Zeitungsartikel November 2021
Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, November 2021
Samstag, 27. November 2021
Radfahrerin bei Unfall verletzt
Vöhrum. Leicht verletzt wurde eine Radfahrerin am Donnerstagnachmittag bei einem Verkehrsunfall in Vöhrum. Die 60-Jährige war auf dem Geh- und Radweg an der Ziegelei unterwegs, als ein 55-Jähriger mit seinem VW aus der Falkenberger Straße kam und beim Abbiegen ihre Vorfahrt missachtete. Die Frau erlitt Verletzungen an Armen und Beinen und klagte über Schmerzen. Die Schadenhöhe wurde nicht angegeben.
Dienstag, 23. November 2021
Neue Schiedsfrau: Eixerin
schlichtet auch bei Zoff am Zaun
IGS-Lehrerin Katrin Nowacki übernimmt Amt von Heike Schnell – Schiedsverfahren häufig von Erfolg gekrönt
Von Christian Meyer
Katrin Nowacki ist neue Schiedsfrau in Peine. Amtsgerichtsdirektor Dr. Wilfried Lehmann-Schmidtke (links) und Peines Bürgermeister Klaus Saemann begrüßten sie mit Blumen.foto: Christian Meyer
Peine. Wenn Nachbarn streiten, weil noch Nägel nach 22 Uhr in die Wand gehauen werden und Äste über den Zaun hängen oder sich Geschwister wegen der Betreuung der pflegebedürftigen Mutter in die Haare kriegen, dann könnte sie gefragt sein: Die gebürtige Eixerin Katrin Nowacki hat das Amt der Schiedsfrau übernommen. Schlichten statt richten – das wird das Motto der 56-Jährigen sein, die nun ehrenamtlich für das Stadtgebiet West, Telgte, Vöhrum, Eixe, Landwehr und Röhrse zuständig ist. „Ich halte die Arbeit für extrem wichtig. Jeder Streit, der früh beendet und geschlichtet wird – ist ein gutes Ergebnis. Das ist auch eine Entlastung für die Gerichte“, betonte Peines Amtsgerichtsdirektor Dr. Wilfried Lehmann-Schmidtke.
Mit einem Blumen-Geschenk begrüßte er Montag zusammen mit Peines Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) und Stadt-Justiziar Dr. Peter Armbrust die neue Schiedsfrau. Drei Schiedspersonen gibt es im Peiner Stadtgebiet, weitere in den Gemeinden. Wenn sie gerufen werden, geht es meist um eines: „Geschätzt drei Viertel aller Fälle spielen sich im Nachbarschaftsstreit ab“, erläuterte Amtsgerichtsdirektor Dr. Lehmann-Schmidtke. Entsprechend wichtig sei es, für die Schiedspersonen Ehrenamtliche zu finden. Was sie können müssen? „In erster Linie einfach zuhören“, betonte Lehmann-Schmidtke. So lasse sich der Kern des Streits herausarbeiten. Oft seien die Streitenden schon froh, dass sich überhaupt mal jemand ihres Problems annimmt. Und: „Es gibt eine sehr hohe Aussicht auf Erfolg“, sagte Lehmann-Schmidtke. Das kann auch Zeit und Kosten sparen. Zuhören, vermitteln, erklären, einen Konsens finden – Katrin Nowacki traut sich das zu. „Das ist quasi ja auch mein täglich Brot in der Schule“, sagt sie. Die 56-Jährige ist Lehrerin an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Peine. Sie ist optimistisch, dass ihr beruflicher Hintergrund bei ihrer Schiedsarbeit hilfreich sein kann. Ob mit Eltern, Schülern oder Kollegen: Auch dort sei es vor allem wichtig, „dass man offen und ehrlich miteinander redet“. Gemeldet habe sie sich nach einem Aufruf in der PAZ. „Ich habe zwei Kinder, die mittlerweile erwachsen sind. Das hat dazu geführt, dass ich mehr Zeit habe, um mich ehrenamtlich zu engagieren“, sagte sie. Nun wolle sie in Sachen ehrenamtliches Engagement etwas zurückgeben, von dem sie einst selbst profitiert habe.
