Zeitungsartikel Dezember 2020

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Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, Dezember 2020


Dienstag, 29. Dezember 2020

Fleischgabel ist ältester bekannter Haushaltsgegenstand aus Metall im Landkreis Peine

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Der Archäologe Thomas Budde (2. v. r.) mit den Helfern aus Vöhrum am Eichenbrunnen, in der Mitte steht Dr. Ingo Reinhardt mit der Fototafel zur Grabung.foto: Katja Seffers

Vöhrum. Es gibt neue archäologische Entdeckungen und Erkenntnisse aus Vöhrum: Dies betrifft unter anderem die eisenzeitliche Siedlung unter dem Neubaugebiet am Hainwaldweg, die zwischen 2016 und 2018 untersucht worden ist. „Darüber wurde zwar bereits nach Abschluss der Grabungen berichtet, aber eine genauere Beschäftigung mit den Funden führt immer noch zu neuen Erkenntnissen“, erklärt der Archäologe Thomas Budde.

Bei einem größeren, dick von Rost umhüllten Eisengegenstand wurde nach erster Einschätzung ein Gürtelverschluss vom Typ der Sporengürtelhaken vermutet. Diese waren im 5. bis 4. Jahrhundert vor allem in Mittel- und Süddeutschland verbreitet. Doch blieben Zweifel. „Deshalb wurde das Stück mit Mitteln der Stadt Peine geröntgt und restauratorisch freigelegt“, schildert Budde. Nach der zeichnerischen Rekonstruktion war plötzlich ein Gegenstand vor Augen, der erneut Rätsel aufgab. „Als Gürtelhaken kam das Stück nicht mehr in Frage, da der Haken vielmehr als Tülle erschien und da die Nietlöcher am anderen Ende fehlten.

Eine Nachfrage beim ehemaligen hannoverschen Bezirksarchäologen Dr. Erhard Cosack brachte die verblüffende Lösung: Es handelt sich um einen Haushaltsgegenstand, nämlich eine Fleischgabel.“ In die Tülle wurde ein Stock gesteckt und mit den ursprünglich spitzen, gabelförmigen Enden konnte Fleisch aus dem Brühkessel geangelt werden. Stücke dieser Art kommen im keltischen Süden vor, sind aber auch von einigen wenigen Befestigungsanlagen in der niedersächsisch-westfälischen Mittelgebirgszone bekannt, so vor allem von der Barenburg im Kleinen Deister. Das Stück gehört zeitlich in das 3. bis 2. Jahrhundert vor Christi. „Es ist somit der mit Abstand älteste bekannte Haushaltsgegenstand aus Metall im Landkreis Peine“, erklärt Budde.

Aus derselben Siedlungsgrube stammt eine ohrförmige „Plastik“ mit rückseitigem Griff. Bei dem Fund sein man zunächst von einem getöpferten Tonohr ausgegangen. Die Auswertung führte aber auch hier zu einem ganz anderen Ergebnis. Der Vöhrumer Geologe Dr. Gerhard Best erkannte darin ein Fossil, einen versteinerten Kieselschwamm aus der Kreideformation. Der Experte Dr. Ralph Krupp aus Burgdorf konnte den Schwamm schließlich exakt als einen „Seliscothon verrucosum“ bestimmen, der in der Oberkreide (um 80 Millionen Jahre vor Christi) am Meeresboden wuchs. Diese Formation tritt südlich von Vöhrum und in Teilen des Südkreises direkt an der Erdoberfläche und in Mergelgruben zutage.

„Die eisenzeitlichen Siedler müssen das wohl schon herausgelöste Stück bewusst aufgesammelt haben. Wegen der erstaunlichen Ähnlichkeit mit einem Ohr ist neben der Deutung als reines Liebhaberstück nicht auszuschließen, dass man ihm eine kultische Bedeutung zugeschrieben hat“, vermutet Thomas Budde. Etwa gleichzeitig habe es im mediterranen Raum bei den Griechen und Etruskern, aber vereinzelt auch bei den Kelten sogenannte „Votivohren“ aus gebranntem Ton, seltener aus Stein oder Bronze, gegeben.

