Zeitungsartikel März 2021

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Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, März 2021


Freitag, 26. März 2021

Vöhrum. Aufruf der Polizei Peine: Ein Hund soll am Montag ein trächtiges Reh in der Vöhrumer Feldmark gerissen haben. Der Hund hatte sich offensichtlich während eines Spaziergangs losgerissen. Die Polizei ermittelt nun nach dem Hundebesitzer, der mit einem blauen Kombi unterwegs war.

Ein Zeuge hatte den Vorfall beobachtet. Weitere Angaben zum Aussehen des Mannes konnten jedoch nicht gemacht werden. Der Vorfall hat sich bereits am Montag gegen 9 Uhr im Bereich Landwehrfeld/Zum Pastorenbusch ereignet. Die Polizei bittet, dass sich der Hundebesitzer bei der Polizei in Vöhrum meldet. Auch werden Zeugen gesucht, die Angaben zum Hundebesitzer machen können. Zeugen werden gebeten, unter (0 51 71) 98 86 811 anzurufen.

Vöhrum: Feuerwehr löscht Kompost

XX

Vöhrum. Einsatz für die Feuerwehr: Aus bislang ungeklärter Ursache ist am Mittwochabend gegen 20 Uhr Kompost an der Straße „An der Ziegelei“ in Brand geraten. Das teilt die Polizei Peine mit. Die alarmierte Feuerwehr löschte das Feuer. Durch die Flammen wurde ein Zaun beschädigt.

Speedys ziehen die Notbremse:

Peiner Triathlon fällt auch 2021 aus

Eine der größten Peiner Sportveranstaltungen ist aufgrund der hohen Infektionszahlen nicht denkbar

Von Lukas Everling

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Ein derzeit undenkbares Bild: Eine große Gruppe von Triathleten startet – hier im Jahr 2019 – am Eixer See auf die Schwimmstrecke.Foto: Ralf Büchler

Peine. Die Tri-Speedys Peine waren eigentlich schon mitten in den Antragsprozessen für den Peiner Triathlon, der im Juni hätte stattfinden sollen. „Wir haben jetzt allerdings die Notbremse gezogen“, erklärt der Vorsitzende Niklas Arndt. Wie schon im Jahr 2020 muss eines der größten Sportevents im Landkreis aufgrund der hohen Infektionszahlen ausfallen. „Wir haben uns mit der Entscheidung sehr schwer getan“, erklärt der Chef der Tri-Speedys.

Der Peiner Triathlon findet innerhalb der Saison sehr früh statt und ist einer der ersten mit Freiwasser-Schwimmen – im Eixer See. „Es gibt auch Wettkämpfe im Mai. Da findet das Schwimmen dann aber im Hallenbad statt“, berichtet Arndt. Wegen der aktuell schwierig umzusetzenden Planung haben die Peiner den Anmeldestart bewusst auf Ende März gelegt – und nun wegen der unsicheren Lage noch vor der Öffnung des Zeitfensters die Reißleine gezogen. „Wir mussten zu einem frühen Zeitpunkt entscheiden. Natürlich haben wir immer gehofft, dass es bis zum Juni besser wird. Wir hatten aber immer die Frage im Hinterkopf: Was, wenn nicht?“

Seither war der Peiner Triathlon ein Wettkampf von Sportlern für Sportler. „Wir wollen immer denen etwas zurückgeben, bei denen wir auch an den Start gehen“, erklärt Niklas Arndt, der die Absage vor allem nach der erfahrenen Solidarität der zahlreichen Triathleten aus dem Vorjahr sehr bedauert. „Wir wollten den angemeldeten Startern in 2020 das Meldegeld zurückerstatten. Viele hatten aber gesagt, dass sie darauf verzichten wollen und wir sind sehr dankbar für diesen Rückhalt.“ Damit einher gegangen, sei eine Verpflichtung für die Peiner Tri-Speedys. „Der Wettkampf 2021 sollte Pflicht sein. Leider ist das nun doch nicht möglich“, ärgert sich der Vorsitzende.

