Zeitungsartikel Dezember 2021

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Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, Dezember 2021


Donnerstag, 30.12.2021

Vöhrum: Einbruch

in Eisdiele

Vöhrum. Unbekannte Täter hebelten die Zugangstür einer Eisdiele in Vöhrum auf, um sich Zutritt in die Räumlichkeiten zu verschaffen. Es entstand Sachschaden von mindestens 250 Euro. Gestohlen wurde offenbar nichts. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben in der Zeit vom 26. Dezember bis zum 28. Dezember, 12.45 Uhr.

Zeugenhinweise nimmt die Polizei Peine unter Telefon (0 51 71) 9 99-0 entgegen.

Montag, 20. Dezember 2021

Vöhrum: Einbruch

in Wohnhaus

Vöhrum. Bislang unbekannte Täter sind in der Nacht zu Samstag in ein Wohnhaus in Vöhrum, Unter dem Spring, eingedrungen. Die Täter durchsuchten nach Polizeiangaben mehrere Räume und erbeuteten einen vierstelligen Geldbetrag.

Freitag, 17. Dezember 2021

Ehepaar Lutz tanzt seit 50 Jahren harmonisch durchs Leben

Vöhrumer feiern Goldene Hochzeit – In der Tanzschule lernten sie sich kennen und wurden später sogar Landesmeister

Von Grit Storz

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Rosemarie und Siegfried Lutz sind seit 50 Jahren verheiratet. Zur Hochzeit trug die Braut ein modisches Mini-Kleid.Fotos: Grit Storz/Privat

Vöhrum. Ein harmonisches Paar: Rosemarie und Siegfried Lutz aus Vöhrum feiern Goldene Hochzeit. Mit 16 Jahren haben sich die beiden Wolfsburger in der Tanzschule Giebel kennengelernt und einige Tanzveranstaltungen später war klar, dass sie zukünftig gemeinsam durchs Leben schweben wollen. Dem Tanzen sind die beiden dabei nicht nur treu geblieben, sondern betreiben diesen Sport nach wie vor höchst professionell.

Ihre Hochzeit hatte einen praktischen Hintergrund. Siegfried war bei der Bundeswehr und sollte nach Hankensbüttel versetzt werden. „Wir wollten zusammen sein, aber eine Wohnung gab es nur mit einer Heiratsurkunde. Also haben wir geheiratet“, erinnern sich beide lächelnd zurück. Im modischen Minikleidchen sagte Rosi zu dem feschen Siegfried „Ja“.

Es folgten etliche Umzüge, bis die Familie, zu der nun auch drei Kinder gehörten, in Vöhrum sesshaft wurde. Er arbeitete jetzt in der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover und sie war Erzieherin. Tanzen nahm wieder größeren Raum in ihrem Leben ein. Zuerst trainierten sie noch als Übungsleiter junge Paare, später wollten sie selbst als Turniertänzer um Preise tanzen. Seitdem trainieren die beiden Sportler mindestens zweimal in der Woche Standardtänze. Die niedersächsischen Landesmeister von 2016 sind ehrgeizig und wollen im kommenden März bei den Landesmeisterschaften in Hannover „endlich wieder angreifen“.

Beim Training kann es bei dem sonst so harmonischen Paar schon mal laut werden: die temperamentvolle 70-Jährige kann sich „ganz schön ärgern“, wenn etwas nicht klappt. Ihr Mann ist da ihr Ruhepol. „Was auf der Tanzfläche passiert, bleibt auch da“, macht der 71-Jährige deutlich. Wenn Rosi dann im schicken Tanzkleid, über dessen Aussehen zusammen entschieden wurde, im Arm von ihrem Siegfried übers Parkett wirbelt, wissen beide, welches Glück sie miteinander haben.

