Zeitungsartikel August 2021
Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, August 2021
Samstag, 28. August 2021
„Badering-Konzerte“ am Eixer See: Ticketverkauf gestartet
Beim Beachfestival gibt es Party-Blasmusik, AC/DC-Hits und Deutsch-Rock – Testzelt wird aufgebaut
Von Christian Meyer
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Sie stellen jüngst das Konzept für die „Badering“-Konzerte am Eixer See vor: Veranstalter Thore Lindemann, Erster Kreisrat Henning Heiß, Landkreis-Mitarbeiterin Sabrina Buchal und Wirt Christian Horneffer. Die Band „Hellfire“ (kleines Bild) bringt Songs von AC/DC auf die Bühne.Fotos: Ralf Büchler/PaZ-Archiv Flicke
Eixe. Ein Tag, drei Bands, drei Konzerte: Für das Rockbeet-Beachfestival am Eixer See ist der Ticketverkauf gestartet. Die Veranstalter hatten zunächst noch die neuen Corona-Regeln des Landes abgewartet, zudem hat der Landkreis nun auch das Hygienekonzept für die „Badering“-Konzerte freigegeben.
Am Samstag, 4. September, werden auf der Bühne am Weststrand Blasmusik und Partyhits, aber auch krachende AC/DC-Hymnen und Deutsch-Rock erklingen. Die „Bayern-Stürmer“ eröffnen das Beachfestival um 11.30 Uhr (Einlass 10.30 Uhr). Von 15 bis 16 Uhr spielt die AC/DC-Coverband „Hellfire“ und von 18 bis 19 Uhr die lokale Band „Die Egoisten“. Interessierte erhalten Tickets entweder am „Eixer Haus am See“ oder im Internet unter www.tbl-music.de/rockbeet. Sie kosten zwar fünf Euro, doch dieses Geld gilt als Verzehrgutschein für Getränke und Imbisse vor Ort.
Beim Eintritt muss belegt werden, dass der Besucher geimpft, genesen oder auf eine Corona-Infektion getestet ist, die sogenannte 3-G-Regel. „Wir haben auch ein Testzelt im Eingangsbereich. Der Test sollte bitte gleich beim Ticketkauf mitgebucht werden“, merkt Veranstalter Thore Lindemann an. Ausgenommen von der 3-G-Regelung seien Kinder bis zum sechsten Lebensjahr und Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines verbindlichen schulischen Testkonzepts regelmäßig getestet werden.
Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ist auf dem gesamten Gelände verpflichtend. Ausnahme: Die Gäste haben ihren Sitzplatz eingenommen. Und der ist beim Rockbeet-Beachfestival ein ganz besonderer: Konzerte auf der Bühne am Strand und die Gäste mit Badering im Wasser und im Liegestuhl am Ufer – mit diesem kreativen Konzept haben sich der Hohenhamelner Veranstalter Thore Lindemann und der Landkreis Peine, um eine Förderung von der Bundeskultur-Stiftung beworben – und bekamen den Zuschlag. „Wir haben zwar Schwimmreifen vor Ort, die Besucher können aber gerne auch eigene Ringe und Schlauchboote mitbringen“, hebt Lindemann hervor.
Dienstag, 24. August 2021
Schlägerei
am Festplatz
in Eixe
Die Polizei war wegen einer Schlägerei im Einsatz.Foto: dpa
Eixe. Eine Schlägerei mit mehreren Beteiligten hat es frühen Montagmorgen um 1 Uhr am Festplatz in Eixe gegeben. Bei der Auseinandersetzung sollen mehrere Personen verletzt worden sein, ein Verletzter musste ins Krankenhaus gebracht werden, berichtet Polizeisprecher Matthias Pintak. In Eixe hatte es am Wochenende einen Mini-Rummel gegeben, dieser hatte zum Zeitpunkt der Schlägerei längst geschlossen.
„Wir haben um 23 Uhr die letzten Getränke ausgeschenkt und um 24 Uhr geschlossen“, sagte Schausteller Florian Stendel.
„Derzeit können noch keine Angaben gemacht werden, was die Ursache für diese Auseinandersetzung war“, schildert Pintak. Eine 40-Jährige habe aber lautstark umherstehende Personen beleidigt.
Zeugen, die Angaben zu dem Vorfall in Eixe machen können, werden gebeten, sich mit der Polizei Peine unter Telefon (0 51 71) 99 90 in Verbindung zu setzen.
Montag, 23. August 2021
Festplatz in Eixe verwandelt sich
in einen Mini-Rummel
Junggesellschaft und Familien genießen Schützenfestfeeling und Abwechslung auch unter Corona-Bedingungen
Von Katrin Hoffmann
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Die vierjährige Louisa Brandes dreht fröhlich ihre Runden im Karussell.Fotos (3): Katrin Hoffmann
Eixe. Nach dem tollen Erfolg am vergangenen Wochenende in Dungelbeck hat es dieses Mal in Eiße Schützenfestfeeling mit ein paar Corona-Einschränkungen gegeben. Schaustellerfamilie Stendel hatte von Freitag bis Sonntag verschiedene Buden, zwei Fahrgeschäfte und ein Festzelt aufgebaut. Der ganze Ort wurde geschmückt – ein bisschen Rummel und ein bisschen Schützenfest. Die Besucher kamen nicht nur aus Eixe, sondern aus dem ganzen Landkreis Peine.