Die Absage der Großveranstaltung sei allerdings eine logische Konsequenz der aktuellen Lage gewesen. „Der Hannover-Marathon und die Highland-Games können nicht stattfinden. Da schauen wir natürlich auch hin“, erklärt Niklas Arndt, der betont: „Wir kriegen es aktuell ja nicht einmal genehmigt, eine Jahresversammlung durchzuführen.“ Ein Triathlon, bei dem es Starts mit mehr als 100 Teilnehmern gibt, ist unmöglich.

Die Zeit ohne Wettkämpfe zehrte schon im Sommer 2020 an den Nerven der Triathleten, und wird dies auch in diesem Jahr tun. „Für gewöhnlich setzen wir uns ein Ziel und arbeiten dann darauf hin. Derzeit sind die Ziele leider nur wabblige Stücke in der Zukunft“, hadert Niklas Arndt. Bei den Tri-Speedys spulen dennoch die meisten Athleten ihr Programm ab.

„Am schwierigsten zu trainieren ist das Schwimmen“, sagt der Vorsitzende. Die Sportler könnten höchstens mithilfe von Zugseilen das Schwimmen simulieren und damit die benötigte Muskulatur stärken. „Oder in freien Gewässern schwimmen. Bei uns gibt es tatsächlich eine Athletin, die in Wense in einem kleinen Tümpel ihre Bahnen zurücklegt“, berichtet Arndt schmunzelnd. Radfahren und Laufen geht alleine an der frischen Luft. „Wir haben aber auch 16 Spinning-Räder. Der harte Kern hat sich die mit nach Hause genommen.“

Für das allgemeine Athletik-Training haben sich die Tri-Speedys mittlerweile mit einem Online-Angebot arrangiert. Nichtsdestotrotz werden den Beteiligten der Peiner Triathlon und die vielen anderen Wettkämpfe in Niedersachsen fehlen. „Sogar die etwas schwächeren Schwimmer vermissen schon das Wasser“, erklärt Niklas Arndt.

Mittwoch, 24. März 2021

Vöhrum:

Bauarbeiten auf der Kläranlage

Vöhrum. Die Stadtentwässerung Peine wird in der Nacht von Mittwoch, 24. März, auf Donnerstag, 25. März, einen neuen Absperrschieber im Vorklärbecken auf der Zentralen Kläranlage in Vöhrum installieren. „Die Bauarbeiten erfordern einen geringen Zufluss zur Kläranlage. Sie finden deshalb zwingend und in Absprache mit dem Ordnungsamt nachts statt“ sagt Petra Kawaletz von der Unternehmenskommunikation. Es sei vorübergehend mit Baugeräuschen durch Bohrungen und Hochdruckreinigung zu rechnen. Dafür bittet sie die Anlieger um Verständnis.

Montag, 22. März 2021

Peine. Nach Vöhrum wollte Francesco Laratta schon seit Jahren, jetzt hat er auch ein passendes Objekt gefunden: An der Pelikanstraße wird sich der gebürtige Italiener in den nächsten Wochen seinen großen Wunsch erfüllen, und das Eiscafé San Lorenzo eröffnen, einen Ableger seines gleichnamigen Restaurants in Sievershausen. Ob Spaghetti-Eis-Becher, Mini-Pizza-Calzone oder Espresso – Laratta geht’s nicht nur ums Verkaufen, er ist ein leidenschaftlicher Botschafter der italienischen Lebensart und so will er ein Stück Dolce Vita nach Vöhrum bringen.

Alles handgemacht – das ist die Devise des gelernten Kochs. Sein Eis stellt Laratta im eigenen Eislabor in Sievershausen her. Darauf ist er mächtig stolz. „Zuletzt sind wir bei der jährlichen Prüfung nicht nur mit hervorragend bewertet worden, sondern haben auch noch ein dickes Extralob bekommen. Wir nutzen ausschließlich sehr gute Zutaten und verwenden nur die nötigsten Zusatzstoffe.“

Im Angebot hat er die gängigsten Sorten wie Schoko, Vanille, Stracciatella oder Amarena, die – wie er sagt – nach wie vor am meisten gefragt sind, aber auch einige „Specials“. Besonders beliebt seien seine Spaghetti-Eis-Variationen. Neben Kugel-Eis sollen auch Eisbecher und Milch-Shakes auf der Karte stehen – alles zum Mitnehmen.