Sie ergänzen sich einfach gut und verbringen ihre Zeit sehr gern gemeinsam. Ob lange Radtouren, Haus, Garten, Enkelkinderbetreuung oder schöne Reisen durch ganz Deutschland – alles wuppen sie ganz entspannt. Obwohl nicht alle ihrer 5 Enkel in der Nähe wohnen, sehen sie sie regelmäßig, auch wenn die beiden dann nach Bayern fahren müssen.

Ihre Feier haben sie kurzerhand um ein Jahr verschoben. „Wir wollen schließlich richtig feiern und tanzen“, hoffen sie auf ein Ende der Corona-Zeit.

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Ausgesetzte Präsenzpflicht: Druck auf Schüler, Lehrer und Eltern steigt

Peiner Schulleiter rechnen in höheren Jahrgängen verstärkt mit „Abmeldungen“ – Klausuren werden verschoben

Von Nina Schacht

Befreiung der Präsenzpflicht: IGS-Schulleiterin Ulla Pleye hält den Antrag für Eltern in den Händen. Foto: Ralf Büchler

Peine. Für einige Peiner Schülerinnen und Schüler steht schon am Freitag der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien an. Denn die Präsenzpflicht an niedersächsischen Schulen ist ab dem 20. Dezember ausgesetzt. Eltern können ihre Schüler vom Unterricht auf Antrag befreien lassen. Das hat das Kultusministerium angekündigt. Doch diese Regelung bringt Termindruck bei den Klassenarbeiten mit sich und sorgt für Konflikte zwischen Eltern und ihren Kindern.

Die Präsenzpflicht an Niedersachsens Schulen wird zur Eindämmung des Coronavirus vor Weihnachten aufgehoben – so hat es das Kultusministerium angekündigt. Als „die unglücklichste aller Lösungen“ bezeichnet Ulla Pleye, Schulleiterin der IGS Peine die Regelung, „das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.“ Die Eltern müssen bis Mittwoch einen Antrag abgeben, ob sie ihre Kinder vom Unterricht in der Schule befreien. Diejenigen Schüler, die zu Hause bleiben bekommen Aufgaben, aber kein „klassisches“ Homeschooling. „Nach den Ferien müssen wir dann alle Kinder wieder auf einen Konsens bringen“, sagt Pleye.

Die Entscheidung des Kultusministeriums berücksichtige nicht das „System Schule“, so Pleye, „wir stellen jeden Tag in der Schule gute Bedingungen in der Pandemie her – und das Kultusministerium sagt selbst, dass die Schulen ein sicherer Ort seien.“

In Peine jedenfalls sind die Schulen derzeit keine Hot-Spots, wie Kreissprecher Fabian Laaß mitteilt. Seit dem 1. Dezember sind an allen Schulen im Kreis 60 Corona-Fälle aufgetreten. Die Schüler steckten sich nicht vorwiegend in der Schule untereinander an, „sondern bringen eher eine Infektion aus dem privaten Bereich mit in die Schule, so der Kreissprecher. Das Hauptinfektionsgeschehen sei weiterhin diffus, die meisten Infektionen fänden jedoch im privaten und familiären Bereich statt. Einen Corona-Fall meldet am Dienstag die Gunzelin-Realschule, am Ratsgymnasium sind es zwei und an der IGS Peine drei.

Wie viele Kinder in der kommenden Woche noch am Präsenzunterricht teilnehmen – das weiß IGS-Schulleiterin Ulla Pleye erst kurz vorher. Sie rechnet damit, dass in den höheren Jahrgangsstufen eher mehr Schüler zu Hause bleiben, in den unteren Klassen wird das wohl umgekehrt der Fall sein. Das hänge mit der Betreuungssituation der Kinder zusammen.

Die Aufhebung der Präsenzpflicht bedeutet aber auch, dass Klausuren – darunter auch Abiturlevante – auf die Zeit nach den Ferien verschoben werden mussten. „Das trifft uns als Schule hart“, sagt Pleye. Denn der Termindruck wächst. Notenschluss ist bereits am 10. Januar. Die Lehrer haben eineinhalb Wochen Zeit die Arbeiten schreiben zu lassen und zu korrigieren. „Das ist der Supergau“, sagt Pleye.