Richtig Spaß hatte auch die Junggesellschaft Eixe, die die Chance angesichts der derzeit steigenden Corona-Inzidenz noch mal ausgenutzt und drei Tage ausgelassen durchgefeiert haben. Schausteller Florian Stendel hat sich über die tolle Resonanz bereits am Freitagabend gefreut: „Im Laufe des Nachmittags füllte sich der kleine Platz und viele junge Leute waren da.“ Im Festzelt standen die Tische mit großem Abstand, waren dafür spätestens am Abend aber alle besetzt.
Am Nachmittag brummte das Geschäft mit Autoscooter und Kinderkarussell. Auch an der Schießbude und im Ballwurf wurde das Glück gesucht. Familie Blasig kam zum Beispiel aus Vöhrum und freute sich über die Abwechslung. „Ein bisschen Normalität ist schön, vor allem für die Kinder.“ Das war übrigens von vielen Eltern die vorherrschende Meinung. Die vierjährige Lenja Danert war das erste Mal, zumindest bewusst, auf einem Rummelplatz dabei und fand: „Das Karussell war am schönsten. Ich bin mit dem Hubschrauber geflogen.“ Und weil es so viel Spaß gemacht hat, durfte sie gleich noch mal eine Runde fahren.
Strahlend drehte auch die vierjährige Louisa Brandes ihre Runden im Karussell. Sie war mit Oma und Opa extra aus Wehnsen gekommen. Und wenn die Kleinsten sich nicht alleine trauten, setzten sich eben Mama oder Papa mit ins Kinderkarussell. Aus einem der Flieger stieg dann auch ein Vater mit Sohn aus: „Schön für die Kinder, dass nach so langer Coronazeit wieder was los ist.“
Großzügig gaben sich viele der Eltern, die ihren Sprösslingen endlich mal Abwechslung und Unbeschwertheit gönnen wollten. Um so erstaunlicher, dass die Teenager im Autoscooter ohne gesonderte Aufforderung alle mit Mund-Nasen-Schutz saßen. Toll.
Insgesamt war Samstag bei schönstem Sommerwetter der beste Tag für die Veranstalter. „Wir hätten nicht gedacht, dass am Samstag bis abends so viele Besucher kommen. Und trotz Regen und Gewitter am Sonntag waren um die 80 Gäste beim Frühschoppen da und viele blieben über den Tag. Es ist richtig gut gelaufen,“ lautet das positive Fazit Stendels.
Für das nächste Wochenende hofft er noch auf eine Genehmigung für diese Veranstaltung in Wipshausen.
Samstag, 21. August 2021
Mini-Rummel in Eixe eröffnet
Eixe. Der zweite Corona-Sommer hat vielen geplanten Veranstaltungen erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. So mussten auch die Schützenfeste im Peiner Land abgesagt werden, als Alternative gibt es jetzt auf dem Festplatz in Eixe einen Mini-Rummel. Schon seit Freitag sind die Stendels mit ihrem „Biergarten mit Vergnügungspark“ zu Gast. Bis Sonntag, 22. August, können Besucher zum Beispiel Auto-Scooter fahren oder mit dem Luftgewehr schießen. Ein Kinderkarussell ist ebenso aufgebaut wie ein Biergarten. Es gibt Essen und Getränke.
Die Vorfreude ist groß, stellt Erik Homann, der Vorsitzende der Eixer Junggesellschaft fest. „Alle im Dorf sind positiv überrascht, dass nach einer so langen Durststrecke mal wieder so etwas stattfinden kann“, sagte er. Samstag werden die „Corona“-Königin und der „Corona“-König sowie die Jugendsieger ab 19 Uhr geehrt, Sonntag ab 15 Uhr wird Kaffee und Kuchen angeboten. Geöffnet ist das Gelände jeweils ab 14 Uhr.
Freitag, 20. August 2021
Bei Pelikan kriselt es: Minister Heil spricht mit Firmenvertretern
Schreibwarenhersteller: Proteste der Belegschaft wegen verspäteter Löhne haben Ende Juni für Schlagzeilen gesorgt
Von Kerstin Wosnitza
Der Kaufmännische Leiter Rainer Niermann (r.) mit Hubertus Heil (Mitte) und anderen Gesprächspartnern in einer Pelikan-Produktionshalle.Fotos: Ralf Büchler
Vöhrum. Weil sie ihr Weihnachtsgeld nur in Raten erhalten hat und sich die Löhne für den Monat Juni verspätet haben, hatte die Belegschaft des Pelikan-Werks in Vöhrum öffentlich protestiert und damit im Juni und Juli für Schlagzeilen gesorgt. Nun war Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vor Ort, hat sich über die Situation und seine Gesprächspartner über Unterstützungsmöglichkeiten durch die öffentliche Hand informiert. „Aber die unternehmerischen Entscheidungen muss der Eigner treffen“, betonte er im Anschluss an ein Gespräch unter anderem mit dem Betriebsrat und der Werksleitung des Schreibwarenherstellers an der Pelikanstraße. Die Firma produziert und verkauft Füllfederhalter, Farbkästen und weiteren Schulbedarf.
„Natürlich kenne ich als Peiner das Unternehmen schon lange. Wir alle sind stolz auf Pelikan, deshalb bin ich der Bitte sehr gern gefolgt, mir die Sorgen und Nöte der Belegschaft anzuhören“, sagte der Minister, der sich gerade erneut in seinem Wahlkreis Peine-Gifhorn um Stimmen für einen Sitz im Bundestag bewirbt. Er wolle Kontakt zum Land Niedersachsen aufnehmen, damit geklärt werden kann, inwieweit von dort Hilfe zu erwarten ist. Das haben nicht nur die Pelikan-Werksleiter Rainer Niermann, der für die kaufmännische Seite verantwortlich ist, und sein Kollege fürs Technische, Harald Schmidt, gern gehört.
