Sonnenscheinreich, überdurchschnittlich mild, bis Anfang Mai zu trocken
Das in der letzten Februardekade begonnene nachts recht kühle, tagsüber sehr milde, trockene und oft sonnige Wetter setzte sich in der ersten Märzdekade fort. Anschließend brachte Tiefdruckeinfluss bei zurückgehenden Temperaturen Regen, bevor unter Hochdruckeinfluss wieder milderes, trockenes und sonnenscheinreiches Wetter dominierte. Mitte der letzten Märzdekade strömte Kaltluft zu uns und bei verfrühtem Aprilwetter gab es Regen- und auch Schneeschauer. Mit einem Klimamittel von 7,8 Grad war der diesjährige März ausgesprochen mild. Der mehrjährige Mittelwert wurde um 1,9 Grad überschritten – es war der 5.-mildeste März in der Zeitreihe seit 1998. Es fielen 35,2 mm Niederschlag, was 81 % der durchschnittliche Märzsumme entspricht.
Im April dominierte Hochdruckeinfluss mit trockenen, meist sonnenscheinreichen Tagen. Da die Hockdruckgebiete oft nördlich von uns lagen, strömten häufig polare Luftmassen zu uns, sodass die Nächte stark auskühlten. Es gab zwar nur einen Frosttag am 22.04., jedoch überschritt das Thermometer in fünf Nächten die Nullgradgrenze um weniger als ein Grad. Das Klimamittel entsprach mit 10,2 Grad nahezu dem Mittelwert der Jahre 1998 bis 2025. Wie schon im Vorjahr war der April deutlich zu trocken. An acht Tagen fielen nur 17,7 mm Niederschlag.
Der Mai begann am ersten – in diesem Jahr langen – Wochenende verheißungsvoll mit sommerlichen Temperaturen und viel Sonnenschein. Verantwortlich hierfür war das Hoch „Winfried“, das sich jedoch schnell zurückzog und in der Folge mehreren Tiefdruckgebieten Platz machte. Diese brachten nicht nur reichlich Regen, sondern hatten auch polare Luftmassen im Gepäck, die bis zum Beginn der dritten Dekade für ungewöhnlich niedrige Temperaturen sorgten. Doch ab dem 21. Mai sorgten die Hochdruckgebiete „Zeno“, „Alexander“ und „Boris“ für frühsommerliches Wetter. Somit war der Mai 2026 mit einem Klimamittel von 15,1 Grad sogar noch 0,6 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1998 bis 2025. Allerdings fiel deutlich mehr Niederschlag als im mehrjährigen Mittel. Die gemessenen 136,8 mm entsprachen 267 % der „normalen“ Monatssumme. An sechs Tagen fielen mehr als 10 mm innerhalb von 24 Stunden – am meisten am 6. Mai mit 29,2 mm.
Quellenhinweis: Die Wetterlagenbeschreibungen wurden teilweise dem monatlichen Klimastatusbericht des Deutschen Wetterdienstes entnommen.
Winfried Domhof