Der Druck steigt für Lehrer – „und für die Schüler“, berichtet Schulleiterin Christiane Kropp von der Gunzelin-Realschule. Es müssten zwar nicht viele Klausuren verschoben werden, doch in einigen Klassen wird nun eine dritte Klausur innerhalb einer Woche geschrieben. Denn nicht alle ließen sich in den Januar verlegen. „Die Belastung ist groß“, so die Schulleiterin. Kropp hätte sich bei der Ferienfrage eine klare Entscheidung gewünscht.

Wie viele Eltern ihre Kinder von der Präsenzpflicht an der Realschule befreien werden? „Das weiß ich noch nicht, die Anträge müssen bis morgen abgegeben werden. Ich schätze, dass viele Eltern davon Gebrauch machen werden“, berichtet Kropp, „und ich denke, dass viele Eltern mit dieser Entscheidung auch überfordert sind.“ Oft werde gerade bei den älteren Schülern aus einer Art Gruppenzwang reagiert, weil die Schüler ihren Eltern sagen, dass die Klassenkameraden auch nicht in die Schule gehen.

Steht am Mittwoch dann die Zahl der „Präsenz-Schüler“ fest, heißt es wieder: Schule organisieren. „Je nachdem, wie viele Schüler in die Schule kommen, legen wir Kohorten zusammen.“ Bleiben tendenziell eher weniger Schüler zu Hause, findet der Klassenunterricht statt.

Auch Schulleiter Manfred Filsinger ist über die Entscheidung des Kultusministeriums nicht glücklich. „Entweder gehen alle ins Homeschooling oder alle gehen zur Schule“, sagt er. Bis Dienstag wurden 63 Schülerinnen und Schüler von der Präsenzpflicht abgemeldet, aber „es werden wohl noch ein paar mehr“, sagt Filsinger. Knapp 1000 Schüler besuchen das Ratsgymnasium. Das Aussetzen der Präsenzpflicht sorge für viele Konflikte und Diskussionen im Elternhaus. „Und Schüler, die in die Schule müssen fühlen sich benachteiligt“, sagt der Schulleiter. „Es besteht dann kein sehr vorteilhaftes Lernklima mehr für die letzten drei Tage vor den Ferien“, so Filsinger.

Wie geht es dann nach den Weihnachtsferien weiter? Schulleiterin Christiane Kropp hofft, dass die Zahlen nicht ansteigen werden. Ungeimpfte Schüler werden in der ersten Woche nach den Ferien wieder täglich getestet. Genügend Corona-Tests seien vorhanden, diese Woche traf an der Realschule noch eine Lieferung ein. „Zur Not helfen sich die Schulen auch untereinander – das klappt gut.“

Schon vor knapp vier Wochen plante die BBS Peine alle Schüler ab dem 17. Dezember ins Distanzlernen zu schicken. „Damit wollen wir die Situation ein Stück weit entschärfen und eine gewisse Planbarkeit für Lehrer und Schüler schaffen“, erklärte BBS-Schulleiterin Maria Zerhusen vorab. Die Schüler werden über Microsoft-Teams unterrichtet und so könnten die Tage vor Weihnachten noch gut genutzt werden und man verliere keine Zeit für Unterricht und Klausuren.

An bedürftige Schüler wurden 140 Tablets über das Schuljahr hinweg verteilt, sodass jeder Schüler am Distanzlernen teilnehmen könne. Die Befreiung von der Präsenzpflicht spielt an der BBS eine „untergeordnete Rolle, da laut Erlass an berufsbildenden Schulen eine Präsenzpflicht für 15 bis 30 Prozent der Schüler besteht“ so der stellvertretende Schulleiter Sven Linnert.