Die Stadt – vertreten von Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) – könne die planerischen Voraussetzungen für die Entwicklung der Liegenschaften schaffen, und auch der Bund habe Instrumente, den Prozess zur Entwicklung des Unternehmens zu begleiten, etwa durch Qualifikation und Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit. Doch Heil betonte mehrmals, dass die Probleme nur durch zukunftssichernde Entscheidungen des Besitzers Hooi Keat Loo gelöst werden können, der per Video-Konferenz zugeschaltet war. „Wir können dann den Prozess unterstützen.“
„Die Belegschaft hofft, dass mit politischer Unterstützung und der Aussicht auf staatliche Hilfen Klarheit für die Zukunft geschaffen werden kann“, sagte der Pelikan-Betriebsratsvorsitzende Walter Dettmer. Die rund 230 Beschäftigten würden seit mehreren Jahren bei der Vergütung Abschläge gegenüber dem Flächentarifvertrag der Chemiebranche hinnehmen, um ihren Teil zur Standortsicherung beizutragen. Seit Jahresanfang verzichten sie laut Dettmer „auf 15 Prozent des tariflichen Lohns“.
Betont wurde, dass der Standort Vöhrum zwar Sorgen habe, zum Beispiel weil Ansprüche von Rentnern aus einer Betriebsrente bedient werden müssen. Doch der Marke Pelikan insgesamt gehe es gut, war zu erfahren.
Bei diesem einen Gespräch soll es nicht bleiben: Bereits für Oktober ist eine weitere Runde verabredet. Bis dahin haben die unterschiedlichen Akteure „Hausaufgaben“ übernommen, deren Ergebnisse dann zusammengetragen werden sollen.
Werk in Vöhrum ist nur kleiner Teil des Pelikan-Konzerns
Unternehmen wurde 1838 gegründet und hat eine wechselvolle Geschichte
Das Pelikan-Werk in Peine ist Teil der Pelikan International Corporation Berhad (PICB).
Der Pelikan-Konzern blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Das 1838 in Hannover als Farben- und Tintenfabrik gegründete Unternehmen hatte sich Ende der 1970er-Jahre bei der Ausweitung des Sortiments verhoben und war zunächst im Reich des Metro-Gründers Otto Beisheim gelandet. 1996 übernahm der Multimillionär Hooi Keat Loo aus Malaysia ein zerfleddertes Unternehmen, das von einer Holding in der Schweiz gesteuert wurde und in Hannover eine lange Zeit des Aderlasses mit Produktionsverlagerungen und Firmenverkäufen hinter sich hatte – auch die alte Pelikan-Zentrale hat man aufgegeben.
Bis heute ist die Struktur verschachtelt und nicht leicht zu durchschauen. Als Mutterkonzern fungiert die Pelikan International Corporation Berhad (PICB), die an der malaysischen Börse notiert ist. Dieser kontrolliert die Pelikan Holding in der Schweiz, an die eine Vielzahl von Gesellschaften angegliedert ist – unter anderem die Vertriebsgesellschaft PVG und die Produktionsgesellschaft PPG. Weiter verkompliziert wird das Gebilde, weil es nach der Übernahme des Konkurrenten Herlitz vor einem Jahrzehnt zwei Vertriebsstandorte gibt – einen an der Werftstraße in Hannover mit etwa 110 Beschäftigten und einen in der alten Herlitz-Zentrale in Falkensee bei Berlin mit rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Das Management sieht Pelikan auf einem guten Weg. Der Mutterkonzern PICB schreibe stabil schwarze Zahlen und habe 2020 bei einem Umsatz von umgerechnet etwa 197 Millionen Euro ein Ergebnis von 2,3 Millionen Euro erwirtschaftet – ein Plus von knapp 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erheblich dazu beigetragen habe die Vertriebsgesellschaft PVG, die bei einem Umsatz von fast 135 Millionen Euro einen Gewinn von 5,9 Millionen Euro erreichte. Für 2021 sei man ebenfalls zuversichtlich, erklärt Geschäftsführer Claudio Esteban Seleguan. „Somit ist in diesem Jahr von einer stabilen Weiterentwicklung unseres Unternehmens auszugehen.“
Mehr zu Füllern aus Vöhrum lesen Sie auf Seite 10.
Schreibenlernen: Füller aus Vöhrum gehören seit Jahrzehnten dazu
Thema Pelikan: Zwei Lehrerinnen berichten über die Rolle des Füllfederhalters in der Grundschule im Wandel der Zeit
Von Kerstin Wosnitza
Die ehemalige Lehrerin Doris Wanke besitzt eine ganze Reihe von Füllern aus verschiedenen Jahrzehnten. Foto: Ralf Büchler
Kreis Peine. Sütterlin, lateinische oder vereinfachte Ausgangsschrift oder doch lieber die Grundschrift? Welche Schreibschrift den Kindern in der Grundschule vermittelt wird, hat sich über die Jahrzehnte verändert und entwickelt. Doch eines ist seit Jahrzehnten konstant geblieben: Ein Füllhalter gehört zum Schreibenlernen dazu wie das Papier, und fast jeder erinnert sich daran, wie stolz er war, als er dieses Schreibgerät endlich benutzen durfte.
Für viele sind diese Erinnerungen untrennbar mit dem eingestanzten Pelikan verbunden, der seit über 180 Jahren international bekannt ist und für Markenprodukte aus Vöhrum steht. Zwei Lehrerinnen berichten in der PAZ über ihre Erfahrungen mit dem Füller und dem Schreibenlernen im Wandel der Zeit.