Auch neue Ausgrabungen hat es in Vöhrum gegeben. Beim Anlegen eines Schwimmteiches im Garten seines Grundstücks stieß der Vöhrumer Dr. Ingo Reinhardt in einem Meter Tiefe auf massive Eichenbohlen. In Abstimmung mit der städtischen Denkmalschutzbehörde wurde eine Notgrabung durch Thomas Budde eingeleitet, denn die beauftragte Gartenbaufirma wollte ihre Arbeiten zu Ende führen. Bei einer „Nacht- und Nebelaktion“, bei der zahlreiche Vöhrumer mithalfen, konnte das sorgfältig gezimmerte Unterteil eines Kastenbohlenbrunnens freigelegt werden. Der Brunnen wurde geborgen und für eine dendrochronologische Datierung im Labor Andreas Best in Schifferstadt beprobt.

„Es war ein voller Erfolg. Die Hölzer des Brunnenkranzes, auf dem die Bohlen ruhten, stammen demnach von einer exakt im Spätjahr 1635 – also mitten im Dreißigjährigen Krieg – gefällten Eiche“, berichtet Archäologe Budde. Keramikscherben aus dem 17. bis frühen 18. Jahrhundert würden zeigen, dass der Brunnen wohl nicht lange genutzt worden ist. Budde erklärt: „Zusammen mit Umgebungsfunden deutet sich nun an, dass die Besiedlung dieses Teils von Vöhrum – des sogenannten Bauernbrinks – mindestens schon im 17. Jahrhundert begonnen hat.“ red

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Diese Kirchen sagen ihre Gottesdienste ab

Einige Gemeindevorstände aus dem Kreis Peine haben beschlossen, dass ihre Weihnachtsgottesdienste ausfallen

Von Nathalie Diana

Die evangelisch lutherischen Lukas-Kirchengemeinde Bettmar-Sierße sagt ihre Gottesdienste an Weihnachten ab.Foto: Archiv

Kreis Peine. Mit Sorge beobachten die Kirchenvorstände aus dem Peiner Kreis das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie. Sie haben beschlossen, die Weihnachtsgottesdienste abzusagen. Damit sollen Peiner vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden. Viele Kirchen haben sich auf diese Sicherheitsmaßnahme eingestellt und Alternativen zum Gottesdienst vor Ort vorbereitet.

So haben die Vorstände der evangelisch lutherischen Lukas-Kirchengemeinde Bettmar-Sierße sowie der Kirchengemeinde Wahle-Sophiental-Fürstenau beschlossen, dass die Gottesdienste an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen ausfallen. Dazu gehören auch die im Freien geplanten Kurzandachten.

Ersatzweise wird den Gemeindemitgliedern kostenlos eine DVD mit einem aufgenommenen Weihnachtsgottesdienst zur Verfügung gestellt. Dieser ist in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinden Lukas-Gemeinde Bettmar-Sierße, Maria und Martha (Bodenstedt-Köchingen-Liedingen) sowie Wahle-Sophiental-Fürstenau entstanden. Die DVD kann an Heiligabend ab 12 Uhr jeweils einer Box vor den Kirchentüren in Bettmar, Sierße, Wahle und Sophiental entnommen werden. Außerdem wird der Gottesdienst an Heiligabend ab 14 Uhr auf Youtube freigeschaltet. Über die Suchfunktion mit dem Stichwort „Kirchengemeinde Bodenstedt“ kann das Video aufgerufen werden.

Bereits abgesagt wurden die Gottesdienste an Heiligabend im Dorfpark in Vöhrum und auf dem Hof Goedecke in Eixe. Auch hier haben die Gemeinden für eine Alternative gesorgt: In der Vöhrumer Kirche liegen „Gottesdienste für Zuhause“ zum Abholen bereit. Ein Krippenspiel ist demnächst auf Youtube unter dem Stichwort Brueckenschlag Voehrum-Eixe-Röhrse verfügbar.

Auch die Kirchenvorstände in den Gemeinden des evangelisch-lutherischen Kirchengemeindeverbandes Berkum, Handorf, Rosenthal und Schwicheldt teilten am Dienstag mit, dass sich die Gottesdienstpläne ändern. So wird es in Berkum, Rosenthal und Schwicheldt keine Präsenzgottesdienste bis einschließlich dem 10. Januar 2021 geben. In Handorf finden die beiden geplanten Gottesdienste an Heiligabend in kleiner Zahl statt, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Diese Entscheidung fiel laut der Kirchenvorstände nicht leicht. Der Schutz der Menschen stehe jedoch an erster Stelle. „Trotz Corona wird es aber Weihnachten geben – nur eben etwas anders“, sagt Nicole Laskowski vom Kirchenkreis Peine. Weitere Informationen dazu gibt es in den bekannten Aushängen in den Orten und auf der Internetseite https://beharosch.wir-e.de/aktuelles. Auskünfte werden auch über das Pfarrbüro unter (0 51 71) 5 28 22 erteilt.