Montag, 13. Dezember 2021

Neue Attraktion: Ab jetzt Eisstockschießen am Eixer See

Gastwirtschaft „Haus am See“ bietet Spiel auf einer 20 Meter langen Kunststoffbahn an

Von Thomas Kröger

Beim Eisstockschießen in Eixe (v. l.): Josy-Christin Pastewsky, Christian Horneffer und Nica Blankenberg.foto: Ralf Büchler

Eixe. Eine neue Attraktion gibt es am Eixer See: eine Eisstock-Schießbahn. Gastronom Christian Horneffer von der dortigen Gastwirtschaft „Haus am See“ hatte die zündende Idee und ließ die Kunststoffbahn auf seiner Terrasse aufbauen. Ab jetzt kann dort um die Wette geworfen werden.

„Die Bahn im Wert von 18 000 Euro gehört dem Veranstalter Thore Lindemann aus Hohenhameln. Gemeinsam haben wir mit Metallständern einen geraden Holzboden errichtet, auf dem rutschfeste Kunststoffmatten liegen. Darauf haben wir die 20 Meter lange Kunststoffbahn, die aus der Schweiz kommt, ausgelegt“, so Horneffer. Auf einer ähnlichen Bahn würden Profi-Eishockeyspieler im Sommer trainieren.

Jetzt kann das Spiel am „Haus am See“ beginnen, tagsüber hat man einen wunderbaren Blick auf den Eixer See, und abends wird die Bahn in grünes Licht getaucht, und Lichtstrahler erhellen den See. Der Gastronom möchte auf diese Weise erreichen, dass wieder mehr Besucher kommen, denn wegen der Coronaverschärfungen hat er zurzeit hohe Einbußen. „Bei uns gilt die 2G-Regel, denn wir nutzen unsere Kapazität nur zu 70 Prozent. Das heißt Geimpfte und Genesene haben Eintritt. Und das Schöne an der Bahn ist, dass sie draußen steht und man immer an der frischen Luft ist“, so Horneffer.

Welche Regeln gelten beim Eisstockschießen? Bei diesem Mannschaftsspiel versuchen zwei Teams, die Stöcke mit viel Schwung von der Abspielstelle aus möglichst nahe an die sogenannte Daube – einen schwarz-gelben Kunststoffring – zu schießen. Sie wird dabei auf das Mittelkreuz der Kunststoffbahn gelegt. Wer am Ende der Daube am nächsten kommt, gewinnt. Er fügt hinzu: „„Wir haben dabei große Stöcke für Männer und kleinere Exemplare für Frauen sowie Kinder.“

Und damit das Spiel zum großen Spaß wird, bietet Horneffer die Bahn in der Zeit von 11 bis 16 Uhr für eine Stunde für 99 Euro an. „Es können dann zehn Leute spielen, die zusätzlich noch zehn Freigetränke erhalten.“ Und in der Zeit von 16 bis 22 Uhr kostet eine Stunde Eisstockschießen für zehn Leute 199 Euro. Er erklärt: „Darin enthalten ist eine Flatrate, und man kann in dieser Stunde so viele Heißgetränke trinken, wie man möchte.“ Am Ende der Bahn steht ein Zelt, wo man die Getränke genießen kann. Auch für das Essen ist gesorgt, es gibt auf Wunsch Bratwurst, Kartoffelpuffer und Gulaschsuppe. Und vor dem Gebäude am Parkplatz gibt es zusätzlich eine Weihnachtsbude, an der gebrannte Mandeln, Waffeln und Glühwein erhältlich sind.

„Ich kann auf diese Weise ein Event anbieten, dass es so noch nicht in Peine gibt“, freut sich Horneffer. Im Zoo Hannover gebe es eine ähnliche Bahn, aber die Nutzung sei viel teurer als am Eixer See. Wer Interesse am Eisstockschießen hat, kann sich ab sofort telefonisch oder per Facebook beim „Haus am See“ melden und die Bahn buchen. Gut Schuss!