Bürgermeister Klaus Saemann freut sich, dass Katrin Nowacki sich bereit erklärt hat, die Nachfolge von Heike Schnell anzutreten. Der Rat der Stadt Peine und der Ortsrat Vöhrum/Eixe habe sie dafür einstimmig für die Dauer von fünf Jahren gewählt. „Das ist eine wirklich anspruchsvolle Tätigkeit, dafür muss man Geduld und Empathie haben“, unterstrich Saemann. Die ehrenamtliche Arbeit sei extrem wertvoll. „Sie tun eine Menge für den Rechtsfrieden vor Ort“, betonte der Bürgermeister, der früher als Rechtsanwalt tätig war.
Dass sich die Arbeit auszahlt, hat das Landesjustizministerium übrigens Schwarz auf Weiß. Allein im vergangenen Pandemiejahr haben die Schiedsleute in den 612 Schiedsämtern in Niedersachsen 2059 zivilrechtliche Schlichtungsverfahren durchgeführt und 143 strafrechtliche Sühneverfahren bearbeitet – über die Hälfte dieser Fälle mit einer erfolgreichen gütlichen Einigung. „3147 Fälle wurden darüber hinaus ohne förmlichen Aufwand geführt – sehr oft mit gutem Erfolg“, merkte Justizministerium-Sprecher Christian Lauen-stein an.
Übrigens: Mit Nachbarschaftsstreitigkeiten beschäftigen sich Gerichte in Niedersachsen inzwischen nur noch, wenn zuvor ein Schiedsverfahren gescheitert ist. „Ansonsten ist die Klage unzulässig“, erläuterte Peines Amtsgerichtsdirektor.
Wie finde ich eine Schiedsperson? Auf der Internetseite des Bunds Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen unter bds-omv.de gibt es auch für den Landkreis Peine eine Schiedspersonen-Suche.
Montag, 22. November 2021
Viele Leute kommen zur Impfaktion in Vöhrum
Sowohl an den BBS als auch am Gymnasium Groß Ilsede wurde geimpft
Von Sylvia Knapek-Wodausch
Impfaktion: In Vörum gab es eine gute Beteiligung.Foto: Ralf Büchler
Vöhrum. An den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum hatte der Landkreis am Samstag eine Impfaktion organisiert. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, gab es sowohl Erst- und Zweit- als auch Booster-Impfungen – ein Angebot, das viele Leute nutzten.
Zu ihnen gehörten auch Thomas Draeger (59) und seine Frau Beate Hübner-Draeger (58). Beide ließen sich in Vöhrum ihre Booster-Impfung geben. Als Mitarbeiterin in einer Zahnarztpraxis hatte die Peinerin von der Aktion erfahren und sich kurzentschlossen mit ihrem Mann auf den Weg gemacht. „Alle sollten sich impfen lassen. Ich bin für eine Impfpflicht, die keinen ausnimmt und nicht nur für eine besondere Berufsgruppe die Impfung vorschreibt“, so Hübner-Draeger.
In der Aula der BBS kümmerte sich ein Mitarbeiterteam am Eingang um die Formalitäten. An vier Tischen wurde geimpft. Elanur Demir (20) war mit einigen Kollegen für diese Aktion von ihrem Arbeitergeber, einer Zeitarbeitsfirma, abgestellt. Sie betreut auch die kommenden Impfaktionen, so auch bei der Impfstation, die Montag eröffnen soll: „Für diese sind sofort 5000 Termine vergeben worden. Heute haben wir in den ersten drei Stunden rund 120 Impfungen geleistet. Viele davon waren Erst- und Booster-Impfungen“, erklärt sie. 175 Impfungen waren es am Samstag laut Angaben des Landkreises insgesamt.
