Zeitungsartikel Mai 2021
Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, Mai 2021
Donnerstag, 27. Mai 2021
IGS Peine bewirbt sich um Robotik-Labor
Schüler sollen Roboterarme programmieren, die zeichnen oder schreiben
Der 3-D-Drucker an der IGS Peine: Nun bewirbt sich die Schule um ein eigenes Robotik-Labor.Foto: IGS Peine
Vöhrum. Im Rahmen der Landesinitiative n-21 „Menschen-Roboter-Kollaboration – Robonatives“ hat die Integrierte Gesamtschule (IGS) Peine den Aufbau eines schuleigenen Robotik-Labors konzipiert und einen umfassenden Antrag eingereicht. Das Robotik-Labor in Vöhrum soll einen weiteren Baustein im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung darstellen und die Schülerinnen sowie Schüler noch besser auf die digitale Lebens- und Berufswelt vorbereiten.
Jüngere Schüler programmieren Roboterarme, die schreiben oder zeichnen, höhere Jahrgänge konzipieren Hochregallager und Produktionsstraßen und setzen diese mit den Wahlpflichtkursen Technik um: So sieht das jahrgangs- und fächerübergreifende Konzept für das Robotik-Labor aus, das die Lehrkräfte Dr. Burkhard Höfling, Thomas Seifert und Dieter König geplant haben.
„Ziel ist es, praktische Erfahrungen zu sammeln und vor dem Hintergrund des Bedarfs an technischen Fachkräften die Neugier und Faszination für informationstechnische Berufe zu wecken und unterschiedliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, sagt Thomas Seifert, Fachbereichsleiter Arbeit-Wirtschaft/Technik (AWT). „Parallel planen wir, dass regionale Unternehmen und Hochschulen aus dem Bereich Robotik ihre Ausbildungsmöglichkeiten hier bei uns an der IGS Peine vorstellen.“
Das Thema Robotik ist an der IGS Peine an der Pelikanstraße nicht neu, die Arbeitsgemeinschaften 3D-Druck und Robotik, in der bereits mit Lego-Robotern gearbeitet wird, sowie die Arbeit mit einem CAD/CAM-System bieten den Lernenden praktische Einblicke in diese Materie. Ein CAD/CAM-System bietet eine nahtlose Verbindung zwischen Konstruktion, Programmierung, Simulation und anschließender Fertigung von verschiedenen Teilen auf der Werkzeugmaschine.
„Schon jetzt ist die IGS Peine in diesem Bereich sehr gut aufgestellt“, macht Schulleiterin Ulla Pleye deutlich. So gebe es an der Gesamtschule in Vöhrum bereits eine Eins-zu-eins-Ausstattung der Oberstufenschüler mit iPads. Eine Erweiterung der individuellen digitalen Ausstattung auf die Jahrgänge ab Klasse 8 sei bereits beschlossen und auf dem Weg der Umsetzung im kommenden Schuljahr. Insgesamt sei die IGS Peine im Hinblick auf die Ausstattung mit Laptops und iPads gut aufgestellt. So sei es schon im Frühjahr vergangenen Jahres möglich, allen Schülerinnen und Schülern im coronabedingten Homeschooling bei Bedarf ein Leihgerät zur Verfügung zu stellen. Sollte der Antrag genehmigt werden, könnte einer der PC-Räume bereits zum Schuljahr 2021/22 zu einem Robotik-Labor erweitert werden. mir
Dienstag, 25. Mai 2021
Für Teilstück der Ortsdurchfahrt:
Vöhrumer kämpfen für Tempo-30-Zone
Plakat-Aktion untermauert Forderung – Ortsratsfraktionen wünschen sich auch Zebrastreifen zurück
Von Nicole Laskowski
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Der SPD-Ortsverein begleitete die Aktion mit Info-Flyern. Bild rechts: Gut zu sehen an der Ortsdurchfahrt ist das Plakat für die Tempo-30-Aktion in Vöhrum. Fotos (2): Nicole Laskowski
Vöhrum. „Tempo 30 – Jetzt!“ Große Plakate und Schilder mahnten am Samstag die Autofahrer auf der Vöhrumer Ortsdurchfahrt, den Fuß vom Gas zu nehmen. Und das sind an diesem Vormittag nicht wenige. Auto um Auto, Laster, Motorräder und Traktoren passieren im Sekundentakt die Kirchvordener Straße. Tempo 30 für mehr Sicherheit – auf diese Forderung wollte der SPD-Ortsverein mit seiner Aktion noch einmal hinweisen. Immerhin wurde der Antrag dafür schon vor fast vier Jahren gestellt, auch auf Wunsch vieler Einwohner, die sich damals an einer Bürgerversammlung beteiligt hatten.
„Im Jahr 2016 hatte man die Straßenverkehrsordnung in Bezug auf Tempo-30-Zonen dahingehend geändert, dass diese Verkehrsberuhigung einfacher vor Seniorenheimen und Kindertagesstätten vorgenommen werden kann. Das wollten wir nutzen und haben beantragt, dass vor dem Seniorenheim eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt wird“, berichtet SPD-Fraktionschef Maik Meyer.
Hier gehe es ja nicht nur um die Sicherheit von Senioren, auch Radfahrer und Kinder sowie Fußgänger allgemein hätten es schwer, die Straße zu queren, um zum Beispiel zum Einkaufszentrum zu gelangen. Der Zebrastreifen vor dem Bürgerhaus wurde mit Bau der Geschäfte entfernt. Dort befindet sich jetzt eine Querungshilfe, an der aber die meisten Autofahrer nicht anhalten. In diesem Bereich ballen sich viele zentrale Einrichtungen des Ortes wie Apotheke, Kirche und eben auch das Bürgerhaus mit Bücherei und Polizeidienststelle.
