Zeitungsartikel PAZ Juli 2019

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Peiner Allgemeine Zeitung, PAZ, Juli 2019


Freitag, 5. Juli 2019

Stadt sperrt Kita-Außengelände wegen Rußrindenkrankheit

Vöhrumer Kindertagesstätte „Löwenzahn“: Befallene Ahornbäume werden wegen gefährlicher Sporen gefällt

Vöhrum. Gesperrt: Auf dem Außengelände der städtischen Kindertagesstätte „Löwenzahn“ am Hainwaldweg in Vöhrum wurden Ahornbäume mit der sogenannten Rußrindenkrankheit infiziert. Die Sporen der Pilze können bei Menschen Atemwegsprobleme auslösen.

Geplant ist laut der Peiner Stadtsprecherin Petra Neumann, die anfälligen Bergahorne auf dem Kita-Gelände am Freitag zu fällen. Sie sagte auf PAZ-Anfrage: „Eine Spezialfirma ist bereits mit der Fällung beauftragt. Die Arbeit an den infizierten Ahornbäumen wird von Fachleuten mit Schutzausrüstung durchgeführt. Die mit dem Pilz befallenen Stammstücke werden dann in Folie eingewickelt und in die Stadtgärtnerei gebracht. Von dort aus bringt man das Holz zur Deponie Stedum, wo es verbrannt wird.“

Die Rußrindenkrankheit bedrohe eine wichtige heimische Baumart, den Ahorn. Drei Arten seien bei uns bekannt: der Spitz-Ahorn, der Feld-Ahorn und der Berg-Ahorn. Gerade der Berg-Ahorn sei von der Rußrindenkrankheit betroffen, die für den Menschen gefährlich werden könne. Ausgelöst durch den Pilz Cryptomstroma corticale, einem Schwächeparasiten, führe die Krankheit über Jahre langsam zum Baumsterben.

Neumann betont: „Im letzten Stadium der Pilzinfektion ist auch für den Menschen Vorsicht geboten, denn die Sporen verteilen sich in der Luft und können Atemwegsprobleme verursachen. Die eingeatmeten Sporen haben eine sensibilisierende Wirkung auf die Lunge. Intensiver Kontakt kann zu einer Entzündung der Lungenbläschen führen. Symptome sind Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost.“

Man sollte sich daher nicht in der Nähe der betroffenen Ahorn-Bäume aufhalten. Die Eltern der Kita-Kinder habe das Amt für Bildung und Kultur über die Sperrung schriftlich informiert.

Die auf dem Kita-Außengelände befindlichen Feldahorne und Spitzahorne seien nicht befallen und würden stehen bleiben. „Die Gefährdung ist nach Einschätzung eines Revierförsters, der hinzugezogen wurde, als gering einzustufen“, erklärte die Sprecherin.

Ökogarten steht im Zeichen der Schildkröten

Vöhrum. Ganz im Zeichen der Schildkröten steht das erste Ferienwochenende im Tier- und Ökogarten Peine. Schon zum dritten Mal veranstaltet der Schildkrötentreff Hannover am morgigen Samstag den Norddeutschen Schildkrötentag. Unter dem Motto Sehen, Hören, Staunen startet ab 10.15 Uhr ein Vortragsprogramm. Parallel zum Vortragsprogramm, das von Sara Cinquoncie moderiert wird, können die Besucher an mehreren Verkaufsständen Bücher, Futter- und Gehegepflanzen, Samen, Frühbeete sowie weiteres Zubehör erwerben. Ein weiterer Höhepunkt ist eine große Tombola mit tollen Preisen. Nach der Ziehung der Gewinnlose endet die Veranstaltung mit dem Grillen am Lagerfeuer. Die Veranstalter erwarten knapp 100 Schildkrötenfreunde aus ganz Deutschland und aus Österreich. Der Eintritt zur Tagung beträgt acht Euro, Kinder bis zwölf Jahre zahlen nichts. Am Sonntag, 7. Juli, findet von 10 bis 16 Uhr der Besuchersonntag im Tier- und Ökogarten statt. Dabei gibt es weitere Informationen rund um das Thema Schildkröten.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Vöhrum: Vier Tierärzte kämpfen um das Leben des Mini-Shettys „Nuri“

„Füttern verboten“: Trotz Hinweisschildern wurden dem Tier kleine Äpfel gegeben – einer blieb im Halse stecken

VON JAN TIEMANN

Vöhrum. Falsch verstandene Tierliebe kann tödlich sein: Dem Mini-Shetty „Nuri“ im Tier- und Ökogarten der IGS sind kleine, grüne Äpfel gegeben worden, die vor der Weide lagen – einer ist ihm im Halse stecken geblieben (PAZ berichtete). Die Folge: Ökogartenleiterin Betina Gube musste mit Auto und Anhänger zur Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover fahren, wo der 15-jährige Wallach als Notfall aufgenommen wurde. „Vier Tierärzte kämpften zwei Stunden um sein Leben“, erzählt Gube.