Seit 2012 ist Ann-Kristin Lüdecke Grundschullehrerin, seit etwa zweieinhalb Jahren unterrichtet sie an der Hainwaldschule in Vöhrum. „Wir entscheiden im Jahrgangsteam, wie wir bei der Einführung des Füllers vorgehen“, sagt sie. Im vergangenen Schuljahr sei in den zweiten Klassen für alle Schüler gleichzeitig zunächst der Tintenroller als zweites Schreibgerät neben dem Bleistift hinzugekommen, nachdem die verbundene Schrift – an der Hainwaldschule ist das die vereinfachte Ausgangsschrift – eingeführt wurde. Welche Marke es benutzen möchte, könne jedes Kind selbst entscheiden. Tintenroller seien für den Anfang leichter zu handhaben. Sie verzeihen es gut, wenn zum Beispiel noch stark aufgedrückt wird. „Außerdem haben es Linkshänder mit Tintenrollern deutlich leichter, weil die Schrift nicht so leicht verwischt“, weiß Lüdecke.
Der Wechsel auf den „richtigen“ Füllfederhalter sei für das dritte Schuljahr geplant. „Da werden wir dann für jedes Kind individuell entscheiden, wann der passende Zeitpunkt gekommen ist“, sagt die Lehrerin. Wegen des sehr ungewöhnlichen zurückliegenden Schuljahres wegen Corona mit vielen Wochen im Homeschooling sei die Schreibmotorik bei einigen Kindern noch nicht so gefestigt, wie es sonst der Fall wäre. „Wir sagen den Kindern aber immer, dass es in Ordnung ist, wenn nicht alles gleich klappt. Sie gehen ja in die Schule, um Dinge zu lernen“, betont die Pädagogin.
Der Pelikano
Der Pelikano, der speziell als Schulfüller entwickelt wurde, kam 1960 auf den Markt. Revolutionär war damals die Fülltechnik mit einer Tintenpatrone, durch die Kinder nicht mehr mit offener Tinte hantieren mussten. Die Vorteile der Patronenfüllung und der ergonomischen Form erwiesen sich als so durchschlagend, dass der Füller sich innerhalb kurzer Zeit zum Markt beherrschenden Schulfüller durchsetzt und von Lehrern bis heute empfohlen wird. Doch aus dem Hause Pelikan stammen viele weitere Produkte, ohne die die Schulzeit kaum vorstellbar ist. Dazu gehören Tintenlöschstifte, die 1972 auf den Markt kamen, und auch Deckfarb- oder Tuschekästen, die seit 1931 zum Sortiment gehören. Anfang der 1970er-Jahre hat Pelikan in Zusammenarbeit mit Pädagogen die „Vereinfachte Ausgangsschrift“ entwickelt und – nach eigenen Angaben – damit seine „pädagogische Kompetenz für das Schreibenlernen und -lehren untermauert“.
Donnerstag, 19. August 2021
„Badering“-Konzerte am Eixer:
„Hells Bells“ und Party-Blasmusik
Kultursommer-Reihe: Beim Beachfestival am 4. September spielen „Bayern Stürmer“, „Hellfire“ und „Egoisten“
Von Christian Meyer
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Freuen sich auf das Konzert-Dreierpack am Eixer See: Thore Lindemann (von links), Henning Heiß, Sabrina Buchal und Christian Horneffer testeten Mittwoch schon einmal, wie es sich in den aufblasbaren Badeinseln sitzen lässt, mit denen die Beachfestival-Besucher ins Wasser können.Foto: Ralf Büchler
Eixe. Keine stickige Halle, kein Stadion zum Verlaufen – wer diese Konzerte besucht, der baumelt mit den Füßen im Wasser, lässt sich entspannt im Badering treiben oder singt im Liegestuhl mit. Bühne frei für einen ganz besonderen Open-Air-Tag am Eixer See! Am Samstag, 4. September, steigt hier das „Rockbeet“-Beachfestival. Drei Bands, dreimal Live-Musik, aber dreimal ganz unterschiedliche Richtungen. Blasmusik und Party-Hits werden ebenso erklingen, wie krachende AC/DC-Hymnen oder Deutsch-Rock – und der Eintritt ist sogar (fast) kostenlos.
Konzerte auf der Bühne am Strand und die Gäste mit Badering im Wasser – mit diesem kreativen Konzept haben sich der Hohenhamelner Veranstalter Thore Lindemann und der Landkreis Peine, um eine Förderung von der Bundeskultur-Stiftung beworben – und bekamen den Zuschlag. „Das ist eine geniale Veranstaltung, toll für den Kulturbereich aber auch für die Leute, die wollen raus“, lobt Erster Kreisrat Henning Heiß. Das Beachfestival in Eixe ist Teil der „Kultursommer“-Reihe im Peiner Land. Über Fördergeld von 160 000 Euro durfte sich der Landkreis freuen, streckte selbst noch 40 000 Euro dazu. „Das ist ein großer Schluck aus der Pulle. Das bringt den gebeutelten Kulturbereich nach vorne“, betont Heiß.
Veranstalter Thore Lindemann freut sich riesig, dass es geklappt hat und er „nach anderthalb Jahren endlich mal wieder eine Veranstaltung mit richtigem Publikum organisieren darf“. Die Corona-Krise hat die Branche der Veranstalter schwer getroffen, Kurzarbeit war angesagt. Dank Stiftungshilfe kann die Kultur nun auch in Peine wieder Fahrt aufnehmen. „Ohne Förderung wäre so eine Veranstaltung in dieser Zeit wirtschaftlich schwer bis gar nicht umzusetzen“, sagt er.