Um über die Situation zu informieren, hatten die Vertreter der SPD aber nicht nur Schilder und Transparente aufgehängt, sondern auch Info-Flyer parat, die sie an interessierte Passanten weitergaben und im Nachgang auch noch an die Anwohner verteilten.
„Wir möchten, dass es endlich vorangeht. Nachdem wir 2017 den Antrag gestellt hatten, beschloss die Stadt, ein so genanntes Verkehrsaudit durchzuführen, das die gesamte Ortsdurchfahrt in den Blick nahm. Die Ergebnisse wurden 2019 vorgestellt. Aufgrund weiterer Fragen durch den Ortsrat musste das Audit noch einmal überarbeitet werden. Dann kam Corona und bis jetzt hat sich nicht mehr viel bewegt. Heute sind wir hier, um noch einmal darauf aufmerksam zu machen. Schließlich geht es hier um die Sicherheit der Menschen“, bekräftigt Thomas Zwiebler vom SPD-Ortsvereinsvorstand.
Hinter der Idee, die Ortsdurchfahrt sicherer für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer zu machen, steht auch die CDU in Vöhrum. So hat der Fraktionsvorsitzende Dr. Ingo Reinhardt bereits im vergangenen Jahr die Aussage der Stadt moniert, dass die Voraussetzungen für Tempo 30 nicht vorlägen. „Angeblich hat das Seniorenheim keinen direkten Zugang zur Ortsdurchfahrt. Diese Annahme ist aber falsch. Lediglich die Verwaltung liegt an der Schwicheldter Straße, alles andere an der Kirchvordener Straße. Dieser Zugang wird von den Bewohnern gern genutzt. Eine Antwort der Verwaltung auf meine Eingabe steht noch aus“, erklärt Dr. Reinhardt.
Er habe zudem im Namen beider Ortsratsfraktionen bei der Stadt Peine beantragt, wieder einen Zebrastreifen zwischen Bürgerhaus und Einkaufszentrum einzurichten, weil viele Einwohner die jetzige Querungshilfe als nicht ausreichend sicher empfänden. „Die Antwort darauf steht ebenfalls noch aus“, merkt Dr. Reinhardt an.
Vöhrums Kirchengemeinde freut sich
auf eine „erfrischende“ Pastorin
Bei einem Freiluft-Gottesdienst mit Live-Musik wird Bettina Voß-Hölterhoff ins Amt eingeführt – Ihr Mann verlängert um ein Jahr
Von Christian Meyer
Zum Einführungsgottesdienst hatte Bettina Voß-Hölterhoff ein buntes Windrad mitgebracht und erinnerte an das Windrauschen in der Apostelgeschichte: „Pfingsten hat immer etwas mit Wind zu tun. Wind bringt uns in Schwung“, sagte sie.Foto: Christian Meyer
Vöhrum. Live-Musik unterm Kastanienbaum, frischer Wind um die Nase, mittanzende Gemeinde-Mitglieder, reichlich Applaus, ein digital eingespielter Musik-Gruß vom Posaunenchor und eine Pastorin, die ein buntes Windrad kräftig drehen lässt – einen im doppelten Sinne erfrischenden Gottesdienst unter freiem Himmel erlebten die Gäste, die Sonntag nicht verpassen wollten, wie Vöhrums neue Pastorin Bettina Voß-Hölterhoff feierlich in ihr Amt eingeführt wurde.
Rund 100 Besucher waren unter Abstandsregeln und Masken-Pflicht auf das Gelände des alten Friedhofs an der Schwicheldter Straße gekommen und durften sich gleich mehrfach freuen: Über die neue Pastorin, einen Pastor, der doch noch bleibt, die schöne Stimme von Sängerin Emilie Sandin von der Kreismusikschule – und dass es nicht regnete.
Darüber war das Pastoren-Ehepaar Bettina Voß-Hölterhoff und Dirk Hölterhoff merklich erleichtert, denn so konnte ihr Einführungsgottesdienst und sein „halber“ Verabschiedungsgottesdienst steigen, wie sie es erhofft hatten – mit reichlich Gemeindemitgliedern. „Wir brauchen das, begleitet und getragen zu werden. Mit Euch macht es Spaß, Kirche zu bauen“, stellte die Pastorin erfreut fest.
Im Februar hatte sie die Pfarrstelle in Vöhrum übertragen bekommen. Ihr Weg führte sie quasi von der Konfirmanden-Bank mit kleinem Umweg auf die Kanzel. Denn Vöhrum ist ihr Heimatort. „Beim Segen meines Konfirmationsgottesdienstes habe ich gemerkt, ich gerate in Bewegung, da geht etwas los, was ich vorher noch nicht kannte“, verriet sie. Und doch folgte zunächst eine Ausbildung zur Bauzeichnerin im Tiefbauamt bei der Stadt Peine. Peines Superintendent Dr. Volker Menke knüpfte daran geschickt an, als er anmerkte, dass Pastoren auch bauen – „in jedem Fall bauen sie am Reich Gottes mit, am Leben und der Liebe“, sagte er.
Das wollte auch Bettina Voß-Hölterhoff, also studierte die Bauzeichnerin doch noch Theologie, war eine von zwölf „Auserwählten“ von 150 Bewerbern, die nach einem einwöchigen „unheimlich schweren Eignungstest“ zum Studium an der „Theologischen Akademie Celle“ zugelassen wurden.