Der Apfel verstopfte den Schlund von „Nuri“ – und er konnte kein Futter und Wasser mehr zu sich nehmen. Über einen Schlauch durch die Nüstern des Tieres musste der Fremdkörper entfernt werden. Durch das Einatmen von Speichel und Futter hatte sich Flüssigkeit in der Lunge gebildet – und seine Blutwerte waren wegen der Entzündung sehr schlecht.

„Die Ärzte gaben ihm eine Überlebenschance von 20 Prozent“, erzählt Gube. Doch der kleine Kerl hat es geschafft und kam nach ein paar Tagen in der Klinik wieder in den Tier-und Ökogarten, wo er sich erholt, aber noch immer Medizin einnehmen muss. Am Besuchersonntag kann „Nuri“ aber wieder gestreichelt und geputzt werden.

1500 Euro hat die Behandlung gekostet. „Wenn der Verein zur Förderung des Regionalen Umweltbildungszentrums Tier- und Ökogarten Peine nicht einspringen kann, dann werde ich sie übernehmen“, erklärt Gube. „Denn, es sind alles meine Tiere im Ökogarten.“ Es gebe zwar eine Haftpflichtversicherung, aber bei mehr als 100 Tieren sei an eine Krankenversicherung nicht zu denken.

Das verbotene Füttern von Tieren kommt im Ökogarten immer wieder vor, auch wenn zum ersten Mal ein Pony betroffen war. In der vergangenen Woche seien wieder Kaninchen mit Efeu gefüttert worden. „Bauchschmerzen und blutiger Durchfall waren die Folge, ein Tier ist gestorben“, schildert Gube. In den vergangenen Jahren seien vier Schafe gestorben. Wenn die Tiere mit frischem Brot gefüttert werden, können sie schmerzhafte Koliken bekommen. Gube appelliert an die Ökogartenbesucher, die Hinweisschilder „Füttern verboten!“ unbedingt zu beachten. „Ich kann das ja nachvollziehen, die Tiere kommen, fressen, freuen sich und man meint, etwas Gutes zu tun. Aber das Gegenteil ist der Fall. Menschen, die tierlieb sind, müssen das doch verstehen.“

Förderverein des Ökogartens

Zweck und Ziel des Fördervereins des Ökogartens ist es, das Schulleben der Kinder zu bereichern und zu unterstützen. Zur Verwirklichung dieses Zwecks und der zahlreichen Projekte ist der Verein auf Hilfe angewiesen. Spenden sind wie folgt möglich: Förderverein Ökogarten, Kreissparkasse Peine, IBAN: DE55 2525 0001 0083 2109 97, BIC: NOLADE21PEI. Der Förderverein des Ökogartens ist als gemeinnützig anerkannt. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden. Es muss nicht immer Geld sein. Auch mit Sachspenden kann der Tier- und Ökogarten unterstützt werden. Möglich sind Pflanzen: Stauden, große Kübelpflanzen, Zwiebeln (Frühblüher), Baumwurzeln. Steine: Kalksandsteine, Pflastersteine, Platten, Sand, Kies, alte Tondachziegel. Tierfutter: Heu, Stroh, Vogel- und Nagetierfutter. Vor einer Sachspende bitte Kontakt zum Ökogarten unter der Telefonnummer 0162/9200718 (mit Anrufbeantworter) oder an info@oekogarten-peine.de per E-Mail aufnehmen.

Dienstag, 2. Juli 2019

Ökogarten: Tiere nicht füttern

Folgen des unüberlegten Fütterns sind oft schmerzlich und lebensgefährlich

Vöhrum. „Füttern verboten!“ Diese Schilder stehen nicht ohne Grund an Weiden und Käfigen im Tier- und Ökogarten in Vöhrum.

In der vergangenen Woche seien dort wieder Kaninchen mit Efeu gefüttert worden. „Bauchschmerzen und blutiger Durchfall waren die Folge des ,leckeren’ Futters. Sicher keine Absicht beim unüberlegten Füttern, aber die schmerzhaften Folgen tragen die Tiere und die Besitzer“, erklärt Leiterin Betina Gube.

Dem Minishetti „Nuri“ sind kleine grüne Äpfel angeboten worden und einer ist ihm im Hals stecken geblieben. „Bei dieser Schlundverstopfung sind eine weitere Futter- und Wasseraufnahme unmöglich“, schildert Gube. Die Folgen für das Tier: Angst zu ersticken und bei der aktuellen Hitze droht ein Kreislaufzusammenbruch.

Nuri sei gerettet worden, aber der Einsatz von mehreren Tierärzten, auch in der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover, war dazu nötig. „Durch das Einatmen von Speichel und Futterresten hatte sich der kleine Kerl auch noch eine starke Lungenentzündung zugezogen“, berichtet Gube.

„Obwohl ihm nur geringe Überlebenschancen vorhergesagt waren, hat er es geschafft, aber er musste einige Tage in der Klinik bleiben und viele Tage eklige Medizin schlucken. Also bitte liebe wirkliche Tierfreunde, beachtet die Hinweise: Füttern verboten“, appelliert Gube.