetzungen sollten Interessenten kommunikativ und belastbar sein, über Planungs- und Organisationsfähigkeiten verfügen sowie flexibel und mobil sein. „Es ist eine anspruchsvolle und fordernde Ausbildung, bei der man sich aber auch persönlich stark einbringen und Verantwortung übernehmen kann“, so Pflegekoordinatorin Janine Gastorf.

Ab Sommer ist es zudem für Hauptschüler ab Klasse 9 möglich, an der BBS eine Ausbildung zur Pflegeassistentin/zum Pflegeassistenten zu absolvieren. Diese stellt einen Vorläufer der generalistischen Pflegeausbildung dar und dauert zwei Jahre. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, in das zweite Ausbildungsjahr der Generalistik einzusteigen.

Fragen rund um die Generalistik beantworten die Pflegekoordinatorinnen Janine Gastorf unter Telefon (0 51 71) 94 05 70 und Kathrin Homann unter Tel. (0 51 71) 94 05 69 oder per E-Mail an pflegekoordination@bbs-peine.eu.

Freitag, 11. Juni 2021

Mit 3,5 Promille gegen Mauer geprallt

Vöhrum: Ein betrunkener Autofahrer hat bei einem Unfall eine Gartenmauer durchbrochen.foto: archiv

Vöhrum. Erheblich unter Alkohol hat ein 39-jähriger Autofahrer bei einem Verkehrsunfall auf der Herrenfeldstraße in Vöhrum gestanden. Eine Messung mit dem Alkomaten habe einen Wert von 3,5 Promille ergeben, berichtete Polizeisprecher Matthias Pintak.

Der 39-jährige hatte am Donnerstagmorgen um 0.10 Uhr ein am Straßenrand geparktes Auto touchiert. Anschließend sei er über einen Grünstreifen gefahren und habe im weiteren Verlauf mit seinem Wagen eine Grundstücksmauer durchbrochen. Die Mauer wurde stark beschädigt und das Fahrzeug musste abgeschleppt werden. Die Schadenshöhe beziffert Pintak mit rund 4000 Euro. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch.

Der Unfallverursacher blieb offenbar unverletzt und musste zur Blutprobe ins Klinikum Peine. Sein Führerschein wurde sichergestellt. Außerdem kommt auf den Mann eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs zu.

Irish & Scottish Session am Eixer See

Peine. Das erste Mal seit der Schließung des Owl Town Pub trifft sich „The Owl Town Irish & Scottish Session“ mit Musikerinnen und Musikern aus der Umgebung am Eixer Haus am See, um eine über 40 – jährige Peiner Tradition fortzuführen. Mit irischen und schottischen Traditionals, gespielt auf Banjos, Fiddles, Tin Whistles, Flutes, Bodhrans, Mandolinen, Gitarren, Harfen, Bouzoukis und Dudelsäcken, wird über den Eixer See erstmalig die keltische Live Musik erklingen. Die Veranstaltung findet statt am Freitag, 11. Juni, ab 19 Uhr. Es wird kein Eintritt erhoben, die Musiker freuen sich aber über eine Spende.

Donnerstag, 10. Juni 2021

Treffen der Vöhrumer Vereine

Vöhrum. Vertreter der Vöhrumer Vereine, des Ortsrates, der Kirchen, der Schulen und der Kitas treffen sich am Mittwoch, 9. Juni, vor der Gaststätte „Zur Erholung“ am Hainwaldweg. Der Beginn der Sitzung ist um 19 Uhr ,und es geht vor allem um das Thema „1000 Jahre Vöhrum“ und Berichte aus dem Ortsrat. Wegen Corona muss jeder Teilnehmer eine medizinische Gesichtsmaske tragen.

Mittwoch, 9. Juni 2021

BBS Peine informiert: Welcher Beruf ist der Richtige?