Mit 30 wurde sie Pastorin in der Gemeinde Langlingen, wechselte später nach Bremervörde und Zeven als Schulpastorin und Schulseelsorgerin, arbeitete an den Berufsbildenden Schulen in Wolfsburg, kehrte in den Landkreis Peine als Schulpastorin am Silberkamp-Gymnasium zurück und hat nun die Pastorenstelle in der Kirchengemeinden Vöhrum/Eixe/Röhrse übernommen. Ein Kreis schließt sich. Nach 90 lebendigen Minuten Freiluft-Gottesdienst, in dem unter anderem zum Gospel-Hit „Oh happy Day“ getanzt und geklatscht wurde, war sich Vöhrums Kirchenvorstand Hans-Heinrich Papenburg sicher: „Wir freuen uns riesig, auf deine erfrischende Art. Das werden bestimmt sehr interessante Jahre mit dir!“
Nicht auf Jahre, aber auf ein zusätzliches Jahr darf sich die Kirchengemeinde mit Pastor Dirk Hölterhoff freuen. Im Gemeindebrief im März hatte er noch mitgeteilt, dass er sich in den Ruhestand verabschiedet. Es kam anders. Seine halbe Stelle in Vöhrum behält er zunächst doch. „Es war schwer, die Stelle zu besetzen. Ich habe noch Lust, also mache ich noch ein Jahr weiter“, verriet er. Die Gemeinde spendete kräftigen Applaus.
Ein „halber“ Ruhestand ist es dann aber doch. Aus seinem Dienst bei Diakovere Hannover wurde er Sonntag verabschiedet. Die Gemeindemitglieder hörten gespannt zu, was ihr Pastor da in seiner anderen halben Stelle so alles in dem riesigen gemeinnützigen Unternehmen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich gemacht hatte: In den vergangenen dreieinhalb Jahren engagierte er sich zum Beispiel für ein Projekt mit Behinderten und für ein ehrenamtliches Café für Ältere. Mit „Kraft, Liebe und Besonnenheit“ – denn das braucht man dafür, wie der Theologische Geschäftsführer Pastor Uwe Mletzko in Vöhrum betonte. Seinem ehemaligen Mitarbeiter gab er augenzwinkernd mit auf den Weg: „Sie haben es gut. Viele gehen von 100 auf 0 in Ruhestand und haben damit Probleme, sie können erstmal auf 50 zurückfahren.“
Dafür ist Vöhrums Pastorenpaar „Feuer und Flamme“
50 Tage nach der Osterzeit, an Pfingsten, zeigte sich der „Heilige Geist“ zum ersten Mal den Jüngern Jesu: In der Predigt, die das Pastorenehepaar gemeinsam hielt, ging es auf die Pfingstgeschichte ein. „Wind bringt uns in Bewegung genau wie die Jünger damals. Alle sind im Aufbruch, sind Feuer und Flamme“, rief Pastorin Voß-Hölterhoff und ließ dazu ihren pfingstroten Schal und ein Windrad in den kräftigen Böen flattern. In Anlehnung an die Apostelgeschichte aus dem Neuen Testament, verrieten Vöhrums Pastoren beim Freiluft-Gottesdienst auch, wofür sie „Feuer und Flamme“ sind: Dirk Hölterhoff berichtete etwa von seiner ersten Begegnung mit einem jungen Menschen mit Behinderung in Hannover, der ihm davon erzählte, dass er so gerne mal ins Kino oder ins Fußballstadion gehen würde. „Das ging mir richtig ans Herz.“ Hölterhoff arbeitete fortan am „Co-Piloten“-Projekt mit, das durch Betreuer behinderten Menschen so etwas ermöglicht. „Gott begeistert und macht Mut – das ist für mich Pfingsten“, sagte Hölterhoff. Bettina Voß-Hölterhoff erinnerte sich an ihren eigenen Konfirmationsgottesdienst in Vöhrum. „Beim Segen habe ich gemerkt, ich gerate in Bewegung, da geht etwas los, was ich vorher noch nicht kannte“, verriet sie.
Unterricht in Kolumbien:
Cevin Utecht aus Vöhrum traut sich
Zum Schüleraustausch nach Südamerika: Auch Corona konnte den 16-jährigen IGS-Schüler nicht stoppen
Von Gritz Storz
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Der 16-jährige Cevin Utecht aus Vöhrum absolviert derzeit einen Schüleraustausch in Kolumbien. Von seiner Gastfamilie wurde er herzlich willkommen geheißen. Lustige Begebenheiten, wie ein zugeflogener Papagei aus dem Garten, sorgen für Abwechslung.Fotos (2): privat
Vöhrum. In 23 Stunden auf die andere Seite der Welt: Cevin Utecht aus Vöhrum flog von Hamburg über Frankfurt nach Bogota und schließlich weiter nach Barranquilla. Diese Reise war für den 16-Jährigen der Beginn eines spannenden Abenteuers. Der Gymnasiast hatte seinen ganzen Mut zusammen genommen und ist bereits im Januar trotz weltweiter Corona-Pandemie und geringen Spanisch-Kenntnissen zu einem sechsmonatigen Schüleraustausch nach Kolumbien aufgebrochen. Bisher hat der Vöhrumer diesen Schritt noch nicht bereut. Nach gut der Hälfte seines Aufenthaltes zieht er in einem Bericht an seine Heimatschule, der IGS in Vöhrum, eine durchweg positive Bilanz.