„Momentan geht es ja sowieso nicht anders, deshalb haben wir überlegt, wie wir das Café gleich komplett Corona-konform aufziehen können“, sagt Laratta. Und so sollen die warmen Speisen wie frittierte Mini-Calzone- Pizzen künftig in Sievershausen vorbereitet und im Ofen in Vöhrum gegart werden. Für mehr sei im Café aufgrund der Größe ohnehin kein Platz. „Aber es reicht für ein tolles Angebot zum Mitnehmen“, verspricht der Vollblut-Gastronom.

Soweit sind alle Vorbereitungen für die Eröffnung getroffen. Der große Eistresen steht bereits, die original italienische Kaffeemaschine soll nächste Woche geliefert werden. Bevor es jedoch losgehen kann, benötigt Laratta noch eine vorläufige Konzession und die Bestätigung für den Nutzungsänderungsantrag – er hofft, dass das bis Ende März/Anfang April der Fall ist, alle Unterlagen seien eingereicht. Doch warum eigentlich Vöhrum? „Es hat definitiv viel Potenzial und hier gibt es ja auch keinen anderen Italiener“, so der Gastronom.

Laratta, der in Mailand aufgewachsen ist, kam im Alter von 15 Jahren nach Deutschland. Bereits seit 1978 arbeitet er in der Gastronomie, viele Jahre davon in Hannover. Vor elf Jahren zog es ihn mit seinem ersten eigenen Restaurant zunächst nach Hämelerwald, und seit fünf Jahren führt er nun bereits das San Lorenzo an der Kampstraße in Sievershausen.

Er und seine Frau Magdalena hoffen nun, dass das Eiscafé in Vöhrum trotz Corona gut anläuft. Laratta sagt: „Ich übe meinen Beruf aus Überzeugung aus – und das will ich auch meinen Kunden vermitteln. Das Kochen und das Eis herstellen liegt mir im Blut. Selbstverständlich sind für mich gute und vor allem wertige Zutaten. Im Erdbeereis müssen deshalb für mich auch echte Erdbeeren sein und ein Pizzateig muss 24 Stunden gehen – am Ende soll es doch schmecken.“

Mittwoch, 17. März 2021

Vöhrumer Schüler schicken Nachricht zur Raumstation ISS

Viertklässler der Hainwaldschule kommunizieren mit Astronauten

Von Nina Schacht

Schüler der Hainwaldschule: Im Hintergrund ist das Computerprogramm für die ISS zu sehen (Bild oben). Wegen Corona sind die Viertklässler aufgeteilt, das Computerprogramm haben sie in zwei Gruppen geschrieben.Fotos (2): Hainwaldschule

Vöhrum. Trotz Corona werden an der Vöhrumer Hainwaldschule Aktionen für die Schüler umgesetzt: Diesmal ein ESA-Bildungsprojekt. Dazu wurden die Schüler der vierten Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Schüler kommunizieren mit Astronauten der ISS-Raumstation. Der Hintergrund: Die Grundschüler haben ein kurzes Computerprogramm geschrieben. Im Mai wird dieses auf der ISS ausgestrahlt.

Und so grüßt Leni aus Peine grüßt die Besatzung: „Hallo im Weltraum“. Und auch ihr Klassenkamerad Tom schickt eine Botschaft ins All: „Hallo, meine Name ist Tom. Ich komme aus Deutschland. Ich wohne in Vöhrum. Ich bin zehn Jahre alt. Ich hoffe, es geht euch gut!“. Im Original sind die Botschaften der Hainwald-Grundschüler natürlich in englischer Sprache verfasst – denn nur so kann die internationale Besatzung der ISS die Grüße auch verstehen.

Acht Schüler einer vierten Klasse tüftelten gemeinsam mit ihrer Lehrerin an einem Computerprogramm. „Dass ein Astronaut die Nachrichten lesen wird, begeisterte die Schüler“, berichtet Baars. Hintergrund ist das Projekt „Mission Zero“ von Astro Pi, einem ESA-Bildungsprojekt. Bei der „Mission Zero“ schreiben Schüler bis 14 Jahre ein Computerprogramm, das auf der ISS laufen wird, und die Luftfeuchtigkeit, sowie eine kurze Nachricht der jungen Teilnehmer übermittelt.