Peiner Betriebe und BBS vernetzen sich – Beim „Drive-In“ wird ein Autoparkplatz zur Ausbildungsbörse

BBS Peine: Schulleiterin Maria Zerhusen gibt Tipps zur Berufswahl. foto: Archiv

Welcher Beruf ist der Richtige? Wie gelingt der Übergang von der Schule in die Ausbildung? Die Berufsbildenden Schulen Peine (BBS) unterstützen Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in das Berufsleben. Seit 30 Jahren findet an der BBS an der Pelikanstraße in Vöhrum der Berufsfindungsmarkt statt, „ein Leuchtturmprojekt der Schule“, wie Schulleiterin Maria Zerhusen mitteilt. Aber auch auf anderen Wegen möchte die Schule Lernende bei der Berufsorientierung im Landkreis Peine unterstützen:

So hat die Schule die Jugendberufsagentur (JBA) etabliert. „Die JBA ist eine Kooperation aus der Agentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendhilfe, die gemeinsam mit uns Jugendliche beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf unterstützt“, so Zerhusen. Ein weiteres Angebot sei das BBS Peine TV, das während der Corona-Pandemie eingerichtet wurde. Dort können sich Schülerinnen und Schüler online beraten lassen.

Die BBS Peine organisiert während Corona zum zweiten Mal die „Drive In“-Ausbildungsplatzbörse. Am 8. Juli haben Jugendliche nachmittags die Möglichkeit, sich auf dem Parkplatz der BBS Peine im direkten Gespräch mit ansässigen Ausbildungsbetrieben zu informieren. „Ein großer Wunsch der BBS Peine besteht darin, dass auch die allgemeinbildenden Gymnasien sich stärker für Berufsorientierungsmaßnahmen der BBS Peine öffnen mögen“, so Zerhusen. Denn es bestehe noch Entwicklungspotenzial. Die BBS erarbeite derzeit ein Abiturientenprogramm, das berufliche Bildungsgänge für Abiturientinnen und Abiturienten attraktiv gestalten soll.

Zum Berufsfindungsmarkt lädt die BBS Peine Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen im Landkreis ein. Dort werden Gewerke und Bildungsgänge der BBS schülernah und praxisorientiert vorgestellt. Die Veranstaltung werde in enger Kooperation mit den Schulen im Landkreis Peine und der Regionalen Landesamt für Schule und Bildung vorbereitet.

Für den Übergang in den Beruf setzt die BBS auch auf eine Vernetzung mit der örtlichen Wirtschaft, der Wito, der IHK Braunschweig sowie mit den Handwerkskammern – und ist Mitglied in der Kaufmannsgilde. Als Leitstelle der „Region des Lernens“ will die BBS Bildungseinrichtungen und außerschulische Organisationen im Landkreis miteinander verknüpfen. Mit dabei sei unter anderem die Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft, die Caritas und der Landkreis.

Dienstag, 8. Juni 2021

Minihühner sind im Ökogarten

in Vöhrum eingezogen

Der Garten war erstmals wieder für Besucher geöffnet – Schafschur als Hauptattraktion

Von Nicole Laskowski

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Die Seramas-Hühner lassen sich anfassen und auf den Arm nehmen (links). Rene Schattenberg (rechts) befreite die Ökogarten-Schafe von ihrer Wolle.Fotos (2): nicole Laskowski

Vöhrum. Nach vielen Monaten ohne den obligatorischen Besuchersonntag Anfang des Monats ging es am Sonntag im Ökogarten Vöhrum endlich wieder etwas lebhafter zu. „Besuchersonntag light“ hieß das Motto. Durch die stark sinkenden Corona-Inzidenzzahlen durften kleine und große Natur- und Tierliebhaber wieder durch den Garten streifen.

Ein großes Programm gab es allerdings nicht, aber die in voller Blüte stehende Natur war auch ohne spezielle Angebote sehenswert. Wer wollte, durfte auch Kaninchen, Meerschweinchen und Ponys streicheln. Außerdem warteten neue Ökogarten-Bewohner auf Besuch – die Seramas.