Dienstag, 22. Dezember 2020

Gottesdienste

in Vöhrum und Eixe fallen aus

Vöhrum/Eixe. Die Gottesdienste an Heiligabend im Dorfpark in Vöhrum und auf dem Hof Goedecke in Eixe müssen coronabedingt ausfallen. Das teilte Pastor Dirk Hölterhoff jetzt mit.

In der Vöhrumer Kirche liegen „Gottesdienste für Zuhause“ für Kinder und Erwachsene zum Abholen bereit. Ein Krippenspiel gibt es im Internet unter „brueckenschlag, Voehrum-Eixe-Röhrse“. Am 1. Weihnachtstag und am Sonntag, 27. Dezember, finden jeweils um 10.30 Uhr in Vöhrum weihnachtliche Gottesdienste statt, am zweiten Weihnachtstag ist um 10 Uhr ein Gottesdienst in Eixe geplant. Dazu sind Anmeldungen bis 23. Dezember, 12 Uhr, erforderlich: entweder per E-Mail an

kg.voehrum@evlka.de oder telefonisch unter (0 51 71) 2 11 29.

Vöhrum: Alternative zum Krippenspiel

Vöhrum. Da das Vöhrumer Krippenspiel in diesem Jahr coronabedingt ausfallen muss, ist der „Weg zur Krippe“ in den Fenstern des katholischen Pfarrheims an der Burgdorfer Straße zu sehen. Die einzelnen Stationen des Krippenspiels werden bis zum 9. Januar des kommenden Jahres gezeigt – außerdem ist darin ein Rätsel für die Betrachter eingebaut.

Für den festlichen Rahmen stellt die Kirche einen beleuchteten Weihnachtsbaum auf. Unter dem Motto „Wünsche von Vöhrumern an Vöhrumer“ sind alle aufgerufen, den Tannenbaum mit selbst gebasteltem Weihnachtsschmuck und Wünschen für das neue Jahr bunt mitzugestalten. Für spontane Wünsche liegen vorbereitete Sterne zum Beschriften aus.

Samstag, 19. Dezember 2010

Männerkreis überreicht Spenden

Vöhrum. Der Männerkreis von der evangelischen Kirche in Vöhrum hat an die Kindertagesstätte „Hand in Hand“ und die Sternsinger Spenden übergeben. Diese kommen durch den Erlös des Männerfrühstücks zusammen.

Wegen der Corona-Pandemie konnte die Veranstaltung in diesem Jahr aber nicht ausgerichtet werden. Viele der Mitglieder hatten bereits im Vorfeld Wertmarken für das Frühstück erworben. Zwar hatte das Organisationsteam entschlossen, die Wertmarken zurückzunehmen. Die Teilnehmer spendeten ihren Betrag in Höhe von sieben Euro, sodass sich die zwei Vöhrumer Institutionen doch noch auf die Spendenübergabe freuen durften.

Die Vöhrumer Sternsinger werden am 9. Januar 2021 von 9 bis 16 Uhr unter dem Motto „Kindern Halt geben“ in Vöhrum den Segen in die Häuser tragen und Geld einsammeln.

Freitag, 18. Dezember 2020

Beleuchtung zu Weihnachten in Vöhrum

Vöhrum. Die Weihnachtsbeleuchtung in Vöhrum erstrahlt wieder: Rechtzeitig vor den Feiertagen ist es der Freiwilligen Feuerwehr Vöhrum gelungen, trotz der strengen Corona-Auflagen, die Lichter anzubringen. Die Beleuchtung wird von den Gewerbetreibenden und Mitgliedern der Werbegemeinschaft „Vöhrum hat’s“ getragen. Sie bedanken sich bei allen Kunden, die auch in Zeiten der Pandemie, weiterhin treu zur Seite stehen.

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Spielmannszug Vöhrum sagt Versammlung ab

Vöhrum. Wegen der Corona-Pandemie muss der Spielmannszug Vöhrum die normalerweise im Januar 2021 stattfindende Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit verschieben. Die handelnden Personen bleiben bis dahin in Amt und Würden.