Ein Dreierpack hat er für den 4. September geschnürt. Die Bühne wird am Westufer des Eixer Sees aufgebaut. Zum Start ist Oktoberfest-Stimmung angesagt: Die „Bayern-Stürmer“ eröffnen um 11.30 Uhr den Konzerttag (Einlass: 10.30 Uhr). „Die Band nimmt die Leute mit ihrer Stimmungsmusik richtig mit, sie ist auch regelmäßig auf Aida-Kreuzfahrtschiffen im Programm vertreten“, erklärt Lindemann. Die Band sei durch ihre Publikumsnähe und verrückte Show-Einlagen bekannt, aber auch dafür, mal Kinderlieder auszupacken.
Krachenden Rock gibt es von 15 bis 16 Uhr. Schnell, laut, Reibeisen-Stimme: Die AC/DC-Coverband „Hellfire“ aus Hildesheim lässt Gitarren, Bass, Schlagzeug und Hits wie „Hells Bells“ erklingen. Die Band hat sogar einen eigenen Fanclub. Von 18 bis 19 Uhr gehört die Bühne einer lokalen Band: „Die Egoisten“ spielen Deutsch-Rock. Die bunte Mischung hat ihren Grund: „Wir wollen damit jedes Mal ein anderes Publikum ansprechen“, betont Thore Lindemann. Denn pro Konzert sind maximal 500 Besucher erlaubt. Um möglichst vielen Menschen Open-Air-Atmosphäre zu ermöglichen, seien quasi drei einzelne Konzerte geplant worden.
Für alle gilt jedoch eines: das Hygienekonzept. Das sieht unter anderem vor, dass personalisierte Tickets verkauft werden. Beim Eintritt muss zudem belegt werden, dass der Besucher geimpft, genesen oder auf eine Corona-Infektion getestet ist. Die Tickets werden ab nächster Woche Donnerstag über die Internetseite von Lindemanns Firma TBL-Music und zudem im „Eixer Haus am See“ verkauft. Sie kosten zwar fünf Euro, doch dieses Geld ist ein Verzehrgutschein. Er kann vor Ort für Getränke und Speisen genutzt werden. Christian Horneffer, der Wirt des „Eixer Haus am See“, bewirtet mit seinem Team die Besucher.
Die DLRG kümmert sich um die Sicherheit, wird unter anderem mit Booten auf dem Wasser unterwegs sein und die mit Leinen abgespannten circa 200 Quadratmeter „Zuschauer-Raum“ im Eixer See überwachen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. „Von der Idee bin ich total begeistert, das Konzept hat uns völlig überzeugt“, schwärmt auch Sabrina Buchal, stellvertretende Leiterin im Landkreis-Fachdienst Schule, Kultur und Sport.
Mittwoch, 11. August 2021
E-Bike-Unfall:
Fahrerin
leicht verletzt
Vöhrum. Eine E-Bike-Fahrerin (41) ist am Montagnachmittag bei einem
Verkehrsunfall in Vöhrum leicht verletzt worden. Demnach beabsichtigte ein
55-jähriger Autofahrer gegen 14.20 Uhr von einer Zufahrt eines Parkplatzes in die Pelikanstraße einzubiegen. Vermutlich aus Unachtsamkeit übersah er hierbei die bevorrechtigte Fahrradfahrerin, so dass es zur Kollision kam und sie zu Boden stürzte. Die 41-Jährige wurde mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden.
Zugunfall bei Vöhrum: Bahn stand still
Vöhrum. Nach einem Unfall am Bahnübergang Hainwaldweg bei Vöhrum hat der Bahnverkehr auf der Strecke Hannover – Braunschweig am Dienstagnachmittag stillgestanden. Die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren ab etwa 15 Uhr vor Ort. An den umliegenden Bahnhöfen, darunter Vöhrum und Peine, waren zahlreiche Bahnreisende vorerst gestrandet.
In Eixe und Dungelbeck
soll ein Mini-Rummel entstehen
Schausteller-Familie will Schützenfest-Stimmung in die Orte bringen – In anderen Orten klappte das schon
Von Christian Meyer
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So ähnlich soll es auch in Dungelbeck und Eixe aussehen: Das große Foto zeigt den Mini-Rummel, den die Schausteller-Familie Stendel in Hillerse aufgebaut hat. Auch Fahrten im Autoscooter sind möglich.Fotos (2): privat/Archiv
Dungelbeck/Eixe. Der 9. Juli war für viele ein normaler Freitag, doch für Florian Stendel war er ein Feiertag. Nach anderthalb Jahren Corona-Zwangspause verdiente er mit seiner Schausteller-Familie um seinen Onkel und Festwirt Walter Stendel mal wieder Geld. In Fallersleben durften die Stendels Premiere für ihren Corona-Regel-konformen „Biergarten mit Vergnügungspark“ feiern. Im August soll dieses Konzept nun auch im Landkreis Peine aufgehen: Dungelbeck und Eixe wollen mit dem Festwirt ein Ersatz-Schützenfest anbieten – samt Zuckerwatte und Schießstand.