Leon Kuppe (21) aus Peine ist Schüler der BBS und hatte über den Landkreis von der Aktion erfahren: „Unsere ganze Klasse ist geimpft. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr steht jetzt meine dritte Impfung an. Soweit ich weiß, sind alle Schüler meiner Klasse geimpft. Aber wir müssen immer mit Maske und mit offenen Fenstern im Unterricht sitzen.“
Auch die Peinerin Jessica Schwinge (37) hatte sich mit ihrer kleinen Tochter auf den Weg nach Vöhrum gemacht. Schwinge arbeitet im medizinischen Bereich, für sie stand der Booster an: „Anfangs überlegte ich schon, ob ich mich impfen lassen sollte. Das war mir alles zu neu und zu schnell. Aber ich arbeite mit Menschen, und da ist es einfach sicherer. Ich bin auch für eine Impfpflicht für medizinisches Personal. Argumenten, die sich gegen eine Impfung aussprechen, kann ich nicht mehr folgen – nicht in dieser Situation.“
Geimpft wurde am Samstag aber nicht nur in Vöhrum: Auch am Gymnasium in Groß Ilsede gab es eine Impfaktion. Z
Unfall in Eixe: 50 000 Euro Schaden
Eixe. Eine 25-jährige Peinerin ist am frühen Sonntagmorgen gegen 0.45 Uhr mit ihrem Kia Sorento auf dem Eixer Sundernweg in Richtung Peiner Kernstadt unterwegs gewesen. Auf Höhe der Gaststätte Eixer Haus am See kam das Fahrzeug wegen zu hoher Geschwindigkeit nach links von der Straße ab.
Daraufhin kam es zu einer regelrechten Schneise der Verwüstung: Das Auto touchierte zunächst ein Verkehrszeichen am Straßenrand, preschte dann durch ein Absperrgitter, stieß vor der Gaststätte gegen einen dort abgestellten Kühlanhänger und landete schließlich ein kleines Stück daneben in einem aufgebauten Pavillon.
An dem Kia entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden. Glück im Unglück allerdings: Die Fahrerin blieb bei dem Unfall völlig unverletzt. Nach ersten Schätzungen der Polizei beträgt die Höhe des gesamten Sachschadens zirka 50 000 Euro.
Samstag, 20. November 2021
Spannende Geschichte(n):
Neue Vöhrumer Dorfchronik ist da
Das 544 Seiten starke Werk kann bereits vorbestellt werden – Macher sind stolz auf das Ergebnis
Von Michael Lieb
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Stellten die neue Dorfchronik vor (v. l.): Ortsheimatpfleger Werner Brandes, Hauptautor Rolf Ahlers sowie Sven Plege und Ingo Reinhardt vom Heimat- und Kulturverein und Archäologe Thomas Budde. In der Chronik werden auch Geschichten von Zeitzeugen (kl. Bild) erzählt.Fotos: Michael Lieb
Vöhrum. Zeitzeugen schildern ihre persönlichen Kriegserlebnisse, Ergebnisse jüngster archäologischer Untersuchungen und Einblicke in das rege Vereinsleben: Eine geballte Ladung Geschichte auf 544 Seiten bietet die neue Vöhrumer Dorfchronik, die ab sofort vorbestellbar ist. Gutscheine sind in der Bücherstube in Vöhrum zum Preis von 29,95 Euro erhältlich. „Vielleicht ein tolles Weihnachtsgeschenk“, wirbt Dr. Ingo Reinhard vom Heimat- und Kulturverein. Tatsächlich sei die Nachfrage nach dem Buch, das als Ergänzung zur alten Dorfchronik gedacht ist, groß. Es habe schon zahlreiche Vorbestellungen gegeben.
Sichtlich stolz sind die Macher über das Ergebnis ihrer monatelangen Arbeit. Den Hauptteil geschrieben hat der Wendeburger Heimatkundler Rolf Ahlers, der durch seine intensive Recherchen praktisch ein halber Vöhrumer geworden ist. Erfahrungen im Schreiben von Chroniken hat er siebenfach gesammelt, doch Vöhrum mit 7000 Einwohnern, drei Kirchen, drei Kindergärten und drei Schulen, neun Kinderspielplätze, 15 Denkmäler und zig Organisationen, Gruppen und Vereinen sei schon eine Besonderheit.
Unterstützung bekam Ahlers unter anderem vom Ortsheimatpfleger Werner Brandes, Sven Pleger und Dr. Ingo Reinhardt. Werner Brandes hat Ortsbegehungen organisiert, Zeitzeugen versammelt und museale Kulturgüter präsentiert. Sven Pleger hat sich um das Geotop Tonkuhle und um die neuere Geschichte nach 1983 gekümmert. „Für die große Hilfe der Peiner Stadtverwaltung hinsichtlich der Beschaffung der Ortsratsprotokolle möchte ich mich bei Sonja Künze bedanken“, sagt Pleger. Und Dr. Ingo Reinhardt hat etliche Fotografien beigesteuert und einige historische Dokumente, Karten und Quellen aus der älteren Vöhrumer Geschichte, die größtenteils noch ungesichtet waren, recherchiert.