Montag, 7. Dezember 2020

Vorreiter bei Mädchen-Eintritten: Eixes Jugendfeuerwehr ist 40

Gründer Ursula und Klaus-Dieter Ebert unterstützen immer noch – Im November 1980 ging es los

Von Nathalie Diana

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Das stärkt die Gemeinschaft: Die Jugendfeuerwehr Eixe fährt jedes Jahr auf Zeltfreizeiten an die Nord- oder Ostsee.fotos: privat

Eixe. „Wir sind die Jugend von heute. Und die Retter von morgen“: So lautet der Leitsatz der Eixer Jugendfeuerwehr, die in diesem Jahr 40 Jahre besteht. Den runden Geburtstag hätten der Feuerwehr-Nachwuchs und die Betreuer gerne gefeiert, doch wegen Corona können die Feierlichkeiten nicht wie geplant stattfinden. Hochleben lassen wollen die Kinder und Jugendlichen ihre Helden des Ehrenamts aber dennoch: Die Gründer Ursula und Klaus-Dieter Ebert sowie alle Betreuer und Unterstützer. „Ohne ihr freiwilliges Engagement für die Jugendarbeit wären viele gemeinsame Erlebnisse nicht möglich gewesen“, betont Jugendfeuerwehrwart Jens Lehrmann.

Einen kleinen Rückblick in die Entstehungsgeschichte der Jugendfeuerwehr gewährt Jugendfeuerwehrwart Jens Lehrmann. „Klaus-Dieter Ebert erklärte sich im Sommer 1980 dazu bereit, eine Jugendfeuerwehr für Eixe aufzubauen“, schildert Lehrmann. Dank des großen Zuspruchs des Eixer Ortskommandos und des damaligen Ortsbrandmeisters hätten sich im September die ersten 16 Jugendlichen mit Uniform, Helm und Koppel eingekleidet.

Kurzerhand waren die Jugendlichen regelmäßig im Einsatz. „Nach den ersten gelungenen Diensten stand der offiziellen Gründung am 30. November 1980 nichts mehr im Weg“, schildert Lehrmann. Als Jugendfeuerwehrwart gewählt wurde der Gründer Klaus-Dieter Ebert, sein Stellvertreter war Günter Lehmann.

„Somit war der Grundstein für eine umfangreiche Feuerwehrausbildung für Kinder- und Jugendliche und abenteuerreiche Momente gelegt“, sagt Lehrmann. Nach dem vierjährigen Bestehen der jugendlichen Wehr sei aufgefallen, dass weibliche Unterstützung in den Reihen fehlt. „Die Eixer Jugendfeuerwehr war im Stadtgebiet Peine die erste, die Mädchen aufnahm“, erläutert der Jugendfeuerwehrwart. Noch heute würden sich Klaus-Dieter Ebert und seine Ehefrau Ursula bei Veranstaltungen ehrenamtlich engagieren, indem sie die Schüler auf allen Freizeiten bekochen. „Die beiden bemühen sich immer noch, dass es den Kindern und Jugendlichen gut geht. Ein Highlight war ein gemeinsames Krabbenpulen“, erinnert sich Jugendfeuerwart Jens Lehrmann.

Derzeit hat die Jugendfeuerwehr 19 Mitglieder, 6 Betreuer und 2 Jugendfeuerwehrwarte. Zu den Aufgaben und Zielen der Jugendfeuerwehr gehört es, die Mädchen und Jungen für den Einsatz in der Feuerwehr vorzubereiten. „In der altersgerechten theoretischen sowie praktischen Ausbildung lernen die Jugendlichen, wie Feuer entsteht und gelöscht werden kann“, erläutert Lehrmann, der gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Julia Gödecke für die Eixer Jugendgruppe zuständig ist. Entsprechende Übungen werden absolviert, um auf den Ernstfall vorbereitet zu werden. Zudem stellen die Jugendlichen ihr Können bei Wettbewerben unter Beweis.

„Ein großer Bestandteil der Jugendfeuerwehr ist aber auch, das kameradschaftliche Handeln zu stärken, Zusammengehörigkeit zu demonstrieren und Gleichberechtigung und Akzeptanz zu vermitteln“, bekräftigt Lehrmann. Damit dies gelingt, werden regelmäßig gemeinsame Aktivitäten wie Freizeiten und Ausflüge organisiert. Die Jugendarbeit der Wehr braucht nicht nur motivierte Jugendliche, sondern auch Betreuer. „Sie müssen sich für die Arbeit mit jungen Menschen interessieren und ihre Freizeit dafür investieren“, ergänzt der Jugendfeuerwehrwart. Die Jugendfeuerwehr sei offen für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren. „Interessenten sind bei uns zum Schnuppern herzlich eingeladen“, sagt Lehrmann.