Der Mini-Rummel mit Hygienekonzept schlägt zunächst vom Freitag, 13., bis Sonntag, 15. August, in Dungelbeck auf dem Festplatz zwischen Grundschule und Sportplatz auf. „Wir haben das Hygienekonzept und den Aufbauplan beim Landkreis und der Stadt Peine eingereicht“, berichtet Organisator Florian Stendel. Die Vorgaben sehen zum Beispiel eine Einlass-Kontrolle vor, bei der Kontaktdaten angegeben werden müssen. Wer auf dem Gelände ist, kann sich auf Rummel-Atmosphäre, Duft von Bratwurst und gebrannten Mandeln freuen. Denn zusätzlich zum Biergarten baut die Schausteller-Familie ein Kinderkarussell und einen Autoscooter auf, es gibt einen Pizza-Stand und einen Imbisswagen. An weiteren Wagen kann mit dem Luftgewehr geschossen, mit dem Ball geworfen oder Zuckerwatte zum Naschen gekauft werden. „Die Wagen verteilen wir in größeren Abständen auf dem Gelände“, schildert Florian Stendel.
An den ersten Stationen in Fallersleben und Gardelegen sei ihr „Biergarten mit Vergnügungspark“ durchweg gut angekommen. „Wir haben bisher nur gute Resonanz von den Leuten bekommen. Auffällig war, dass viele Familien mit Kindern gekommen sind. Die Sehnsucht nach Abwechslung war groß. Aber auch wir freuen uns, mal wieder unserer Arbeit nachgehen zu können und wieder unter Menschen zu kommen – das macht einfach Spaß“, unterstreicht Schausteller Florian Stendel.
Damit sich Schützenvereine und andere Organisatoren von Schützenfesten ein Bild von dem Corona-Regel-angepassten Angebot machen konnten, lud die Festwirt-Familie sie zur Premiere nach Fallersleben zum Kiebitzen ein – nun dürfen die Schausteller auch in Dungelbeck und Eixe aufbauen. Die Vereinigte Schützenfestgesellschaft Dungelbeck freut sich auf zumindest „ein wenig Schützenfeststimmung“. Freitag ist das Gelände von 14 bis 22 Uhr geöffnet, Samstag von 14 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 22 Uhr.
Der Sonntag startet mit einem Frühschoppen mit Musik und Braten-Essen. Karten für das Essen sind im Vorverkauf vom 9. bis zum 12. August im Schießstand in der Zeit von 19 bis 20 Uhr erhältlich. Sie kosten 10 Euro. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.
Das gilt auch für den Festplatz in Eixe. Bleibt die Inzidenz unter 35 sind die Stendels mit ihrem „Biergarten mit Vergnügungspark“ von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. August, dort zu Gast. Die Vorfreude ist groß, stellt Erik Homann, der Vorsitzende der Eixer Junggesellschaft fest. „Alle im Dorf sind positiv überrascht, dass nach einer so langen Durststrecke mal wieder so etwas stattfinden kann“, sagte er. Freitag ab 15 Uhr ist ein Familiennachmittag geplant, Samstag werden die „Corona“-Königin und der „Corona“-König sowie die Jugendsieger ab 19 Uhr geehrt, Sonntag ab 15 Uhr wird Kaffee und Kuchen angeboten. Geöffnet ist das Gelände jeweils ab 14 Uhr.
Erik Homann glaubt, dass das Ersatz-Schützenfest ein Erfolg wird. In Brökel hat er sich im Vorfeld einen ähnlichen, eingezäunten Mini-Rummel angesehen. „Das war vielversprechend und gut“, sagte er.
Dienstag, 10. August 2021
Suchaktion: Rettungskräfte finden vermisstes Mädchen
Hubschrauber kreiste stundenlang über Vöhrum – Auch Spürhunde dabei
Groß angelegte Suche: Vom späten Abend bis in die Nacht kreiste ein Polizeihubschrauber über der Ortschaft.foto: Archiv
Vöhrum. Die groß angelegte Rettungsaktion war erfolgreich: Ein zwölfjähriges Mädchen aus Frankreich, das am Sonntagabend als vermisst gemldet worden war, wurde am Montag in den Morgenstunden auf dem Flugplatz Glindbruchkippe gefunden. Das Kind ist wohlauf, wurde mit einer leichten Unterkühlung aber vorsorglich zur Untersuchung mit einem Rettungswagen ins Klinikum gebracht.
Feuerwehr und Polizei waren nach der Vermisstenmeldung am Sonntagabend mit einem Großaufgebot von rund 40 Einsatzkräften unterwegs, um das Mädchen zu suchen. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz und kreiste stundenlang über Vöhrum.
Mit im Einsatz waren auch Spürhunde des DRK Peine und der Malteser Braunschweig, die gleichzeitig mit der Fachgruppe Drohne unterstützten. Zudem halfen zahlreiche Privatpersonen bei der Suche. Stadtbrandmeister Norbert Czyrnik und die Polizei bedankten sich im Nachhinein explizit für die Unterstützung.
Glück im Unglück: Die Suchaktion war zunächst bis 4 Uhr angelegt. Tatsächlich entdeckten Kräfte der Feuerwehr Eixe die vermisste Zwölfjährige um 3.53 Uhr am Ende der Landebahn auf dem Flugplatz „Glindbruchkippe“ in Vöhrum. Mit Erleichterung blickt Vöhrums Ortsbrandmeister Andreas Schneider auf den Einsatz zurück: „Wir haben uns wirklich gefreut, das Mädchen wohlbehalten aufzufinden, leicht unterkühlt, dennoch wohlauf.“ Die Zwölfjährige kommt aus Frankreich und ist mit ihrer Familie derzeit zu Besuch in Vöhrum. Ihre Eltern meldeten sie am Abend als vermisst, nachdem sie während des Abendessens „plötzlich verschwunden gewesen“ sein soll. Da eine Gefahr für das gesundheitlich beeinträchtigte Kind nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde sofort die großangelegte Suchaktion gestartet. red
Montag, 9. August 2021
Polizei
muss Streit schlichten
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Vöhrum. Weil ein Streit aus dem Ruder zu laufen drohte, wurde die Polizei am Mittwoch um 9 Uhr an die Straße Zum Eichholz in Vöhrum gerufen. „Es hat sich um Streitigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich gehandelt. Die Beamten konnten die Beteiligten schnell beruhigen“, sagt Polizei-Sprecher Frank Oppermann.