Dass er überhaupt nach Kolumbien zum Schüleraustausch gereist ist, verdankt der begeisterte Fußballtorwart vom TSV Marathon Peine einem Zufall. Bereits 2019 wurden privat Gastfamilien für Austauschschüler aus Kolumbien gesucht. Bekannte fragten die Familie, ob sie sich nicht vorstellen könnten, Gastfamilie für sechs Monate zu sein. Familie Utecht sagte zu, meisterte alle bürokratischen Hürden und Juan aus Baranquilla zog in Vöhrum bei den Utechts ein. Die Jungs verstanden sich super, der Schulbesuch der IGS in Vöhrum war für Juan ein tolles Erlebnis. „Cevins Schule hat Juan problemlos aufgenommen und ihm viele Möglichkeiten eröffnet. Darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagt Vater Tobias Utecht. So konnte der Aufenthalt von Juan in Deutschland für den Jugendlichen zu einer Bereicherung für alle werden. Bei Cevin reifte daher der Entschluss, ein halbes Schuljahr in Kolumbien bei Juans Familie zu verbringen und dort die „Deutsche Schule – Colegio Alemán Barranquilla“ zu besuchen. Auch hier habe ihn seine Heimatschule großartig unterstützt.
Dass Corona dazwischen kam, verkomplizierte die Sache. „Die Lage in Juans Heimatstadt war aber von Anfang an ruhiger als in Deutschland“, berichtet Cevin Utecht. So gelten überall strenge Sicherheitsvorschriften und Schule finde per Digitalunterricht statt, aber das öffentliche Leben ginge relativ normal weiter. Dies machte für ihn und seine Familie die Entscheidung, doch jetzt zu fliegen, etwas einfacher.
Schwieriger war die Sache mit der spanischen Sprache. Cevin hatte an der IGS, anstatt eine zweite Fremdsprache zu lernen, Wahlpflichtkurse in Naturwissenschaften belegt. Deshalb versuchte er vor dem Auslandsaufenthalt über die Volkshochschule Spanisch zu pauken. Dies ging coronabedingt jedoch nur kurz. So übte er zu Hause alleine, um wenigstens eine kleine Grundlage zu haben.
Inzwischen spricht er schon ganz gut. In seiner Gastfamilie unterhält er sich mit den Eltern Milena und Mario auf Spanisch und mit Juan und seiner Schwester Violetta, die beide das Colegio Alemán besuchen, auf Deutsch. Seine Freizeit verbringt Cevin fast wie zu Hause in Vöhrum auch: Fußball spielen, Freunde treffen und mit seiner Familie kleine Ausflüge unternehmen – nur bei besserem Wetter. Sogar gekocht habe er schon für seine kolumbianische Familie, hat er bei einem Telefonat ganz stolz seiner Omi Brigitte Utecht am Telefon erzählt.
Obwohl der Vöhrumer so weit weg von zu Hause ist, immerhin trennen ihn 11 500 Kilometer von den Daheimgebliebenen, ist er in regelmäßigem Kontakt mit Familie und Freunden und besucht sogar die Fahrschule. „Onlineunterricht macht es möglich, dass er trotz Zeitunterschied von sieben Stunden seinen theoretischen Fahrschulunterricht in Vöhrum absolvieren kann“, erzählt seine Oma hörbar stolz. Als lebenserfahrene Frau weiß sie, welch’ Gewinn so ein weitgehend selbst organisierter Aufenthalt für ihren Enkel ist. „Ich finde es toll, dass er so mutig war und trotz der Unwägbarkeiten diesen Schritt gewagt hat.“
Wenn Cevin mit seiner Familie telefoniert, schwärmt er von seiner Gastfamilie und den vielen tollen Erlebnissen. Die Schule findet er super, er wurde schnell integriert. Mit Freunden war er auch schon am Meer in Santa Marta. Hier konnte der beim Peiner DLRG Engagierte ausgiebig schwimmen, tauchen und Ferien verbringen. Auch Ausflüge in die Umgebung, wie der Besuch von Cartagena, unternimmt „seine“ Familie mit ihm. „Sie ist eine wunderbare Gastfamilie, die mich umsorgt und mir den Aufenthalt unvergessen macht“, schwärmt der Elftklässler. Obwohl er auch manchmal seine eigene Familie vermisse, besonders seinen kleinen Bruder Tom, freue er sich, diesen Austausch gewagt zu haben. Ob es tatsächlich bald möglich ist, dass sich die Familien wie eigentlich geplant, gegenseitig besuchen, ist noch ungewiss. Sicher ist jedoch, dass in ein paar Jahren Violetta und Tom, die jeweils kleineren Geschwister, die Länder tauschen.
Oma Brigitte freut sich, wenn sie in ein paar Wochen ihren Enkel wieder in die Arme schließen kann. „Wahrscheinlich hat der dann so viel erlebt, dass er gar nicht wieder aufhört zu erzählen.“
Dienstag, 18. Mai 2021
Feuerwehrgerätehaus Eixe: Diskussion über Erweiterung vertagt
Thema wurde im städtischen Planungsausschuss gestrichen – Es besteht noch Ergänzungsbedarf
Von Mirja Polreich
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Das Feuerwehrgerätehaus in Eixe soll erweitert werden. Eine zentrale Rolle könnte dabei auch das Dorfgemeinschaftshaus spielen. foto: Ralf Büchler
Eixe. Im Feuerwehrgerätehaus in Eixe herrscht Platzmangel: Das Fahrzeug passt gerade so hinein, so manches Mitglied hat keinen eigenen Spind, sondern bewahrt die Einsatzkleidung im Karton oder sogar zuhause auf. Auch die WCs und Duschen sind nicht – wie vorgeschrieben – geschlechtergetrennt. Nun sollte am Mittwoch im städtischen Planungsausschuss über die geplante Erweiterung diskutiert werden, doch der Tagesordnungspunkt wurde kurzerhand abgesetzt.