„Das ist die kleinste Hühnerrasse der Welt. Bei uns sind die Tiere zu Ostern geschlüpft. Sie sind ganz zutraulich und wir möchten mit ihnen auch den Kindern, die sonst ängstlich sind, zeigen, wie man mit Hühnern umgeht, dass man sie durchaus anfassen und auch auf den Arm nehmen kann“, berichtet Ökogarten-Chefin Betina Gube. Die lange Pause hat sie zusammen mit ihrem Team gut genutzt. So gibt es mit der neu angelegten „blauen Ecke“ jetzt ein zweites Freiluftklassenzimmer. Überall erklären neue Infotafeln Wissenswertes zur Tier- und Pflanzenwelt, alle Zäune sind erneuert, und der Insektenlehrpfad wurde zum barrierefreien Naturl ehrpfad umgestaltet. „Größtes Projekt war aber der Umbau unseres Gewächshauses zum Event-Center. Es gibt dort jetzt eine kleine Bühne, einen Regieraum und einen zweiten Fluchtweg, sodass künftig kleine Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte dort stattfinden können“, erklärt Gube. Höhepunkt des Besuchersonntags war das Scheren der 15 Schafe, darunter seltene und alte Rassen. Dafür war eigens Schafscherer Rene Schattenberg angereist. Auf einem eigens aufgebauten Gestell befreite er mit der elektrischen Schermaschine Tier um Tier von der dicken Wolle. Gleichzeitig brachte er auch noch die Klauen der Schafe wieder in Form und verabreichte Wurmkuren.

Die geschorene Wolle wird im Ökogarten Verwendung finden. „Wir nutzen sie als Bodendünger oder als Wasserspeicher unten in den Pflanzkästen. Sie ist auch ein prima Schneckenschutz, denn die Schnecken mögen da nicht drüber kriechen. Ein Teil der Wolle wird auch gereinigt und dann zum Filzen verwendet“, sagt die Ökogarten-Chefin abschließend.

Wenn die Inzidenzzahlen so niedrig bleiben wie im Moment, soll es in den kommenden Monaten wie gewohnt mit den Besuchersonntagen weitergehen. Nächster Termin ist dann der 4. Juli.

Montag, 7. Juni 2021

Kinderfeuerwehr Vöhrum: So geht es für die „Löschfrösche“ weiter

Das Programm soll nach den Sommerferien wieder starten – Kinderabteilung feiert zehnjähriges Bestehen

Von Nina Schacht

Die „Löschfrösche“ aus Vöhrum mit Betreuern und Ortsbrandmeister Andreas Schneider. Fotomontage: Lennart Kutzner/lk

Vöhrum. Schläuche kuppeln. die Notrufnummer wählen – die „Löschfrösche“ wissen wie das geht. Die jüngsten Mitglieder der Vöhrumer Feuerwehr lernen, wie man sich im Brandfall verhält und üben sogar schon das Löschen. In diesem Jahr feiert die Kinderfeuerwehr zehnjähriges Bestehen. Wegen Corona mussten sie auf gemeinsame Treffen verzichten. Doch nach den Sommerferien soll es wieder losgehen.

Die Faszination für die Feuerwehr ist ungebrochen: Feuerwehrautos und Blaulicht faszinieren Kinder. „In vielen Kinderbüchern wird ja bereits über die Arbeit der Feuerwehr berichtet“ , so Kutzner. Und als Mitglied in der Feuerwehr gibt es dann sogar eigene Bundhosen mit Reflexstreifen für die Kinder. „Das motiviert sehr und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagt Kutzner.

Die Mitgliederzahlen in der Kinderfeuerwehr sind seit der Gründung stabil. 14 Kinder sind derzeit mit dabei, maximal 20 „Löschfrösche“ können bei den Treffen, die an jedem ersten Samstag im Monat stattfinden – teilnehmen. „Wir hatten auch während Corona Anfragen, aber wir konnten leider kein Programm anbieten“, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Lennart Kutzner. Das soll sich bald wieder ändern. Zum runden Geburtstag in diesen Tagen müssen die Verantwortlichen zwar auf eine große Feier verzichten, doch die Kinderfeuerwehr soll nach den Sommerferien wieder losgehen. In der Zwischenzeit wurde zu Hause geübt: „Wir haben Rätsel, Bastelanleitungen und Knotensäckchen zur Ausbildung verteilt“, so Kinderfeuerwehrwartin Melanie Gerstenberg, die seit der Gründung mit dabei ist.