Samstag, 7. August 2021
Vöhrum: Protest gegen
Bimmel-Bahnübergang hatte Erfolg
Ortstermin mit Bahn und Anwohnern – Das „Bim Bim“ ist nun deutlich leiser und ertönt nicht mehr so oft
Von Kerstin Wosnitza
Anwohner haben sich gegen das laute und nervtötende Bimmeln am Bahnübergang Vöhrum gewehrt – mit Erfolg. Foto: Ralf Büchler
Vöhrum. Der massive Protest der Anlieger wegen der nervtötenden Bimmelei am Bahnübergang in Vährum hat etwas gebracht: Zwar ist das Warnsignal noch immer regelmäßig zu hören, und daran lässt sich auch nicht grundsätzlich etwas ändern. Nachjustiert wurde jetzt aber bei der Taktung und der Lautstärke. Für die Betroffenen ist das eine spürbare Erleichterung.
Mitte Juni wurde der Bahnübergang in Vöhrum umgebaut, am 7. Juli wurde die neue Warnanlage in Betrieb genommen. Seither ertönt das akustische Signal, wenn sich die Schranken schließen. „Unerträglich“, lautete das Urteil der Menschen, die im direkten Umfeld der Bahnstrecke wohnen und sich massiv gestört fühlten. Pro Zug ertönte bei jedem Schließen der Schranken – und das ist in Vöhrum ziemlich oft – 34 Mal ein lautes Lautsprecher-„Bim“.
„Wir haben uns sofort mit einer Beschwerde an die Bahn gewendet, Unterschriften gesammelt und auch die PAZ ins Boot geholt“, berichtet Thomas Kalberlah, der nur etwa zehn Meter vom Bahnübergang entfernt wohnt. Die Deutsche Bahn hat recht schnell reagiert und am Montag, 2. August, zu einem Ortstermin eingeladen. „Unsere Forderung war, das Signal wieder abzustellen. Man hat uns aber erklärt, dass das aufgrund neuer Vorschriften nicht möglich ist“, berichtet Kalberlah.
Dennoch habe man mit einem Kompromiss eine deutliche Verbesserung für die Anlieger erreichen können: Die Bimmel-Anzwahl wurde von 34 auf 17 und damit um die Hälfte reduziert, außerdem wurde die Lautstärke deutlich heruntergeregelt. „Zumindest im Haus bei geschlossenen Fenstern ist bei uns jetzt nichts mehr zu hören“, sagt Kalberlah. Er wohnt von allen Beschwerdeführern am dichtesten am Bahnübergang und ist froh, dass sich letztlich so schnell etwas getan hat. „Sicher hat der Artikel in der PAZ dazu beigetragen“, vermutet er.
Über den Umbau des Bahnübergangs sei zwar informiert worden, die Anwohner erfuhren im Vorfeld aber nichts über die geplante neue Warnanlage. Von der Deutschen Bahn war zu erfahren, dass das Signal von jedem vorbeifahrenden Zug an einem Kontakt eingeschaltet wird und erlischt, wenn die Schranke geschlossen ist. „Dies ist zeitlich nicht reduzierbar und unbedingt notwendig, um sehbehinderten Menschen das Schließen der Schranke rechtzeitig anzukündigen“, sagt eine Bahn-Sprecherin. Zudem diene es der Sicherheit, da der Bahnübergang an einem Bahnhof liegt und dort viel Schülerverkehr herrscht. „Es muss sichergestellt sein, dass das Signal den jeweiligen Umgebungsgeräuschen angepasst und hörbar ist“, so die Sprecherin.
Kreissportbund zeichnet
Vöhrumer Kita „Bärenhöhle“ aus
Vor der Auszeichnung absolvierten 45 Kinder noch das Mini-Sportabzeichen mit „Hoppel“ und „Bürste“
Von Christian Meyer
Freude in der Vöhrumer Kita Bärenhöhle. Petra Ernst vom Kreissportbund überreichte an Leiterin Cornelia Zippler das Gütesiegel „Gesunde Kinder“. Bewegungsangebote stehen in der Kita regelmäßig auf dem Programm, jetzt absolvierten die Kinder sogar das Mini-Sportabzeichen.Foto: Kreissportbund Peine
Vöhrum. Das bekommt nicht jeder: Die Kindertagesstätte Bärenhöhle aus Vöhrum ist mit dem Netzwerksiegel „Gesunde Kinder im Landkreis Peine“ ausgezeichnet worden. „Die Kindertagesstätte steht im Zeichen der Bewegung und ist gesundheitsorientiert, es gibt sogar noch eine eigene Köchin“, stellte Petra Ernst vom Kreissportbund Peine lobend fest.
Sie übergab das Zertifikat jetzt an Kita-Leiterin Cornelia Zippler – passend zur Auszeichnung nach einer Aktion, bei der die Kinder hüpften, sprangen, krabbelten, liefen oder warfen. Die Mädchen und Jungen absolvierten das Mini-Sportabzeichen mit „Hoppel“ und „Bürste“.