Vier Varianten für einen Anbau stehen zur Disposition: Erstens: Die Schaffung eines separaten Lagerraums hinter dem jetzigen Gebäude, in dem alles gelagert wird, das nicht mit Feuerwehreinsätzen zu tun hat. Auf eine Heizung könnte dann verzichtet werden, sodass sich die Kosten auf lediglich 70 000 Euro belaufen.
Zweitens: ein Erweiterungsneubau mit direkter Anbindung an das Feuerwehrhaus, in den die Umkleide der Herren und der Duschbereich integriert werden. Die derzeitigen Umkleiden und ein Teil des Neubaus könnten zu einem Werkstatt- und Lagerbereich umfunktioniert werden. Kosten: rund 311 000 Euro.
Drittens: Der Umkleide- und WC-Bereich der Herren sowie der Duschbereich werden in einen Erweiterungsneubau in direkter Anbindung verlegt. Die Fahrzeughalle würde um den derzeitigen Bereich der Herrenumkleide erweitert. In der jetzigen Dusche plant man einen Werkstattbereich zu integrieren, der offen an die Fahrzeughalle grenzt. Der vorhandene Umkleide- und Sanitärbereich der Damen sowie der vorhandene Sanitärbereich der Herren würde zu einem neuen Umkleide- und Sanitärbereich inklusive Dusche für Damen. Die Kosten für diese Variante betragen rund 431 000 betragen.
Und viertens: Das benachbarte Dorfgemeinschaftshaus (DGH) würde man als Schulungsraum nutzen, sodass durch Umbauten innerhalb des Feuerwehrgerätehauses genug Platz für alle Bereiche entsteht. Hier müssten sich die Nutzer des DGH miteinander abstimmen. Kostenpunkt: 327 000 Euro.
Darüber hinaus käme nur der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses infrage. Allein das Gebäude könnte laut Vorlage 1,5 Millionen Euro kosten. Die Ortsfeuerwehr Eixe sowie der Stadtbrandmeister haben sich bislang für die Variante 4 ausgesprochen, allerdings habe sich nun neuer Diskussionsbedarf ergeben, so Ortsbrandmeister Heiko Kulhawy.
Das bestätigt auch Stadtsprecherin Petra Neumann: „Es haben sich neue Aspekte ergeben, die nun in der Planung ergänzt werden müssen.“ Worum es genau geht, dazu konnte sie keine Auskunft geben. Wann der Anbau wieder auf den Tagesordnungen der politischen Gremien steht, sei offen.
Samstag, 15. Mai 2021
DLRG erwartet
mehr Badegäste
am Eixer See und
hat jetzt freiere Sicht
Ehrenamtliche appellieren zum Start der Badesaison an Vorsicht – Wachdienste erst wieder ab Sommer
Von Christian Meyer
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So soll es sein: Wenn DLRG-Vize Carsten Lutz im Eixer See Schwimmer sieht, die mit einer aufblasbaren Boje im Wasser sind, freut er sich: Das Hilfsmittel bringt zusätzliche Sicherheit. Obwohl es noch kalt ist, ziehen bereits einige ihre Bahnen im See.foto: Christian Meyer
Eixe. Das Fernglas ist geputzt, der Erste-Hilfe-Rucksack kontrolliert, der Trailer des Rettungsboots hat auch wieder den TÜV bestanden, die Einsatzliste ist vorbereitet – doch die Deutsche Lebensrettungs Gesellschaft (DLRG) weist darauf hin, dass die Ehrenamtlichen am Eixer See an den Wochenenden noch keine Wachdienste wieder schieben werden. Zwar startet Samstag in Niedersachsen offiziell die Badesaison, doch die Wachstation am Eixer See wird erst zum Start der Sommerferien wieder besetzt sein – wegen Corona dann allerdings vermutlich in kleinerer Besetzung.
„Normalerweise sind wir zwischen sechs und acht, dann sind wir mit drei bis vier Personen vor Ort“, erläutert Carsten Lutz, der stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe Peine. Zum einen müssen auch in der DLRG-Station die Abstände und Hygieneregeln eingehalten werden, zum anderen seien auch die DLRG-Mitglieder wegen der Corona-Krise vorsichtiger geworden. Die Folge: Es erklärten sich weniger Ehrenamtliche bereit, Dienste im Getummel am Eixer See zu übernehmen. Lutz hat dafür Verständnis. „Den Wachdienst erledigen wir meist mit den Jüngeren. Geimpft ist davon allerdings noch kaum jemand.“ Wenn es ernst wird, ist Körperkontakt und Nähe allerdings nicht zu verhindern. „Wir haben auch eine Verantwortung unseren Mitglieder gegenüber, dass sie sich nicht anstecken“, betont Lutz.