Die Kinderabteilung ist für die Vöhrumer Feuerwehr ein wichtiger Baustein bei der Rekrutierung des Nachwuchses: Mittlerweile sind einige der Gründungsmitglieder der Kinderfeuerwehr schon bei ihren ersten Einsätzen dabei gewesen. „In dieser Hinsicht hat sich die Gründung der Kinderfeuerwehr allemal gelohnt. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr sichert sie verlässlich den Nachwuchs für die Einsatzabteilung“, so Ortsbrandmeister Andreas Schneider. Viele junge Mitglieder wechseln nach der Kinderfeuerwehr in die Jugendabteilung. „Wir sind mit der Quote sehr zufrieden“, so Kutzner. Ab einem Alter von 16 Jahren ist ein Eintritt in die aktive Wehr, also die Einsatzabteilung möglich. Derzeit sind dort zehn Feuerwehrmänner aktiv, die sich einst in der Jugendabteilung engagierten. In der Regel hat die Kinderfeuerwehr eine höhere Nachfrage als Plätze vorhanden sind. „Wir wissen, dass eine Warteliste nicht so schön ist, wollen aber einen Betreuungsschlüssel einhalten“, sagt Kutzner. Etwa sieben Betreuerinnen sind aktuell tätig, vier bis fünf sind bei den Treffen mit dabei. „Wer Interesse hat, sollte aber in jedem Fall nachfragen“, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Offene Pforte im Ökogarten Vöhrum

Vöhrum. Der Ökogarten der IGS Peine in Vöhrum öffnet am Sonntag, 6. Juni, zwischen 10 und 16 Uhr im Rahmen der Aktion „Offene Pforte Peine“. Besucher können verschiedene Lebensräume für Tiere und Pflanzen entdecken. Neben Heilkräutern, Obst und Gemüse gibt es beispielsweise einen Teich mit Trockenmauer. Es findet ein Sommerfest mit Schauscheren der Schafe und eine Tombala statt. Der Eintritt beträgt zwei Euro und ist eine Spende für gemeinnützige Zwecke.

Dienstag, 1. Juni 2021

Telgte: Nachbarn löschen mit Gartenschlauch

Poolhaus-Brand: Feuerwehr lobt vorbildlichen Einsatz – Besitzer hatte zuvor Unkraut abgeflammt

Von Michael Lieb

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Die Dachkonstruktion des Poolhauses ist hinüber, die Feuerwehr war mit 22 Einsatzkräften vor Ort.fotos (2): Michael Lieb

Telgte. Es waren möglicherweise die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen der Profis: Bei einem Poolhausbrand am Montagabend am Finkenweg in Telgte haben vier Nachbarn durch ihr beherztes Eingreifen mit Gartenschläuchen geholfen, die Flammen in Schach zu halten. „Wären sie nicht gewesen, hätte das Feuer sicherlich größere Ausmaße angenommen“, sagte Gruppenführer Lennart Kutzner.

Der 86-Jährige Grundstückseigentümer soll zuvor mit einem Gasbrenner Unkraut abgeflammt haben. Dabei sei die Holzkonstruktion der Poolüberdachung in Brand geraten, hieß es an der Einsatzstelle. Um 16.53 war der Notruf in der Leitstelle eingegangen, fünf Minuten später war die Feuerwehr vor Ort. Die 22 Einsatzkräfte lösten dann die Helfer aus der Nachbarschaft ab und konnten das Feuer dank der Vorarbeit relativ schnell unter Kontrolle bringen, so Kutzner.

Alarmiert wurden unter Stufe „Feuer 2“, die schon für etwas größere Einsätze steht, die Feuerwehren aus Eixe, Vöhrum, Röhrse und Peine, letztere konnte mitsamt Drehleiter allerdings vorzeitig wieder abbestellt werden. Um 17.28 Uhr war das Feuer vollständig gelöscht. Vor Ort waren auch Kräfte von Polizei und Rettungsdienst, die glücklicherweise nicht eingreifen mussten. Verletzt wurde niemand. Kutzner schätzt den Schaden an dem Gebäude auf mehrere tausend Euro.

Der Gruppenführer betont: „Die Nachbarn haben uns mit ihrem Einsatz wirklich die entscheidenden fünf bis zehn Minuten gerettet. Ihr Einsatz war in jeder Hinsicht vorbildlich.“