Über das Projekt ist Stefanie Baars eher zufällig gestoßen. „Wir haben uns mit dem Thema Weltraum beschäftigt. Meine Schüler haben mir ziemlich viele Fragen gestellt, ich begann mich mehr zu informieren“, sagt die Lehrerin und lächelt. Nach der Anmeldung stellt Astro Pi eine Anleitung für das Programm zur Verfügung. „Es geht darum Kommandos abzuschreiben und Schriftfarben auszusuchen“, berichtet Baars, „das dauert etwa eine Stunde und ist gar nicht so sehr schwer.“ Mindestens 30 Sekunden soll das Computer-Programm der Grundschüler auf der ISS zu sehen sein. „Für alle Teilnehmer gibt es ein Zertifikat. Die Schüler sind darauf wahnsinnig stolz“, sagt Baars. Das nächste Projekt ist schon in der Umsetzung: Im Kunstunterricht beschäftigen sich die Schüler mit dem Planeten „Jupiter“ und der ESA-Sonde.

SPD kürt Heil als Kandidat für die Bundestagswahl an der frischen Luft

Delegierte aus Peine und Gifhorn treffen sich auf Vöhrumer Sportplatz – Bislang ist Hubertus Heil einziger Kandidat

Von Christina Rudert

Geht erneut ins Rennen: Die SPD Peine-Gifhorn nominiert Hubertus Heil (Mitte) als Kandidaten für die Bundestagswahl. Hier ist er in Gifhorn zu sehen.foto: Lukas Ratschko

Peine. In Corona-Zeiten sind demokratische Prozesse nicht ganz unkompliziert. Die beiden SPD-Unterbezirke Peine und Gifhorn mussten sich etwas einfallen lassen für ihre Wahlkreisdelegierten-Konferenz, bei der die Delegierten ihren gemeinsamen Bundestagskandidaten küren wollen. Möglicherweise müssen die 45 Peiner und 32 Gifhorner Delegierten beweisen, dass sie sturmfest und erdverwachsen sind, denn die Veranstaltung findet im Freien statt – egal wie das Wetter wird. Am Samstag, 20. März, um 18 Uhr treffen sich die 77 Genossen auf der Tribüne des Sportplatzes an den Berufsbildenden Schulen in Vöhrum. „Die Teilnehmer bekommen einen kostenlosen Corona-Schnelltest, und wir stellen Sitzkissen bereit“, kündigt Matthias Möhle, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Peine, an. „Und dann hoffen wir, dass die Temperaturen über der Schneefallgrenze liegen.“ Denn einen Plan B gibt es nicht.

„Aber ein bisschen zu frieren ist besser als die Infektionsgefahr“, ergänzt Gifhorns Unterbezirks-Vorsitzender Philipp Raulfs und betont: „Wegen Corona haben wir bereits die Zahl der Delegierten reduziert.“ Gilt sonst die Formel „ein Delegierter pro 25 Parteimitglieder“, haben sich die beiden Unterbezirke des gemeinsamen Wahlkreises dieses Mal auf einen Delegierten pro 40 Mitglieder geeinigt. „Sonst wären wir fast 120 Leute“, sagt Möhle.

Der bislang einzige Kandidat ist Hubertus Heil, der Bundesarbeitsminister. „Wobei sich das bis zur Delegiertenkonferenz theoretisch noch ändern kann“, sagt dieser und lobt bei der digitalen Pressekonferenz aus seinem Ministerbüro in Berlin die beiden Unterbezirke, „dass sie den sichersten Weg gefunden haben, um dieses demokratische Verfahren sicherzustellen“. Er will am Samstagabend seine Schwerpunkte benennen. Und die gelten sowohl für den Kreis Peine als auch für den Kreis Gifhorn, auch wenn er seinen Wahlkreis „sehr vielfältig“ nennt: „Es geht wirtschafts- und arbeitsmarktpolitisch um Transformation und Strukturwandel, das ist mein Lebensthema.“ Sei es die Digitalisierung oder die Energiewende, Heil hat das Elektrostahlwerk der Peiner Träger GmbH ebenso im Blick wie IAV, „den mittlerweile größten Arbeitgeber im Kreis Gifhorn“.