Ein wenig hat er sich daher schon im vergangenen Jahr darüber gewundert, dass die DLRG mehrere E-Mails beantworten musste, in denen die Schreiber sich darüber beschwerten, dass der Wachdienst am Eixer See ausschließlich am Wochenende eingerichtet ist. Samstags ab 12 und sonntags ab 11 Uhr. Lutz betont daher noch einmal: „Wir machen das ehrenamtlich!“
Das DLRG-Team bürdet sich freiwillig eine Menge Verantwortung auf. Daher ist Carsten Lutz auch erfreut, dass es nach Gesprächen gelungen sei, am Badestrand am Spielplatz eine Veränderung herbeizuführen: Einige Büsche und eine Trauerweide wurden abgesägt. „Man hat freiere Sicht für uns geschaffen. Das erhöht deutlich die Sicherheit“, lobt Lutz.
Drei Badegäste hat das DLRG-Team im vergangenen Jahr vor dem Ertrinken gerettet, darunter auch ein dreijähriges Mädchen – auf solch bedrohliche Situationen würde die DLRG in dieser Saison gerne verzichten. Zumal zu erwarten sei, dass bei gutem Wetter mehr los sein wird als in den Vorjahren. Die Freibäder im Landkreis dürfen nach aktuellem Stand schließlich erst wieder öffnen, wenn die Inzidenz unter 50 gefallen ist. Selbst bei einer Inzidenz zwischen 35 und 50 sind für einen Bad-Besuch Schnelltests vorgesehen. Am Eixer See ist das nicht nötig.
Geboten ist aber etwas anderes: Vorsicht beim Baden! Vor allem jetzt, wenn das Wasser noch kalt und die DLRG-Wachstation noch nicht besetzt ist. DLRG-Vize Carsten Lutz hat daher noch wichtige Tipps:
■ Den Alkohol weglassen: Wer angetrunken ist, ist nicht nur leistungsschwächer, er überschätzt sich auch gerne. „Das ist ein ganz großes Problem“, betont Lutz. Im vergangenen Jahr musste die DLRG einen sturzbetrunkenen 30-Jährigen retten, der sogar mit einem gebrochenen Handgelenk ins Wasser gegangen war.
■ Schwimmbojen nutzen: Die aufblasbaren Bojen in leuchtenden Farben werden um die Hüften gebunden und behindern beim Schwimmen nicht. Ihr großer Vorteil: „So können Schwimmer auch aus großer Entfernung gesehen werden. Ich finde die Teile richtig gut“, betont Lutz. Auch, weil sie im Ernstfall noch anders hilfreich sein können. „Falls jemand überraschend ermüdet, kann er sich gut daran festhalten, die Bojen sind eine Auftriebshilfe.“
■ Auf üppige Mahlzeiten unmittelbar vorm Schwimmen verzichten: Der Körper benötigt zur Verdauung große Teile des Blutes, das steht den Muskeln dann nicht mehr zur Energiegewinnung zur Verfügung. Das kann zu einer Überlastung und zu einer schnelleren Ermüdung führen. Zudem wird das Blut beim Schwimmen benötigt, um einen Wärmeverlust des Körpers im Wasser auszugleichen.
■ Kinder nicht unbeobachtet lassen: „Wir können nicht die Verantwortung für die Eltern übernehmen“, betont DLRG-Vize Carsten Lutz.
Freitag, 12. Mai 2021
Pächter richtet vorm Start der Badesaison Appell an die Besucher – Müll muss inzwischen täglich gesammelt werden
Von Christian Meyer
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Der Strandabschnitt mit dem Spielplatz am Eixer See. Hier gab es zuletzt mehrfach Beschwerden über nicht angeleinte Hunde. Mehrere große Schilder weisen auf die Regeln für das See-Areal hin. fotos (2): Christian Meyer
Eixe. Sie genossen die Sonnenstrahlen auf der Picknickdecke, spazierten am Ufer und ganz Mutige wagten sich sogar schon zum Schwimmen ins kalte Wasser: Das gute Wetter hat am vergangenen Wochenende zahlreiche Gäste an den Eixer See gelockt. Die Wirtschafts- und Tourismusgesellschaft des Landkreises (Wito) freut sich als Pächter riesig, dass der „Eixer“ gut besucht ist und offenbar an Beliebtheit gewonnen hat. Damit sich alle weiter wohlfühlen können, richtet die Wito vorm offiziellen Start der Badesaison an diesem Samstag einen eindringlichen Appell an die Gäste, sich doch bitte an die Regeln im Naherholungsgebiet zu halten. Müll, unangeleinte Hunde, heiße Asche: Die Wito stellt immer wieder ärgerliche Verstöße fest.
■ Das Müll-Problem: Plastikmüll, Scherben, Alufolie – Wito-Mitarbeiterin Mercan Aslanidis ist immer wieder überrascht, dass es Besucher gibt, die Müll einfach in die Natur werfen und nicht in die dafür vorgesehen Tonnen am Eixer See. „Für mich ist es unverständlich.“ Die Wito-Mitarbeiter würden mittlerweile fast täglich die Mülleimer leeren und Abfall rings um den See sammeln. Früher hätten dafür zwei bis drei Tage gereicht. „Aber wir erwarten auch von unseren Badegästen, Engagement und Aufmerksamkeit. Bitte nicht wegschauen, sondern die Leute direkt ansprechen, damit sie ihren Müll ordentlich in die Tonnen werfen“, appelliert Aslanidis.
■ In der Corona-Krise habe die Müllmenge in der Landschaft am See stark zugenommen. Oft seien Fast-Food-Verpackungen einfach aus dem Auto-Fenster herausgeworfen worden. Hausmüll, Sperrmüll, Grasschnitt: Ein besonderes Ärgernis sei zudem die illegale Müllentsorgung auf den Parkplätzen. Ein Lob gibt es von der Wito aber auch: „Es gibt sehr viele nette Menschen, die beim Joggen oder Spazierengehen den Müll aufsammeln und somit zu einem sauberen See beitragen“, lobt Aslanidis. Auch der Wirt der Gaststätte „Haus am See“, Christian Horneffer, helfe vorbildlich.