Ein Extra-Teil in der Chronik wird dem Kriegsende und Nachkriegszeit gewidmet. Dafür hat der aus Hohenhameln stammende Militärgeschichtsexperte Karl-Heinz Heineke acht Zeitzeugen interviewt. „Dass das so funktioniert hat, ist ein großes Geschenk, obwohl der Kreis inzwischen sehr, sehr klein geworden ist“, sagt Heineke. Andernorts gebe es diese Chance leider schon gar nicht mehr.
Auch um auf die neue Dorfchronik Appetit zu machen, überreichte Heineke dem Vöhrumer Ortsheimatpfleger Werner Brandes kürzlich ein besonderes Geschenk: Eine originale Karte vom Einmarsch der Amerikaner, die den Weg der 5. US-Panzerdivision über Vöhrum und Peine zur Elbe bei Tangermünde aufzeigt. Diese soll künftig in der Heimatstube in der Alten Pfarrei ausgestellt werden.
Auch der Blick in die tiefere Vergangenheit in der Chronik bietet Spannendes mit teilweise so noch nicht veröffentlichten Fakten und Geschichten. So wird unter anderem die Schlacht von Sievershausen thematisiert, genauso eine Grenzbefestigungsanlage am Landwehrgraben. Überreste davon hat der Peiner Archäologe Thomas Budde im Zuge der Erschließung des Baugebiets „Nördlich Hainwaldweg“ ausgegraben. Budde skizziert die Vor- und Frühgeschichte Vöhrums von der Altsteinzeit bis zum Mittelalter aus archäologischer Sicht in einem Extra-Teil.
„Wir sind wirklich stolz auf das Ergebnis. Die Chronik kann sich sehen lassen“, sagt Reinhardt, der noch einmal darauf hinweist, dass diese die alte Chronik „Von Vorden nach Vöhrum“ ergänzt und nicht ersetzt. „Sie steht daneben“, fügt Ahlers hinzu. Offiziell wird die Chronik, die im Dezember in einer Auflage von 1630 Stück gedruckt werden soll, erst am 9. Januar vorgestellt und herausgegeben.
Videomaterial für die Filmnacht gesucht
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Bei der letzten Filmnacht in Vöhrum (v. l.): Die Organisatoren Dirk Bardua, Eike Hennig und Olaf Brokate.Foto: Archiv
Zum Jubiläum „Vöhrum – tausend Jahre und mehr“ soll es im kommenden Jahr eine Neuauflage der Vöhrumer Filmnacht geben. „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und hat nicht nur den Gästen, sondern auch uns Organisatoren viel Spaß bereitet“, sagt Olaf Brokate vom Organisationsteam. Beim letzten Mal waren 150 interessierte Vöhrumer in einem kleinen Stall im Kohlweg zusammengekommen.
Da der Veranstaltungsort schon damals zu klein war, freuen sich die Macher, mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) einen Partner gefunden zu haben, der mit seiner großen und voll ausgestatteten Aula am 19. Februar 2022 den passenden Rahmen bieten kann. „Ich freue mich ganz besonders auf kuriose, historische, interessante und lustige Filme aus Vöhrum“, so Sven Pleger aus dem Vorstand.
Der Heimat- und Kulturverein Vöhrum, Eixe, Landwehr bittet als Veranstalter alle Bewohner um Mithilfe beziehungsweis um Unterstützung bei der Suche nach geeignetem Filmmaterial. „Wenn sie noch Filme in Super 8, VHS oder in digitaler Form haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen“, so Brokate. Der Verein bittet hierfür um eine E-Mail an: heikuvoeeila@ gmx.de mit einer Telefonnummer und einer kurzen Inhaltsbeschreibung.