Speziell für Peine kündigt er seinen Einsatz für eine Erdverkabelung des Hochleistungsstroms in der Gemeinde Vechelde an, er sei mit dem Bürgermeister im Gespräch, denn „die Infrastrukturlasten müssen fair verteilt sein“. Zur Strukturpolitik zählt Heil auch die Belebung der Innenstädte mit ihrem stationären Handel, der Gastronomie und Kultur sowie die Arbeits- und Lohnbedingungen im sozialen Bereich. Und im Landkreis Gifhorn geht es auch um Verkehrsinfrastruktur, er nennt die Autobahn 39 ebenso wie die Ortsumfahrungen im Verlauf der B 4. „Da wir parallel Kommunalwahlkampf führen, wird es einen engen Schulterschluss mit den kommunalen Kandidaten geben“, so Heil.

Montag, 15. März 2021

Tier- und Ökogarten Vöhrum: Kein Lockdown für Vierbeiner

Leiterin Betina Gube und ihre Helfer haben auch zur Corona-Zeit jeden Tag viel zu tun

Von Dennis Nobbe

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Oben: Betina Gube (2.v.l.) und Anne Günzel (3.v.l.) bringen mit Amélie und Lina zwei Zwerg-Shetlandponys zur Weide. Links: Wolfgang Tostmann baut im Lichthaus eine Veranstaltungsstätte auf. Rechts: Amélie und Lina bringen den Kaninchen und Meerschweinchen frisches Gemüse. . fotos (5): Dennis Nobbe

Vöhrum. Normalerweise ist der Tier- und Ökogarten in Vöhrum ein echter Publikumsmagnet, die Besuchersonntage sind für Jung und Alt ein beliebtes Ziel. Hauptaufgabe ist es jedoch, Fachwissen rund um die Natur an Schüler zu vermitteln. Während der Corona-Zeit fällt all dies ins Wasser. Aber das heißt nicht, dass es für Leiterin Betina Gube und ihr Team nichts zu tun gibt. Im Gegenteil, denn die vielen Tiere müssen schließlich weiterhin versorgt werden. Und es gibt einen Lichtblick: Ab den Osterferien ist wieder ein Programm im Angebot.

Jeden Tag verbringt die ehemalige Lehrerin Betina Gube von früh bis spät im Ökogarten direkt an der Integrierten Gesamtschule (IGS). „Unter der Woche fange ich schon um 6 Uhr an, an den Wochenenden erst um 9 Uhr“, erzählt sie. Mehr als 100 unterschiedliche Tiere gilt es zu pflegen und füttern, von Kaninchen über Enten und Hühnern bis hin zu Ponys, Schafen und Schlangen. Werktags hat Gube dabei Hilfe von ihrem Team, das unter anderem aus FSJ-lern und Ein-Euro-Jobbern besteht. Diese arbeiten an den Wochenenden nicht, dann kommen stattdessen ausschließlich ehrenamtliche Helfer nach Vöhrum.

Eine dieser Helferinnen ist Anne Günzel. Die Pferde-Expertin greift Gube schon seit 15 Jahren unter die Arme und kümmert sich hauptsächlich um die Ponys im Tier- und Ökogarten. „Ich versuche, zweimal pro Woche herzukommen“, sagt sie. „Eine meiner Aufgaben ist es, dafür zu sorgen, dass die Ponys ,straßensicher’ sind.“ Das heißt für Günzel: Sie füttert und striegelt die Tiere nicht nur, sondern bringt sie auch auf die nahe gelegene Weide und trainiert mit ihnen.

Dabei helfen manchmal auch Günzels Enkeltöchter Amélie und Lina. Aber auch die ganz kleinen Vierbeiner versorgen die beiden Mädchen: Sie schnippeln Gemüse für die Kaninchen und Meerschweinchen, die Amélie und Lina schon gut kennen und begeistert angedüst kommen, sobald sich die Tür zum Gehege öffnet.

Eine ganz andere Aufgabe hat Helfer Wolfgang Tostmann: Der ehemalige Beleuchtungsmeister koordiniert seit Januar den Umbau im Lichthaus des Tier- und Ökogartens. „Mein Ziel war es immer, hier eine kleine Veranstaltungsstätte zu schaffen, zum Beispiel für musikalische Auftritte oder Theater“, erklärt er. Während des Lockdowns kann natürlich erst einmal nichts in der Art stattfinden. „Aber ich habe ein gutes Gefühl, dass das mal eine schöne Sache wird“, sagt Tostmann.

