Gottesdienst für Sonntag, 24. Mai 2020
Hörst Du mich? – ein Gottesdienst
zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden zum Sonntag Exaudi.
Hörst Du mich? – ein Gottesdienst
zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden zum Sonntag Exaudi.
Kerze anzünden Stille
Psalmgebet nach Psalm 2 7
Gott ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?
Gott ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?
Wer mich zu Fall bringen möchte, den wird Gott straucheln und selbst zu Boden fallen lassen.
Selbst wenn sich viele gegen mich stellen, brauche ich mich nicht zu fürchten, denn Gott ist mein Licht und steht mir zur Seite,
er ist mein Heil und sendet mir Hilfe.
Ich finde Zuflucht in Gottes Haus.
Ich bitte ihn, dass ich bleiben könne in seinem Haus mein Leben lang.
Dort will ich die schönen Gottesdienste erleben und seinen Tempel betrachten.
Denn an der heiligen Stätte bin ich geborgen wie in einer Hütte vor dem Regen und geschützt wie unter dem Dach eines Zeltes.
Dort stehe ich fest wie auf einem Felsen.
Er erhört meine Stimme, wenn ich zu ihm rufe:
„Sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!“
Ich suche deine Nähe, Gott, darum verbirg dich nicht vor mir.
Wende dich nicht ab von mir im Zorn und verlass mich nicht.
Denn du bist meine Hilfe und mein Heil.
Auch wenn die Menschen mich verlassen, du nimmst mich immer wieder auf.
Du weist mir mit deinem Licht den guten Weg und leitest mich auf der rechten Straße.
Amen
Neun Wochen sind es mittlerweile, die ich nun schon von Zuhause aus arbeite. Neun Wochen ohne den persönlichen Kontakt zu meinen Kollegen.
Kein freundliches „Guten Morgen, Wie geht es Ihnen heute“ von der Dame am Empfang.
Kein Piepen der Stempeluhr.
Kein Warten auf den wiedermal langsamen Fahrstuhl.
Kein kurzes Gespräch auf dem Flur mit den anderen „frühen Vögeln“.
Das Fehlen dieser eigentlich ganz alltäglichen Dinge nimmt man oft erst wahr, wenn sie nicht mehr da sind.
Dann stellt man erstaunt, oft auch schmerzlich fest, wie wichtig sie doch eigentlich für den eigenen Alltag sind. Auch wenn es nur diese scheinbar kleinen Dinge sind. Die übrigens für jeden von uns ganz anders aussehen können.
Sich dessen bewusst werden lies mich, gerade in den vergangenen Tagen in mein persönliches „Corona-Loch“ fallen. Ich bete oft und auch an ganz verschiedenen Orten. Aber gerade jetzt fragte ich mich – hört Gott dich – findet er das alles so richtig was gerade geschieht. Hört Gott all unsere Fragen und Bitten, die ihn in ganz vielen Gebeten erreichen?
Und dann kommt da der Predigttext für diesen Sonntag. Er steht bei Jeremia im 31. Kapitel
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den Herrn«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Jeremia sagt den Bewohnern von Jerusalem diese Worte zu mitten im Krieg. Als die Niederlage Jerusalems gegen die Babylonier nicht mehr abzuwenden ist. Als sich für das Volk der Weg in die Gefangenschaft abzeichnet. Die Menschen haben Angst. Sie haben sich nicht mehr an Gottes Gebote gehalten. Hörten Gott nicht mehr zu. Hatten aufgehört mit Gott zu sprechen. Hatten angefangen andere Götter zu verehren. Folgt nun die Strafe dafür auf dem Fuße? Nein.
In dieser dunklen Zeit sagt Jeremia den Menschen Gottes Wort zu. Sagt Ihnen zu, dass Gott den Bund erneuert, wie es schon oft so gewesen ist. Auch wenn sich die Menschen damals von Ihrem Weg haben abbringen lassen. Jeremia sagt ihnen zu das Gott sie hört. Immer hören wird. Auch wenn dazu die sprichwörtliche Durststrecke gehört. Damals war es für die Einwohner von Jerusalem die Zeit der Gefangenschaft in Babylon. Im Moment sind es für uns die Beschränkungen durch den Virus.
Durch diese Zusage erkannte das Volk damals und so erkennen wir es auch heute immer wieder – Wir glauben nicht weil wir müssen oder weil wir immer wieder dazu aufgefordert werden – Wir glauben, weil wir wollen. Bleiben Sie alle behütet! Amen.
Fürbitten und Vater Unser
Gott, Schöpfer allen Lebens, ich bitte Dich: Höre meine Stimme, wenn ich rufe.
Höre meine Stimme, wenn ich Dich bitte, dass Christinnen und Christen auf der ganzen Welt die Weisheit und den Verstand bekommen, nach Deinen Geboten zu leben und zu handeln und Deine Liebe in die Welt zu tragen.
Höre meine Stimme, wenn ich Dich bitte, der Welt Frieden zu schenken, Frieden zwischen den Völker und Religionen, Frieden in den Familien und Frieden im Herzen.
Höre meine Stimme, wenn ich Dich bitte, um eine sichere Heimat für die Verfolgten, um Brot für die Hungernden und Wasser für die Dürstenden, um Gerechtigkeit für die Unterdrückten und gerechten Lohn für Arbeiter und Arbeiterinnen.
Höre meine Stimme, wenn ich Dich bitte um Trost und Heilung für die Kranken, um Liebe für die Einsamen, um Zuversicht für die Hoffnungslosen, um Segen für die Kinder und Gemeinschaft für die Alten.
Höre meine Stimme, wenn ich Dich bitte, uns Glauben zu schenken, der uns Mut gibt, wenn eine schwere Aufgabe vor uns liegt, Geduld, wenn sich unsere Wünsche nicht erfüllen und Vergebung, wenn uns eine Schuld drückt.
Gemeinsam beten wir……Vater unser im Himmel
Segen
Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden.
Amen.
Stille Kerze auspusten
Manuela Hoyer, Prädikantin