„Es geht dabei um Filme von öffentlichen Interesse, also Veranstaltungen, Umzügen, Reden, Grundsteinlegungen, Natur oder ähnliches. Und nicht um die private Hochzeitsfeier“, schildert Mitorganisator Eike Hennig. „Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und sind gespannt, was noch in Vöhrumer Kellern für Filmschätze schlummern.“
Freitag, 19. November 2021
BBS Peine schickt Schüler vor Weihnachten nach Hause
Corona-Situation soll entschärft und Planbarkeit geschaffen werden
Von Michael Lieb
Die 1650 Schüler des BBS in Vöhrum sollen die letzten drei Tage vor den Ferien von zu Hause aus lernen.FOTO: Archiv
Peine. Die Corona-Zahlen explodieren bundesweit – und auch in Peine wird es ungemütlicher. Die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Vöhrum planen deshalb ab Freitag, 17. Dezember, Distanzlernen für ihre 1650 Schüler. „Damit wollen wir die Situation ein Stück weit entschärfen und eine gewisse Planbarkeit für Lehrer und Schüler schaffen“, erklärt BBS-Schulleiterin Maria Zerhusen.
Homeschooling sei für die Berufsschule einfacher umzusetzen als für die allgemeinbildenden Schulen. „Wir haben jederzeit die Möglichkeit, 30 Prozent der Schüler ins Distanzlernen zu schicken, auch um das digitale Lernen zu lernen“, erklärt Zerhusen. Über Microsoft-Teams könnten die Tage vor Weihnachten noch gut genutzt werden und man verliere keine Zeit für Unterricht und Klausuren.
Vorgezogene Weihnachtsferien ab dem 17. Dezember wie sie der Landeselternrat am Mittwoch ins Spiel gebracht hatte, hält Zerhusen für die BBS nicht unbedingt für optimal, da die Unterrichtsinhalte transportiert werden müssten und dafür Zeit benötigt werde. Für die allgemeinbildenden Schulen ist Homeschooling bislang noch kein Thema: „Vom Kultusministerium gibt es noch keine Hinweise in diese Richtung“, erklärt Ulla Pleye, Leiterin der Integrierten Gesamtschule (IGS) Peine.
Vor einem Jahr sollte ein früherer Start in die Ferien den niedersächsischen Schülern und ihren Familien ein sicheres Weihnachtsfest ermöglichen. Und so sollte es in der vierten Corona-Welle erneut sein, forderte der Landeselternrat Mitte der Woche. Konkret ging es um die drei Schultage vor Ferienbeginn.
Eine Sprecherin der niedersächsischen Staatskanzlei erklärte daraufhin, dass sich die Regierung noch nicht mit derlei Überlegungen befasst habe. „Die Landesregierung hat noch nicht darüber gesprochen.“
Gleichzeitig zeigte das Kultusministerium Verständnis für den „Wunsch nach einem sicheren Weihnachtsfest mit der ganzen Familie“, wie ein Sprecher erklärte. Bisher herrsche an den Schulen allerdings „relative Ruhe“ in Sachen Corona.
Alarmierend sind die Zahlen auch in Peine tatsächlich noch nicht, doch sie steigen allmählich wieder. „Nach den Herbstferien hatten wir im Schnitt ein bis zwei Fälle pro Woche, jetzt sind wir bei knapp unter zehn“, erklärt Pleye.
Mittwoch, 17. November 2021
Vöhrumer Delegierte: „Ergebnis der Weltklimakonferenz ist enttäuschend“
22-jährige Hannah-Sofie Springer war bei der COP in Glasgow – Zu wenig klare Bekenntnisse zum Klimaschutz
Von Dennis Nobbe
Hannah-Sofie Springer hat die Klimadelegation bei der UN-Weltklimakonferenz vertreten. Fotos: Privat
Vöhrum/Glasgow. Frust: Die Vöhrumerin Hannah-Sofie Springer hat als Mitglied der Klimadelegation die UN-Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow besucht. Ziel der jährlich stattfinden Konferenz, die auch COP (Conference of the Parties) genannt wird, ist es, weltweit effektiven Klimaschutz in die Wege zu leiten. Doch genau das sei in Glasgow viel zu kurz gekommen, kritisiert Springer.
Die 22-Jährige, die wegen ihres Studiums derzeit im dänischen Kopenhagen lebt, war als Vertreterin der politisch unabhängigen und gemeinnützigen Organisation junger Menschen aus Deutschland eine Woche lang bei der COP. „Die Konferenz war relativ enttäuschend“, resümiert Springer. Gerade zum Ende hin habe es „unschöne Entwicklungen“ gegeben, die abschließenden Statements etlicher Nationen-Vertreter seien „zu verwässert“ gewesen.