In den bevorstehenden Osterferien sollen die „Umwelt-Ranger“ im Tier- und Ökogarten ausgebildet werden. Dabei lernen Kinder in der Praxis viel über Tiere und Pflanzen, ihr Wissen sollen sie dann Erwachsenen vermitteln können. „Es gehört zum Projekt ,Lernräume’ des Kultusministeriums“, erklärt Gube. „Alles findet draußen statt und darf unabhängig von den aktuellen Inzidenzwerten stattfinden. Allerdings gibt es Auflagen hinsichtlich der maximalen Gruppengröße, auch die Abstände müssen eingehalten werden.“ Das kostenfreie Angebot stieß auf großen Zuspruch: Bereits jetzt sind alle Tage für die „Umwelt-Ranger“ komplett ausgebucht.

Doch wie wird der Tier- und Ökogarten ohne Eintrittsgelder und Schulklassen-Besuche derzeit eigentlich finanziert? Es gibt verschiedene Quellen, wie Gube schildert. „Wir erhalten Spenden und Mitgliederbeiträge von unserem gemeinnützigen Verein.“ Außerdem gebe es seit einiger Zeit zum Glück einen Zuschuss vom Landkreis. „Irgendwie bekommen wir es immer hin, auch wenn wir mal sparen müssen“, sagt Gube. Und wenn es gar nicht anders geht, stecke sie eben nicht nur Zeit, sondern auch Geld aus eigener Tasche in ihren Tier- und Ökogarten. „Schließlich sind es meine Tiere, ich bin für sie verantwortlich“, betont sie.

Fußgänger verursachen Unfall

Eixe. Eilig und ohne auf den Straßenverkehr zu achten haben zwei Fußgänger den Sundernweg in Eixe am Freitagabend um 21.32 Uhr überqueren wollen – an einer Stelle, die nicht für eine Überquerung vorgesehen ist. Eine 20-jährige Peinerin wich mit ihrem Auto den Fußgängern aus und stieß gegen zwei am Fahrbahnrand geparkte Autos und einen Zaunpfosten. Sowohl die Fahrerin als auch ihre 23-jährige Beifahrerin wurden bei dem Unfall verletzt und mussten per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Das Unfallfahrzeug war nicht mehr einsatzbereit und musste abgeschleppt werden. An dem Auto entstand ein Schaden in Höhe von zirka 6000 Euro, der gesamte Sachschaden beläuft sich auf rund 20 000 Euro. Zeugen – insbesondere solche, die etwas zu den beiden verantwortlichen Fußgängern sagen können – werden gebeten, sich bei der Polizei Peine unter Telefon (0 51 71) 99 90 zu melden.

Bahnübergang in Vöhrum voll gesperrt

Vöhrum. Vollsperrung des Bahnübergangs in der Schwicheldter Straße. Aufgrund von Gleisarbieten der Deutschen Bahn ist der Bahnübergang in Vöhrum noch voraussichtlich bis Sonntag, 14. März, etwa 18 Uhr, voll gesperrt. Das teilt die Stadt Peine mit.

Für die Dauer der Vollsperrung ist eine Umleitung eingerichtet. Sie führt über die Pelikanstraße, Vöhrumer Straße, Fuhsering sowie B444 nach Rosenthal/Schwicheldt (und umgekehrt) und ist ausgeschildert.

Mittwoch, 10. März 2021

Zwiebler möchte Ortsbürgermeister in Vöhrum werden

Holger Hahn will sein Amt in Stederdorf verteidigen – Beide Sozialdemokraten stellten sich den Parteimitgliedern in einer Videokonferenz vor

Von Thomas Kröger

Thomas Zwiebler (l.) will für die SPD Ortsbürgermeister in Vöhrum werden, und Holger Hahn möchte Ortsbürgermeister in Stederdorf bleiben.foto: Thomas Kröger

Vöhrum/Stederdorf. Eine ungewöhnliche Nominierung für zwei wichtige politische Posten in den größten Peiner Ortschaften hat die SPD am Dienstag vorgenommen. Wegen Corona stellte sich per Videokonferenz Thomas Zwiebler als Ortsbürgermeister-Kandidat in Vöhrum den Parteimitgliedern vor. Und Holger Hahn will seinen Posten in Stederdorf verteidigen. Moderiert wurde die digitale Konferenz vom SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Jörg Zimmermann.