Montag, 6. Dezember 2021

Geldstrafe: Polizei findet unerlaubte Waffen bei 20-Jährigem in Vöhrum

Verhandlung am Jugendgericht: Unter anderem Holzstab mit Klinge und Stacheldraht entdeckt

Das Peiner Amtsgericht: Am Jugendgericht fand die Verhandlung gegen einen 20-Jährigen statt, der unerlaubt Waffen besaß. FOTO. Ralf Büchler

Peine. Eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro muss ein 20-Jähriger aus Vöhrum zahlen, der vom Jugendgericht am Amtsgericht Peine wegen unerlaubten Waffenbesitzes schuldig gesprochen wurde. Polizisten hatten bei einer Durchsuchung seines Zimmers im Haus seiner Eltern gleich mehrere unerlaubte Waffen beim Angeklagten gefunden und sichergestellt.

Unter anderem handelte es sich dabei um eine Softair-Waffe, die mit einer Lichtquelle versehen auch als Laserpointer eingesetzt werden könnte. Softair-Waffen sind spezielle Druckluftwaffen, die vorrangig in taktischen Geländespielen eingesetzt werden. Zusätzlich fanden die Polizeibeamten selbstgebaute Shakes-Waffen, die oftmals in Videospielen genutzt werden. Auch ein Messer und ein Holzstab mit Schlaufe und eingesetzter Klinge, der zusätzlich mit Stacheldraht umwickelt war, wurden bei der Kontrolle vorerst sichergestellt.

Im Prozess räumte der Angeklagte im Beisein seines Verteidigers die erhobenen Vorwürfe in vollem Umfang ein. „Ich wusste nicht, dass der Besitz dieser Waffen unzulässig ist. Es tut mir echt leid. Ich werde es nie wieder machen“, sagte er. Der junge Vöhrumer hat einen Realschulabschluss erreicht und befindet sich aktuell in der Ausbildung zum Elektroniker mit guten Noten. „Mein Interesse an Holz- und Metallbau ist stark ausgeprägt. Ich bastele gern mit den Materialien“, erklärte der Angeklagte. „Mein Sohn ist an den Waffen nur technisch interessiert. Ich habe ihm extra einen kleinen Schießstand auf unserem Grundstück eingerichtet“, berichtete der Vater.

Die Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe sprach zwar von einem offenen Dialog mit dem Angeklagten. Doch: Einem Rat sei er leider nicht gefolgt. Der 20-Jährige sollte durch Urin-Kontrollen einen Nachweis erbringen, dass er inzwischen keine Drogen mehr konsumiert. Sein Argument, dass er die Ansprechpartner nicht erreicht habe, ließ die Richterin nicht gelten.

Die Staatsanwältin sah die erhobenen Anklagepunkte als bestätigt an. Sie forderte eine Geldstrafe von 500 Euro, zahlbar für gemeinnützige Zwecke sowie die Abgabe von drei beaufsichtigten Urinproben für den Angeklagten.

Etwas harmloser schätzte Verteidiger Ralf Jödicke die Vorwürfe gegen seinen Mandanten ein. Er beantragte die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer geringen Geldbuße. Der Angeklagte stimmte dem Einzug der sichergestellten Waffen zu.

Die Vorsitzende Richterin schloss sich mit ihrem Urteil jedoch der Meinung der Staatsanwältin und der Jugendgerichtshilfe an. Ihr Urteil: 500 Euro Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, zahlbar zu Gunsten der Peiner Labora GmbH. Zudem muss der 20-Jährige drei beaufsichtigte Urinproben ab Januar abgeben und hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden. ebr

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Peiner Wirt klagt: „2G Plus ist ein Lockdown light für die Gastronomie“

Zwischen Hoffnung, Sorge und Wut: Gastronomen und die neuen Corona-Regeln

Von Mirja Polreich

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„Die Innengastronomie ist ein wirtschaftlicher Totalschaden“, sagt Christian Horneffer vom „Haus am See“ in Eixe.Fotos: Ralf Büchler

Peine. Christian Horneffer klingt resigniert, müde, Corona-müde. Der Betreiber des „Haus am See“ in Eixe hatte bis vor Kurzem noch ein volles Auftragsbuch. Viele Peiner hatten für eine Weihnachtsfeier reserviert, nun herrscht angesichts steigender Infektionszahlen, neuer Omikron-Variante und 2G-Plus-Regel gähnende Leere. „Die Innengastronomie ist ein wirtschaftlicher Totalschaden“, sagt er.