Samstag, 5. Dezember 2020

Kreis: Kommunen erhalten Geld für Haltestellen-Ausbau

Regionalverband unterstützt bei barrierefreier Umgestaltung

Von Dennis Nobbe

Eines der geplanten Projekte ist die Umgestaltung des Bahnhofs in Vöhrum.Foto: Nathalie Diana/Archiv

Kreis Peine. Der Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) unterstützt Kommunen beim barrierefreien Ausbau der Infrastruktur. Dies wurde jetzt bei der Verbandsversammlung bekanntgegeben. Auch mehrere Gemeinden des Landkreises und die Stadt Peine sollen beim Umbau ihrer Haltestellen und Bahnhöfe profitieren. Gefördert werden neben dem Haltestellen-Ausbau etwa die Einrichtung von Park-and-Ride- und Fahrrad-Abstellanlagen.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) ist der Haupt-Fördergeber mit 75 Prozent. Von den verbleibenden 25 Prozent übernimmt der RGB in der Regel nochmals die Hälfte, so dass die Kommunen lediglich rund 12,5 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten selbst aufbringen müssen. „Auf diese Weise haben zahlreiche Kommunen inzwischen mehr Haltestellen barrierefrei umgebaut, als sie es ohne die Förderung allein hätten finanzieren können“, so RGB-Sprecherin Gisela Noske. Bereits jetzt liege die Fördersumme bei

2,4 Millionen Euro, es würden aber noch weitere Anträge aus den Kommunen erwartet.

Zu den Projekten im Kreis Peine gehört etwa der barrierefreie Bushaltestellen-Ausbau in Edemissen im kommenden Jahr, hier gibt es Zuschüsse von rund 65 000 Euro. Gleiches ist in Lengede geplant, die Zuschüsse belaufen sich auf rund 63 000 Euro. Außerdem will man in Broistedt eine Fahrrad-Abstellanlage bauen, hierfür sind rund 10 000 Euro Zuschüsse vorgesehen. Für den barrierefreien Neu- und Umbau der Bushaltestellen in Peine sollen rund 25 000 Euro fließen, in Vechelde sind es 15 000 und in Wendeburg 22 000 Euro. In der Ortsmitte von Bülten soll die Erneuerung der Bushaltestelle mit knapp 20 000 Euro bezuschusst werden. Das sind insgesamt 220 000 Euro.

Außerdem sind weitere Projekte angemeldet: Am Peiner Bahnhof ist eine Neuordnung der Bike-and-Ride-sowie Park-and-Ride-Anlage vorgesehen, zudem sollen die Aufenthaltsqualität am Bahnhof verbessert werden und eine städtebauliche Aufwertung stattfinden. Ähnliches ist in Vöhrum geplant, hier darüber hinaus eine Umgestaltung der Aufenthaltsflächen. Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Lengede-Broistedt soll Mitte 2022 abgeschlossen sein, in Woltwiesche soll dies noch bis Ende 2025 dauern.

Einen ganz neuen Fördertopf eröffnet der RGB den Kommunen im Verbandsgebiet: Er übernimmt bis zu 95 Prozent an Planungskosten, wenn Kommunen die Umfelder ihrer Bahnhöfe oder Haltestationen umgestalten wollen. Damit werden künftig nicht nur die Umbauten an sich finanziell gefördert, sondern bereits deren Planungen. Dafür stellt der Verband bis 2026 jährlich Mittel von bis zu einer Million Euro bereit. Dieses Geld kommt vom Land über das niedersächsische Nahverkehrsgesetz.

Dringend gesucht: „Lebendige“ Fotos

für neue Vöhrumer Dorfchronik

Aktuelle Motive sind rarer als historische Aufnahmen – Der Band soll 2022 zum 1000. Geburtstag erscheinen

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Vöhrum aus der Vogelperspektive: 2022 feiert die Ortschaft ihren 1000. Geburtstag – dazu soll die neue Dorfchronik erscheinen.Foto: Stadt Peine

Vöhrum. Letzte Gelegenheit: Wer noch geeignetes Bildmaterial für die neue Vöhrumer Dorfchronik zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich spätestens bis zum 15. Dezember zu melden. Gesucht werden vor allem noch aktuellere Bilder, „auf denen etwas los ist“, beispielsweise vom Schützenfestumzug oder vom Weihnachtsmarkt an der Posener Straße im vergangenen Jahr.