■ Unangeleinte Hunde: Die Wege am Eixer See sind auch bei Hundebesitzern beliebt für die Gassi-Runde. „Solange sich die Hundebesitzer an die Regeln halten, ist es kein Problem“, betont Mercan Aslanidis. Doch zuletzt habe die Wito vermehrt Beschwerden erhalten. Es habe unschöne Vorfälle am Kinder-Spielplatz gegeben. „Leider gibt es Hundebesitzer, die ihre Hunde frei laufen lassen, so dass diese auf den Spielplatz hetzen, die Kinder anspringen, die Flächen verunreinigen und zu vielen Diskussionen unter Eltern und Hundebesitzern führen“, verdeutlicht die Wito-Mitarbeiterin. Deshalb erinnert Aslanidis daran, dass auf dem gesamten Grundstück des Eixer Sees Leinenpflicht besteht – „und zwar das gesamte Jahr über“. Der Spielplatz sei nicht für Hunde gedacht, die hätten dafür aber Platz an einem eigenen Hundestrand.
■ Gefährliche Asche: Grillen sowie offenes Feuer am Eixer See sind verboten – zu gefährlich. Zahlreiche Schilder weisen darauf hin. „Leider gibt es Familien und Gruppen, die sich nicht daran halten“, bedauert Aslanidis und betont, dass das Verbot auch Shisha-Pfeifen umfasst. Mitunter werde heiße Asche einfach in einem Gebüsch entsorgt, ohne Rücksicht auf Kinder oder Tiere, die sich an der heißen Glut verbrennen können. Deshalb appelliert sie eindringlich, sich an die Regeln zu halten. Dazu zählt zum Beispiel auch, dass es ab 22 Uhr ein Betretungsverbot für das See-Areal gibt. Ein Sicherheitsdienst sei regelmäßig für Kontrollgänge unterwegs.
Mittwoch, 12. Mai 2021
Eixe: Polizei erwischt viele Temposünder
Eixe. Zahlreiche Temposünder hat die Peiner Polizei bei einer Geschwindigkeitsmessung in Eixe auf dem Sundernweg erwischt. Die Beamten kontrollierten am Montag zwischen 10.30 und 12.40 Uhr in einer Tempo-30-Zone in Richtung Eixer See. Dabei registrierten sie insgesamt 22 Verstöße. „Der an diesem Tag gemessene Höchstwert lag bei 57 Stundenkilometern“, berichtete Polizeisprecher Matthias Pintak am Dienstag. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit kündigte Pintak weitere Kontrollen dieser Art an.
Dienstag, 11. Mai 2021
Vatertag: Polizei kontrolliert verstärkt „Hotspots“
Auch Ordnungsamt ist im Einsatz – Beamte können Platzverweise aussprechen
Von Nina Schacht
Polizeikontrolle am Eixer See vor Corona: Auch dieses Jahr werden die Beamten dort verstärkt im Einsatz sein.foto: Archiv
Landkreis Peine. Unterwegs mit dem Bollerwagen in einer Gruppe: Das wird in Peine am Vatertag so nicht erlaubt sein. Denn Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen gibt es in dieser Woche noch nicht. „Für Peine gelten derzeit die Hochinzidenz-Regeln“, sagt Kreissprecher Fabian Laaß. Das bedeutet ein Haushalt, plus eine weitere Person können sich unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen treffen. Ausnahmen gelten für Geimpfte und vollständig Genesene.
Gruppentreffen sind auch am Vatertag untersagt. Die Polizei wird die Einhaltung der Corona-Verordnung verstärkt kontrollieren. „Auch wenn die Fallzahlen sinken, gelten weiterhin die Regeln der Corona-Verordnung“, sagt Polizeisprecher Matthias Pinktak. Er möchte die Peiner sensibilisieren, sich daran auch am Vatertag zu halten. „Wir werden verstärkt Kontrollen durchführen, es werden mehr Beamte im Dienst sein“, sagt Pintak. An den Hotspots werde es deutlich mehr Präsenz der Polizei geben. Das betreffe vor allem die Bereiche um den Eixer See, die Innenstadt und den Wehnser See. Und auch das Ordnungsamt wird im Landkreis Peine kontrollieren, so Laaß.
Eine erhöhte Präsenz zeige die Polizei aber ohnehin derzeit aufgrund des schönen Wetters, so Pintak weiter. Bei Verstößen gegen die Corona-Regeln können die Beamten Verwarnungen aussprechen, auch droht ein Platzverweis. „Irgendwann ist die Zeit der mündlichen Verwarnungen vorbei“, sagt Pintak. Ob ein Verfahren eingeleitet werde, sei aber abhängig vom Einzellfall. Verweigere sich allerdings jemand beharrlich, so könne der Betreffende auch in Gewahrsam genommen werden.
Ein Alkoholverbot besteht nicht. Gesperrte Bereiche, wie etwa den Eixer See gebe es auch nicht. „Aber die Kombination von exzessiven Alkoholkonsum und lauter Musik sind ein Grund zum Einschreiten“, so Pintak.