Thomas Zwiebler möchte für die Sozialdemokraten Nachfolger von Dirk Franz werden, der bei der Kommunalwahl am 12. September nicht wieder als Ortsbürgermeister von Vöhrum, Eixe und Landwehr antritt. Der 55-jährige Zwiebler ist vor allem als langjähriger Betriebsratsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover bekannt. Er sagt: „Ich bewerbe mich in unserem SPD-Ortsverein um die Kandidatur zum Ortsbürgermeister, um die erfolgreiche kommunalpolitische Arbeit meiner Vorgänger weiterzuführen und den hohen Lebenswert unserer Ortschaften auch in Zukunft zu erhalten und weiter auszubauen.“

Der 55-Jährige und seine Frau Sabine leben in Vöhrum, ihre beiden Kinder sind erwachsen. Er erklärt: „Ich bin in Vöhrum aufgewachsen. Nach dem Besuch des Kindergartens und der Grundschule in Vöhrum und dem Ratsgymnasium in Peine habe ich 1984 mit einer Ausbildung zum Maschinenschlosser bei VW in Hannover angefangen. Über mehrere Stationen hinweg – unter anderem auch 25 Jahre als Mitglied und Vorsitzender des Betriebsrates – bin ich aktuell in der Oldtimerabteilung des Vertriebes beschäftigt und betreue dort mit meinen Kolleginnen und Kollegen die Sammlung historischer Volkswagen-Nutzfahrzeuge.“

In der SPD sei er mittlerweile seit 35 Jahren und habe sich in der Partei, „aber auch durch meine ehrenamtliche Arbeit und Mitgliedschaft in vielen Vöhrumer Vereinen seit über 30 Jahren aktiv für das Wohlergehen sowie die Weiterentwicklung unserer Ortschaften eingesetzt“. Und auch seine Frau Sabine engagiere sich seit vielen Jahren für die SPD im Ortsrat. Holger Hahn ist amtierender Ortsbürgermeister in Stederdorf und Wendesse und will das auch bleiben. Er ist 48 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern im Alter von 18 und sechs Jahren. Der Stederdorfer sagt: „Ich möchte als Ortsbürgermeister die Entwicklung von Stederdorf und Wendesse gern weiterhin positiv begleiten. Dazu gehören unter anderem der durch den Corona-Lockdown ins Stocken geratene Bau des Altenheimes und des Familienzentrums. Ich möchte aber auch in den nächsten Jahren den Umbau der ehemaligen Grundschule zu einem generationenübergreifenden Wohnquartier mit Angeboten des betreuten Wohnens entwickeln.“ Auch die Sanierung des Wallhofes gegenüber der Schule werde aufgrund der neuen Erkenntnisse aus den archäologischen Grabungen zu einer interessanten Herausforderung. Hahn ist in Peine geboren und in Stederdorf aufgewachsen. „Im Moment arbeite ich beim Landkreis Peine als kaufmännischer Leiter des Immobilienwirtschaftsbetriebes. In dieser Funktion bin ich für die Finanzen und das infrastrukturelle Management aller Landkreis-Standorte, wie zum Beispiel Schulen und Verwaltungsgebäude, verantwortlich“, so der 48-Jährige. In der SPD sei er seit 20 Jahren aktiv und vor 15 Jahren in den Stederdorfer Ortsrat gewählt worden. Vor zehn Jahren habe Hahn die Funktion des stellvertretenden Ortsbürgermeisters übernommen und sei auch in den Peiner Stadtrat gekommen. Vor fünf Jahren wurde er dann zum Stederdorfer Ortsbürgermeister gewählt. Die Sozialdemokraten in Stederdorf und Vöhrum stimmen in Kürze über diese beiden Nominierungen ab.