Das sind ein Hase und Igel als Comicfigur. Mit ihrer Hilfe will der Kreissportbund Kinder spielerisch zu mehr Bewegung animieren. Und das klappte auch in Vöhrum. Unter der Leitung des KSB-Teams um Petra Wolters, Rolf-Bernd Meyer und Petra Ernst absolvierten 45 Kinder Aufgaben, die in eine Geschichte eingebunden waren – die Mädchen und Jungen schlüpften in die Rolle von Hase „Hoppel“ und Igel „Bürste“, die ihre Freundin „Frau Eule“ im Wald besuchen wollen – auf dem Weg müssen Aufgaben gemeistert werden, zum Beispiel mussten die Kinder unter Bäumen und Hindernissen Nüsse und Kastanien als Verpflegung sammeln, mussten mit Tannenzapfen auf das Wildschwein „Grunz“ zielen, damit es wegrennt und nicht mehr den Weg versperrt. Beim Äpfelpflücken mussten sich die Kinder strecken. Ein Rollbrett wurde zum Boot umfunktioniert – da waren Balancierkünste gefragt.
„Das ist eine tolle Sache, weil die psychomotorischen Grundfähigkeiten bei Kindern dadurch angeregt werden“, schwärmte einst KSB-Sportlehrer Ralf Klemm vom Mini-Sportabzeichen. Um Vereine, Kindertagesstätten und allgemeinbildende Schulen im Landkreis Peine bei der Arbeit zu unterstützen, hat der Kreissportbund Peine vor zwei Jahren eine Servicestelle für Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote in Schulen, Kindertagesstätten und Sportvereinen (BeSS) eingerichtet. Auf seiner Internetseite ksb-peine.de hat der Kreissportbund auch zahlreiches Material zum Herunterladen für Ideen für Bewegungsspiele zusammengestellt.
Dienstag, 3. August 2021
Schützenfest-Trostpflaster kommt an: Kinder machen Vöhrum bunt
Bei der Aktion der Frauengemeinschaft gehen fast 100 Tüten mit Kreide und Luftballons weg
Von Christian Meyer
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Jessica Hillebrecht (von links), Isabell Rademacher und Svenja Lüdeke von der Vöhrumer Frauengemeinschaft verteilten Mal-Kreide, Luftballons und Wassereis an die Kinder. Die erwiesen sich bei der Aktion „Vöhrum wird bunt“ kreativ und stellten zum Beispiel einen Schützenfest-Umzug mit Playmobilfiguren nach oder malten auf der Straße.fotos: Ralf Büchler/privat
Vöhrum. Wenn die „Tante aus Marokko“ bei der Kinder-Disco auf dem Vöhrumer Schützenfest erklingt, dann haben die Mädchen und Jungen ihren großen Spaß. Da wird mitgeritten, mitgeschossen und mitgegrunzt – das ist eine helle Freude. Doch schon zum zweiten Mal in Folge bremste die Corona-Krise das Vöhrumer Schützenfest und damit auch die beliebte Kinder-Veranstaltung aus. Doch die Vöhrumer Frauengemeinschaft hatte eine Idee für ein Trostpflaster – das nicht nur beim Nachwuchs gut ankam.
100 Tüten mit Kreide und Luftballons hatten sie gepackt – und nur 2 sind übrig geblieben. „Vöhrum soll bunt werden“: Die von der Vöhrumer Frauengemeinschaft gestartete Aktion für Kinder war ein Erfolg. Damit trotz der erneuten Absage zumindest ein Hauch von Schützenfest-Atmosphäre in Vöhrum zu spüren war, hatte die Frauengemeinschaft Eltern gebeten, mit ihren Kindern zu basteln und zu malen und die kleinen Kunstwerke möglichst an Fenster, Türen, Hofeinfahrten oder Bürgersteigen zu präsentieren – und als Starthilfe gab es die Tüten mit Kreide und Luftballons sowie ein Wassereis als Überraschung.
An der Abholstation erklangen Kinder-Disco-Lieder. „Die Kinder haben sich gefreut und hatten großen Spaß – das ist die Hauptsache, denn in der Corona-Krise haben sie am meisten gelitten. Und wer am Wochenende durch Vöhrum gegangen ist, dem sind die Kunstwerke sicherlich auch aufgefallen“, bilanzierte Jessica Hillebrecht, die Vorsitzende der Frauengemeinschaft, zufrieden.
Da wurden bunte Fähnchen-Girlanden, Karussells und Festzelt oder Herzen auf die Straße gemalt, mit Playmobilfiguren wurde sogar ein Umzug nachgestellt. Die Idee ging auf. „Wir wurden mehrfach angesprochen und gelobt – auch von Älteren“, freute sich Jessica Hillebrecht, die zusammen mit 14 Mitstreiterinnen im Alter zwischen 27 und 47 die Frauengemeinschaft Vöhrum bildet, bei der Mütter ab 25 willkommen sind.
Ob Schützengilde, Feuerwehr oder Ökogarten: „Egal wer uns ruft, wenn es irgendeine Veranstaltung im Dorf gibt, dann organisieren wir dazu gerne etwas für Kinder“, sagt die Vorsitzende.
Die Gruppe frühstückt oder grillt aber auch mal zusammen, fährt zum Rodeln in den Harz oder schießt eine Schützenfest-Königin mit dem Luftgewehr aus – sogar eine „Corona-Königin“ gab es jetzt, Sabrina Kothe zielte am besten und bekam dafür die Scheibe überreicht. Die wichtigste Veranstaltung im Jahr ist aber die Kinder-Disco beim Schützenfest – die Frauengemeinschaft hofft, dass sie sie im nächsten Jahr endlich wieder organisieren kann.