Als Beispiel nennt die 22-Jährige den Abschied von fossilen Brennstoffen: Geplant sei dieser Ausstieg zwar längerfristig, doch sei nicht klar genug definiert, wie das eigentlich passieren soll. „Und einige Länder haben sich gegen Verbrennungsmotoren ausgesprochen, Deutschland jedoch nicht“, so Springer. Viele durch den Klimawandel bedingte Verluste in der Umwelt seien schon jetzt nicht wieder gutzumachen. Springer: „Es wäre gut gewesen, sich klar dazu zu bekennen, aber das ist nicht passiert.“ Während die Ambitionen in Sachen Klimaschutz bei den Vertretern etlicher Länder spürbar gewesen seien, würden sich zu viele noch nicht ausreichend dafür engagieren. Australien etwa stellte gar nicht erst in Aussicht, dass es in dem Land einen Kohleenergie-Ausstieg geben soll.
Dabei seien die Auswirkungen des Klimawandels mancherorts schon deutlich sichtbar: So habe etwa der Sprecher des kleinen ozeanischen Staats Tuvalu Alarm geschlagen, weil der angestiegene Meeresspiegel bereits Teile der Pazifik-Insel verschlungen habe. „Gerade wenn man solche Geschichten hört, ist das Ergebnis der diesjährigen Klimakonferenz schockierend“, betont sie. Es habe sie nicht überrascht, dass noch keine konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz festgelegt worden seien. Doch mehr als das, was bei der COP herumgekommen ist, habe sich die Vöhrumerin schon gewünscht.
Rund 200 Länder nahmen an der UN-Weltklimakonferenz teil. Diese wurde vorab vom britischen Premierminister Boris Johnson als „letzte Chance für eine gemeinsame Klimaschutz-Politik“ bezeichnet. Diese Chance sei nicht wirklich genutzt worden, ist sich Springer sicher.
Montag, 15. November 2021
Vandalismus: Polizei sucht Zeugen
Vöhrum. Die Polizei bittet um Mithilfe: Unbekannte Täter haben erneut die Haltestellenverglasung an einem Wartehäuschen am Bahnhof in Vöhrum zerstört. Die Tat hat sich wahrscheinlich bereits am Freitag in den Abendstunden ereignet, wie die Polizei mitteilt. Zeugenhinweise: (05171) 9990.
Donnerstag, 11. November 2021
Gefährliche Körperverletzung: Haftstrafe für 31-jährigen Vöhrumer
Gerichtsurteil: Familienvater soll für ein Jahr und vier Monate ins Gefängnis – Verstoß gegen Bewährung
Wegen gefährlicher Körperverletzung muss ein 31-Jähriger Vöhrumer ins Gefängnis.Foto: Archiv
Peine. Ein Jahr und vier Monate Haft, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird: So lautet das Urteil gegen einen 31-jährigen Familienvater aus Vöhrum vor dem Amtsgericht Peine. Im wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Am 20. März soll es gegen 1.20 Uhr in Peine bei einem Streit zu einer körperlichen Misshandlung gekommen sein. Als der Angeklagte nach seiner Spätschicht nach Hause kam, erhielt er per Handy-Nachricht eine Einladung zum Treffen bei einer Bekannten. Der 31-Jährige solle doch mit seinem Kumpel gleich noch mal bei ihr erscheinen. In der Wohnung angekommen, trafen sie auf weitere vier bekannte Personen. Anwesend war auch seine 36-jährige Tante, die das Treffen mit einem Handy filmte. Die Tante verließ mit dem Angeklagten die Wohnung, um mit ihm eine „Familiensache“ zu klären. Sie warf dem Angeklagten vor, dass er vor rund drei Jahren ein weiteres jüngeres Mitglied ihrer Familie sexuell belästigt haben soll.