Unter der Woche öffnet Horneffer sein Lokal nur noch für besondere Aktionen. Stattdessen setzt er nun wieder verstärkt auf Speisen und Getränke außer Haus. Draußen an einer Bude können die Gäste wie gewohnt Bratwurst kaufen. Aber der Gastwirt hat sich bereits ein neues Schmankerl ausgedacht, wie er Gäste an den Eixer See locken kann. „Wir bauen eine Eisstock-Schießbahn auf und eine Weihnachtsbude, an der es gebrannte Mandeln, Waffeln und Glühwein gibt“, kündigt er an.

Die Corona-Pandemie und das Regel-Hin-und Her, die damit einhergehende Unsicherheit sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Gastronomen macht ihn wütend. Und nun auch noch 2G Plus, womit nur Genesenen und Geimpften mit einem aktuellen negativen Testergebnis der Zutritt gewährt wird.

Auch bei Torben Hacke vom Hotel Schönau in Stederdorf sind etwa 70 Prozent der Weihnachtsfeiern abgesagt worden. „Es sind noch Buchungen da, aber das sind kleinere Gruppen von 10 bis 15 Personen“, erklärt er. Er habe für jeden Verständnis, der eine Feier unter solchen Umständen absagt. „Der Restaurantbesuch ist durch 2G Plus extrem erschwert, man muss ein Testzentrum finden, einen Termin bekommen und hoffen, dass die genug Tests haben.“ Einen kleinen Lockdown durch die Hintertür für gastronomische Betriebe nennt er das.

Den erwarteten Umsatzrückgang hat der Hotel-Inhaber bereits in der Personalplanung berücksichtigt. Im vergangenen Jahr sei es durch den Lockdown einfacher gewesen, weil alle Mitarbeiter in Kurzarbeit waren. „Dieses Jahr darf man zwar öffnen, aber es wird einem extrem schwer gemacht“, so Hacke. Nun gelte es mit Augenmaß zu wirtschaften. Den Kopf in den Sand stecken wolle er aber nicht, auch, wenn der Zug für diesen Winter abgefahren sei. „Unsere Auftragsbücher für das nächste Jahr sind voll. Hoffen wir jetzt, dass wir nächstes Jahr wieder schneller raus sind. Unser Betrieb ist 106 Jahre am Markt, da haben unsere Vorfahren schwierigere Zeiten überstanden.“

Auch Torsten Kowohl, Vorsitzender des Peiner Kreisverbands des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) und Betreiber des Theaterrestaurants Peiner Festsäle, spricht von einem „Lockdown light für die Gastronomie“. „Wir haben Kosten, aber keine Einnahmen“, sagt er. Die Auftragsbücher seien leer, die letzte verbliebene Firmenweihnachtsfeier bei ihm sei am Dienstag abgesagt worden. „Es ist eine Fehlentscheidung der Behörden. Wir sind zum zweiten Mal diejenigen, die den Kopf hinhalten müssen“, kritisiert er.

Was nun mit kleineren Gruppen wird, die sich für eine Feier angemeldet haben, sei offen. „Wir haben die Bestellungen für Weihnachten schon ausgelöst“, schildert er. Die jetzige Situation werde viele Gastwirte in Schwierigkeiten bringen, auch die Überbrückungshilfen würden hier nicht greifen. „Das sind Festkostenzuschüsse mit denen man die Miete zahlen kann, das rettet einen vielleicht ein paar Monate über die Pleite, davon leben kann man aber nicht.“