Bereits seit Sonntag werden durch Bundesrecht Menschen, deren Zweitimpfung mindestens 14 Tage zurückliegt und alle vollständig Genesenen bei den Kontaktbeschränkungen nicht mehr mitgezählt. „Das gilt auch für Aufenthalte am Vatertag an öffentlichen Orten wie dem Eixer See“, so Laaß, „allerdings gelten trotzdem Masken- und Abstandsregelungen“, so Laaß. „Die Echtheit eines Nachweises über eine Impfung oder Genesung wird ebenfalls von der Polizei kontrolliert, ergänzt Pintak.
Montag, 10. Mai 2021
Gartenabfälle illegal in Feldmark entsorgt, Realverband sucht Zeugen
Vöhrum: Die Polizei ist eingeschaltet, Anzeige soll erstattet werden – Mehrere Umweltsünder bereits überführt
Von Michael Lieb
Steine, Strauchschnitt, Müllsäcke: Ein riesiger Haufen Gartenabfälle wurde in der Vöhrumer Feldmark „entsorgt“. Der Realverband Vöhrum, hier vertreten durch Rechnungsführer Dr. Hans-Otto Bode, bittet um Hinweise zu den Verursachern.fotos (2): Michael Lieb
Vöhrum. Rollrasen, Plastiksäcke mit Grünschnitt, Mineralgemisch und ein Stahlpfosten-Anker: Einen riesigen Haufen mit Gartenabfällen haben Unbekannte am vergangenen Mittwoch in der Vöhrumer Feldmark in der Verlängerung des Hainwaldwegs abgeladen, laut Augenzeugenberichten am helllichten Tag.
Der Spurenlage nach sind die Abfälle von einem Anhänger mit Kippvorrichtung mitten auf die Zuwegung zu einem Feldweg befördert worden, sagt Landwirt Dirk Bartels, Vorstandsmitglied des Realverbands. Vor Ort habe man Reifenspuren eines Pkw entdecken können, inzwischen sei der Fall der Polizei gemeldet worden. Zusätzlich soll Anzeige erstattet werden.
Der Realverband reagierte zudem prompt – und steckte auf den gut sichtbaren Müllhaufen am Rand des viel frequentierten Feldwegs ein Schild. Darauf steht: „Wer Hinweise zum Verursacher dieser Sauerei machen kann, bitte melden bei der Polizei Peine, Telefon (0 51 71) 9 99-0.“ Damit will der Realverband auch zum Ausdruck bringen, was er davon hält.
„Für mich sieht das Ganze so aus, als ob jemand seinen Garten auf Vordermann gebracht hat, und die Überreste einfach irgendwie schnell loswerden wollte, anstatt ihn ordnungsgemäß auf einer Deponie zu entsorgen“, sagt der Rechnungsführer des Realverbands, Dr. Hans-Otto Bode. Dafür sprächen auch die vertrockneten Buchsbaumpflanzen und der Strauchschnitt, ergänzt Bartels. Insgesamt schätzt er das Volumen des Abfalls auf etwa zwei Kubikmeter.
Für die Entsorgung sei nun der Landkreis Peine zuständig, so Bartels. In derartigen Fälle fahren in der Regel die Abfallwirtschafts- und Beschäftigungsbetriebe (A+B) die Stellen an. So sind A+B 2019 beispielsweise 240000 Euro an Kosten für die Beseitigung wilden Mülls in der Landschaft – und der Reinigung von Wertstoffinseln – entstanden. Diese schlagen sich letztlich in den Gebühren, die alle Peiner zahlen, nieder.
Für den Realverband sind derartige Fälle einfach nur ärgerlich. Erst im vergangenen Jahr hatten Unbekannte in den „Mergelkuhlen“ tonnenweise Bauschutt und Glas entsorgt, für die Beseitigung mussten Spezialfahrzeuge eingesetzt werden. Mittlerweile ist der Bereich videoüberwacht.
In einigen Fällen konnten die Verursacher auch überführt werden. Bartels sind allein in der jüngsten Vergangenheit drei Fälle bekannt geworden. So ist im Februar ein 86-Jähriger aus Vöhrum beobachtet worden, wie er unerlaubt Abfall in der Feldmark entsorgte.
Mindestens zweimal soll er aus seinem Auto Heckenschnitt und Efeu an der Mergelkuhle abgeladen haben. Als Begründung gab der Senior an, dass dort doch auch andere ihren Müll entsorgen würden. Der Mann wurde dazu verdonnert, die Grünabfälle unverzüglich wieder abzuholen und musste sich wegen unerlaubter Abfallbeseitigung verantworten.
Was der Realverband am Tag nach der Entdeckung des Müllhaufens feststellte: Nützliches liegt nicht lange herum. Die mindestens fünf intakten Rollen Rollrasen, die mit dem anderen Müll abgeladen wurden, waren spurlos verschwunden.
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Autofahrerin bei Unfall verletzt
Symbolfoto: In Vöhrum kam es zu einem Unfall, bei dem eine Autofahrerin verletzt wurde Foto: Carsten Rehder/dpa
Vöhrum. Ein 79-jähriger Autofahrer aus Peine ist am Samstag gegen 12.40 Uhr in Vöhrum auf der Herrenfeldstraße unterwegs gewesen. Als er links in die Schwicheldter Straße einbiegen wollte, übersah er ein von rechts kommendes Auto. Beide Fahrzeuge stießen zusammen.
Bei dem Unfall wurde die ebenfalls aus Peine stammende 53-jährige Fahrerin des anderen Pkw leicht verletzt und mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Autos mussten abgeschleppt werden, es entstand ein Schaden in Höhe von schätzungsweise 11 000 Euro.