Schnell kam vor dem Haus zur verbalen Auseinandersetzung zwischen den Streitenden. Dann soll ein gezielter Faustschlag ins Gesicht gefolgt sein. Die Geschädigte ging zu Boden und fiel nach eigenen Angaben auf den Rücken, dabei schlug sie mit ihrem Hinterkopf auf. Der Angeklagte soll anschließend sein Opfer gegen den Kopf getreten haben, wobei die 36-Jährige zwei Schneidezähne verlor. „Dann hat er mich stark am Hals gewürgt, so dass ich keine Luft mehr bekam“, äußerte die Geschädigte bei ihrer Aussage. Der Angeklagte soll anschließend den Tatort zu Fuß verlassen haben, ohne dass er sich um die im Gesicht blutende, verletzte Tante gekümmert hat. Sein Versuch, sich am Folgetag für seine Übergriffe zu entschuldigen, wurden nach übereinstimmenden Angaben des Täters und vom Opfer abgelehnt.
Der 31-jährige Angeklagte schilderte den Verlauf der Auseinandersetzung völlig anders. Nach seiner Aussage kam es zum Treffen und zum verbalen Streit der beiden vor dem Haus in Peine. Danach sprach der Vöhrumer von gegenseitigem Zerren an den Jacken und intensivem Hin und Herschubsen der Streitenden. „Dabei fiel die Angeklagte in einen Strauch und muss sich wohl dabei am Kopf verletzt haben. Da lagen größere Steine“, gab der Angeklagte an. Einen Faustschlag und Fußtritt soll es seinerseits nicht gegeben haben.
Welche Version stimmt, versuchte das Gericht am zweiten und dritten Prozesstag über die geladenen Zeugen zu erfahren. Deren Schilderungen waren sehr unterschiedlich, widersprüchlich, und voller Erinnerungslücken. Kein Zeuge will von dem Tathergang etwas direkt gesehen oder mitbekommen haben.
Die Staatsanwältin sah die Anklagepunkte als bestätigt an. „Ihre Aussage ist nicht glaubhaft. Wenn das Opfer beim Schubsen umfällt, dann auf den Rücken und nicht aufs Gesicht“, begründete sie ihre Einschätzung im Plädoyer. Hierbei handele es sich um eine äußerst brutale, heftige und gefährliche Körperverletzung. Dafür beantragte sie eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung gegen den Angeklagten.
Das sah der die Nebenklage vertretende Rechtsanwalt genauso. „Ich könnte mich einfach der Staatsanwältin anschließen, denn sie hat alles richtig gesagt“, äußerte der Anwalt in seinem Plädoyer und führte weiter aus: „So eine brutale Tat mit einem Tritt gegen den Kopf des Opfers, das geht gar nicht.“ Zusätzlich störte Brandes, dass es immer noch keine Ansätze zur Regelung von Schmerzensgeld und Schadenersatz seitens des Täters gibt.
Völlig anders schätzte der Verteidiger die Situation ein. „Es gibt keine Tatbeweise, auch von den Zeugen nicht“, hob er hervor und begründete seine Einschätzung: „Die Zeugenaussagen waren frei erfunden, widersprüchlich und einfach falsch. Die Geschädigte zeigte bei ihren Aussagen erhebliche Belastungstendenzen gegen den Angeklagten.“ Er forderte einen Freispruch für seinen Mandanten, da die Tat und Schuld nicht nachgewiesen werden konnte.
Der Vorsitzende Richter schloss sich mit seinem Urteil weitgehend der Meinung der Staatsanwältin und der Nebenklage an. Sein Urteil: Ein Jahr und vier Monate Haftstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Zusätzlich hat der Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen. „Sie haben die Tat in der laufenden Bewährungszeit begangen und in der letzten Zeit Eintragungen wie am Fließband im Bundeszentralregister gesammelt. Sie sind ein Bewährungsversager“, gab der Richter dem Täter mit auf dem Weg.
Mittwoch, 10. November 2021
Vandalismus auf Tennisgelände
Vöhrum. Bislang unbekannte Täter haben auf dem Gelände der Tennisabteilung von Arminia Vöhrum einen Zaun und einen Aschenbecher beschädigt. Der Vorfall soll sich nach Polizeiangaben in der Zeit zwischen Donnerstag, 4. November, und Sonntag, 7. November, ereignet haben. Wie die Personen auf das Gelände gelangten ist unklar, die genaue Schadenssumme muss noch ermittelt werden. Zeugen können sich bei der Polizei in Peine unter der Telefonnummer (0 51 71) 99 90 melden.