Historische Bilder stehen den Machern bereits reichlich zur Verfügung: „Ich habe an die 30 000 Fotos aus Vöhrum bekommen. Da zu selektieren, kann einem schon manchmal die Tränen in die Augen treiben“, sagt Autor Rolf Ahlers. Schwieriger sei es dagegen, Fotos aus der jüngeren Vergangenheit zu bekommen, die sich für die Chronik eignen – „und auf denen auch ein paar Leute zu sehen sind.“

Letzter Abgabetermin ist der 15. Dezember: Dr. Ingo Reinhardt, Vorsitzender des Festkomitees, nimmt die Fotos entgegen, vorzugsweise per E-Mail an ingo-reinhardt@t-online.de, die Zusendung ist aber auch postalisch an seine Adresse Triftstraße 20, 31228 Vöhrum, möglich.

Die neue Dorfchronik soll pünktlich zum großen Jubiläumsjahr 2022 erscheinen – dann feiert Vöhrum seinen 1000. Geburtstag. Geplant sind ein großes Festwochenende im Sommer und viele weitere Veranstaltungen. Der Titel der neuen Chronik steht dabei schon fest: „Vöhrum – tausend Jahre und mehr“.

Sie gliedert sich in drei Teile: den Hauptteil von Ahlers, einen archäologischen Beitrag und eine Abhandlung über das Kriegsende und den Neubeginn in Vöhrum. Die neue Chronik ist dabei als Ergänzung zu der inzwischen 40 Jahre alten Vöhrum-Chronik „Von Vorden nach Vöhrum“ gedacht. „Sie ist kein Ersatz, sie steht daneben“, erläutert Ahlers.

Der Band soll ab dem Vorweihnachtsgeschäft 2021 angeboten werden. Käufer erhalten dann vorerst einen Gutschein, der später eingelöst werden kann. Ausgegeben werden soll die Chronik nach dem Neujahrsempfang 2022. Geplant ist eine Startauflage mit stattlichen 3000 Exemplaren.

Dass ausgerechnet der Wendeburger Ahlers die neue Vöhrumer Dorfchronik schreibt, sei im Übrigen kein Zufall, schildert Reinhardt und erklärt: „Ich habe ein Faible für Geschichte und bin beim Studieren bis zu 260 Jahre alter Grenzkarten immer wieder auf plattdeutsche Begriffe und Namen wie den Bockhop, der etwa in Höhe der Vöhrumer Mühle lag, gestoßen. Deshalb habe ich mir Hilfe gesucht.“

Mit Ahlers, der alt Platt-Experte gilt, fand er schließlich einen fach- und sachkundigen Ansprechpartner. Und so kamen die beiden ins Gespräch. „Das hat sich dann so entwickelt und irgendwann stellte ich Rolf Ahlers dann unverblümt die Frage: Willst Du die Dorfchronik schreiben?“ Kurze Zeit darauf erhielt Ahlers den offiziellen Auftrag von der Stadt Peine.

Reinhardt zeigt sich angetan von Ahlers’ Schaffenskraft: „Er hat sich viel Wissen über Vöhrum angeeignet, bringt sich wo es nur geht in die Dorfgemeinschaft ein und gibt uns viele gute Anregungen und Tipps.“ Um ein Gefühl für die größte Ortschaft Peines zu bekommen, hat sich Ahlers in den vergangenen Monaten viel Zeit genommen und mit vielen Menschen gesprochen. Dabei gibt der erfahrene Chronikschreiber unumwunden zu: „Es war keine leichte Aufgabe.“

Denn Vöhrum hat mit 7000 Einwohnern eine gewisse Größe und eine große Vielfalt, die laut Ahlers mit keinem ländlichen Ort im Kreis Peine vergleichbar ist: Es gibt drei Kirchen, Kindergärten und Schulen, neun Kinderspielplätze, 15 Denkmäler und zig Organisationen, Gruppen und Vereine. „Alles möchte erwähnt werden“, benennt Ahlers die wohl größte Herausforderung s