Elfriede und Gerhard Selle feiern Diamantene Hochzeit

Das Paar aus Vöhrum reiste früher um die ganze Welt – Hochzeitstag haben sie wegen Corona daheim zu zweit verbracht

Elfriede und Gerhard Selle haben ihren 60. Hochzeitstag gefeiert.foto: Grit Storz

Vöhrum. Beim Tanzen kennengelernt und nicht wieder losgelassen: Elfriede und Gerhard Selle aus Vöhrum konnten jetzt Diamantene Hochzeit feiern. Gemeinsam haben sie in den 60 Jahren Ehe nicht nur ein Haus gebaut und zwei Söhne bekommen, sie waren auch begeisterte Gärtner und haben die halbe Welt bereist. „Bloß gut, dass wir unser Leben genossen haben, jetzt ist doch vieles beschwerlich geworden“, meint der 86-jährige ehemalige Bauingenieur Gerhard Selle. Kennengelernt hat der damalige Zimmermann seine künftige Frau während des Studiums in Holzminden. Die gelernte Köchin gefiel ihm „sehr gut“ – und so wurde aus beiden schnell ein Paar, das kurz nach Ende der Studienzeit heiratete und zu dem Vöhrumer ins Elternhaus zog. Die Familie wurde größer und der Wunsch nach den eigenen vier Wänden auch. Mit väterlicher Unterstützung bauten Selles ein Haus. Auch die Arbeitsstelle des Ingenieurs war nach etlichen Anstellungen bei Firmen in der Umgebung endlich in die Nähe gerückt: Im Tiefbauamt des Landkreises Peine brachte der begeisterte Skiläufer vieles mit auf den Weg. Die Freizeit genoss die Familie aktiv bei den Naturfreunden. „Ob Wanderungen im Harz, Familienfreizeiten, Volkstanz oder der Bau des Vereinsheimes in Oelheim – wir waren dabei“, schwelgen Elfriede und Gerhard Selle in Erinnerungen.

Später zog es das Paar weiter weg – und so bereisten die beiden unter anderem für ein Vierteljahr Australien, erkundeten Florida in den USA und besuchten ihre auf der ganzen Welt verteilt lebende Familie. Der jetzt 81-jährigen Elfriede Selle gefiel Italien so gut, dass das Paar mehrmals dorthin reiste. Blieb neben Familie, Haus, Garten und Vereinsleben noch Zeit übrig, nutzte die begeisterte und beliebte Köchin diese, um Teddys und Puppen zu basteln. Viele Handarbeitstechniken hat sie ausprobiert und hübsche Dinge im Haus erinnern daran.

Ihren Diamantenen Hochzeitstag haben die beiden sympathischen Rentner wegen Corona „gemütlich zu zweit“ verbracht. In eigener Sache: In einem vorangegangenen Artikel war ein falsches Ehejubiläum genannt worden. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Mittwoch, 3. März 2021

Einbrüche

in Vöhrum

und Adenstedt

Vöhrum/Adenstedt. Zweimal haben Einbrecher im Kreis Peine zugeschlagen: Während sie in Vöhrum in ein Einfamilienhaus eindrangen und schließlich mit Diebesgut abzogen, verschafften sie sich in Adenstedt Zutritt zu einem abgeschlossenen Rohbau.

Die Tat in Vöhrum ereignete sich im Zeitraum zwischen vergangenem Sonntag und Montag, 16 bis 8.30 Uhr. Durch ein aufgehebeltes Fenster gelangten die Einbrecher in das Haus am Holunderweg. Zu der Beute der Täter gehören unter anderem diverse Wertgegenstände und Modellautos, die Höhe des Schadens liegt laut Polizei bei rund 6000 Euro. Hinweise von Zeugen nimmt die Polizei Salzgitter unter Telefon (0 53 41) 1 89 70 entgegen.

In einen Rohbau am Amselweg in Adenstedt sind Unbekannte in der Zeit zwischen Mittwoch und Samstag vergangener Woche eingebrochen. Aus dem verschlossenen Gebäude erbeuteten die Täter Keramik- und Armaturenteile. Wie genau die Einbrecher in den Rohbau gelangten und wie hoch die Schadenhöhe ist, steht derzeit noch nicht fest. Die Polizei Ilsede bittet Zeugen, sich unter Telefon (0 51 72) 37 07 50 zu melden.